FNP: Umbau der Straßenbahnhaltestelle Stresemannallee/ Gartenstraße (Linien 15/16/19)

  • Im Januar 2025 soll der Umbau der letzten Bahnsteigkante zur Barrierefreiheit beginnen (SL 16 Ri OF). Es sollen am 6.1.25 die Arbeiten mit dem Rückbau alter Leitungen und Bau eines Bahnsteigprovisoriums beginnen, wofür zunächst neue Elektroanlagen hergestellt werden müssen. es geht also los mit Kabeltiefbau.

  • Ich entstaube mal, denn die heutige Print FR hat einen Artikel zur unbefriedigenden Situation der Station Friedensbrücke.
    Es geht um die Verkehrssicherheit an dieser im Stadtgebiet "unübersichtlichsten Straßenbahnstation".

    Zitat

    Diese unerfreuliche Gesamtstuation ist aus verkehrspolitischem Wildwuchs entstanden und keinem Plan gefolgt. Immerhin kann Dennis Pfeiffer-Goldmann, Pressesprecher derNahverkehrsgesellschaft Taffiq, verkünden, dass Besserung in Sicht sei, allerdings noch in weiter Ferne. Irgendwann in den 2030er Jahren sollen laut jüngst beschlossenem Straßen und Verkehrswegeplan die aus Richtung Hauptbahnhof kommenden und dorthin fahrenden Linien auf einer Brücke über den geschilderten Problemabschnitt geführt werden.

    Wie darf ich mir denn das vorstellen? Das wird doch ein städtebauliches "Juwel", so eine Brücke mit Rampen. Diese müsste doch bereits an der Friedensbrücke beginnen?

    Lasst endlich die Zweiachser wieder frei !

  • Das war mit das prominenteste Vorhaben, dass doch im Gesamtverkehrsplan Schiene 2035 vorgestellt wurde. In den Anlagenzum Ergebnisbericht unter T091ab Blatt 48 kam man sich dass anschauen. Mit vorläufigen NKI von 1,81 sogar um Welten besser als so Irrgespinste die aus der Politik kamen wie eine Straßenbahn über die Alte Brücke zu führen...

  • Der hier ja leider nicht mehr mitschreibende Verkehrsdezernat hat zu dem FR-Artikel – bzw dem FNP-Artikel, der wsl gleich ist – eine nicht so positive Meinung:

    Zitat

    Journalisten, die sich in Sachen Leichtigkeit des #Verkehrs erkundigen, dann aber über #Verkehrssicherheit texten und dabei von "Gefahrenpunkt" und "grundlegenden Sicherheitsprobleme[n]" reden - weiß mensch da Genaueres? |

    […]

    Hier eine georeferenzierte Übersicht aller polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle mit Personenschaden (2x Schwer- und 1x Leichtverletzt, 2x Überschreiten, 1x Abbiegen) und Fußgänger:innenbeteiligung der Jahre 2022-2024 (Dreijahresauswertung). Es handelt sich hier mitnichten um einen Unfallschwerpunkt, auch insgesamt zeigt der betreffende Bereich keine Auffälligkeiten die über das allgemeine Risiko im großstädtischen Verkehrsgeschehen hinausgingen.

    An subjektiver Wahrnehmung und anekdotischer Evidenz kann eine Behörde der Eingriffsverwaltung ihr Handeln nicht festmachen, das wäre letztlich auch ein Schritt in den Willkürstaat. Es bedarf stets objektiver Tatsachen, um ihr Handeln zu begründen, oder um es mit den Worten der für meine Mitarbeiter:innen und mich maßgeblichen Straßenverkehrs-Ordnung zu sagen: Unser Handeln muss stets „auf Grund der besonderen Umstände zwingend erforderlich“ sein. ⏹️


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  • ...zum Ergebnisbericht unter T091ab Blatt 48 kam man sich dass anschauen.

    oops,- Danke! Aaahh, jetzt verstehe ich, es geht um eine weitere Brücke über den Main. Ich hatte den Artikel so verstanden, dass man im Bereich der Station eine Brücke á la "FlyOver" errichen will um den Strab Verkehr zu entzerren.

    Lasst endlich die Zweiachser wieder frei !

  • Zitat

    Diese unerfreuliche Gesamtstuation ist aus verkehrspolitischem Wildwuchs entstanden und keinem Plan gefolgt. Immerhin kann Dennis Pfeiffer-Goldmann, Pressesprecher derNahverkehrsgesellschaft Taffiq, verkünden, dass Besserung in Sicht sei, allerdings noch in weiter Ferne. Irgendwann in den 2030er Jahren sollen laut jüngst beschlossenem Straßen und Verkehrswegeplan die aus Richtung Hauptbahnhof kommenden und dorthin fahrenden Linien auf einer Brücke über den geschilderten Problemabschnitt geführt werden.

    Ob sich die "unerfreuliche Gesamtstuation" damit lösen lässt, dass ein, zwei Linien, die diese Haltestelle frequentieren "einfach" daran vorbeigeführt werden? Ist denn die Anzahl Bahnen das Unerfreulichste an dieser Stelle? Oder wird hier für eine Maßnahme geworben, die mit der Situation nur perifer etwas zu tun hat?

  • An dieser Stelle sollte man den Faktor Mensch mit einbeziehen. Nicht die objektiven Fallzahlen sollten hier entscheidungsbildend sein, sondern die Fürsorgepflicht des Staates. Diese Kreuzung mit ihren verschiedenen Haltepunkten (sowie verengten Bahnsteigen) verführt zu Gefahrensituationen, die baulich und statistisch nicht erfasst werden. Der rationale Mensch würde sicher nicht über eine rote Ampel sprinten. Aber wenn selbiger Mensch seine zu erreichende Straßenbahn gerade einfahren sieht, siegt der Instinkt über die Ratio,

    Insofern ist der Unfallschwerpunkt eher als "potentiell" anzusehen.


    Die Argumentationskeule "Willkürstaat" ist vollkommen fehl am Platze. Dann wäre der vorbeugende Brandschutz ja auch staatliche Willkür. Okay, wir können natürlich auch alles abfackeln lassen und die Todesfälle zählen. Dann ist es auch statistisch relevant.

    Wir können auch wieder die Heimrauchmelderpflicht abschaffen, um so die Fehleinsätze zu reduzieren.


    Ja, das ist polemisch, sicher.

    Dennoch: Es gibt in Frankfurt sicher genug Haltestellen an Kreuzungen, wo der Weg von A nach D aufgrund der Schaltungen an Fußgängerampeln bis zu zwei Minuten dauern kann. Das gefährdet Relationen, die im Fahrplan super aussehen, aber an der Realität scheitern. Niemand sieht gerne die Rücklichter seines Anschlusses davonfahren.


    Wer glaubt, dass der Staat erst dann handeln muss, wenn die Fallzahlen eine kritische Höhe überschreiten, möge in die Politik gehen und sich einer Fraktion anschließen, die eine "selbst dran schuld"-Ideologie verfolgt.

    Ich hingegen komme eher von der präventiven Seite.

  • Erstmal stelle ich fest, dass der Artikel hier noch gar nicht verlinkt wurde.

    Ja, das ist polemisch, sicher.

    Stimmt, und es ist auch sachlich falsch. Hier trifft dein Selbstbild eines rationalen Humanisten (ich nehme an, so siehst du dich weiterhin) auf emotionalen Populismus.


    Vorbeugender Brandschutz ist das Gegenteil von Willkür und auch von der hier besprochenen Situation: es gibt klare Regeln, nach denen die öffentliche Hand handelt und genehmigt. Die Stadt kann nicht auf ein „gefühltes“ Brandrisiko hören („aber das Licht flackert immer so, vielleicht brennt's gleich eins elf“) und von einem Bürohaus verlangen, dass deswegen an jedem Fenster eine Nottreppe angebracht werden soll. Vielleicht findest du das ja, wenn du dich auf „der präventiven Seite” verortest.


    Und genauso wenig kann die zuständige Behörde nach Belieben Ampeln bauen, Fahrstreifen streichen, Fahrtbeziehungen ändern. Es wäre schön, wenn dies an manchen Stellen einfacher ginge, keine Frage, aber die Stadt ändert nicht die Gesetze und Vorschriften, sondern ist an die bestehenden gebunden. Und dazu gehört halt auch, dass „irgendwie fühlt sich das gefährlich an“ keine ausreichende Grundlage für öffentliches Handeln sein sollte, und insbesondere nicht „an dieser Stelle berichtet eine Zeitung darüber, dass es gefährlich ist“. Denn das ist hier der springende Punkt, der das Wort „Willkür“ getriggert hatte.


    Ich zitiere gerne eine Antwort aus dem Mastodon-Thread von oben:

    Verkehr ist halt immer scheißgefährlich, insbesondere in Verbindung mit vorsätzlichem Fehlverhalten.

    Verkehr wird sicherer, wenn weniger Kraftfahrzeuge unterwegs sind. Das sollte das Ziel sein, großflächig.

  • Diese Kreuzung mit ihren verschiedenen Haltepunkten (sowie verengten Bahnsteigen) verführt zu Gefahrensituationen, die baulich und statistisch nicht erfasst werden.

    Ich will nochmal auf diesen Punkt eingehen, weil mir der Gedanke eben erst kam: die Frage ist ja nicht, ob Straßenverkehr gefährlich ist oder nicht, sondern ob er hier gefährlicher ist als anderswo. Wenn es hier nun aber deutlich mehr nicht-dokumentierte brenzlige Situationen gäbe als an anderen Stellen, bei denen die Statistik ähnlich oder gar gefährlicher aussieht, müsste es Faktoren geben, die hier dafür sorgen, dass mehr brenzlige Situationen glimpflich ausgehen als anderswo.


    Anders gesagt: brenzlige Situationen führen entweder aus lokalen Gegebenheiten häufiger nicht zu Unfällen als anderswo, oder sie führen dazu, dass auch hier mehr Unfälle stattfinden.


    Noch anders: der Bruch "Anzahl Unfälle" durch "Anzahl mindestens brenzlige Situation" sollte überall mehr oder weniger gleich sein – oder wir müssen einen Grund dafür finden, anzunehmen, dass er hier besonders klein ist. (Denn wir wissen gesichert nur, dass sein Zähler nicht signifikant höher ist als anderswo.)