Parallelverkehr

  • Hallo, ich hab mal ne Frage an die Verkehrsfachleute.
    Ab wann spricht man bei einer Verkehrsplanung von Paralellverkehren? Seinerzeit wurden mit Inbetriebnahme der S-Bahn ja mit dieser Begründung die Buslinien auif der B3 zusammengestrichen.
    Ein Parallelverkehr im strengend Sinne findet ja auch zwischen U- und S-Bahn unter der Zeil statt. Und auch bei der Altstadtline der Tram wurde die Gefahr von Parallelverkehren gesehen...

  • Ein Parallellverkehr findet in Berlin auch auf der Schönhauser Alle zwischen der U-Bahn U2 und der Tram M1 und 50 statt. Von PANKOW bis EBWERSWALDER STR. fahren diese auch direkt neben, bzw. untereinander.


    In Ffm ist der Parallelverkehr ähnlich zu sehen bei den Verbindungen der S- und U-Bahn im Innstadtbereich. Also zw. Konstabler u. Hauptwache.
    Indirekt besteht auch bei einigen Straßenbahn und Stadtbahnen in Ffm Parallelverkehr. Siehe Tram 14 u. U4. Oder Tram 14 u. U7. Die drei Trassen sind auch nicht weit voneinander weg. :)

    Hebel rauf, Hebel runter!

  • Einige Linien wurde mit der Begründung "Parallelverkehr" eingestellt, obwohl das relativ weit hergeholt war/ist, und vor allen Dingen sich die Verbindungen für die Anwohner stark verschlechtert haben.
    Beispiel:
    Wegfall der Verbindung von Breitenbachbrücke bis Rödelheim Bahnhof
    Griesheim Waldschulstraße
    Berkersheim
    Bad Homburg
    SchloßStraße
    ReuterWeg

    in "jungen Jahren" mal Straßenbahnfahrer in Frankfurt gewesen. Heimweh und Erinnerungen treiben mich hier her.:(

  • Zitat

    Original von Gregor
    Ein Parallelverkehr im strengend Sinne findet ja auch zwischen U- und S-Bahn unter der Zeil statt.


    Und *IM* S-Bahntunnel erst!
    Sieben Linien im Parallelverkehr über viele Kilometer!
    Da reicht doch auch eine, der Rest steigt um, schon sind alle Kapazitätsprobleme gelöst!
    *duck&renn* scnr ;)

  • Zitat

    Original von ffmcowboy
    Wegfall der Verbindung von Breitenbachbrücke bis Rödelheim Bahnhof


    Das war betrieblich und von der Verkehrsbelastung her nicht mehr sinnvoll. Das einzige Problem war die Rödelheimer Landstraße, die man 20 Jahre lang nicht mehr versorgt hat. Erst mit den 72er wurde wieder ein ÖPNV Verbindung geschaffen. Der Rest wurde schon früh durch den 34 erschlossen.

  • Hmmmm... wenn ich mir die antworten so durchlese, dann scheint es eine wirkliche Definition nicht zu geben. "Parallelverkehr" scheint mir die Begründung zu sein, wenn eine eigentlich sinnvolle Strecke nicht gebaut, bzw. eingestellt werden soll.


    Donluigi
    Die von dir angesprochene Situation ist mir sehr gut bekannt; eines der dortigen Angebote werde ich morgen mal wieder nutzen müssen.
    Die von mir im Beitrag angesprochenen Entferungen wären vergleich, wenn Du den Tramverkehr auf der Prenzlauer, bzw. sogar Greifswalder als Parallelverkehr zur U2 definieren würdest.

  • Lt. "Fachwort im Verkehr" ist Parallelverkehr allgemein "die Parallelführung von Verkehrslinien gleicher Bedienungsqualität auf derselben Strecke"


    "Schienenparallelverkehr ist der gleichzeitige Parallelverkehr mit Kraftfahrzeugen auf den in der Fahrtrichtung eines Schienenverkehrs verlaufenden Straßen, bei dem das Verkehrsaufkommen überwiegend im engeren Einzugsgebiet des Schienenverkehrs liegt und im Wesentlichen Bahnstationen als Haltestellen mit ein bezogen werden."

  • Hallo,


    als die U-Bahn zum Südbahnhof verlängert wurde, sprach man auch bei der Strecke durch die Schweizer Str. und die Gartenstr. von Parallelverkehr, allerdings war diese Strecke nie wirklich gefährdet, da man sie braucht(e), um die sog "Netzwirkung" nicht zu verlieren.


    Im Großen und Ganzen ist der Begriff "Parallelverkehr" wohl eher Auslegungssache.


    Gruß
    tamperer

  • der 26er ist auch größtenteils parallel zur u1-3
    trotzdem ist er für die chronische Unterversorgung des Riedbergs unbedingt erforderlich. hinzu kommt der Tangentialverkehr
    wird der 26er eigentlich mit der Verlängerung der U-Bahn auf den Riedberg eingestellt?

  • Zitat

    Original von DeusDeorum
    der 26er ist auch größtenteils parallel zur u1-3
    trotzdem ist er für die chronische Unterversorgung des Riedbergs unbedingt erforderlich. hinzu kommt der Tangentialverkehr
    wird der 26er eigentlich mit der Verlängerung der U-Bahn auf den Riedberg eingestellt?


    Ja, die Linie 26 wird dann stillgelegt, die Linie 29 wird dann von Anette-Kolb-Weg kommend über die Riedbergallee geleitet, dann wie die Linie 26 bis nach Heddernheim.
    Die Linie 872 wird dann über Altenhöferallee ins NWZ fahren.
    So war mein letzter kenntnisstand.

  • Zitat

    Original von tamperer
    Im Großen und Ganzen ist der Begriff "Parallelverkehr" wohl eher Auslegungssache.


    ...und deshalb wird er immer dann als Totschlagargument eingesetzt, wenn man die Gesamtkosten einer Verkehrsbedienung durch mehrere Linien in einem abgegrenzten Gebiet nicht im Verhältnis zu deren Gesamtnutzen sehen will, sondern sie lieber für sich allein betrachtet. Auf dem Papier sieht es halt schöner aus, wenn statt 6,3 Millionen an Betriebskosten im Jahr nur 4,9 ausgegeben werden müssen...


    Dass Busse und Straßenbahnen zum Teil nicht nur reine Zubringerfunktionen erfüllen, sowie dass die Zugangswege zu den Schnellbahnlinien manchem zu weit sind, wie auch dass durch das "Brechen" des Verkehrs häufiger anfallendes Umsteigen nicht von jedem potentiellen Fahrgast akzeptiert wird, das wird dabei gerne übersehen.
    Dass in der Folge Einnahmen ebenfalls geringer ausfallen, weil Fahrgäste sich durch solche Maßnahmen (wieder?) vermehrt dem IV zuwenden, schlägt auf der Kostenseite ja nicht zu Buche. Zumindest wurde dies in der Vergangenheit oft nicht berücksichtigt. Heutzutage ist man da durch die Kosten/Nutzen Analysen, die wenigstens den Neubauprojekten vorweg gehen, etwas sensibler geworden.

  • Da haben wir ja schon wieder die nächste Stolperfalle, nämlich den "Gesamtnutzen". Auch hier möchte ich darauf wetten, daß es wiederum auf die Betrachtungsweise ankommt, was ich da alles reinrechne.

  • Zitat

    Original von ffmcowboy
    Wegfall der Verbindung von Breitenbachbrücke bis Rödelheim Bahnhof


    Diese Strecke war einfach nicht zukunftsfähig. Die Kurve am Mühlgraben, hätte man wahrscheinlich nur entschärfen können in dem man durch den Solmspark eine Neutrassierung vorgenommen hätte. Einige Jahre nach der Umstellung auf S-Bahn wurde der Park unter Denkmalschutz gestellt.
    Seit dem der 72er fährt, ist die komplette Strecke der alten Straßenbahn abgedeckt.