Sicherheit an der Eschersheimer Landstraße (war: 23.08.2010 - Unfall )

  • >Es gibt auch genügend Fußgänger und Radfahrer, die von Autos
    >plattgefahren wurden.


    Vielleicht sollte man mal nachschauen, wieviele Unfälle es auf dem Abschnitt
    der Eschersheimer gab, wo die Stadtbahntrasse verläuft und dies mal per
    Leserbrief an die FR schicken?!


    >Nur eine drastische Ausdünnung des Taktes


    Gibt es mittelfristig dank Pro16 nicht.

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • @ Itchy und Xalinai


    Schranken und Warntöne, haben wir das nicht schon irgendwie alles.


    Nimm mal den Zeilweg. Schranken sind da. Die Idioten laufen außen herum. Nimm als Warnton die in der Station stehende U-Bahn, welche mit Läutezeichen auf ihre Ausfahrt aufmerksam macht. Was passiert? Die latschen lustig weiter und der U-Bahn-Fahrer guckt sich den ausgestreckten Mittelfinger an. Ist nicht übertrieben, stellt Euch mal ne halbe Stunde hin, schaut es Euch an und eure Schrankentheorie ist zerstört.


    Gegen Dummheit kannst Du machen was Du willst, es wird nichts helfen.


    Zu den geplanten Stationsumbauten kann ich nur das aus der Presse gelesene werten und auch da kommen mir starke Zweifel. Was soll eine Öffnung der Bahnsteige zur Straße hin bringen, außer dass demnächst die Autos häufiger in Unfälle verwickelt sein werden. Wer auf dem Bahnsteig steht und zur rechten Straßenseite möchte bzw. umgekehrt, braucht schon heute die Gleise der U-Bahn nicht zu überqueren. Der Zielgruppe welche die Gleise queren muss, hilft das gar nichts! Hier sehe ich nur Verkehrspolitik zur Verkehrsausbremsung. Gegen die Unfälle auf den Schienen hilft das nichts, sorry.


    In den geplanten Z-Überwegen sehe ich allerdings eine gute Chance wenigsten den Unachtsamen etwas zu helfen. Da sie erst dem Zug entgegen laufen müssen, besteht die Chance, dass die U-Bahn doch noch wahrgenommen wird.


    Meine volle Unterstützung haben Combino und Pt 190


    Das Grün der U-Bahn-Wagen ist bei schlechtem Wetter wie beispielsweise gestern am Unglückstag – stark bewölkt, Regen – nicht immer optimal. Die Wagen werden schlecht wahrgenommen, ist mir selbst schon aufgefallen. Den Vorschlag die Wagen wieder rot-weiß zu lackieren gab es ja bereits, wurde aber meines Wissens durch unsere Stadtpolitiker wieder verworfen. Den Wagen wieder ein auffälliges Design zu verpassen sollte vielleicht doch noch einmal überdacht werden. Selbst das vorherige Orange-Elfenbein-Beige war deutlich auffälliger.


    Die sicherte aller Lösungen ist und bleibt der Tunnel. Durch die fehlenden Straßen- und Fußgängerüberwege würde sich sicherlich die Fahrzeit verkürzen was auch eine Nutzen-Kosten-Untersuchung noch mal positiv beeinflussen würde. Aber hier scheint die Politik doch die Rechnung Tote und Verletzte gegenüber Kosten zu machen. Wenn es politischer Wille der Stadt Frankfurt wäre hier zu handeln bliebe auch wenn keine Fördergelder bereit gestellt werden die Eigenfinanzierung durch die Stadt - wir haben ja auch Geld für die Rekonstruierung der Altstadt. Die Untertunnelung der Eschersheimer würde wie die rekonstruierte Altstadt das Erscheinungsbild der Stadt Frankfurt deutlich aufwerten, denn aus der Eschersheimer kann man was machen, aber nur wenn man will!!!

    Mfg Justin ;)

    Einmal editiert, zuletzt von Justin ()

  • Zitat

    Original von Chrizzz95


    ... und auf Grund der heutigen Gesetzeslage nicht mehr förderungs- also subventionierungsfähig ist.


    Nicht unbedingt. Bekanntlich ist die klassische GVFG-Förderung kommunaler Verkehrsprojekte durch den Bund im Zuge der Förderalismusreform abgeschafft worden. Das heißt aber nicht dass es keine Förderung kommunaler Projekte mehr gibt, sie wird jetzt nur noch vom Land gewährt.


    Ab dem 1.1.2007 bis zum 31.12.2013 erhalten die Länder vom Bund rd. 1,355 Mrd € für gemeindliche Verkehrsprojekte, davon entfallen auf Hessen 7,223746%, mithin knapp 98 Mio € pro Jahr. Für die Zeit vom 1.1.2014 bis 31.12.2019 müssen Bund und Länder über die Beträge neu verhandeln.


    Es ist jetzt Sache der Länder, wie und welche Projekte sie fördern wollen; es kann sein, dass die Länder das bekannte Verfahren weiterführen, muss aber nicht.


    Denkbar wäre also auch eine Förderung jenseits der bekannten Förderrichtlinien. Stadt Frankfurt und Land Hessen könnten sich ohne weiteres zusammensetzen und für den Fall Eschersheimer Ldstr. aus den bekannten Gründen einen – nennen wir es mal – Verkehrsvertrag schließen, der eine Förderung für dieses Projekt regelt, etwa unter Erhöhung des kommunalen Anteils oder zeitlich gestreckt in Abschnitte oder was weiß ich.


    Meines Erachtens bietet die Rechtslage seit 2007 solche Möglichkeiten, weil die Länder eben - das war Sinn und Zweck der Operation "Föderalismusreform" - für ihren Bereich entscheiden können, ohne dass der Bund "mitregiert".


    Vielleicht könnten zeitlich befristet Investitionsschwerpunkte gebildet werden, so dass für bestimmten Zeiträume nicht nach dem Gießkannenprinzip jedes Wartehäuschen und jede Ampel gefördert wird, sondern bestimmten Projekten Vorrang eingeräumt wird.


    All das sind m.E. jetzt politische Entscheidungen, die in Wiesbaden getroffen werden und nicht mehr in Berlin. Sich an irgendwelche Förderrichtlinien halten zu müssen, ist eigentlich nur noch eine Ausrede.


    Edit: ..die leidige Rechtschreibung...

    Einmal editiert, zuletzt von tunnelklick ()

  • Zitat

    Original von Justin
    Meine volle Unterstützung haben Combino und Pt 190


    Vielleicht solltest du deinem Ironiedetektor ein paar neue Batterien spendieren... ;)


    Zitat

    Original von Justin
    Den Wagen wieder ein auffälliges Design zu verpassen sollte vielleicht doch noch einmal überdacht werden.


    Dem möchte ich ganz klar widersprechen. Selbst in Berlin geschehen schwere Unfälle mit Fußgängern, obwohl die Fahrzeuge gelb lackiert sind! Dort forderte sogar die örtliche Polizei, die Fahrzeuge müssten in grellem Orange lackiert werden, damit diese besser wahrgenommen werden, z.B. mit Zick-Zack-Mustern an der Front... Man wird es immer weiter auf die Spitze treiben können, aber die Krönung war folgende Aussage:


    Zitat

    „Wir müssen die Straßenbahn hässlicher machen“ sagte Verkehrspolizeichef Wolfgang Klang. Derzeit werde sie nicht als Gefahr wahrgenommen, „weil sie zu hübsch ist“.


    Das ist für mich absoluter Humbug. Mit so einer Maßnahme wird sich das Verhalten der Fußgänger, um das es doch primär geht, auch nicht ändern lassen. Diese werden nämlich auch weiterhin bei Rot die Schienen queren...


    Frankreich hat bewiesen, dass ästhetische Fahrzeuge zu einer Fahrgaststeigerung führen. Ich bin der Meinung, dass diese darüber hinaus auch aufmerksamer wahrgenommen werden.

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  • Das Grundproblem der Eschersheimer - und vieler anderen Hauptverkehrsstraßen auch, und nicht nur in Frankfurt ! - ist, dass Gestaltung und Ampelschaltungen in den glorreichen 60er Jahren konzipiert wurden, in denen die autogerechte Stadt das Maß aller Dinge war. Kaum eine Hauptverkehrsstraße - egal in welcher Stadt -, in der man als Nicht-Autofahrer nicht an fast jeder Ampel seine 80 Sekunden abwartet, auf zu schmalen Mittelinseln in Regen und Abgasen noch mal 80 Sekunden ab-warten darf oder als Alternative durch unsägliche Unterführungen mit endlosen Treppen geschickt wird, die dem Film "Clockwork Orange" als Vorbild dienten.


    Mitunter darf man dann auch, wie an der Ecke Wittelsbacher- / Saalburgallee das Ganze dann 3 x durchexerzieren, weil es nur an 3 Seiten der Kreuzung eine Ampel für Fußgänger und Radfahrer gibt.


    Ergebnis war und ist, dass Fußgänger (und Radfahrer) sich an den Rand gedrängt fühlen und wenig Neigung verspüren, jedes Mal 2 Minuten Wartezeit aufzubringen, wenn sie von einer Straßenseite auf die andere wollen. Und eben dann gehen oder fahren, wenn gerade kein Auto zu sehen ist.


    Auf der Eschersheimer wurde die Situation dann durch die Stadtbahn noch komplizierter als etwa auf der Hansaallee, weil noch zu den 2 x 2 Autospuren die Bahntrasse dazukam. Das hat nicht nur die Wartezeiten für die Querungen verlängert, sondern überfordert in einigen Fällen auch die Konzentration der Fußgänger.

  • Zitat

    Das Grundproblem der Eschersheimer - ... - ist, dass Gestaltung und Ampelschaltungen in den glorreichen 60er Jahren konzipiert wurden, in denen die autogerechte Stadt das Maß aller Dinge war. Kaum eine Hauptverkehrsstraße - egal in welcher Stadt -, in der man als Nicht-Autofahrer nicht an fast jeder Ampel seine 80 Sekunden abwartet...


    Also in Frankfurt habe ich seltsamerweise immer rote-Welle. Egal als ob Fußgänger,Radfahrer, Autofahrer oder Stadtbahnfahrgast.
    Irgendwie sitzt in der zuständigen Behörde offensichtlich sehr unfähiges Personal.
    In manch anderer Stadt habe ich funktionierende grüne Wellen für Fußgänger erlebt.


    Man kann den natürlichen Laufweg der Menschen nicht mit Schikanen zu 100 % beeinflussen. Er sucht sich sein Weg genauso wie das Wasser.

  • Hi



    Ich würde es nicht als Dummheit, sondern als Dreistigkeit bezeichnen. Viele der Gleislatscher haben vielleicht sogar einen überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten, bestes Beispiel Zeilweg, hier steigen verdammt viele Studenten ein, die auch manchmal zu den Gleislatschern gehören. Also so eine simple Verallgemeinerung kann ich nicht stehen lassen, da es an der Realität vorbeigeht...


    Aber jetzt mal zu dem Problem ;-) Am Zeilweg hast du im Vergleich viel weniger Unfallopfer, ich weiß nicht wieviele es sind aber mir sind nach dem Umbau keine Opfer zu Ohren gekommen, was natürlich nicht heißen soll das es hier keine gegeben hat. Aber bei einem Vergleich schneiden die Stationen mit Schranke klar besser ab!


    Knackpunkt ist das du bei einem beschrankten Bahnübergang dich erstmal dran vorbeiquetschen musst, das schließt einen obligatorischen Blick nach links und rechts mit ein. Während du an den Stationen auf der Eschersheimer einfach so über die Gleise rennen kannst.


    Das blöde an der ganzen Sache ist die Natur des Menschen. Wenn ein Mensch anfängt zu rennen, dann hört er damit auch nicht nach einem Meter auf dem Gleis auf und kehrt um. Außerdem schaut man beim Rennen fast nie nach links und rechts, das hat psychologische Gründe, deswegen sehen gehetze Menschen auch immer wie Roboter aus die sturr nach vorne blicken. Also ne Schranke macht da schon Sinn, deswegen sind große Bahnübergänge auch immer beschrankt, denn im Auto sitzt ja auch immer nur ein Mensch.


    Und ansonsten hat tunnelklick recht. Bei großen Projekten kann man jetzt nicht sagen das es pauschal keine Förderung gibt. Es ist eben alles Verhandlungsbasis und die Vertagspartner müssen sich auf einen Konsens einigen. Es ist natürlich klar das die Länder net mehr ausgeben wollen als sie unbedingt müssen. Aber die Landesregiereung (auch wenn ich sie verachte!) hat hier eine Möglichkeit bei den Frankfurtern zu punkten, da die A-Strecke in keinem guten Licht erscheint und auch ein grundlegender Umbau der alten unterirdischen Stationen in den nächsten Jahren anstehen würde. Also eventuell würde es doch mit einer Förderung vom Land klappen.


    Zitat

    Original von Ost-West-Express
    Das Grundproblem der Eschersheimer - und vieler anderen Hauptverkehrsstraßen auch, und nicht nur in Frankfurt !........


    Absolute Zustimmung zum gesamten Text! Die Situation ist eben suboptimal und städtebaulich ist Gegend eigentlich alles andere als ästhetisch. Also ein Umbau birgt viel Potential, ob das nun eine oberirdische oder eine unterirdische Variante ist, auf jedenfall muß sich die Lebensqualität der Menschen bessern. Da schließe ich den Autoverkehr aber mit ein, ich bin für konsequentes Tempo 30 für den IV auf der Eschersheimer zu jeder Tageszeit.


    -


    Dezente Kritik äußere ich am FR-Beitrag und bemängel die immer schlechter werdende journalistische Qualität der FR. In der einen Zwischenzeile heißt es das einn Umbau mit Schranken etwa 350-400 Millionenn Euro kosten würde, aber damit sind ja nur die Kosten der Untertunnelung gemeint. Also hier hat echt jemand geschlafen O_o


    cu

    2 Mal editiert, zuletzt von Itchy ()

  • Zitat

    Original von Itchy
    Da schließe ich den Autoverkehr aber mit ein, ich bin für konsequentes Tempo 30 für den IV auf der Eschersheimer zu jeder Tageszeit.


    Bei Tempo 30 wäre auch die Einrichtung von Zebrastreifen denkbar, wodurch sich die Zeit einer Überquerung der Erschersheimer Landstraße verkürzen würde. Das hätte den Vorteil, dass die Lichtzeichenanlagen an den Überwegen deutlicher in Erscheinung treten und eine Wartezeit an den U-Bahngleisen vertretbarer wird...

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  • Meinst du Tempo 30 für PKW oder auch für U-Bahn?


    Beides wäre unsinnig,die Bahnen würden sich stauen ohne Ende.
    Die PKWs stehen sowieso mehr wie sie fahren.Man nehme nur mal die
    Ampeln mit Vorrangschaltung für die U-Bahn.
    Im übrigen halte ich das schlichtweg für Nötigung,wenn ich an einer Ampel
    stehe und ich einen oder auch zwei Umläufe warten muss bis ich weiter
    fahren kann.


    Itchy


    Auch Leute mit einem überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten können in manchen Sachen dumm sein.Du sprachst die Studenten an,ich habe fast jeden Tag mit denen zu tun.Und das die einen überdurchschnittlichen IQ
    haben davon bin ich schon lange abgekommen.Einige erfüllen wohl das Kriterium,aber die kannst du zählen.



    Grüssle

  • Zwischenzeitlich vermischen sich die Postings auch mit diesem Thread: Fußgängerampeln mit Wartezeiten


    Einfach mal rein statistisch: im Laufe von 42 Jahren seit 1968 kamen laut kursierender Zählung 33 Fußgänger bei Zusammenstößen mit U-Bahnen ums Leben. Das macht im Schnitt 0,79 Opfer pro Jahr. Im Vergleich hierzu lag 2007 die Anzahl getöter Fußgägner im gesamten frankfurter Straßenverkehr bei 16 (Quelle: FAZ) bei 17745 Verkehrsunfällen. Leider bin ich nicht fündig geworden, bei wem das hauptsächliche Verschulden liegt, bin mir aber ziemlich sicher, dass dies bei den Kraftfahrzeugen zu suchen ist: unangepasste Geschwindigkeit, Vorfahrtsverletzungen, Fehler beim Abbiegen u.s.w.


    Allein auf Grund dieser Zahlen finde ich eine Duskussion müßig, die U-Bahn nach außen hin noch mehr abzuschotten. Zumal das Verschulden bei den unfällen mit der U-Bahn bislang wohl bei den Fußgängern zu suchen ist, nämlich Unachtsamkeit oder wohl schlichte Selbstüberschätzung. Und dies trotz Maßnahmen, die den Fußgängern das Überqueren der U-Bahn auf der Eschersheimer vereinfachen, nämlich durch dauergrün und erst Rotphase durch Signalanforderung der U-Bahn. Im Gegenteil sind die Fußgänger durch den MIV sehr benachteiligt, nämlich fast durchweg durch dauerrot bei Bedarfsampeln und gefühlte recht lange Wartezeiten bei Signalanforderung durch Fußgänger. Wie schon im Thread zu den Wartezeiten an Fußgängerampeln von mir beschrieben, ist das Zeitgefühl für wartende Fußgänger ein anderes als für Kraftfahrer.


    Insoweit kann ich auch dem Vorhaben des Stationsumbaus Am Lindenbaum durchaus was positives abgewinnen, allerdings nur, wenn diese Maßnahme flankiert wird, die den Fußgänger gegenüber dem MIV mehr bevorzugen. Da z.B. die "grüne Welle" für den MIV auf der Eschersheimer bei ca. 60 km/h (laut Tacho) liegt sind die gefahrenen Geschwindigkeiten auf der Eschersheimer geschätzt relativ hoch. Unverständlich ist es dann, für mich zumindest, warum Fußgänger subjektiv gefühlte sehr lange Wartezeiten an Bedarfsampeln haben und ein sofortiges rot für den MIV bei Bedarfsanforderung nicht möglich sein soll. Insoweit müssten sämtliche Bedarfsampeln von der "grünen Welle" unabhängig sein.


    Letztendlich würde durch eine solche Regelung und Verkehrssteuerung die Eschersheimer für den MIV unattraktiver werden, was das Queren der Eschersheimer für Fußgänger 1. sicherer und 2. schneller machen würde. Eventuell könnte dadurch auch das Unfallrisiko mit U-Bahnen reduziert werden, weil ja schon das Überqueren der Straße schneller ist. Außerdem: vielleicht lässt sich durch weniger attraktiven Straßenverkehr (mögliche Geschwindigkeit und weniger direkte Wegebeziehungen) der eine oder andere Pendler für den ÖPNV gewinnen.


    Ein anderes Thema sind ja in diesem Zusammenhang auch die Unfälle von U-Bahnen mit Kraftfahrzeugen. Zwar enden diese Unfälle auf Grund der Knautschzone von Kraftfahrzeugen meist glimpflich. Aber auch hier gehen die Unfälle wohl doch ausschließlich auf Fehler der Kraftfahrzeugführer zurück: Abbiegen trotz Verbot, Rotlichtverstöße u.s.w. Da aber hier allenfalls "nur" Verletzte zu beklagen sind erfolgt natürlich kein Aufschrei, die U-Bahn müsse in den Tunnel. Auch, dass Autofahrer die Ursache sind, wird nicht wegdiskutiert durch Forderungen, die U-Bahn gegen den Autoverkehr abzuschotten.


    Einen Verweis auf die hohe Zugdichte bei der U-Bahn möchte ich auch so nicht gelten lassen. Bei 36 Zügen in beide Richtungen je Stunde macht dies rein rechnerisch alle 1 min 40 sek für maximal 10 sek eine Zugquerung an einer Fußgängerfurt über die Gleise, also rein rechnerisch 1 min 30 sek frei für Fußgänger (Basis 10 Minutentakt je U1-2-3). Die Dichte des Straßenverkehrs ist meines Erachtens viel höher, hier könnte vielleicht das Straßenverkehrsamt die entsprechenden Zahlen liefern.


    Die Forderung der Untertunnelung gibt letztendlich nur die Dogmen der 50er und 60er des letzten Jahrhunderts wieder, die da lautenden dass die Tram unter die Erde gehört ... "und freie Fahrt für freie Bürger", weil dadurch definitiv der MIV bevorzugt wird.


    Nur noch so nebenbei: als negativer Nebeneffekt einer Untertunnelung der U-Bahn können die an der Eschersheimer liegenden Geschäfte mit weniger Laufkundschaft durch die U-Bahn rechnen, die per Bahn-Schaufensterbummel auf die Läden aufmerksam werden. Wer im Tunnel fährt, kann sich nicht in der Gegend umschauen und was neues entdecken.


    Edith: Schlechtschreibfehler korrigierrt

  • Zitat

    Original von Felix
    Im übrigen halte ich das schlichtweg für Nötigung,wenn ich an einer Ampel
    stehe und ich einen oder auch zwei Umläufe warten muss bis ich weiter
    fahren kann.


    Allen kann man es nicht allen recht machen, irgendjemand findet sich oder wird sogar tatsächlich benachteiligt. Von Nötigung zu sprechen finde ich etwas übetrieben, egal welche Regelung oder Ampelsteuerung vorliegt, irgendjemand wird sich immer genötigt fühlen, weil er den anderen im ungerechten Vorteil findet.

  • Zitat

    Original von Combino
    Bei Tempo 30 wäre auch die Einrichtung von Zebrastreifen denkbar,


    Nein, das ist nicht denkbar, da es in Deutschland Vorschriften zur Einrichtung von Zebrastreifen gibt, die explizit vorschreiben, daß es sich nicht um eine zweispurige pro Fahrtrichtung Straße handeln darf, und die Verkehrslast einen bestimmten Schwellenwert pro Stunde nicht überschreiten darf. Was bei der Eschersheimer Landstraße definitiv der Fall ist.


    P.S. In irgend einem der älteren Threads hatte ich das schon einmal angeführt, und da sollten auch die Zahlenwerte dabei stehen.

  • Zitat

    Original von Chrizzz95
    Letztendlich würde durch eine solche Regelung und Verkehrssteuerung die Eschersheimer für den MIV unattraktiver werden,


    Was unter den gegeben Verkehrsbedinungen in der Stadt schlichtweg unsinnig ist. Die Eschersheimer Landstraße wird, solange man nicht mittels City-Maut o.ä. den Fahrzeugverkehr von und nach Frankfurt massiv einschränkt, auch weiterhin eine solche Verkehrsbelastung aufweisen. Falls man den MIV in der Stadt einschränkt wird aber gleichzeitig eine leistungsfähigerer ÖPNV notwendig, so daß der Tunnel noch sehr viel mehr notwendig wäre, als dies aktuell der Fall ist.


    Zitat

    Original von Chrizzz95
    Ein anderes Thema sind ja in diesem Zusammenhang auch die Unfälle von U-Bahnen mit Kraftfahrzeugen. .... Da aber hier allenfalls "nur" Verletzte zu beklagen sind erfolgt natürlich kein Aufschrei,


    Es gab schon tote PKW-Insassen.


    Zitat

    Original von Chrizzz95
    Bei 36 Zügen in beide Richtungen je Stunde macht dies rein rechnerisch alle 1 min 40 sek für maximal 10 sek eine Zugquerung an einer Fußgängerfurt über die Gleise, also rein rechnerisch 1 min 30 sek frei für Fußgänger


    Unrealistisch, da sind keinerlei Sicherheitsspielräume eingeplant. Der Durchrutschweg der U-Bahn muß schon gesperrt sein, und man muß bedenken, daß die Fußgänger den Übergang räumen müssen. Da bleibt von den 1'40'' nicht viel übrig. Demnächst steigt die Belastung auf 48 Züge/h in der HVZ.


    Zitat

    Original von Chrizzz95
    Die Forderung der Untertunnelung gibt letztendlich nur die Dogmen der 50er und 60er des letzten Jahrhunderts wieder,


    Das ist jetzt totaler Unsinn. Die A-Strecke ist die am stärksten ausgelastete Stadtbahnstrecke im Frankfurter Netz, und es werden sich weltweit wenig Städte finden, bei denen es ebenfalls eine nicht kreuzungsfreie Strecke mit solche einer Auslastung gibt. Die Forderung der Kreuzungsfreiheit ergibt sich allein aus der Auslastung der Strecke, deren Störanfälligkeit durch andere Verkehrsteilnehmer und der Notwendigkeit einiger Maßen hohe Fahrgeschwindigkeiten auf der Strecke zu erreichen. Sinnvoll wäre es die Fahrgeschwindigkeit weiter zu erhöhen und endlich Kreuzungsfreiheit herzustellen. Realistisch läßt sich dies nur mit einem Tunnel erreichen, eine Hochbahnstrecke ist im 21. Jahrhundert niemanden mehr zu vermitteln. Das alles waren übrigens schon im 19. Jahrhundert Gründe U-Bahnen zu bauen, und damals waren PKWs in den Metropolen faktisch nicht vorhanden.


    Es ist ja nicht so, daß man den Zustand mit Straßenbahnen und niedriger Fahrgeschwindigkeit nicht kennen würde. Denn dieses Zustand gab es früher auf dieser Strecke schon einmal, mit massiven Nachteilen für den ÖPNV und Straßenbahnstaus an der Hauptwache. Nein, diesen Zustand braucht man nicht wieder. Denn eine direkte Folge wäre das Wechseln Vieler wieder auf den PKW.

  • Zitat

    Original von John2
    Unrealistisch, da sind keinerlei Sicherheitsspielräume eingeplant. Der Durchrutschweg der U-Bahn muß schon gesperrt sein, und man muß bedenken, daß die Fußgänger den Übergang räumen müssen. Da bleibt von den 1'40'' nicht viel übrig. Demnächst steigt die Belastung auf 48 Züge/h in der HVZ.


    Wenn ich die 1'30" auch nicht glaube, so ist der D-Weg auch so schon NICHT gegeben (guck's dir mal an).


    Und, bitte? 48 Züge/h? Wo hast du denn das her?

  • Zitat

    Original von baeuchle
    Wenn ich die 1'30" auch nicht glaube, so ist der D-Weg auch so schon NICHT gegeben (guck's dir mal an).


    Auch die U-Bahnen haben einen Bremsweg der nicht 0m beträgt, so daß man schon rechtzeitig vor dem Eintreffen eines Zuges den Übergang geräumt haben muß. Dann braucht man Ausreichend Zeit für das Räumen des Überwegs, alte Mitbürger sind nun einmal nicht mehr schnell zu Fuß.


    Zitat

    Original von Chrizzz95
    Und, bitte? 48 Züge/h? Wo hast du denn das her?


    Aus dem aktuellen Fahrplan - man kann ja nicht davon ausgehen, daß sich die Züge immer an jedem Überweg perfekt abgestimmt begegnen, so daß man mit dem "worst case" rechnen muß, und das sind nun einmal 48 Züge/h (je 24/h pro Richtung).

  • Zitat

    Original von Chrizzz95
    Die Forderung der Untertunnelung gibt letztendlich nur die Dogmen der 50er und 60er des letzten Jahrhunderts wieder,



    So am Rande: Wieviel günstiger zu einem Tunnel ist eine offene Bausweise?
    Also eine Art graben ?


    Beispiele gibt es ja z.b. in London und Paris (auch wenn die Netze wesentlich älter sind ... ) - also sprich quasi ein Tunnel ohne Deckel?


    Das würde quasi auch das Stadtbild weniger verändern ... auch wenns ggf günstiger wäre?

  • Zitat

    So am Rande: Wieviel günstiger zu einem Tunnel ist eine offene Bausweise? Also eine Art graben ?


    Graben im warsten Sinn, denn für ein Böschung reicht der Platz nicht.
    Also ein nach oben offener Tunnel, benötigt vermutlich dann Querstreben und Brücken.
    Macht wohl keinen Sinn.


    Ich stelle mir jetzt mal das Geschrei (Anwohner, Geschäftsleute, OBR, FDP, FR etc.) vor, falls wirklich ein Tunnel gebaut werden sollte. Wenn schon die letzten Gleisbauarbeiten in den Sommerferien und SL 18 Proteste und obskure Forderungen hervorgebracht haben... Und das wäre nur ein kleiner Bruchteil der zu erwartenden Behinderungen.

  • Mal abgesehen von den Anwohnerprotesten, so müsste man für offene Bauweise große Bereiche der Eschersheimer sperren, was sich heutzutage wohl kaum durchsetzen lässt. Man kann das vom Aufwand auch nicht mit dem Bau einer Straßenbahn vergleichen. In einem so dicht besiedelten Gebiet mit solch einem Verkehrsaufkommen könnte man das von daher praktisch nur bergmännisch machen.

    Gebenedeit sei dieses Forum.

  • Das Problem an der Eschersheimer Landstraße ist doch hauptsächlich, dass die Stadtbahntrasse und der Kfz-Verkehr die Ströme von Fußgängern trennt. Hinzu kommt die Tatsache, dass Fußgänger nur selten nach rechts oder links sehen. Auch der Hans-Guck-in-die-Luft ist eine bedrohte Spezies. Die meisten starren eher ein bis maximal zwei Meter vor sich auf den Boden. So sehen sie aber nicht die Lichtsignalanlagen, welche eine Bahn ankündigen. Wenn man dann das VGF grün sieht kann man auch weiterlaufen, da es da eh schon zu spät ist.


    Es gibt also folgende Probleme:


    Fußgänger werden zu Umwegen gezwungen und Fußgänger bemerken die Haltezeichen nicht.


    Möglichkeit 1 wäre die Trasse mit Nato Stacheldraht zu verkleiden und Selbstschussanlagen zu aktivieren, sobald eine Stadtbahn kommt. Das wäre allerdings wohl stadtplanerisch alles andere, aber nicht gut.
    Möglichkeit 2 wäre ein Tunnel. Dieser ist allerdings sowohl im Bau, als auch im Unterhalt sehr teuer.



    Ich würde einen anderen Weg gehen.


    Zur Zeit hat die Eschersheimer eine Breite von 26 Metern, wenn man die Bürgersteige und Parkflächen weg lässt. Davon entfallen z.Z. 12,80 auf die Fahrbahn. Nach heutigen Gesichtspunkten sind 3,20 breite Fahrspuren in der Stadt aber stark übertrieben. So hat man bei Baustellen auf der Autobahn teilweise nur 2 Meter breite Spuren und das bei zugelassenen Geschwindigkeiten von deutlich größer als 50 km/h.


    Daher würde ich mir folgende Aufteilung des Querschnittes vorstellen:
    Bürgersteigkante | Fahrspur 3 Meter | Fahrspur 2,75 Meter | Wartefläche für Fußgänger 2,8 Meter | Schiene 3 Meter | Wartefläche für Fußgänger 2,9 Meter | Schiene 3 Meter | Wartefläche für Fußgänger 2,8 Meter | Fahrspur 2,75 Meter | Fahrspur 3 Meter | Bürgersteigkante.


    Diese Aufteilung sollte allerdings nicht nur an einigen wenigen Punkten gemacht werden, sondern durchgängig. Sprich die Zäune und Signale, welche den Fußgängerverkehr vom Stadtbahnverkehr abschirmen, sollten entfernt werden. Durch den geringeren Querschnitt der Kfz-Spuren würde auch die Geschwindigkeit des MIV sinken.
    Somit wäre eine Überquerung der Eschersheimer an fast jeder Stelle möglich, wodurch Umwege entfallen würden.
    Das Problem wäre hierbei sicherzustellen, dass kein Fußgänger der Bahn oder einem Auto unter die Räder läuft. Beim Auto wird dies durch eine geringere Geschwindigkeit erreicht. Auch müssen die Fußgänger dann bei einer Überquerung immer nur auf eine Richtung und eine Verkehrsart achten.
    Die langsamere Geschwindigkeit wäre zwar auch bei der Bahn möglich, würde jedoch mehr Fahrzeuge erfordern und Nachteilig im Wettbewerb zum MIV sein.
    Wie jetzt also die Bahn zum einen schnell fahren lassen, und trotzdem möglichst keinen Fußgänger unter der Bahn zu haben?
    Ich stelle mir dabei folgendes System vor:
    Eine Bahn hat einen von der Geschwindigkeit abhängigen Anhalteweg. Fußgänger benötigen eine bestimmte Räumzeit der Gleise. Wie wäre es, wenn im kurzen Abstand (max 1 Meter) Leuchten im Boden integriert wären. Diese sind in der Grundstellung aus. Sobald sich eine Bahn nähert leuchten diese Gelb und signalisieren damit die Räumzeit der Fußgänger, wenn die Bahn sich soweit genähert hat, dass der Anhalteweg der Bahn unterschritten wird, leuchten die Lampen rot.
    Durch die Anordnung im Boden befinden sich die Lampen im Sichtbereich der meisten Fußgänger und werden somit stärker beachtet, als normale LSA. Durch den Wegfall der Zäune ist man als Fußgänger auch eher bereit mal einen Moment zu warten, da man keine 500 Meter bis zum nächsten Überweg laufen muss und durch die zusätzliche Fläche zwischen den Gleisen immer nur auf maximal eine Bahn warten muss.