traffiQ: Fahrgastzahlen in Frankfurt: 200-Millionen-Marke „geknackt“

  • Hallo,


    traffiQ hat heute in einer aktuellen Meldung Fahrgastzahlen für das Jahr 2011 bekannt gegeben:


    So wurden im vergangenen Jahr 200,9 Millionen Fahrten mit U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen angetreten, weitere 60 Millionen Fahrten wurden mit der S-Bahn angetreten.


    Hier ist der Text der Pressemitteilung:

    Quelle: traffiQ-Presseinformation


    Grüße ins Forum
    Helmut

    You'll Never Ride Alone.

  • Sehr schön geschrieben! Schauen wir nochmal genau:


    Die Einwohnerzahl von Frankfurt ist letztes Jahr um 1,3% gestiegen, die Zahl der ÖPNV Fahrten um 1,3%, d.h. die pro Kopf Nutzung ist konstant geblieben Die steigende Einwohnerzahl ist ein Trend der seit langem anhält- meines Wissens nach ist der Bevölkerungswachstum ebenfalls über dem Bundesdurchschnitt


    (vgl. http://www.frankfurt.de/sixcms/media.php/678/J2011K02x.pdf)


    Die Zahl der Erwerbstätigen in Frankfurt ebenfalls angestiegen nach Schätzungen von 626 Tsd. auf 627 Tsd.. (vgl. Rhein Main Zeitung vom 30.04. Seite 33)


    Das relativiert den Erfolg schon einmal.
    Wenn man den die Pressemeldung fällt auf, dass das Wachstum grade bei den Sondertickets erzielte wurde, die mit einmaligen Veranstaltungen zusammenhängen. Da die Pro-Kopf-Nutzung wie oben gezeigt konstant geblieben ist, ist somit die Pro-Kopf-Nutzung der Stammnutzer zurück gegangen.


    Der Rückgang von Einzelfahrkarten kann auf zufriedene Kunden die jetzt auf einmal Dauerkarten nutzen zrückgeführt werden, die Interpretation, dass es an einem nicht hinreichend attraktiven Angebot für Gelgenheitskunden liegt, ist aber auch nicht abwegig.
    Da das Wachstum vor allen bei Semestertickets und Sondertickets erzielt wurde ist auch die ökonomische Nachaltigkeit des Wachstums fraglich. Kunden die zwangsweise schon über Semesterbeitrag und Eintrittskarten bezahlt haben zu gewinnen ist leichter, als Kunden die die Wahl haben von dem Angebot zu überzeugen.



    Fazit:


    traffiQ sollte aufgrund der Zahlen jetzt nicht feiern, sondern lieber dran arbeiten in den nächsten Jahren auch Pro-Kopf-Wachstum bei Nutzung zu erzielen und auch Gelegenheitskunden und wahlfreie Kunden anzusprechen.


    Nordmainische S-Bahn schnell bauen ist auch gut für die Konjunktur.

    Mehr Mobilität für Hanau, Maintal und Frankfurt

  • Was traffiQ natürlich auch nicht erwähnen wird, ist der Umstand, dass von diesen 200 Millionen ca. 7 Millionen Schwarzfahrer sind. Immerhin die 10-fache Einwohnerzahl von Frankfurt :(

  • Schwarzfahrer mit EBE? Weil die anderen kann man ja nicht so einfach erheben. Und wenn sie ne EBE haben, dann kann sich traffiQ doch freuen. Mehr Geld.

  • Schwarzfahrer mit EBE? Weil die anderen kann man ja nicht so einfach erheben. Und wenn sie ne EBE haben, dann kann sich traffiQ doch freuen. Mehr Geld.

    Schön wär's. Dann würde das RMV Defizit um satte 280 Millionen € geringer ausfallen - oder anders betrachtet würde der Frankfurter Stadtverkehr sogar Gewinn abwerfen ;) . Nein. Die Schwarzfahrerquote wird anhand der Stichpunktkontrollen auf allgemeine 3,5 % hochgerechnet, ich hatte das nur spaßeshalber mal auf die 200 Millionen umgelegt.