VLEXX kommt nach Frankfurt

  • Zitat

    Da kam die Durchsage, dass die Bereitstellung der RB33 "unbestimmt verspätet" wird. Reisenden bis Gau-Algesheim wurde die Mittelrheinbahn empfohlen.

    Eventuell liegt das auch nur an noch nicht optimal funktionierender Zusammenarbeit zwischen DB Station & Service und Vlexx.

  • Beieindruckend die tolle Live Auskunft auf der Vlexx Homepage. Die fahrten um 10:33 Uhr und 11:33 Uhr von Mainz nach Kirchheimbolanden sollen ja zwischen Mainz und Alzey als Zug und dann als SEV Bus fahren.
    Klickt man jedoch eine der Fahrten an, erscheint dass die komplette Fahrt mit einem Bus durchgeführt wird.
    Bei der Vlexx-Hotline bekam ich dazu folgende Auskunft "Das scheint ein Fehler zu sein, da soll wohl ein Zug fahren. Falls kein Zug kommt melden Sie sich bitte nochmal hier damit wir das weiterleiten können."


    Toller Kundenservice


    Dazu ein Gegenbeispiel von der VIAS. Ab und zu kommt dort auch mal eine falsche oder unverständliche Twitter Meldung auf die Homepage. Wenn ich dann die Hotline anrufe heißt es, dass bei der Transportleitung nachgefragt wird und spätestens 10 Minuten danach bekomme ich einen Rückruf mit einer klaren Aussage. Die Vlexx schreibt überall wie wunderbar sie doch ist, die VIAS schreibt das nicht, die beweist das einfach.

  • Gerade auf der Vlexx-Seite gelesen:


    DAFAQ?! Meint ihr das wirklich ernst?!?
    48 Monate, das sind 4 Jahre! Das ist also eine "kurze Vorbereitungszeit"? Ernsthaft?
    Darf man erfahren, was die Firma in dieser Zeit so getrieben hat? - Sicher, das EBA-Bürokratisten-Geschiß dauert seine Zeit, auch Auftrag zum und Bau der Neufahrzeuge. Trotzdem - 4 Jahre!!! Da erwarte ich von einem EVU, das diese Bezeichnung auch wirklich führen will, aber eindeutig mehr als so eine totale Bruchlandung direkt zum Start, alles andere wirkt auf mich einfach nur massiv dilettantisch und unprofessionell!
    Ja, liebe Leute - wieviel Jahre (!!!) Vorbereitungszeit sollen es denn noch werden? Derer 5? 10? Oder gleich 20? Mal ehrlich - wer es binnen 4 Jahren nicht schafft, seine Vorbereitungen und Tests so durchzuführen, daß die Betriebsaufnahme wenigstens halbwegs klappt und nicht direkt am ersten Werktag der ganze Laden zusammenbricht und erstmal ein wochenlanger Ersatzfahrplan "gezaubert" werden muß, den kann ich als seriösen EVU-Betreiber einfach nicht ernst nehmen.


    Nun, beim Vlexx liegt das vermutlich am fehlenden (!) Personal!
    /Unter Recycling eigener Beiträge aus einem anderen Forum:/


    Es war doch sogar im November in der Tagespresse davon zu lesen, daß von 120 benötigten Tf nur 47 bereitstünden.
    Der »Rest« muß solange mit (teuren) Leihsklaven bestritten werden, bis Vlexx ausreichend eigene Tf hat. Oder man läßt halt Züge ausfallen. Scheint den Aufgabenträger ja nicht zu stören.
    Da haben sich die Verantwortlichen das wohl einfacher vorgestellt mit den BA-Bildungsgutschein-Lehrgängern im Schnellkurs.
    (Ich weiß nicht ob ich es noch richtig in Erinnerung habe: Jemand nannte mal Durchfallquoten von bis zu 80%. Stimmt das?)


    Ich möchte keinem Arbeitnehmer zu nahe treten: Aber es dürfte wohl doch profan eine Frage der Wahrscheinlichkeit sein, welche Sorte Befähigter /Begabter man mit den Bildungsgutscheinen bekommt?
    Diejenigen, die sich bewußt für eine Ausbildung entscheiden, ob Schnellkurs oder klassische EIB, dürften es wohl eher weniger sein.
    Erst recht nicht, wenn man sich die etwas disparaten Niveaus von Entlohnung und Lebenshaltungskosten, letztere für mind. den östlichen Bereich des DSNW, anschaut.


    If you pay peanuts you'll get monkeys.

  • Laut Meldung gerade eben auf Radio RPR laufen Verhandlungen mit der DB, dass diese wieder einen größeren Teil des Verkehrs übernimmt.
    Aktuell muss Flexx demnach bereits Maluszahlungen leisten, die dadurch reduziert werden könnten.

  • Wobei man wahrscheinlich differenzieren muss. Ich habe die Hinweise auf fehlendes Personal so interpretiert, dass aus diesem Grund einzelne Verkehrsleistungen so lange von DB Regio (als Subunternehmer?) erbracht werden, bis die in Ausbildung befindlichen Tfs ihre Ausbildung beendet haben. Damit wäre das Thema Lokführermangel eigentlich abgehandelt. Und ob die von VLEXX angestellten Lokführer wirklich schlechte(re) Arbeit leisten, weil sie vielleicht weniger verdienen, ist ebenso reine Spekulation wie die Annahme, die von Vlexx ausgesuchten Anwärter seien weniger qualifiziert oder gar ungeeignet. Woher nimmt denn die große Bahn ihre Auszubildenden?


    Was sich nach den obigen Schilderungen ansonsten derzeit abspielt, kann deshalb eigentlich nicht mit (zahlenmäßig) fehlenden Lokführern erklärt oder begründet werden. Was den Fahrplan angeht, beruht der ja auch nicht auf autonomen Entscheidungen von VLEXX, sondern auf Absprachen mit dem Aufgabenträger und darauf basierenden Absprachen mit dem Netzbetreiber. Die Vorgaben des Fahrplans dürften vom Aufgabenträger kommen, der bestimmt den Umfang und die Ausgestaltung der zu erbingenden verkehrsleistung. VLEXX oder wer auch immer wird keinen Fahrplan vorlegen, der nicht mit DB Netz abgesprochen ist. Für so was werden vielleicht Fahrplankonferenzen und was nicht alles veranstaltet.


    Beschwerde & Kritik ist angebracht, aber VLEXX-Bashing eher nicht, jedenfalls nicht, solange man nix Genaues weiß.

  • Es war doch sogar im November in der Tagespresse davon zu lesen, daß von 120 benötigten Tf nur 47 bereitstünden.

    Meines Wissens stand dort nur, dass man 47 Tf selbst ausgebildet hat. Wie viele bereits fertig ausgebildete Tf man anwerben konnte, stand dort nicht.

  • kurz Offtopic:


    Wieso warten, bei der S-Bahn kann man zur Zeit das System ab ca. 07:00 in die Tonne treten.



    Ich, weiß, ich weiß... :whistling: Das passiert nun mal, wenn die "Hochroßsitzer" von RMV und S-Bahn-Führungsebene eben einfach nicht auf uns Tf, die wir wissen, was machbar ist und was nicht, hören wollen und unbedingt ihren Dickschädel durchpauken müssen - der 430 ist nun mal kein beim Verstärken oder Schwächen einfach und schnell zu handhabender 420 oder 423; was die Schichten an sich angeht: Tf sind nun mal nur Menschen mit menschlichen Bedürfnissen und keine Maschinen, die 4,5 h am Stück ohne Toilettenpause (!!!) durchknüppeln können (Zitat aus Richtung Leipziger Verkehrsbetriebe, dort habe ich mal einem Kollegen die Schichten gezeigt: "nö, selbst wenn Du jetzt mit Bananen schmeißt: bei aller Liebe nicht!!! Das ist doch keine Arbeitszeit, das ist doch menschenverachtend." - und das von einem Kollegen, der seit runden 40 Jahren im Fahrdienst ist!; und wenn man unbedingt ständig Langzüge mit ständigem An- und Abgehänge, was nun mal seine Zeit dauert, fahren will und die Langzüge ja aber nicht als solche belassen kann, sondern wie gesagt ständig an- und abhängen muß; dazu ständig nur Ultrakurzwenden (in der HVZ; auf der S8 in Wiesbaden aber ganztags), dann natürlich nicht zu vergessen der noch immer für Probleme sorgende RMV-Verspätungstaster mit dem blauen Rand... tja, aber auf Lokführer hören kommt ja noch nicht mal ansatzweise in Frage, WIR bestimmen und weisen an, WIR haben schließlich die Weisheit mit Löffeln gefressen! - bitte, dann fliegen sie eben auf die Schnauze... schlecht für die Fahrgäste, mich stört es hingegen gar nicht.



    Was vlexx angeht: oh doch, ich kann mir die Schadenfreude nicht verkneifen. Wer mit so hohen Ankündigungen und Ansprüchen antritt, der muß sich auch daran messen lassen... logisch sollte das wohl über Billiglöhnerei erreicht werden, und auch klar, daß das eben so nicht funktioniert und denen eben NICHT, wie sie es sich erhofft haben, die Regio-Tf die Bude eingerannt haben. Und was die Bildungsgutschein-Inhaber angeht: jemand, der innerlich keine Lust auf diesen Beruf hat (was ich verstehen kann, das ist nicht jedermanns Sache), von der Hartz-Agentur aber unter Androhung des Entzugs der Lebensgrundlage ("Sanktionen" nennen die das) dazu gezwungen wird - klar wird der nicht begeistert lernen und bei der Sache sein, sondern eben dummerweise die Prüfungen nicht bestehen :whistling: DAFÜR kann ihm die Hartz-Bude ja schlecht Sanktionen reindrücken. - Und wo die DB ihr Personal herbekommt? Durch normale Einstellungsverfahren - aber zum selben "Preis" (d.h. Gehalt) wie wir "Alteisenbahner" auch. Und siehe da, schon bewerben sich die Leute, die Interesse an dem Job haben und ihn auch wirklich machen wollen, und nicht die, die von der Hartz-Bude gezwungen werden.


    Sicher wird auch vlexx einige ehrlich motivierte Mitarbeiter haben, auch Tf. Aber eben nicht genug - und da müssen sie sich fragen lassen, WARUM andere EVU wenigstens genug Tf haben, um ihre Leistungen zu erbringen, sie aber nicht. Würden sie z.B. sagen: jawohl, LfTV der GDL und sag mal vielleicht sogar noch einmalig 1000 oder 2000 € "Wechselprämie" (natürlich OHNE Abzüge auszahlbar!), hätten sie sicher sofort mehr Bewerbungen von bereits ausgebildeten Tf... die bräuchten dann noch die Baureihenausbildung (keine Ahnung, wie lange die auf dem LINT dauert; ich schätze mal, wenn man schon die Diesel-Berechtigung hat, maximal eine Woche), wenn sie sie nicht schon haben, und ggf. (auch wieder nur, wenn sie sie nicht schon mitbringen) die Streckenkenntnis. - Nur leider würde vlexx das, wenn sie das denn auf einmal anbieten würden, reichlich zu spät einfallen - auf solche Ideen muß man kommen, wenn man ein halbes Jahr VOR der Betriebsübernahme schon absehen kann, daß die Personaldecke niemals ausreichen wird, aber nicht großspurig die Betriebsübernahme feiern und dann völlig überrascht tun!


    Tut mir leid, aber diese Kritik muß ich ihnen dalassen.

    Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.

  • Ich, weiß, ich weiß... :whistling: Das passiert nun mal, wenn die "Hochroßsitzer" von RMV und S-Bahn-Führungsebene eben einfach nicht auf uns Tf, die wir wissen, was machbar ist und was nicht, hören wollen und unbedingt ihren Dickschädel durchpauken müssen - der 430 ist nun mal kein beim Verstärken oder Schwächen einfach und schnell zu handhabender 420 oder 423; was die Schichten an sich angeht: Tf sind nun mal nur Menschen mit menschlichen Bedürfnissen und keine Maschinen, die 4,5 h am Stück ohne Toilettenpause (!!!) durchknüppeln können (Zitat aus Richtung Leipziger Verkehrsbetriebe, dort habe ich mal einem Kollegen die Schichten gezeigt: "nö, selbst wenn Du jetzt mit Bananen schmeißt: bei aller Liebe nicht!!! Das ist doch keine Arbeitszeit, das ist doch menschenverachtend." - und das von einem Kollegen, der seit runden 40 Jahren im Fahrdienst ist!; und wenn man unbedingt ständig Langzüge mit ständigem An- und Abgehänge, was nun mal seine Zeit dauert, fahren will und die Langzüge ja aber nicht als solche belassen kann, sondern wie gesagt ständig an- und abhängen muß; dazu ständig nur Ultrakurzwenden (in der HVZ; auf der S8 in Wiesbaden aber ganztags), dann natürlich nicht zu vergessen der noch immer für Probleme sorgende RMV-Verspätungstaster mit dem blauen Rand... tja, aber auf Lokführer hören kommt ja noch nicht mal ansatzweise in Frage, WIR bestimmen und weisen an, WIR haben schließlich die Weisheit mit Löffeln gefressen! - bitte, dann fliegen sie eben auf die Schnauze... schlecht für die Fahrgäste, mich stört es hingegen gar nicht.

    Ist mir noch gar nicht aufgefallen dass, das Stärken und Schwächen beim 430er länger dauert als beim 423er. Woran liegt das denn ?


    Ja es war so schön die letzten zwei Jahre mit der überschlagenen Wende der S8 in Wiesbaden Hbf. Warum hat man die denn wieder abgeschafft (auch wenn die Bauarbeiten zu Ende sind, hätte man doch sehen können dass die Verspätungen bei der S8 dadurch zurück gegangen sind) ? Und das 9 Minuten Wendezeit zu kurz sind, hätte man doch auch an den 10 Minuten Wendezeit der S1 in Wiesbaden sehen können, dort müsste auch eine überschlagene Wende her. Oder aber eine Wende von der S1 auf die S8, jetzt wo nur noch eine Baureihe auf diesen Linien unterwegs ist müsste dass doch machbar sein. Also z.B. Ankunft als S8 um xx.10 Abfahrt als S1 um xx.35 und Ankunft als S1 um xx.24 und Abfahrt als S8 um xx.49, da wäre dann für beiden Linien mehr Puffer zum Aufholen von Verspätung drin und wenn ich das richtig sehe bräuchte man nur einen zusätzlichen Zug, statt zwei zusätzliche Züge bei überschlagener Wende von S8 und S1 getrennt.


    Seit die S8 wieder mit kurzer Wende fährt ist mir mehrfach in Wiesbaden aufgefallen, dass die Verspätung bei der Abfahrt bis zum Erreichen der Abfahrtszeit oder darüber hinaus nicht angezeigt bzw. angesagt wird, obwohl die Ankunftsverspätung schon lange bekannt ist. Beispiel. Die S8 hat in der Ankunft +18 laut Internet. Zur Abfahrtzeit (Wendezeit 9 Minuten) standen die Fahrgäste vor einem leeren Bahnsteig ohne dass die Verspätung auf den Zugzielanzeiger angegeben wurde, es erfolgte auch keine Durchsage.


    Auch bei der DB gibt es also in Sachen Fahrgastinfos oftmals was zu verbessern. Aber was Vlexx sich da leistet, die Fahrgäste teilweise völlig ohne Infos am Bahnsteig stehen lässt, ist das Allerletzte.

  • Nur noch kurz dazu, bevor es wieder zu Vlexx zurück geht:
    Das mit der Wendezeit eskaliert jetzt so stark, dass ich das erste Mal sehe, dass die S8 in Gustavsburg gewendet wird. Was soll das? ...

  • Nur mal am Rande zum Stichwort Betreiberwechsel und Deutsche Bahn. Der in diesem Artikel erwähnte neue Betreiber BVH ist ein 100%iges Tochterunternehmen der Deutschen Bahn mit viel Erfahrung in der Ausrichtung von Stadtbusverkehren. Und Busverkehr dürfte eine weit weniger komplexe Materie sein im Vergleich zum Bahnbetrieb; kein Grund also, "die Bahn" aufs hohe Ross zu setzen.

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  • Als Ergänzung zu Tunnelklick: Man darf auch nicht vergessen, dass bei die ach so "heilige DB" auch ihre Problemchen hatte und hat. Sei es wie jetzt mit Bussen bei der BVH im Frankfurter Westen oder dem Talent 2-Problem. Auch die Inbetriebnahme der TWINDEXX-Doppelstockzüge in Norddeutschland verzögert sich. Oder erinnern wir uns an das S-Bahn-Chaos in Berlin. Auch das hausgemachte Personalproblem bei der S-Bahn hier wird beim Privat-Bashing schnell vergessen. Hinter vlexx steht mit der Länderbahn, die zur Italienischen Staatsbahn gehört, ein nicht gerade kleines und unerfahrenes EVU. Schließlich hält Netinera auch Anteile am metronom oder ODEG.


    Das der Start von vlexx völlig verkorkst ist, steht außer Frage. Aber man sollte jetzt, wo das Problem erkannt ist, dem Unternehmen auch die Zeit der Bewährung geben. Wenn nach den obligatorischen 100 Tagen alles planmäßig läuft, ist der verkorkste Start schnell wieder vergessen.

    Gruß Tommy

  • Die betroffenen Fahrgäste dürften da aber anderer Meinung sein. Es gabt ja auch schon Übernahmen, die reibungsloser verliefen


    Ich will das alles ganz sicher nicht schön reden. Es ist Sch... Nur darf man allem draufhauen nicht vergessen, dass auch bei der "heiligen" DB (siehe Beispiele oben) nicht alles glatt gelaufen ist bzw. läuft und das auch nicht seit gestern. Wenn ich allein an die Verspätungsminuten denke, die ich seit einem halben Jahr bei der S-Bahn gesammelt habe, wird mir übel. Hier vergeht im Moment ebenfalls kein Tag, wo man nicht in irgendeiner verdammten "Störung im Betriebsablauf" hängt und sei es nur die obligartorischen 5 Minuten wegen der Bauarbeiten in Höchst.

    Gruß Tommy

  • Was vlexx angeht: oh doch, ich kann mir die Schadenfreude nicht verkneifen. Wer mit so hohen Ankündigungen und Ansprüchen antritt, der muß sich auch daran messen lassen... logisch sollte das wohl über Billiglöhnerei erreicht werden, und auch klar, daß das eben so nicht funktioniert und denen eben NICHT, wie sie es sich erhofft haben, die Regio-Tf die Bude eingerannt haben. Und was die Bildungsgutschein-Inhaber angeht: jemand, der innerlich keine Lust auf diesen Beruf hat (was ich verstehen kann, das ist nicht jedermanns Sache), von der Hartz-Agentur aber unter Androhung des Entzugs der Lebensgrundlage ("Sanktionen" nennen die das) dazu gezwungen wird - klar wird der nicht begeistert lernen und bei der Sache sein, sondern eben dummerweise die Prüfungen nicht bestehen :whistling: DAFÜR kann ihm die Hartz-Bude ja schlecht Sanktionen reindrücken. - Und wo die DB ihr Personal herbekommt? Durch normale Einstellungsverfahren - aber zum selben "Preis" (d.h. Gehalt) wie wir "Alteisenbahner" auch. Und siehe da, schon bewerben sich die Leute, die Interesse an dem Job haben und ihn auch wirklich machen wollen, und nicht die, die von der Hartz-Bude gezwungen werden.


    Sicher wird auch vlexx einige ehrlich motivierte Mitarbeiter haben, auch Tf. Aber eben nicht genug - und da müssen sie sich fragen lassen, WARUM andere EVU wenigstens genug Tf haben, um ihre Leistungen zu erbringen, sie aber nicht. Würden sie z.B. sagen: jawohl, LfTV der GDL und sag mal vielleicht sogar noch einmalig 1000 oder 2000 € "Wechselprämie" (natürlich OHNE Abzüge auszahlbar!), hätten sie sicher sofort mehr Bewerbungen von bereits ausgebildeten Tf... die bräuchten dann noch die Baureihenausbildung (keine Ahnung, wie lange die auf dem LINT dauert; ich schätze mal, wenn man schon die Diesel-Berechtigung hat, maximal eine Woche), wenn sie sie nicht schon haben, und ggf. (auch wieder nur, wenn sie sie nicht schon mitbringen) die Streckenkenntnis. - Nur leider würde vlexx das, wenn sie das denn auf einmal anbieten würden, reichlich zu spät einfallen - auf solche Ideen muß man kommen, wenn man ein halbes Jahr VOR der Betriebsübernahme schon absehen kann, daß die Personaldecke niemals ausreichen wird, aber nicht großspurig die Betriebsübernahme feiern und dann völlig überrascht tun!


    Chapeau! Bin zwar kein Tf, kann das aber sehr gut nachvollziehen was du schreibst. Und bin da ganz deiner Meinung.


    Vlexx ist sowas wie die neoliberale Scheiße in Reinform: Kosten vergesellschaften, Gewinne privatisieren und sich einen Scheiß darum kümmern, daß man vernünftige und motivierte Mitarbeiter – dazu gehört auch eine anständige Bezahlung! – als sein »Humankapital« (ich hasse dieses Kompositiv!) bezeichnen kann.

  • Was sich nach den obigen Schilderungen ansonsten derzeit abspielt, kann deshalb eigentlich nicht mit (zahlenmäßig) fehlenden Lokführern erklärt oder begründet werden.


    Das hat auch niemand behauptet, daß sie zahlenmäßig zu wenig Fahrpersonal haben.
    Pro bono würde ich selbst DNSW /Vlexx zugestehen, sich rechtzeitig vor Betriebsaufnahme um (teures – tja, Pech gehabt!) Leihpersonal bemüht zu haben. Nachdem auch der letzte Zahlenschubser dort festgestellt haben mußte, daß es mit dem auf dem Papier so schön aussehendem Modell der schnellbesohlten Bildungsgutscheininhaber doch nicht so funktionieren wollte in der Praxis.


    Es soll übrigens unter ausgebildten Tf auch noch Unterschiede geben zwischen Lokführer, Lokfahrer und Lokverwüster. (Oder so.)
    Wie gut, auch weil wie hoch motiviert, ein Schnelldurchläufer von der BA nun die Plastikkiste fährt – Streckenkenntnis setze ich pro bono Vlexx ebenfalls voraus zur Betriebsaufnahme! – darüber sagt eine bestandene Abschlußprüfung nun nicht viel aus.
    Erst recht nicht, wenn der unter Termindruck stehende Arbeitgeber mit in der Ausbildung involviert ist.

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  • Um Leihpersonal bemüht? Ich würde ja gerne für die fahren, aber die Absage mit der Begründung, es stehe ausreichend Personal zur Verfügung, war der größte Witz den ich seit langem gehört habe.
    Nachdem ich dann mal nen Einblick in die Schichten und den Tarifvertrag hatte, wundert es mich keineswegs, dass nicht genug Dumme gefunden wurden (Gastfahrten komplett unbezahlt, keine Anrechnung auf die Arbeitszeit, Schichten mit 11h Länge, bezahlt werden davon aber nur 7h usw usf). Von der ersten Ausbildungsgruppe ist fast keiner mehr da, viele schmeißen schon das Handtuch und haben in der Probezeit direkt wieder gekündigt. Eine Aussage war: VLEXX ist Dilettantismus in Perfektion (<-das war ein Zitat und stammt nicht von mir!).
    Das einzige was funktioniert sind die Fahrzeuge.

    Lunatic-Driver/Luna Dorian
    "Das Leben ist ein Schatten und der wandert,
    ein armer Spieler nur, der seine Stunde auf einer Bühne auf- und abgeht und sich quält,
    und dann ist er verscholln.

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