Elektrifizierung der Taunusbahn?

  • Aber was würde das bei der Taunusbahn konkret bewirken?


    Ich halte es prinzipiell für sinnvoll, möglichst wenig Restriktionen/Zwangspunkte im System zu haben:


    Zwischen Bad Soden und Niederhöchstadt ist kein 15'-Takt möglich wegen Eingleisigkeit. --> Folgewirkungen auf S4

    Auf der S5 ist südlich Friedrichsdorf kein weiterer HP möglich wegen Takt und Wechselwirkungen der S5 mit anderen Linien.

    Taunusbahn hat vor Rödelheim tlw. einen Planhalt von 6 Minuten wegen Streckenführung, Bahnsteigkanten in Rödelheim und anderen Linien.

    Usw. usf.


    Hier im Forum heißt es ganz oft zu konkreten Vorschlägen, wie man das Angebots im Bestandsnetz verbessern könnte, dass das fahrplantechnisch nicht gehe, weil Faktum X (irgendeine Restriktion bzw. ein Zwangspunkt) dagegen spreche. Daraus und aus meinen eigenen Beobachtungen leite ich ab, dass es sinnvoll ist, diese Restriktionen zu reduzieren.


    Wie genau die Taunusbahn davon profitieren würde, ist mir dabei gar nicht wichtig. Aber vom Prinzip: Wenn die nördliche Ein- und Ausfahrt in Rödelheim kreuzungsfrei wäre (und wenn andere Zwangspunkte im System beseitigt wären) könnten Fahrplanlagen der S3, S4 und S5 durchaus verändert werden. Und das könnte man dann so planen, dass so etwas wie ein Planhalt von 6 Minuten nicht mehr nötig ist.

    "Phantasie ist wichtiger als wie wo Wissen!"


    (Etwas frei nach Albert Einstein)

  • Die Diskussion über die Erzeugung von Wasserstoff aus erneurerbaren Energien, Netzstabilität, Akku Antrieb etc. mag ja recht spannend und wichtig sein, hat aber mit der Taunusbahn eher weniger zu tun.;)

    Ich wollte es nur am Rande erwähnen, weil der Anstieg in die Wasserstofftechnologie ohnehin unumgänglich ist, und man deshalb auch auf der Taunusbahn auf Wasserstoff setzen kann. Aber anscheinend ist das Thema weitaus weniger bekannt als ich dachte.

    08 Jan paar Min nach 13 UTC. Zu den genauen Ursachen habe ich bisher immer noch nichts

    finden können (einzig Südosteuropa [Rumänien] als Störfallort, die dann Inselnetz wurden)

    Das kann z.B. auf der offiziellen Webseite der ENTSO-E nachlesen. Der findet sich ein Bericht zum 8. Januar. Die Kurzform in Nordwesteuropa wurde deutlich mehr Strom verbraucht als produziert, diese Stromlücke wurde durch Südosteuropa gedeckt. (Das kann man an den divergierenden Netzfrequenzen nach der Trennung sehen.) Was genau die Ursache für die Netztrennung war, wird noch untersucht. Aber wahrscheinlich ist eine Überlast auf eine der Übertragungsleitungen. Nach der Netztrennung mussten in Frankreich und Italien zusammen 1,7GW Verbraucher vom Netz genommen werden, und 480MW zusätzliche Kraftwerksleistung aktiviert werden. D.h. vorher wurden ca. 2GW von Südosteuropa an Nordwesteuropa geliefert.


    Wie stark der Ökostrom variiert sieht man zum Beispiel auf der dieser Seite.

  • Ich wollte es nur am Rande erwähnen, weil der Anstieg in die Wasserstofftechnologie ohnehin unumgänglich ist, und man deshalb auch auf der Taunusbahn auf Wasserstoff setzen kann.

    Ja klar kann man das. Aber nur weil das in irgendeiner Form schon jetzt technisch möglich ist heißt das noch lange nicht dass dies zu diesem Zeitpunkt die wirtschaftlichste und betrieblich vorteilhafteste Antriebsvariante ist. Ansonsten wären es jetzt die Wasserstoff-Skeptiker welche ihre Einwände und Bedenken gegen die getroffene Wahl der Antriebsart vorbringen würden... ;)

    Einmal editiert, zuletzt von Jojo ()

  • Merkwürdige Argumentation, dass der Bedarf künftig wegen der Corona-bedingten Fahrgast-Rückgänge nicht gegeben ist. Bis mit dem Bau angefangen wird, ist hoffentlich die Pandemie überwunden ... ! Natürlich werden einige Bürobeschäftigte beim HomeOffice bleiben, und auch vielleicht die Lust auf Shopping auf der Zeil durch OnlineShopping ersetzt. Aber dafür dürften die Luftreinhaltung im Ballungsraum Rhein-Main und der Klimawandel weitere Restriktionen schaffen. Also halte ich die entsprechenden Prognosen nach wie vor für realistisch.


    Zur Beeinträchtigung des Wander- und Fahrraderlebens durch eine nunmehr zweigleisige Bahn: Mich haben bei meinen vielfachen Ausflügen bisher weder die sicher in dichterem Takt fahrenden Züge auf der U 3 zwischen Nieder- und Oberursel gestört noch die normalen Züge des Personenverkehrs auf der Main-Weser-Bahn. Aber ich gebe ja zu: als Mitglied dieses Forums bin ich ja auch eher ein Eisenbahnfreund. :)


    Am spannendsten finde ich den Vorschlag einer Magnetschwebebahn: In China und Japan werden gerade neue Magnetschwebebahnen entwickelt, die 600 km / h erreichen sollen. Auch bei einer Reisegeschwindigkeit von etwa 200 km / h wäre man dann etwa in einer Viertelstunde von Grävenwiesbach - mit Zwischenstop in Bad Homburg - in Frankfurt! ^^Problem, egal ob Bögl oder fernöstliches Modell wäre allerdings, dass ein Inselbetrieb entsteht.

  • Zur Beeinträchtigung des Wander- und Fahrraderlebens durch eine nunmehr zweigleisige Bahn: Mich haben bei meinen vielfachen Ausflügen bisher weder die sicher in dichterem Takt fahrenden Züge auf der U 3 zwischen Nieder- und Oberursel gestört noch die normalen Züge des Personenverkehrs auf der Main-Weser-Bahn. Aber ich gebe ja zu: als Mitglied dieses Forums bin ich ja auch eher ein Eisenbahnfreund. :)

    Vielleicht sollte man der BI erklären, das Bahnstrecken keine Wanderwege oder Mountainbikestrecken sind. Dann stören auch die Züge nicht mehr so sehr.

  • Vorlage Einwand ein weiteres Beispiel


    Grob gesagt hat man Angst, dass es im Sommer in der Saalburgsiedlung auf der Terasse nicht mehr ganz so idyllisch ist!

    Ja, supi. Wie ich schon weiter oben schrieb, sind das dann die "Einwendungen", die in einem Aufwasch vom RP gesammelt abgebügelt werden. Entweder weil sie nicht zutreffen oder für das Planfeststellungsverfahren irrelevant sind.


    Nur so als Beispiel zum Beispiel: "Eingeschränkte Erreichbarkeit des Grundstücks während der Bauphase". Der ganze Absatz ist praktisch witzlos. Das Ziel der Planfeststellung ist schließlich nicht, den Anwohnern dauerhaft ihre Grundstückserreichbarkeit zu vermiesen. Beeinträchtigungen während der Bauphase sind grundsätzlich hinzunehmen. Allenfalls könnte man anführen, daß die generelle Erreichbarkeit des Grundstücks während der Bauzeit sicherzustellen ist. Das passiert aber meist ohnehin durch Vorgaben der beteiligten öffentlichen Aufgabenträger, weil z. B. die Feuerwehr ihre Anrückwege und -zeiten im Einsatzfall einhalten muß. Ein Anrecht auf eine z. B. kürzestmögliche Zufahrt besteht aber nicht.


    Bzw. vorauf der Anwohner hier eigentlich ungeschrieben hinauswill: Daß er seine Karre nicht mehr auf der öffentlichen Straße parken kann, sondern - oh Aufwand - in seiner Einfahrt/Garage abstellen muß. Tja, da muß man halt mal die zweckentfremdete Garage entrümpeln... Das ist aber nicht das Problem des Aufgabenträgers/des PFV, sondern Privatvergnügen des Grundstückseigners.


    Und wer Lust kann, könnte so jeden der Einwendungspunkte entsprechend zerpflücken.

  • "Beschreiben Sie Deutschland in zwei Sätzen."

    Wenn der sich in Hessen mit der vollgestellten Garage erwischen lässt , kann das auch schon mal Geld kosten.

    Garagen müssen nutzbar gehalten werden.

    Danke.
    (Was Du sagst ist natürlich inhaltlich richtig, aber an sich schon ziemlich absurd.)

    HP hätte in Deutschland demnach nie eine Chance gehabt.

    Nicht nur HP, auch mein Arbeitgeber begann als Einmannunternehmen in einer Garage in den USA.


    Aber zurück zum Thema, ich verstehe das Gejammer auch nicht. Es geht ja nicht drum, eine neue Bahnstrecke irgendwo ins idyllische Naturschutzgebiet zu setzen, sondern unterm Strich nur darum, auf einer bestehenden Bahnstrecke leisere Fahrzeuge einsetzen zu können. Ja, Bauarbeiten können nervig sein, ich hatte das Vergnügen ja bei der großen Sanierung der Offenbacher Landstraße in Oberrad. Ja, der monatelange Dreck hat genervt, ebenso Baulärm und Vibrationen, und auch die, die auf den SEV angewiesen waren, haben mir ernsthaft leid getan, aber es ging vorbei. (Und dann bin ich weggezogen, was aber nicht am Umbauergebnis lag.)

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • Nach Ablauf der Einwendungsfrist hat das RP Darmstadt mitgeteilt, es seien 220 Einwendungen eingegangen, die jetzt dem Vorhabenträger zur Stellungnahme zugeleitet wurden. Leider wird nicht berichtet, welches die Schwerpunkte der Einwendungen, und wieviele davon gleichlautende Sammeleinwendungen sind (je mehr davon, umso leichter abzuarbeiten). Demnächst wird ein Erörterungstermin durchgeführt.


    Quelle

  • Hallo, hier ist mal so ein Ahnungsloser von der BI!


    Vorab: Ich hab nun hier einiges gelesen, was einfach so nicht stimmt!! Daher bin ich nun zum ersten Mal in meinem Leben ein Forummitglied geworden.

    Ich bin in der BI, weil ich seit eh und je Pendler bzw. RMV-Nutzer bin!

    Wer von Euch hat sich den mal die Mühe gemacht, die Konzepte zu vergleichen oder wer steckt, denn tief im geplanten Vorhaben von RMV/ VHT drin???

    Das Vorhaben ist irre teuer, die Politiker rechnen nicht, was es den Steuerzahler kostet, sondern nur den Kreis und auch das noch falsch und ich als Pendler und Anwohner (ist man meistens, wenn man aus Überzeugung pendelt, damit man schnell an die Haltestellen gelangt) bin am Ende voll gekniffen, bzw, hab keinen wirklichen Vorteil! Gerne arbeite ich das hier differenziert aus!


    LG vom Hinterwäldler


    PS: Einwände Planfeststellungsverfahren ist eine ganz andere Kiste, denn nur eine rechtliche und da haut man am besten rein, was geht, denn nur das kann man später monieren und hierfür gibt es Vorlagen..

  • Erst mal vielen Dank für diese Transparenz und selbstverständlich sind auch Angehörige einer gegen ein bestimmtes Bauvorhaben gerichteten Bürgerinitiative hier willkommen, ebenso wie schriftliche Einwendungen ein normales (und sogar erwünschtes) Ausüben demokratischer Rechte darstellt.


    Dennoch empfinde ich die pauschale Unterstellung dass sich die Teilnehmer in dieser Diskussion nicht mit den alternativen Vorschlägen auseinander gesetzt hätten, etwas schwach. Da es immer einfacher ist etwas zu kritisieren wenn man sich bei der vermeintlichen Alternative nicht auf die kniffligen Details festlegen muss, würde ich vorschlagen dass du uns dein Fahrplan- und Fahrzeugkonzept hier mal grob skizziert, sodass wir es mit dem Bau- und Betriebsvorhaben des RMV vergleichen und anhand der bekannten Bewertungskriterien bewerten können...


    Liebe Grüße aus Montreal, wo derzeit die Oberleitung der einzigen elektrifizierten Eisenbahnstrecke in Kanada herausgerissen wird und statt mit 25kV@60Hz AC (welches der nordamerikanische Standard ist) auf 1.5kV DC neu elektrifiziert wird (damit auf der Strecke nur noch unterdimensionierte Light Metro Fahrzeuge fahren können) und für diesen Wahnsinn auch noch ohne jegliche demokratische Kontrolle mehrere Milliarden Dollar Steuergeld ausgegeben werden! Da habe ich in der Tat lieber mehrjährige Planfeststellungsverfahren als ein fragwürdiges Projekt was sich weniger als vier Jahre nach dem Bekanntwerden (!) der Pläne bereits im Bau (und somit in einem irreversiblen Stadium) befindet...

    4 Mal editiert, zuletzt von Jojo ()

  • okay, ich gebe Euch noch etwas Futter:


    Meine zukünftige Pendlersituation (und ich fahre direkt in die Innenstadt, ergo müßte ich mich doch freuen?! Hab ich mich mal, bevor ich mich mit Details des Vorhabens beschäftigt habe!)

    -Ich steig hier in die S5 ein, der Takt ist bestenfalls so wie aktuell, keinesfalls besser!

    -In Friedrichsdorf pausiert jede!!! S-Bahn zukünftig zum Stärken/-Schwächen (nach Ffm und in die Gegenrichtung), hier im Fachforum weiss ja jeder, dass damit An-/und Abkoppeln gemeint ist, wie lange glaubt Ihr dauert das realistisch ?!

    Warum passiert das? Weil sie im Tunnel Ffm diese Kapazität benötigen, die hier bei uns vollkommen unnötig ist. Im Kern hier die Frage: Normale Umsteigezeit in HG sind aktuell so 5min, sofern die S-Bahn aus Ffm nicht Verspätung hat, was aber leider extrem häufig ist, was glaubt Ihr, bleibt nach dem Stärken und Schwächen übrig?

    -Zudem, wenn ich jetzt nach Hause möchte und wie so häufig mit der S-Bahn ein Problem auftaucht, fahre ich U-Bahn oder laufe oder...oder zum Hbf und steige dort in die durchgängige Taunusbahn ein, oder ich fahre U3 nach Oberursel und steige in die Taunusbahn ein oder mit der U2/ Bus nach HG und dort in die Taunusbahn, ich hab x Möglichkeiten (Bei Streiks, Störungen usw)....Problem gelöst!! zukünftig??? genau, dann hab ich keine Chance!!! Und was ist wohl zukünftig bei deutlichen S-Bahn Verspätungen....na klar, die wenden in Friedrichsdorf und fahren erst gar nicht durch...Die höhere Störungsanfälligkeit der Oberleitung hier im Kilometerlangen Köpperner Wald, Eis, Sturm, Schneebruch, Gewitter kommt obendrauf.


    -Nächstes Thema, was ist denn das Nadelöhr in ffm? Genau der S-Bahntunnel, der an der Kapazitätsgrenze angelangt ist, nun mache ich auch noch die Strecke zu uns voll abhängig davon und erhöhe Systemkomplexität statt zu senken?!


    -Okay, ich (weil ich tatsächlich hinter dem Hbf aussteige) könnte zukünfig sitzen bleiben und es gibt mehr Kapazität als JETZT, aber nicht mehr als bei sinnvollen Alternativen!!!! Aber wieviele bleiben sitzen, fahren tatsächlich durch zu Stationen im S-Bahntunnel? Verkehrsstromanalyse haben wir nicht vorgelegt bekommen, warum??? meine Erfahrung: In den zum Hbf durchgängigen Zügen: in HG steigt der erste grosse Schub aus, in Oberursel und Friedrichsdorf einige; in Rödelheim eine ganze Menge, in Hbf verteilt sich der Rest, wirklich, wie ich am HBF runter in die S-Bahn wechseln, machen geschätzt 15 Personen in diesem Zug, der Rest verteilt sich auf U-Bahn usw. Warum nehme ich diese durchgängigen Züge?? Weil sie schon heute klar schneller sind, als die Verbindungen mit denen sich der RMV/VHT vergleicht, um sein Projekt zu rechtfertigen.....so, dafür werden 7 von 27 Wasserstoffzüge benötigt; anteilige Kosten 130Mio!! und der S-Bahn Ausbau kostet schon jetzt vor ersten Spatenstich 120Mio....

    Mehr als 250MIO für so ein ..... MACHT das SINN??? Von Betriebskosten haben wir da noch gar nicht geredet!

    Und die armen, die hinter Usingen starten, die fliegen ganz auf, denn die Umsteigezeiten im neuen Umsteigepunkt Usingen sind meist viel länger, die haben NUR Nachteile!


    Im nächsten Beitrag erkläre ich gerne, was wir uns als Pendler wünschen (auch die Anwohner verständlicherweise!) und warum wir denken, dass dies um Welten besser ist, und zwar für Alle!!!

    Ich beantworte auch jede Frage gerne!


    Viele Grüße vom Hinterwäldler

  • Hallo Tunnelklick,

    a, es gibts nichts umsonst. Was heißt denn irre teuer? Bis zu welchem Preis ist es denn ok? Und warum?



    die mehr 250mio vergleichen sich mit der Anschaffung von 14 dreiteiligen "Batteriezügen" (ca. 85mio)