Diverses aus Darmstadt

  • Andere Frage: Wenn ich mir diese beiden Karten von 1906 und 1908 angucke und deinen Fahrplan von 1926, sind in diesen knapp 20 Jahren wirklich so viele Haltestellen (insbesondere Linien 3 und 4) verschwunden und später wieder eingerichtet?
    Obwohl, Schloß-Waldfriedhof in 10 Minuten, dass schafft die Heag heute nicht mehr... :rolleyes:

  • Was ich noch nachtragen kann zu geplanten Dampfstraßenbahnlinien im Westen von Darmstadt, ist eine selbstgestrickte Übersicht aus dem Jahr 1899.


    LinieO : "Das ist ja intressant, so wie ich den Plan deute fuhren extra Theaterverstärkerzüge Abends?"


    Schon in den 1890er Jahren warteten die letzten Fahrten nach Eberstadt und Griesheim auf den Theaterschluß. Das wurde im Einzelfall bei Einführung der elektrischen Straßenbahn übernommen. Und irgendwann gab es dann das extra Theatergleis, zu dem ich kein genaues Einführungsdatum kenne. Stadtarchivar Engels sagt 1920er Jahre. Ich bin da skeptisch und halte es für möglich, daß es schon vor dem 1WK bestanden hat. Siehe auch und mit etwas anderer Schwerpunktsetzung.

  • Bürnheim/Burmeister erwähnen, es habe 1931 eine Privatbuslinie G von Darmstadt über Gräfenhausen nach Worfelden bzw. Mörfelden gegeben. Auch die Heag betrieb bald darauf eine Linie G, die in besagtes Buch keinen Eingang gefunden hat.


    Fragen:
    1) von wo nach wo?
    2) Jahre, von wann bis wann?
    3) Betriebzeiten?


    1) kann ich beantworten, 2) vermuten und 3) wechselt, aber dafür habe ich Anhaltspunkte


    Es ist also eine Mischung zwischen erntshafter Frage und Rätsel.

  • Es gab mal eine Buslinie nach Gernsheim. Ich habe zwei Bilder an einem Bahnübergang, allerdings keinen Scanner zum Einscannen, falls sich jemad aus Darmstadt findet und ich hab keine Ahnung, wer die Bilder gemacht hat, dürfte aber nach so vielen Jahren nicht das Problem sein.

  • Ich habe zu dieser Linie sowohl einen Heftfahrschein vorliegen als auch einen Fahrplan. Es ist keine private, sondern eine Heag-Linie. Noch eine Hilfe (oder noch mehr Verwirrung): die Linie hatte in anderen Jahren einen anderen Linienbuchstaben.


    Disponent : G wie Gernsheim klingt zwar gut, ist es aber nicht. Von wann sind die Bilder?
    re482 : Auf das Adreßbuch als Recherchemedium wäre ich hier nicht gekommen. Dummerweise endet die Onlineausgabe des Adreßbuchs 1935 …


    By the way (sonst müßte ich noch mal ins Staatsarchiv) – weiß zufällig eine/r von euch, wann die Wendelstadtstraße in Sudetengaustraße umbenannt wurde?

  • Ich habe mir für die Linie G folgendes notiert:


    ab 15.11.1948: Gernsheim - Jugenheim (HEAG)
    ab 01.08.1964 bis max. 22.10.77: Gernsheim - Jugenheim (Privatunternehmen)

  • R(eichenbach) und F(ischbachtal) und G(adernheim)? Bus ist leider gar nicht mein Ding. Denke mit Grausen daran, dass ich einen Busführerschein machen musste. Ging irgendwie immer an mir vorbei das Thema.

  • Im Sommer 1939 war eine Linie G an Markttagen am frühen Morgen von Griesheim zur Markthalle in der Gräfenhäuser Straße unterwegs. Hierzu gibt es einen Heftfahrschein und einen Fahrplanauszug (versteckt, am unteren Rand). Die erweiterte Fassung mit größeren Abbildungen ist auf meiner Webseite zu finden.


  • Nach der 3. Auflage unserer Fiebel ist am 15. November 1948 die Buslinie G (=Gernsheim) von Jugenheim über Alsbach - Sandwiese - Hähnlein nach Gernsheim Bahnhof eingerichtet worden. Am 1. Dezember 1948 wurde sie zur Rheinfähre verlängert.
    Am 21. Januar 1949 wurde die Buslinie F (=Fischbachtal) von Brandau durch das Fischbachtal nach Groß-Bieberau eingerichtet. Nun gab es die längste HEAG-Verbindung Gernsheim - Groß-Bieberau mit der Buslinie G bis Jugenheim, Straßenbahnlinie 8 bis Darmstadt Luisenplatz, Straßenbahnlinie 2 bis Darmstadt Böllenfalltor, O-Buslinie O bis Ober-Ramstadt Rondell, Buslinie B bis Brandau Mitte und schließlich Buslinie F. Aldernativ (aber ich bezweifle günstiger) wäre die Buslinie M (Darmstadt-Eberstadt Wartehalle - Nieder-Ramstadt Chausseehaus) noch vorhanden gewesen.
    Am 31. Mai 1964 wurde die Buslinie F eingestellt. Am 30. September 1964 folgte die Buslinie G (passt fast mit der von Pallaswiese gemachten Angabe ab 1964 Privat bedtriebenen Buslinie G). Das muß seinerzeit ärgerlich für die Pendler gewesen sein, denn einen RMV-Tarif gab es seinerzeit ja noch nicht.
    Der Vollständigkeithalber gab es noch die Buslinen:
    B (=Brandau) 21.7.1947 Ober-Ramstadt Rondell - Brandau - Gadernheim. Wird heute von den Linien K57 und Linie O bedient.
    F (=Fischbachtal) ist heute ein großer Teil der Linie K57
    G (=Gernsheim) wird heute von der Linie K50 bedient (aber nicht Hähnlein - Gernsheim)
    K (=Kuralpe) 8.11.1950 - 1.4.1966 Jugenheim - Reichbach über Kuralpe Wird heute von diversen Buslinen auf den verschiednen Strecken bedient.
    M (=Mühltal) 4.10.1948 - 1.4.1966 Darmstadt-Eberstadt Wartehalle - Nieder-Ramstadt Chausseehaus. Ging inzwischen in die Liniegruppe N und NE auf.
    N (=Nieder-Ramstadt) 16.4.1963 Darmstadt Böllenfalltor - Nieder-Ramstadt (Übernahme von der O-Buslinie N).
    NB (=Nieder-Beerbach) 1.10.1956 Darmstadt-Eberstadt Wartehalle - Nieder-Beerbach
    O (=Ober-Ramstadt) 16.4.1963 Darmstadt Böllenfalltor - Ober-Ramstadt (Übernahme von der O-Buslinie O).
    P (=Pfungstadt) 18.3.1963 Eberstadt Wartehalle - Pfungstadt Neumühle (Übernahme von der O-Busline P).
    R (=Reichenbach) 30.10.1950 Seeheim Schulstraße (Neues Rathaus) - Reichenbach über Ober-Beerbach und Schmal-Beerbach. Wird heute von diversen Buslinen auf den verschiednen Strecken bedient.
    Buslininien vor dem 2. Weltkrieg und die innerstädtischen Linien (dazu zähle ich auch die die Buslinien PI und PS) habe ich mal außen vorgelassen.

    Viele Grüße aus Darmstadt - Jörg "Baertram" D.
    RMV senkt die Preise? - Eher fährt unser Tw 37 aus eigener Kraft von Wixhausen nach Leimen.
    Der Bergstraße gibt man 4 Minuten - der Heimstättensiedlung werden sie genommen. Waren das noch Zeiten, als der "H-Bus" von der (Fach-)Hochschule zur Berliner Allee nur 2 Minuten brauchte.

  • Ich bin mir nicht sicher, ob ich durch meine Angaben unnötige Verwirrung geschaffen habe. Der Zeitraum, um den es mir geht, liegt vor 1948, und nicht erst vor 1964. Mir fehlt noch die Zeitspanne, in der diese Fahrt aus Griesheim zur Markthalle als Buslinie "G" geführt wurde. 1939/40 ist nur eine Momentaufnahme. Später verkehrte ein Zweig der Linie "M" von der Markthalle über die Waldkolonie bis zur Einmündung der Rabenaustraße in die Rheinstraße (oder wohl eher umgekehrt), etwas, was heute nicht mehr geht.


    Danke an Baertram für die Zusammenstellung. Ich muß noch einige Heftfahrscheine zeitlich eingrenzen.

  • Das steht alles in der dritten Auflage von "Bahnen und Buss rund um den langen Ludwig" (ca 1986). Die von Dir angesprochenen Markthallenlinien wurden am 28. August 1932 eröffnet. Allerdings waren sie nicht unbedingt wirtschaftlich (zu wenig Nutzung). Über ihre Einstellung habe ich allerdings kein Datum gefunden. Daher ist anzunehmen, das es am Freitag, den 1. September 1939 erfolgte. Die Buchstaben G und M wiederum können nicht passen (Deine Fahrschein zeigt sie zwar an), da die Linie G laut dem Buch von einem privaten Unternehmer nach Grafäenhausen - Worfelden/Mörfelden und die Linie M von der Reichsbahn nach Messel betrieben wurde. Da das Buch aber von der HEAG handelt, verliert sich die Spur der anderen Buslinien. Hier zeigt sich eine Diskrepanz. Ich kann mir nicht vorstellen, das diese Buchstaben zweimal verwendet wurden, es sei denn die anderen Betreiber sind von dem System, welches am 15. Januar 1931 eingeführt wurde, wieder abgegangen und die HEAG ist als einzige dabeigeblieben und hat dann die freien Buchstaben verwendet. Und schon passt Dein Fahrschein wieder.

    Viele Grüße aus Darmstadt - Jörg "Baertram" D.
    RMV senkt die Preise? - Eher fährt unser Tw 37 aus eigener Kraft von Wixhausen nach Leimen.
    Der Bergstraße gibt man 4 Minuten - der Heimstättensiedlung werden sie genommen. Waren das noch Zeiten, als der "H-Bus" von der (Fach-)Hochschule zur Berliner Allee nur 2 Minuten brauchte.

  • Jörn Schramm hat im November 1988 Tw 33 auf der Bismarckstraße Ecke Kirschenallee erwischt. Interessant wird das Bild dadurch, daß auf dem Goebel-Gelände eine Lok mit Conteinerwagen darauf wartet, vorfahren zu dürfen. Da es nicht mein Bild ist, zeige ich es nicht hier, sondern (mit seiner Erlaubnie) auf meiner Webseite, dort Bild 3.

  • Jörn Schramm hat im November 1988 Tw 33 auf der Bismarckstraße Ecke Kirschenallee erwischt. Interessant wird das Bild dadurch, daß auf dem Goebel-Gelände eine Lok mit Conteinerwagen darauf wartet, vorfahren zu dürfen. Da es nicht mein Bild ist, zeige ich es nicht hier, sondern (mit seiner Erlaubnie) auf meiner Webseite, dort Bild 3.


    Ein sehr interessanter Link, vielen Dank dafür! Ich bin dienstlich viel in dem Bereich unterwegs und konnte bisher leider noch nie Betrieb dort erleben. Scheint ja echt Glückssache zu sein.

    Jakkeline, nich den Marzel mit die Schüppe auf'n Kopp kloppen!
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    Freundliche Grüße!


  • Ein sehr interessanter Link, vielen Dank dafür! Ich bin dienstlich viel in dem Bereich unterwegs und konnte bisher leider noch nie Betrieb dort erleben. Scheint ja echt Glückssache zu sein.


    Auch von mir ein Danke schön. Aber die Glückssache ist nicht mehr. Dank der Auto- und Speditionslobby hat sich der Güterverkehr von der Schiene auf die Straße verlagert. Ich habe inzwischen doch Zweifel, ob überhaupt noch Rangierbewegungen über die Bismarkstraße stattfinden: Im Bereich der Mainzer Straße befindet zwischenzeitlich Teer auf den Schienenköpfen und die Gleiskreuzungen sind inzwischen auch schon verschweißt, damit die ST 13 und 14 nicht mehr so rattern, wenn sie die Stelle passieren. Bei den kleinen Räder, die heute im Einsatz sind, kann ich das auch ein klein wenig verstehen.

    Viele Grüße aus Darmstadt - Jörg "Baertram" D.
    RMV senkt die Preise? - Eher fährt unser Tw 37 aus eigener Kraft von Wixhausen nach Leimen.
    Der Bergstraße gibt man 4 Minuten - der Heimstättensiedlung werden sie genommen. Waren das noch Zeiten, als der "H-Bus" von der (Fach-)Hochschule zur Berliner Allee nur 2 Minuten brauchte.

  • Aus Anlaß der Sonderfahrten der historischen Straßenbahnwagen gebe ich einen Einblick in die Zeit vor einem halben Jahrhundert. Mir liegt ein recht gut erhaltener Sommerfahrplan der Heag vor, gültig ab dem 26. Mai 1963.


    Leider habe ich ein wenig übertrieben und den Fahrplan leicht buntig mit 600 dpi eingescannt, so daß die daraus resultierende PDF-Datei rund 40 MB groß geworden ist. Herunterzuladen hier. Ich wünsche eine erlabende Lektüre.


    Und hier der Appetizer: