Ach weißt du, das ist eben die bittere traurige Realität.
Diejenigen, die es vielleicht am Besten wissen könnten, nämlich die Leute welche tatsächlich mit ihren Augen und Händen die Wartung der Fahrzeuge durchführen, die werden nicht gefragt. Was diese Leute eventuell zu sagen hätten könnte viel zu unbequem sein und außerdem sind das ja "nur" Monteure, die sind zu unbedarft um die größeren Zusammenhänge zu verstehen.
Also werfen sich die Bürokraten, die nicht einen Triebzug von einem Bollerwagen unterscheiden können, auf die Papiere und prüfen ob die Papiere richtig sind. Was in den Papieren steht ist wahr. Und wenn man in den Werkstätten alle Papiere peinlich genau ausgefüllt und ansonsten den ganzen Tag faul in der Ecke gelegen hätte dann wäre die Wartung der Fahrzeuge eben einwandfrei gewesen.
Ich bin mir absolut sicher ohne jemals so eine Wartung auch nur aus der Ferne gesehen zu haben daß die Mehrzahl der dort beschäftigten Leute wirklich die beste Arbeit leisten, die sie mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln leisten können.
Und wenn da zu wenig Personal ist, ( natürlich nur im Winter, weil statistisch, über das ganze Jahr gesehen ist da genug Personal, haben wir vorher ausgerechnet. Es darf sogar jeder 4,2 Tage im Jahr krank sein...) oder die Leute nicht genügend ausgebildet sind - so ein moderner Zug ist wesentlich komplexer als die alten konventionellen Fahrzeuge - oder es an Ersatzteilen fehlt ( vielleicht kann der "unschuldige" Hersteller nicht fristgerecht liefern? ) oder sonst irgendwie am falschen Ende gespart wird, das interessiert die Hemden und Schlipse nicht. Da geht es einzig und alleine darum, daß die Herren Chefs ihr Gesicht wahren und den nächsten (Aufsichtsrats-) Posten antreten können.
Das ist aber nicht nur bei der S-Bahn so, das kannst du fast in jedem Wirtschaftszweig beobachten. Viele "wichtige" "Entscheidungsträger" sitzen in tausend Meetings und reden stundenlang über Dinge von denen sie keinen blassen Schimmer haben - Ist eigentlich auch in der Politik nicht anders.