Türkei und Deutschland rücken auf der Schiene näher zusammen: Asien-Europa-Express verbindet Istanbul und Köln in 100 Stunden
Testfahrt mit grenzenlosem Güterzug in Istanbul gestartet - Ziel: Zwei Tage schneller als der LKW - Mehdorn: Mehr Güter auf die Schiene
(Istanbul/Berlin, 09. Mai 2004) Istanbul – Köln in deutlich weniger als hundert Stunden und mit einer durchlaufenden, interoperablen Europa-Lokomotive - Dies ist die Zielstellung für den rund 500 Meter langen Testgüterzug, den Hartmut Mehdorn, Vorstandschef der Deutschen Bahn AG, und Süleyman Karaman, Generaldirektor der türkischen Bahn TCDD, heute in Istanbul auf die Reise geschickt haben. Der Zug wird am Donnerstag nach vier Tagen Fahrt mit einem Festakt in Mannheim erwartet. Lastwagen brauchen für diese Strecke derzeit rund sechs Tage.
Bahnchef Hartmut Mehdorn: „Wir wollen mit diesem symbolträchtigen Projekt zeigen, dass Südosteuropa noch näher an Zentraleuropa rücken kann, wenn alle beteiligten Partner mitspielen. Wenn wir so unser Angebot verbessern, werden wir auf diesem paneuropäischen Korridor bald einiges mehr auf der Schiene transportieren können. Zentraleuropa und die Türkei haben einen florierenden Warenaustausch, den wir mit hochwertigen Transportangeboten unterstützen wollen.“
Hinter dem Testgüterzug verbirgt sich ein ambitioniertes Projekt: Zum einen soll die Möglichkeit nachgewiesen werden, die Strecke vom Bosporus bis nach Köln über Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Österreich ohne Lokwechsel zurücklegen zu können. Hierfür stellt Siemens eine interoperable Mehrsystem-Lok vom Typ „Eurosprinter“ zur Verfügung. Zum anderen soll der Grundstein gelegt werden für regelmäßige und dabei schnelle, durchgehende und zuverlässige Güterzüge im Shuttle-Verkehr zwischen Deutschland und der Türkei. Durch eine intensive Vermarktung des Angebots an Kunden aus Industrie, Handel und der Logistikbranche durch die DB/Stinnes-Tochterfirma Railog soll der Südosteuropamarkt für die Schiene gemeinsam in den nächsten Jahren weiter erschlossen werden.
Am Projekt „Asien-Europa-Express“ beteiligt sind die DB-Güterbahn Railion, die türkische Bahn TCDD, die bulgarische Bahn BDZ, die rumänische Bahn CFR, die ungarischen Bahnen MAV und GySEV sowie die österreichische Bahn ÖBB. An Bord des Testgüterzuges – in angehängten Personenwagen – sind neben den begleitenden Spezialisten der Bahnen auch internationale Journalisten.
Quelle: http://www.bahn-net.de/presse/…04_2/pi_20040509.htm#oben
mfg Martin13