Fragen zur S-Bahn

  • Hallo,


    ich hätte da mal einige Fragen.


    Also:


    Wie funktionierte eigentlich das Wenden der S-Bahnen, als noch alle S-Bahnlinien (damals S1 bis S6 und S14) im Innenstadttunnel endeten? Wie groß war der Abstand zwischen Ankunfts- und Abfahrtszeit? Wurden Wendeanlagen benutzt oder Erfolgte schon vor Einfahrt in die Endstation ein Gleiswechsel?


    Dann würde ich noch gerne wissen, wie die ehemaligen R-Linien vor 1978 auf den Zugzielanzeigern im Hauptbahnhof und in der Region angezeigt wurden. Standen im Fahrplan die R-Linienbezeichnungen oder wurden die Züge als "neutrale" Nahverkehrszüge bzw. Eilzüge angezeigt?


    Vielen Dank im Vorraus! :))

  • Hm, was deinen ersten Fragenkomplex *lach* angeht, so steht es in der Festschrift von Regio Hessen, die auf der 25-Jahr-Feier der S-Bahn verteilt wurde, dass während der Jahre, in denen alle Linien an der Hauptwache endeten, eine sogenannte zyklische Kopplung betrieben wurde. Das heißt, ein Zug, der an der Haupti als S1 ankam, wechselte nach der Ankunft auf die S4, eine ankommende S4 wurde zur S6, und so weiter. Allerdings konnte man mit dieser Lösung keine genügend großen Puffer für eventuelle Verspätungen schaffen, so dass Verspätungen sich aufgrund der Kopplung der Linien automatisch von einer Linie auf die anderen übertrugen. Die Wendezeit an der Hauptwache betrug m.W.n. nur circa drei Minuten. Mit der Erschließung der Konstablerwache und den damit einhergehenden Anpassungen im Fahrplan mussten dann nur noch zwei Linien - S6 und die damalige S14 - zyklisch gekoppelt werden; alle anderen verkehrten linienrein.

    where the road takes him through / the city of sleep / the thinking that does not end is within him / then he dreams / the road takes him / this man who is searching / it brings him / in silence through the night
    - eithne ní bhraonáin: water shows the hidden heart


  • Das mit dem Linienwechsel hat jadefalcon schon erklärt. Wie die S-Bahnen an der Hauptwache endeten, wurde der Gleiswechsel vor der Hauptwache aus Richtung Taunusanlage genutzt. Als die S-Bahn zu Konsti gefahren ist, wurde nach der Konstablerwache in der Wendeanlage gewendet. Heute sind das die Gleise aus/in Richtung Ostendstraße. Als Tunnel verlängert wurde, wurde auch an der Konsti eine Bahnsteigwende durchführt. Gleis 2 wurde von S1, S2 und S14 angefahren, Gleis 1 von S3, S4, S5 und S6.

    Gruß Tommy

  • Nabend,


    wie die Züge der "schwarzen S-Bahn" vor 78 aussah kann
    ich nicht sagen vermutlich ohne Nummer denn in GeraNova-Sonderheft
    über Frankfurt, auf Seite 12, ist ein 420'ger in Eppstein
    abgebildet wo nur Frankfurt (Main) im Zielschild steht.
    An der Seite läßt sich auch schwer erkennen das der
    421'iger einen 1 Klasse Streifen über den halben Wagen
    hat.


    Ich kann dir ungefähr sagen wie es auf der schwarzen
    S8 in den achtziger Jahren aussah diese Züge wurden
    an den Anzeigetafeln als N und E Zug mit teilweise
    weiteren Zielen ausgewiesen in Frankfurt HBF fuhren
    sie tradionell von Gleis 5 ab. Dennoch um zu verwirren
    war man nicht verlegen in einigen Zugbegleitern von
    IC's und EC's wurden diese Anschlüße als S-Bahn deklariert wobei es sich um normale Nahverkehrszüge
    handelte und keine S-Bahn in dem Sinne. was mich schon
    als kleiner Junge unangenehm auffiel, denn eine S-Bahn
    war für mich damals schon der 420'iger.

    MfG.


    Fabian G.


    Für meine Postings gilt frei nach Loriot:
    "Mir war danach!"

  • Hi zusammen,


    Zitat

    Dann würde ich noch gerne wissen, wie die ehemaligen R-Linien vor 1978 auf den Zugzielanzeigern im Hauptbahnhof und in der Region angezeigt wurden. Standen im Fahrplan die R-Linienbezeichnungen oder wurden die Züge als "neutrale" Nahverkehrszüge bzw. Eilzüge angezeigt?


    Die Zeit war damals quasi eine "verkehrstechnische Steinzeit"
    Zugzielanzeiger bestanden meiner Erinnerung nach aus manuell zu bedienenden Tafeln oder auch fest installierten Schildern, sofern es sie überhaupt gab. (Allerdings waren damals noch einige Bahnhöfe besetzt)
    Da die Züge üblicherweise aus BR141/140/2xx und Silberlingen bestanden, gab es (meiner Erininnerung nach) keine speziellen "Sonderanzeigen" wie Liniennummern etc: Im Steuerwagen das Zugziel, an der Lok nichts, dafür an den Wagen seitlich u.U. Zuglaufschilder.
    ET 420 kamen im Vorlaufbetrieb später dazu, ohne das sich da viel geändert hatte.


    Wenn Du dich auf einigen nicht modernisierten/regionalisierten Nebenstrecken umschaust, kannst Du dier auch heute noch ein ungefähres Bild machen.


    Die "R" Bezeichnungen waren auch nicht groß im allgemeinen Sprachgebrauch, sie wurden später wieder weggelassen.


    Einzelheiten oder Besonderheiten fallen mir momentan nicht ein.



    Grüße
    Holger


  • Die ET420 hatten bis Mitte der 1980er einen halben Wagen 1. Klasse im Mittelwagen (421). Mitte der 1980er wurde die 1. Klasse in München komplett im S-Bahnverkehr abgeschafft. In Stuttgart und Frankfurt halbiert, so dass es wie heute im ET420 ein 1/4 1. Klasse im Mittelwagen der ET420 gibt.

    Gruß Tommy

  • Mahlzeit,


    Tommy: wobei man zunächst die Räume nicht
    umbaute sondern nur neue Klassenschilder anbrachte,
    so konnte man mit einen normalen Fahrschein die
    Eleganz der ersten Klasse genießen, obwohl es die
    zweite war. Wenn man Glück und was frei war.

    MfG.


    Fabian G.


    Für meine Postings gilt frei nach Loriot:
    "Mir war danach!"