ZitatGerade Regelungen zur Barrierefreiheit dienen dazu, einer Minderheit mit gewissen Einschränkungen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu erleichtern. Unannehmlichkeiten für die "normale" Bevölkerung werden dabei ausdrücklich absichtlich in Kauf genommen.
Ich würde es noch etwas weitergehend formulieren:
Unannehmlichkeiten für die "normale" Bevölterung sind explizit erwünscht, weil so die Maßnahmen für breite Personengruppen sichtbar werden. M.E. geht es weniger darum, irgendwie eingeschränkten Menschen zu helfen, als zu präsentieren, dass man es tut. Und vermutlich sitzen außerdem ein paar Leute da, die ausprobieren, wie weit sie gehen können.
Im Übrigen reden wir gerade von einem GESETZ, nicht von einer Norm. Und viele Normen sind gut, weil man sich auf entsprechende Teile verlassen kann, ABER NICHT MUSS. Genormte Gewinde und Feingewinde sind praktisch, wenn sich aber ein Anwendungsfall ergibt, wo ein anderes Gewinde Sinn macht, kann man es selbst entwickeln, muss dann aber deutlich mehr Entwicklungsaufwand verwenden.
Auch werden Normen von industrienahen Gremien geschaffen.
Im konkreten Fall liegt ein Gesetz vor. Dieses Gesetz enthält teilweise ziemlichen Käse. Warum muss für den hochgefährlichen Warnton zum Öffnen der Türen der gleiche Pegel her, wie zum Schließen, dabei aber ein deutlich unangenehmerer Doppelton verwendet werden, der mit 3kHz auch richtig übel im "Aua"-Bereich liegt (und nebenbei in einem Bereich, in dem man kaum Richtungshören beherrscht)?
Wer das spezifiziert, hat entweder willkürlich irgendwas geschrieben, oder gezielt einen Geräusch mit maximaler Aufmerksamkeit gewählt (was als Warnton durchaus sinnvoll wäre) - und dabei nicht beachtet, dass der hochlebensgefährliche Umstand einer bestehenden Türfreigabe am besten noch mit ner 130dB Presslufttröte und einer roten Rundumkennleuchte pro Sitzreihe (Birne nicht unter 100W) sowie blauen Stroboskopen mit 10 Blitzen pro Sekunde kenntlich zu machen ist?
Es scheint ein Wettlauf um das behintertengerechteste Fahrzeug losgegangen zu sein, bei dem es anscheindend primär darum geht, neue auffällige Merkmale zu generieren. Das Entriegeln der Türen im 420er ist z.B. gut und auch richtungsgebunden hörbar (wie Klickgeräusche allgemein). Eine solche Vorschrift "an jeder Tür muss ein fettes Schütz sitzen, was mit einem satten KLONK die Türfreigabe und die Richtung anzeigt", wäre m.E. eher sinnvoll (und deutlich weniger nervend).
Davon abgesehen: Habt ihr mal probiert, euch im Dunkeln zurechtzufinden? Das ist garnicht mal so schwer. Und wenn man weiß, dass man nichts sieht, dann bewegt man sich so, dass man zumindest wieder zurück findet. Alles halb so wild... Ärgerlicher stelle ich mir in z.B. 420ern in der Regel sehr wenig gewissenhaft durchgeführte Stationsansagen vor.
ZitatMan stelle sich einmal vor, diese Geräusche würden induktiv verbreitet. Dann könnte sich derjenige, der das Gepiepse hören will, einfach einen Ohrenstöpsel nehmen und hat sein Ziel erreicht.
Aufgrund der signifikant größeren Ausbreitungsgeschwindigkeit fällt bei allen Induktionsverfahren das Richtungshören flach. Ergo: bringt leider nix. Aber ne schöne Idee, z.B. für Stationsansagen (die müssten dann nicht so laut sein, und würden von Hörgeschädigten trotzdem verstanden).
Ansonsten: Ja, wandelt das infernale Gepiepse bitte in was anders um. Moduliert es z.B. auf einen 100kHz Träger mit nicht nachweisbarer Feldstärke. Der 420 430 ist ja echt übel, die anderen hatte ich noch nicht.