RMV: Mehr Qualität dank Ausschreibungen

  • Hallo.


    In einer Pressemitteilung von heute gibt der RMV bekannt, dass alle regionalen Busverkehre im Bereich des RMV seit 2003 einmal ausgeschrieben wurden.


    Dieser Ausschreibungswettbewerb werde weiter fortgeführt. Durch die Ausschreibung wurden nicht nur die Liniennetze optimiert, sondern auch die Qualität der Fahrzeuge wesentlich verbessert.


    Außerdem soll zusätzlich eine Qualitätssteigerung erreicht werden, weil zwischen den verschiedenen Verkehrsunternehmen im RMV der Datenaustausch optimiert werden soll, damit z.B. Anschlüsse nicht mehr verpasst werden.


    Der genaue Wortlaut des Pressetermins, der in Groß-Zimmern bei Winzenhöler stattfand, und bei dem RMV-Sprecher der Geschäftsführung, Knut Ringat, sprach, kann [URL=http://www.rmv.de/coremedia/generator/PDF/RMVPressemitteilungen/PM__Wettbewerb__Busse__091217,property=data.pdf]hier[/URL] nachgelesen werden.


    Grüße ins Forum
    Helmut

    You'll Never Ride Alone.

  • Zitat


    „Von dieser Öffnung des Marktes profitieren vor allem unsere Fahrgäste“, so der Sprecher der RMV-Geschäftsführung, Knut Ringat. „Wir dämmen die Kosten ein, nutzen die Ausschreibungen für eine Neuordnung der Liniennetze und erhöhen gleichzeitig noch die Qualität“


    Schön, also die Fahrgäste profitieren. Wer denn noch? Und wer profitiert von den Ausschreibungen nicht? Es ist ja schon fast ekeleregend, wie oft das Wort „Qualität“ in den Mund genommen wird... So langsam ist es echt ausgelutscht & geschmacklos!

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    Einmal editiert, zuletzt von Combino ()

  • Zitat

    Original von Combino
    Schön, also die Fahrgäste profitieren. Wer denn noch? Und wer profitiert von den Ausschreibungen nicht? Es ist ja schon fast ekeleregend, wie oft das Wort „Qualität“ in den Mund genommen wird... So langsam ist es echt ausgelutscht & geschmacklos!



    Zustimmung - die exzessive Verwendung dieses Begriffs hat inzwischen m.E. nach schon etwas von einem Totschlagargument, das eine Auseinandersetzung mit den Nachteilen v.a. der hessischen Ausschreibungspraxis im Vorfeld unterbinden soll. Realitätsfern berechnete Fahrpläne wie z.T. in Frankfurt lassen grüßen...

    Fág an Bealach!

  • "Qualität" bezeichnet einen Begriff, der auf den Hochglanzprospekten diverser Dienstleister und Hersteller inflationsartig vorkommen, mit der Realität vor Ort in den wenigsten Fällen in Einklang zu bringen ist. Der größe Feind der "Qualität" ist die "Optimierung von Abläufen".

  • Sonderbar: Der RMV-Sprecher legt (durchaus zu recht) dar, in wie vielen Punkten sich das Angebot seit Beginn der Ausschreibungen verbessert hat. Ich finde allerdings nicht den ursächlichen Zusammenhang zwischen diesen Verbesserungen und dem Tatbestand der Leistungsausschreibungen. Alle angegebenen Verbesserungen ließen sich genausogut durch das etablierte Unternehmen bei freihändiger Vergabe erzielen. Es wird zutreffen, daß auf ausgeschriebenen Strecken eine bessere Leistung erbracht wird als auf nicht ausgeschriebenen (die Erfahrungen des VRR mit den Leistungen der DB in Nordrhein-Westfalen bestätigen dies), dies liegt jedoch daran, daß alleine die Möglichkeit einer solchen den bisherigen Anbieter zu erhöhten Leistungen antreibt. Sprich: Ich kann auch ausschreiben, wenn ich mit dir nicht zufrieden bin. Der hessische Weg besteht bekanntermaßen jedoch gerade nicht in einem "kann", sondern einem "grundsätzlich". Den Beitrag der Ausschreibungspolitik kann ich (in dieser Pressemitteilung) nicht erkennen.


    Zum Thema "Eindämmung der Kosten" werden einige nordhessische Kommunen etwas anderer Ansicht sein, nachdem sie mit einer Vervielfachung der Kreisumlage konfrontiert wurden. Irgendetwas kann da nicht stimmen. Interessant ist auch die Formulierung, die einen Anstieg der Zahl in Hessen aktiver Verkehrsunternehmen suggeriert. Ich kenne drei neue Marktteilnehmer (allesamt Konzerne), aber ein Mehrfaches an Austritten (überwiegend Mittelständler, deren Förderung doch ein ganz besonderes Anliegen der Landesregierung sein soll).
    Schlußfolgerung: Bitte - nachvollziehbare - Beweise vorlegen, daß der "Hessische Weg" wirklich (in der Summe für Fahrgäste, Mitarbeiter und Kommunen) der bessere ist.

    Einmal editiert, zuletzt von Udo ()

  • Wie paßt es eigentlich zusammen, daß trotz der angeblichen Kostensenkung der RMV zu den teuersten Verkehrsverbünden Deutschlands zählt? Werden im Verbundgebiet denn soviele Linien "mitgeschleppt", die vom Kostendeckungsgrad her nicht zu verantworten wären?

  • Das Problem in Hessen ist, dass man nicht einsehen will, dass die Ausschreiberei nichts bringt sondern nur ein haufen Geld mehr den Steuerzahler kostet. Abgesehen von den Erfolgszahlen, wie viele VUs gehen denn Insolvent seit der Ausschreibungspolitik? Wenn man den Markt seit dem Ausschreibungsbeginn 2003 beobachtet sieht man gut daran wie viele mittelständische Unternehmen insolvent gehen. Und wieso gehen sie insolvent? Ganz einfach, da sie ihre Leistungen, die sie seit 30 Jahren betreiben gegen einen Großkonzern verteitigen wollen und so mit einem nicht kostendeckenden Preis mitbieten, dass sie gewinnen.
    Außerdem was bringt diese bestimmte Qute an Subunternehmern die bei einer Ausschreibung vorgeschrieben werden? Ganz einfach: Ein Konzern gewinnt die Leistung, schreibt daraufhin 2/3 seiner Leistung als Subunternehmerleistung aus und dann fahren zwar wieder die mittelständischen VUs, aber für einen Preis wovon keiner leben kann und die Konzerne reiben sich die Hände.
    Von der Fahrzeugqualität mal abgesehen, denn die meisten Ausschreibungsgewinner kaufen ja nur noch irgendwelche in der Anschaffung günstigen Busse, die zu den alt Fahrzeugen keine Verbersserung darstellen.

  • In Ffm ist nun bis auf ein Linienbündel alles ausgeschrieben. Nur was dabei herausgekommen ist kann man kurz zusammenfassen:


    +teilweise mehr Fahrten bzw dichterer Takt


    -viele Busfahrer, die nicht wirklich welche sind (Fahrstil wie die S......, Umgang mit Fahrgästen ... da steigt man lieber nicht in den Bus -> an aller erster Stelle muss man hier mal MainMobil erwähnen die auf der 31, 38, 42-44 fahren)
    -Busse auf allerunterstem Niveau (Volvos soweit das Auge reicht & Solarien .......die letzten Citaros verschinden wohl spätestens wenn das nächste Bündel neu ausgeschrieben wird)
    -Fahrpläne die nicht zu halten sind (vor allem in der SVZ ......)
    -eigesparte Kosten werden nicht wirklich an die Fahrgäste weitergegeben, stattdessen jährliche Preiserhöhungen .....


    Viel Spass beim weiteren Ausscheibungswahn ..... immerhin ist´s in der VAB noch nicht so weit und dort gibts auch noch Busse Made in Germany .......

  • Zitat

    Original von Hajü
    In Ffm ist nun bis auf ein Linienbündel alles ausgeschrieben.


    Die Einschränkung kannst Du bereits weglassen, ausgeschrieben sind schon jetzt alle. Die Auswertung der Angebote für Bündel E läuft derzeit.

  • Aber noch fährt´s offiziell die VGF. Wobei man in einem Gespräch unter Fahrern vernehmen konnte, dass wohl Alpina das Bündel bekäme .......dürfte aber ehr Gerüchteküche sein .......

  • Man schaue sich nur den Stadtbus Königstein an. Gewonnen von der RKH, da deren Leistungen aber unter aller Hand sind, wird von Seiten der Stadt sehr stark überlegt, ob diese Linie nun getrennt neu ausgeschrieben wird, oder freihändig direkt an Ohly & Weber (fahrt fast nur Stadtv. als Sub für RKH) oder ob die altbewährte HLB wieder fahren soll.


    Soviel zum Thema Ausschreibungen.



    Das einzigste wo die Ausschreibung ein Erfolg war:


    Linie 261 (ex 917) - Bad Homburg - Königstein:
    Zur HVZ durchgehend 15 Min. Takt
    mittlerweile Einsatz von Gelenkbussen (bei der RKH nie)
    Busse die nicht mehr fast auseinanderfallen (Alpina Bad Homburg)
    und vorallem Pünktlich!


    Das gabs zu Zeiten von RKH/Alpina auf dieser Linie nie.


    Habe mich letztens unterhalten mit einem ex Seulberger, welcher die Linie schon vor 30 Jahren benutzt hat. Damals war Sie schon zu BahnBus-Zeiten unpünktlich.

  • Hier in und um Ffm kann ich über die RKH eigentlich nicht viel sagen. Die 551 und F-41 fahren nur MAN (teilweise sogar LC), und gelegentlich Citaro (F VU 1013 ....). Bis auf ein paar rasante Fahrer (die gibts aber fast überall) kann man sich da nicht beschweren. Und was die Midis anbetrifft fahren ja ganz neue Citaro K (anstelle irgendwelcher Irisbus oder sowas .... was man von anderen hätte erwartet .....)

  • Hmmm... was hat denn der 15-Minuten-Takt und der Einsatz von Gelenkbussen mit den Ausschreibungen ursächlich zu tun? Ist doch nur ne Frage, was ich beauftrage.


  • Dem muß ich mal widersprechen: es gibt einige wenige Fahrer, deren Fahrstil wie die Sau ist. Wahrscheinlich erwischst du immer wieder die selben Fahrer. Ich war den letzten Monat sehr viel auf 38, 42 und 43 unterwegs und muß sagen, das sich die Qualität der Fahrer stark verbessert hat. Vor allen Dingen was die Freundlichkeit betrifft. Anscheinend scheint die Aktion "Frankfurt sucht den freundlichsten Fahrer" richtig Früchte zu tragen.


    Und was die Freundlichkeit betrifft: Man sollte sich nicht wundern, wenn die Fahrer unfreundlich reagieren, wenn man schon beim Einsteigen angemault wird, von wegen Verspätung und was nicht sonst noch alles.

    Ich war zwar lange nicht mehr hier, aber ich lebe noch und grüße alle, die mich noch kennen!

  • Zitat

    Original von Hajü
    -Busse auf allerunterstem Niveau (Volvos soweit das Auge reicht & Solarien .......die letzten Citaros verschinden wohl spätestens wenn das nächste Bündel neu ausgeschrieben wird)


    Genauso ist es. Wer einen Volvo oder Solaris gegenüber einem Citaro als "Qualitätsverbesserung" bezeichnet, hat keine Ahnung und ist wohl selbst noch nie Bus gefahren.

  • Man darf gespannt sein was nun im Bünden E kommt .... falls die ICB doch gewinnen sollte nachträglich werden´s wohl wieder Solarien. Citaronen kann ich mir bei einem solchen Angebot (wenn das wirklich stimmt was man so hört) absolut nicht vorstellen.
    Bei Alpina wären es wohl Volvos, ausser man hat davon wirklich auch genug ... und wechselt zu MAN (da gibts ja grad einen neuen MAN LC für den in Kalbach gecrashten Volvo) .....
    Bei DB Stadtverkehr/RKH wären es Citaronen zu 100 % gewesen. Die haben aber wohl deutlich zu hoch geboten ......

  • Ich hätte auch nichts dagegen, wenn die heute vorhanden Fahrzeuge weiterfahren würden. Das wäre im Endeffekt noch billiger als neue Volvo/Solaris zu beschaffen und bessere Qualität obendrein. Wenn es dann doch unbedingt Neufahrzeuge sein müssen - am besten fände ich dann MAN Lion's City. Aber das wird wohl kaum was...

  • Zitat

    Original von Hajü
    Man darf gespannt sein was nun im Bünden E kommt .... falls die ICB doch gewinnen sollte nachträglich werden´s wohl wieder Solarien. Citaronen kann ich mir bei einem solchen Angebot (wenn das wirklich stimmt was man so hört) absolut nicht vorstellen.
    Bei Alpina wären es wohl Volvos,


    Meinst Du? Davon bin ich nicht so sehr überzeugt.

  • Zitat

    Original von Hajü
    Man darf gespannt sein was nun im Bünden E kommt .... falls die ICB doch gewinnen sollte nachträglich werden´s wohl wieder Solarien. Citaronen kann ich mir bei einem solchen Angebot (wenn das wirklich stimmt was man so hört) absolut nicht vorstellen.
    Bei Alpina wären es wohl Volvos, ausser man hat davon wirklich auch genug ... und wechselt zu MAN (da gibts ja grad einen neuen MAN LC für den in Kalbach gecrashten Volvo) .....
    Bei DB Stadtverkehr/RKH wären es Citaronen zu 100 % gewesen. Die haben aber wohl deutlich zu hoch geboten ......


    Weder noch.
    Der Veolia-Konzern sieht eigentlich Solaris vor bei Neubeschaffungen, egal welches Tochterunternehmen.


    Die Geschichte mit Volvo ist wirklich Geschichte im Hause Veolia.


    Sippel "freut" sich derzeit auch "riesig" über die Fahrzeuge.


    Der MAN war schnell und günstig greifbar, das ausgemusterte Fahrzeug fehlt nun Mal in der Frühspitze.