ZitatMal eine provokative Frage: wer von Euch, die Auto fahren, möchte ein technisch 40-50 Jahre alte Auto im Alltagsbetrieb (!) nutzen (Stichwörter: Servo, ABS, Airbag, geringerer Verbrauch bei mehr Leistung)?
Erstens: Ich. Zumindest zum Vergnügen.
Zweitens: Der Vergleich hinkt hart. Die Leistung und das Beschleunigungsverhalten des 420ers ist (nur nen Tick, aber immerhin) BESSER als das der 423. In der Energieeffizienz spielt nur die fehlende Nutzbremse eine wesentliche Rolle (Die die Schweizer auch schon in der Prä-Drehstrom-Ära kannten). Die Bedienelemente benötigen in beiden Fällen keine große Körperliche Fittness. Gleitschutz is ebenfalls bereits im 420 vorhanden.
Wesentliche Aussage ist: Elektrisch angetriebene Schienenfahrzeuge sind bereits deutlich weiter entwickelt als Autos. Und die erzielbaren Fortschritte aus Fahrgastsicht sind quasi nicht vorhanden, außer dass teilweise seit Ewigkeiten bekannte Techniken (z.B. durchgängig begehbare Wagen; Klimaanlagen) vorgeschrieben wurden und endlich mal eingebaut wurden. Wir sind inzwischen an einem Punkt, wo die Entwicklung praktisch stillsteht, und neue Baureihen im Wesentlichen mit neuen Vorschriften gerechtfertigt werden.
Ergo sollte das Ziel sein, langlebige Baureihen zu schaffen, um den Schienenverkehr WIRTSCHAFTLICH und ZUVERLÄSSIG abzuwickeln.
Dies wird aber sowohl von Regierungsseite (Vorschriftensturm) als auch von Bestellerseite (Ungewissheit über Folgeausschreibungen, Forderung von Neufahrzeugen) erfolgreich verhindert.
Nichtsdestotrotz benötigen die 420er hier DRINGEND Ersatz oder eine Modernisierung, und daher ist die Anschlaffung der 430er eigentlich zu begrüßen.