Europaviertel: U5-Verlängerung

  • Oesterling wird von der Hessenschau zitiert mit dem Satz "Wir werden künftig, wo es möglich ist, zu oberirdischen Lösungen kommen". Tunnel solle es nur noch dort geben, wo sie unumgänglich seien. Ich würde sagen, einen Lückenschluss in Ginnheim ohne Tunnel kann ich mir nicht vorstellen, deswegen kann ich daraus das Ende der Ginnheimer Kurve noch nicht ableiten, aber der Druck wächst, unbedingt die billigste Lösung zu wählen.


    Aber der Anstieg der Kosten ist schon dramatisch (die gesamte C-Strecke hat in den 80er Jahren nicht ganz 1,3 Mrd DM gekostet).

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  • aber der Druck wächst, unbedingt die billigste Lösung zu wählen.

    Ich hatte auch den Eindruck, dass was von Stellen der Stadt über das Schüssler Plan Gutachen an die Lokalpresse kommuniziert wurde vor allem den finanziellen Vorteil der Europaturmvariante herausstellen sollte.

  • [...] Ich würde sagen, einen Lückenschluss in Ginnheim ohne Tunnel kann ich mir nicht vorstellen, [...]


    Laut FAZ soll Oesterling gesagt haben, dass zukünftig keine unterirdischen Strecken mehr gebaut werden können - sofern man vom Lückenschluss der D-Strecke zwischen Bockenheim und Ginnheim absehe.
    Ich interpretiere diese Aussage so, dass der Lückenschluss-Tunnel sozusagen der Letzte seiner Art sein wird. Danach wird es nur noch oberirdische Streckenverläufe geben - und Trams anstelle von Stadtbahnen/U-Bahnen.

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  • Oberirdische Stadtbahn wohl schon, mindestens die geplanten Verlängerungen Frankfurter Berg und Heerstraße. Auch die RTW /RTO enspicht einer Stadtbahn. Wobei zwischen Straßenbahn und Stadtbahn eigentlich kein Unterschied besteht, eher betriebstechnisch.


    Ob nicht doch noch weitere Tunnelstrecken in ferner Zukunft kommen, bleibt abzuwarten. Die bestehenden sind am Limit, ebenso Straßenbahnen. Es werden nach wie vor Hochhäuser in der Innenstadt gebaut. Auch wenn dafür irgendwo etwas entfällt, gibt es trotzdem eine Steigerung in Arbeitsplätzen oder Wohnungen. Das bedeutet mehr Verkehr, und das meist IV.


  • Laut FAZ soll Oesterling gesagt haben, dass zukünftig keine unterirdischen Strecken mehr gebaut werden können - sofern man vom Lückenschluss der D-Strecke zwischen Bockenheim und Ginnheim absehe.
    Ich interpretiere diese Aussage so, dass der Lückenschluss-Tunnel sozusagen der Letzte seiner Art sein wird. Danach wird es nur noch oberirdische Streckenverläufe geben - und Trams anstelle von Stadtbahnen/U-Bahnen.


    Was ein Frevel ist, wenn damit auch die wenigen kurzen Ergänzungen mit enormem Fahrgastpotenzial wie Atzelberg, Mailänder Straße oder Osthafen ohne jede weitere Prüfung ad acta gelegt würden.


    Aber wenn man bedenkt, wie viele Kilometer Straßenbahn für jeden Kilometer Tunnel gebaut werden können, ist die logische Folge der neuen Stoßrichtung, dass wohl schon recht bald die Tram auf den Sachsenhäuser Berg rollen wird und nach Seckbach und nach Bad Vilbel und nach Zeilsheim und via Praunheim in die Nordweststadt ...

  • Ich hoffe nicht, dass es zu keinerlei sinnvollen Ergänzungen im Frankfurter Tunnelnetz mehr kommen wird. Ein Faktor, weswegen sich der Tunnelbau im Europaviertel stark verteuern wird, sind die Kampfmittelreste. Ein Wunder ist dies ja schließlich nicht, denn es handelt sich um das frühere Hauptgüterbahnhofsgelände. Die Alliierten Streitkräfte haben dort natürlich ganze Bombenteppiche gelegt, denn es handelte sich um strategisch wichtige Nachschubrouten des "Hitler" Deutschlands. Ähnlich wird es in den Industriegebieten zugegangen sein (kriegswichtige Produktionen) und schließlich hat auch das heutige Universitätsareal am Campus Westend mächtig "was aufs Dach" bekommen, da dort ehemals die Zwangsvereinigung der deutschen chemischen Industrie - die IG Farben - ansässig war. Das übrige Stadtgebiet - wie der Sachsenhäuser Berg - dürfte eher weniger Bomben abbekommen haben.


    Ergo: bei Tunnelbauten im übrigen Stadtgebiet muss ein solches Szenario wie im Europaviertel durchaus nicht auftreten.

    2 Mal editiert, zuletzt von Öffi Freund ()

  • Eine Verringerung des MIV um gut 90 % um auf den Stand der 1950er Jahre zu kommen, wird niemand schaffen! Die malerischen Zeiten mit einem Zehntel des heutigen Verkehrsaufkommens herbeizusehnen, sind nichts als Träumerei!

  • Sehen wir es doch mal positiv: Wenn die Politik nun gewillt sein sollte, endlich wieder mehr in den ÖV-Ausbau zu investieren, und zugleich die oberirdische (=billigere) Führung als prinzipiell am erstrebenswertesten angesehen wird, dürften wir uns eigentlich durchweg freuen. Denn dann werden wohl schon bald Ausbauprojekte bei der Straßenbahn kommen (müssen), von denen kaum jemand von uns je zu träumen wagte.


    Um den neuen Willen zu demonstrieren, darf Herr Oesterling als Initialprojekt gern die Ringstraßenbahn bis 2025 auf die Gleise bringen! :thumbsup:


    @Moderatoren: Wie wäre es, dem zweiten Diskussionsstrang (ab #643) einen eigenen Thread zu gönnen? Dankeschön!

  • Anfang kommender Woche beginnt die Anlieferung der Tunnelborhmaschine in Dutzenden von Einzelteilen. Diese werden bis Mai in der Europaallee zusammengebaut und Ende Mai soll sie in die Startbaugrube geliftet werden.





    Quelle: SBEV

  • Die VGF berichtet vom Fortschritt der Bauarbeiten:

    Beim Merkurist gibt es ein halbes Foto des Bohrkopfs.

  • Positive KNA für die Verlängerung zum Frankfurter Berg

    Wie die FAZ heute berichtet, liegt für die Verlängerung der U5 zum Frankfurter Berg mittlerweile eine positive Kosten-Nutzen-Analyse vor, die mit einem Wert von 1,36 schließt, womit Fördermittel vom Bund beantragt werden können. Der Verkehrsdezernent gegenüber der Zeitung:


    Zitat

    "Dem Bau steht nichts mehr im Wege".

    Und auch am anderen Ende sei man fleißig am planen: im FAZ-Artikel ist eine Infografik mit zwei zusätzlichen Stationen im Bereich Römerhof und Rebstockschule zu sehen. Die selbe Projektgesellschaft, die schon die aktuelle Strecke ins Europaviertel geplant hat, sei mit der Planung für die Weiterführung beauftragt. Zunächst brauche es aber hier die Kosten-Nutzen-Analyse. Oesterling habe aber den Ehrgeiz, dass die Verlängerung bis zum neuen Rebstockviertel gleichzeitig mit dessen Bebauung geschehe. Das wäre mal eine schöne Abwechslung für Frankfurter Verhältnisse. ;)