Ideen für ein besseres Tarifsystem

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    Original von tramholger
    Hallo,


    zuallererst müsste das Tarifsystem billiger werden. Von Griesheim in die Stadt zahle ich mit dem Einzelfahrschein über 2 Euro, da bin ich mit dem Auto billiger - Vollkosten gerechnet. Und einen Parkplatz finde ich am Wochenende auch immer noch.


    Holger


    Nur am Rand: Die Einzelfahrt von Griesheim nach Darmstadt kostet 1,90 €. (Preisstufe 2) Macht also 3,80 € für Hin- und zurück. Das Auto ist da teurer, vor allem da noch die Parkhausgebühren dazu kommen.

  • Zitat

    Z.B. mal an Adventssamstagen ganztägig eine Sonderaktion


    Warum soll man reduzierte Fahrscheine an Tagen ausgeben, an denen die Parkhäuser voll sind. Auch die Bahnen sind an diesen Tagen übermäßig stark genutzt.


    Eine Senkung der RMV Tarife wäre dringend notwendig! Grade unter dem Aspekt der Kostendeckung!!! Aber Verwaltungsangestellte und -beamte kapieren das einfach nicht.


    Zitat

    Eine Absenkung des Preisgefüges im Ganzen um beispielsweise 10% ist nur dann möglich, wenn gleichzeitig die Nutzerzahlen um mehr als 11% ansteigen. Um dies jedoch zu erreichen, müsste das System als Ganzes attraktiver werden. Ein elektronisches Ticketsystem könnte als Steuerungsinstrument dazu dienlich sein, weil man auf Nachfrageänderungen flexibler reagieren könnte als es derzeit möglich ist. Solange alles beim alten bleibt, sehe ich für Preissenkungen keine großen Chancen.


    Ein Bus der sehr günstig ist aber nie fährt bringt nichts. Deshalb lieber etwas teurer und dafürt ein gutes Angbot. Der RMV ist jedoch für mein Empfinden auch über den "Qualtitätspreis" hinaus geschossen. Deine Rechnung mit den 10 %- günstigerer Fahrpreis->11% mehr Fahrgäste ist mathematisch richtig. Allerdings könnte man mal mit einer Fahrscheinart anfangen, die besonders unattraktiv ist. Und das sind nunmal die Einzelfahrschein, und hier sind es auch bestimmte Fahrscheine. Darmstadt steht doch ganz gut da...Preisstufe 1, im Nachbarortsverkehr mit Griesheim Preisstufe 2. Fahre mal von Offenbach Marktplatz zur Konstabler Wache !
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    Wählt mich als RMV Präsidenten!!!!
    Ich senke die Preise für Einzelkarten sofort um bis zu 30% !
    Monatskarten werden um ca. 10% günstiger!
    Ich steigere den Kostendeckungsgrad auf 70%
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    Nordmainische S-Bahn schnell bauen ist auch gut für die Konjunktur.

    Mehr Mobilität für Hanau, Maintal und Frankfurt

  • Es handelte sich bei dem Vergleich natürlich um FRANKFURT - Griesheim und die FRANKFURTER Innenstadt. Wie gesagt, ich habe immer noch irgendwo umsonst parken können.

  • Na schön, dann zahlst Du für Hin- und Rückfahrt eben keine 3,80 €, sondern 4,20 € bis 4,40 €, je nach Tageszeit. Dass Du dabei mit dem Pkw billiger bist (wenn Du alleine fährst), ist jedoch eine Milchmädchenrechnung. Alleine die Spritkosten für die ca. 14 km betragen je nach Fahrzeug durchschnittlich 2 €, ohne dabei anteilige Fixkosten und anfallenden Verschleiß zu berücksichtigen.


    Der Durchschnittswert eines gefahrenen Pkw- Kilometer wird mit derzeit ca. 46,2 Cent für ein Standard-Modell angesetzt, wobei man 5 Jahre Nutzungsdauer bei 12.000 Jahreskilometern zugrundelegt. Rechnest Du das hoch, kostet Dich der Spaß ungefähr 6,40 €, also mindestens 2 € mehr. Das Verhältnis sieht erst bei mindestens doppelter Besetzung anders aus.


    Auch wenn man als Autofahrer gerne die Überlegung anstellt, dass Steuer und Versicherung ohnehin schon bezahlt sind und es insofern egal ist, ob man das Auto nun für die Fahrt benutzt oder es stehen lässt und mit der Bahn fährt, so fällt trotzdem mindestens Verschleiss, Öl(mehr)verbrauch (gerade bei Kurzstrecken) und derartiges an, sodass man für die genannte Fahrt minimal bei 3 €, mit Chance sogar bei 4 € liegt.


    Fabian:
    Was ich mir vorstellen könnte, wäre eine Sonderfahrkarte für Relationen wie die von Dir genannte, um den Sprung von PS3 zu PS4 zu mildern. So könnte eine Fahrt ab der Frankfurter City bis City OF beispielsweise als PS 3A 2,85 € kosten. Es sollte schon möglich sein, den Automaten das beizubringen. Aber auch dabei befürchtet man in Hofheim sicher Einnahmeverluste.

  • Zitat

    Was ich mir vorstellen könnte, wäre eine Sonderfahrkarte für Relationen wie die von Dir genannte, um den Sprung von PS3 zu PS4 zu mildern. So könnte eine Fahrt ab der Frankfurter City bis City OF beispielsweise als PS 3A 2,85 € kosten. Es sollte schon möglich sein, den Automaten das beizubringen. Aber auch dabei befürchtet man in Hofheim sicher Einnahmeverluste.


    Das ist eine sehr gute Idee für den Einstieg...wenn es funktioniert wird man vielleicht sogar in Hofheim wach.


    Mit den Fixkosten ist das so ein Thema....ganz auf ein Auto verzichten wollen nur sehr wenige. Und wenn ohnehin eines da ist, ist es betriebswirtschaftlich korrekt, nur die variablen Kosten für eine konkrete Entscheidung anzusetzen. Car-Sharing könnte hier Abhilfe schaffen...aber bis sich das außerhalb Borhnheims durchgesetzt haben wird, wird noch lange dauern.


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    Original von Charly
    Na schön, dann zahlst Du für Hin- und Rückfahrt eben keine 3,80 €, sondern 4,20 € bis 4,40 €, je nach Tageszeit. Dass Du dabei mit dem Pkw billiger bist (wenn Du alleine fährst), ist jedoch eine Milchmädchenrechnung. Alleine die Spritkosten für die ca. 14 km betragen je nach Fahrzeug durchschnittlich 2 €, ohne dabei anteilige Fixkosten und anfallenden Verschleiß zu berücksichtigen.


    Zunächst einmal stellt sich mir die Frage, wieso es 14 km sind von Frankfurt - Griesheim nach Frankfurt Innenstadt. Für mich sind es ca. 5 km, dafür zahle ich z.B. am Wochenende 2,10 EUR mit der S - Bahn, mithin 0,42 EUR pro km.


    Zitat


    Der Durchschnittswert eines gefahrenen Pkw- Kilometer wird mit derzeit ca. 46,2 Cent für ein Standard-Modell angesetzt, wobei man 5 Jahre Nutzungsdauer bei 12.000 Jahreskilometern zugrundelegt. Rechnest Du das hoch, kostet Dich der Spaß ungefähr 6,40 €, also mindestens 2 € mehr. Das Verhältnis sieht erst bei mindestens doppelter Besetzung anders aus.


    Wobei das Durchschnittsauto natürlich auch BMW 7er und Porsche Cayenne beinhaltet, mit diesen autos fahre ich sicher nicht in die Stadt. Ich fahre einen VW Polo TDI und tanke Biodiesel.


    Zitat


    Auch wenn man als Autofahrer gerne die Überlegung anstellt, dass Steuer und Versicherung ohnehin schon bezahlt sind und es insofern egal ist, ob man das Auto nun für die Fahrt benutzt oder es stehen lässt und mit der Bahn fährt, so fällt trotzdem mindestens Verschleiss, Öl(mehr)verbrauch (gerade bei Kurzstrecken) und derartiges an, sodass man für die genannte Fahrt minimal bei 3 €, mit Chance sogar bei 4 € liegt.


    Das sagt Dir jetzt aber das reine Bauchgefühl, hinterlegt sind diese Zahlen nicht.

  • Zitat

    Original von tramholger
    Zunächst einmal stellt sich mir die Frage, wieso es 14 km sind von Frankfurt - Griesheim nach Frankfurt Innenstadt. Für mich sind es ca. 5 km, dafür zahle ich z.B. am Wochenende 2,10 EUR mit der S - Bahn, mithin 0,42 EUR pro km.


    Ganz einfach: Lt. Routenplaner sind es ab Waldschulstraße bis Berliner Straße -Mitte 6,7 km, die sich durch Parkplatzsucherei leicht auf 7 km erhöhen können. Macht doppelt genommen 14 km, oder lässt Du etwa Dein Auto in der City stehen?



    Zitat

    Wobei das Durchschnittsauto natürlich auch BMW 7er und Porsche Cayenne beinhaltet, mit diesen autos fahre ich sicher nicht in die Stadt. Ich fahre einen VW Polo TDI und tanke Biodiesel.


    Es war von keinem Durchschnittsauto die Rede (wozu mit Sicherheit auch kein 7er BMW oder Porsche zählen würde), sondern vom Durchschnittswert eines Standard- Autos. Dazu zählen die meistverkauften Modelle, also auch der Polo. Okay, mit Biodiesel liegst Du natürlich unter dem Durchschnitt.



    Zitat

    Das sagt Dir jetzt aber das reine Bauchgefühl, hinterlegt sind diese Zahlen nicht.


    Woher willst Du das denn wissen? Mach Dich doch mal beim Bund der Steuerzahler oder einem Automobilclub schlau bevor Du so etwas behauptest und unterstell nicht einfach anderen Autofahrern, sie hätten keine Ahnung.

  • >Eine Senkung der RMV Tarife wäre dringend notwendig!


    Im Januar kann man die Grundlage legen, daß vielleicht mal die jährlichen
    Erhöhungen gelegentlich ausgesetzt werden.
    Einfach nur auf die Wahl eines Politikers verzichten der dem Nordast S3/4
    sehr nahe wohnt. (man sollte sich auch mal die ganzen Sünden [Konten,
    Parolen] der letzten Jahre in Erinnerung rufen....)


    BTW: Mit der Erweiterung von Fra wird es zwangsläufig eine höhere Anzahl an
    Nachtflügen geben, nur mag man das nicht so ganz zugeben sondern verpackt
    das in Sätze, die wie das Gegenteil klingen sollen.

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Ein Grundsatz ist, dass ein Tarifsystem für den ÖPNV so überschaubar sein muss, dass es auch ein Laie auf Anhieb begreift.


    Heisst :
    1. Transparenz als Voraussetzung für den Wettbewerb. Um den ÖPNV als Alternative zum Auto - oder auch zum Fahrrad - zu wählen, sollte man auf Anhieb wissen, wie teuer der Spaß ist. Und zwar nicht nur für die Fahrt alleine von Frankfurt Griesheim zur Hauptwache und zurück, sondern auch für die Fahrt mit Frau und Kind zum Großen Feldberg, und zurück von Königstein, oder von Griesheim bei Darmstadt nach Bad Vilbel-Dortelweil mit noch 3 Zwischenstops.


    Der ÖPNV muss damit mithalten können, einen ungefähren Kostenüberblick zu ermöglichen, und zwar ohne komplizierte Spitzfindigkeiten und Diskussionen mit Kontrolleuren oder Ausstiegen an der Stadtgrenze, weil´s dann für die Familie um 3 Euro billiger wird.


    2. Verständlichkeit - auch für ausländische Touristen und gelegentliche Nutzer.


    3. Nutzung ohne aufwändige technische Hilfsmittel : Auswärtige Fahrgäste werden sich nicht unbedingt eine Chipkarte kaufen wollen - oder können - für 3 Fahrten während ihres Aufenthalts. Und das ach so beliebte Handy als Fahrkarte, Fahrplanauskunft und was noch alles ist störanfälliger als alle von uns belästerten ÖPNV-Fahrzeuge zusammen : Mal gibt es kein Netz, mal ist das Guthaben zu Ende, mal der Akku, oder es ist gerade ausgeliehen, wurde vergessen oder gestohlen.

  • Andere Grundsätze für einen Tarif sollten sein :
    - keine so großen Preissprünge, dass Stückelungen billiger sind als ein
    durchgehender Fahrschein 8o;
    - deutliche Rabattierung von Vielfahrern, um häufige Nutzung attraktiv zu
    machen;
    - Lenkung der Nutzung auf Zeiten und Relationen geringerer Auslastung.


    Als Grundlage bietet sich der VRR-Tarif an. Dieser besteht aus :
    - Waben mit etwa 5 km Durchmesser und
    - Tarifgebieten ( Grossstädte bzw. Landkreise).


    Mit den Waben kommt der Tarif den lokalen Fahrtwünschen entgegen, die etwa dem Gebiet einer kleinen Gemeinde oder Nachbarorten oder Stadtteilen entsprechen. Da sich die Waben überlappen, können Härten vermieden werden. Eine Fahrt von etwa 5 km zwischen Offenbach und Frankfurt-Enkheim würde damit deutlich günstiger und gerechterweise etwa den gleichen Preis kosten wie 5 km von Frankfurt-Griesheim zur Hauptwache.


    Preisstufe 1 wären dann etwa 5 km in einer Wabe. Die nächsten Stufen wären das Gebiet einer Stadt bzw. einer Teilregion ( etwa 15 km ) bzw. angrenzender Gebiete ( etwa 30 - 40 km ). Darüber hinaus können Einzelkarten weiter aufgesplittet werden, während Tages-, Wochen- und Monatskarten als Netzkarten gelten. Damit wird es vor allem bei größeren Entfernungen schneller interessant, sich Tages- oder Monatskarten zu kaufen.


    Das Preisverhältnis zwischen Tages- und Einzelkarten sollte unter 2 liegen, damit sich die Tageskarte bereits bei vorher bekannter Hin- und Rückfahrt lohnt. Das spart Fahrgästen wie Betrieben Aufwand beim Ticketkauf.


    Besondere Rabatte kann es außerhalb der Spitzenzeiten geben wie bei der 9-Uhr-Karte oder für Fahrten außerhalb der Zentren.

  • Hallo,


    aus meiner Sicht wäre neben der bereits vorgeschlagenen stärkeren Spreizung der Tarife zwischen Hauptverkehrszeiten und "normalen" Verkehrszeiten insbesondere die Einführung von Mehrfahrtenkarten wie z.B. in Berlin oder München wünschenswert.
    Damit könnten meiner Meinung nach Gelegenheitsfahrer zur häufigeren Nutzung bewegt werden. Insbesondere außerhalb der City von Frankfurt muss man dann nicht ständig auf Kleingeld achten, falls der Automat grundsätzlich (z.B. Wiesenau) oder wegen einer Störung keine Geldscheine akzeptiert.
    Natürlich müssten dafür Entwerter an den Stationen oder in Fahrzeugen vorhanden sein; ich hoffe aber, dass die Kosten dafür durch zusätzliche Nutzer wieder hereinkommen würden.


    Viele Grüße
    Garfield

  • Mir wurde mal gesagt, daß da mit den Mehrfahrtenfahrkarten im RMV nicht möglich ist. Es müssten einfach zu viele Entwerter angebracht werden. Diese müssen gewartet werden und verursachen zusätzliche Kosten.


    Als der RMVgegründet wurde, gab es in einigen Städen (außer Frankfurt) noch Entwerter. Allerdings hatten die alle verschiedene Systeme/ Fahrkartenformate. Daher konnte man das nicht vereinheitlichen Im Gegensatz zum VRR (Ruihrgebiet/ Niederrhein), wo es schon vor Einführung des VRR meist Entwerter gab, und auch Übergangstarife zwischen den Verkehrsbetrieben.


    Ein anderer Grund dürfte sein, daß die Mehrfahrtenkarten das Schwarzfahren bzw. Graufahren fördern oder anderweitig Anlass zu Betrügereien (Erschleichung von Beförderungsleistungen) geben (könnten).

    Capri-Sonne heisst jetzt "Capri Sun". :( Sonst ändert sich nix. Der "alte" Name muss wieder her ! ;(

  • Einiges würde schon eine stärkere Rabattierung der Tageskarten bringen, etwa der 2,0-fache Preis einer Einzelfahrt für normale Tageskarten und der 1,6 ... 1,8-fache Preis für Tageskarten außerhalb der HVZ.


    Zum Beispiel : Einzelfahrt 2,50, normale Tageskarte 5,00, Talzeit-Tageskarte 4,00 - 4,50 (fiktive Preise !)


    Der Effekt wäre (wie in Hamburg) : Die TAGESKARTE würde sich immer dann lohnen, wenn man weiss, dass man auch zurückfährt, und JEDE weitere Fahrt wäre gratis. Wesentlicher Vorteil wäre auch, dass der Aufwand des Fahrkartenkaufs für die Fahrgäste wie auch der Abfertigungsaufwand für den Verkehrsbetrieb DEUTLICH verringert würde. Letzteres ist wohl auch der Grund, dass der Hamburger Verkehrsverbund deutlich rabattierte Tageskarten ausgibt.


    Bei einem stärkeren Rabatt für Talzeit-Tageskarten würde vermutlich auch eine nennenswerte Anzahl von Gelegenheitsfahrgästen auf die verkehrsschwächeren Zeiten ausweichen.