Riederwaldtunnel - provisorische Führung der U7

  • Ergänzend zu Karls Erläuterungen noch der Hinweis, dass auch alle Ingenieurbauwerke an der Anschlussstelle Friedberger Landstrasse bereits für den 6-streifigen Ausbau der A661 vorbereitet sind. Kurzum. Der Abschnitt Preugesheimer Dreieck-Frankfurt Ost ist planfestgestellt und alle Ingenieurbauwerke für den 6-streifigen Ausbau sind bereits gebaut (Ausnahme Dreieck Erlenbruch). Man muss somit nur noch die Fahrbahntrasse für die Richtungsfahrbahn nach Süden erstellen. Der Verkehr verläuft nämlich heute komplett auf der bereits für 3 Fahrstreifen plus Standstreifen errichteten Richtungsfahrbahn nach Norden. Für die Erstellung der Richtungsfahrbahn nach Süden mit 3 Fahrstreifen plus Standstreifen sind keine großen Erdarbeiten mehr notwendig. Denn der Fahrbahndamm wurde damals in den 1980er Jahren ebenfalls schon errichtet. In Grunde ist da nicht mehr viel zu tun um den 6-streifigen Ausbau fertig zu stellen. Aber noch ist das Bauen ja Ländersache. Der Bund gibt das Geld. Da kann das Land natürlich verzögern, solange der Bund keine Anweisung gibt. Da aber im Rahmen des Länderfinazausgleiches die Länder die Zuständigkeit für Planung, Bau und Unterhalt bei Autobahnen und Bundesstraßen an den Bund verlieren werden, sind solche Verzögerungsspielchen seitens der Länder zukünfig nicht mehr möglich. Zum Glück kann man nur sagen. Dass der dringend notwendige Ausbau der A661 in diesem Abschnitt von den Bürgern der Stadt mehrheitlich abgelehnt wird, bezweifel ich stark. Bis auf die Anwohner des Bornheimer Hangs dürften die meisten Frankfurter für den Ausbau sein.

  • Die A661 ist m.W. zwischen den AS Friedberger Landstraße und Ratsweg bereits für den 8-spurigen Ausbau planfestgestellt. Je Fahrtrichtung sind davon 2 Fahrstreifen für den durchgehenden Verkehr von Kaiserlei nach HG und umgekehrt, je zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung sind für die Einfahrt von Norden nach Osten bzw. von Süden nach Osten in den Riederwaldtunnel und umgekehrt aus dem Riederwaldtunnel jeweils zwei Fahrstreifen nach Süden und nach Norden.


    Das Projekt 6-streifiger Ausbau der A661 zwischen Homburger Kreuz und Kaiserlei würde sich nur auf die durchgehenden Fahrstreifen beziehen, aber nicht für den o.g. schon planfestgestellten Abschnitt. Das Galeriebauwerk Seckbach hat eine Breite von über 38 m, macht pro Fahrtrichtung rd. 19,20 m; das reicht nach den Ausbaurichtlinien für vier Fahrstreifen plus Standstreifen pro Fahrtrichtung (nämlich 2,50 + 3,75 + 3,50 + 3,50 + 3,50 = 16,75 m x 2 = 33,50 m plus Mittelstreifen plus Schrammborde).


    Es könnte allerdings sein, dass mit dem Wegfall des planfestgestellten Alleentunnels auch das planfestgestellte AD Seckbach, also die Einfädelung des Alleentunnels in die A661 entallen ist und damit der 8-spurige Ausbau zwischen AS FB-Ldstr. und Galeriebauwerk Seckbach.

  • Gegner des A661-Ausbaus und des Riederwaldtunnel sagen, dass Letzterer nur gebaut werden dürfe, wenn die A661 sechsspurig sei, weil eine vierspurige Ostumgehung den zusätzlichen Verkehr von der A66 nicht aufnehmen könne. Dies ist bislang aber juristisch ebenfalls nicht festgestellt (also zumindest umstritten).


    Keine Angst: Besagte Gegner haben jüngst im Fernsehen erklärt, dass sie das dann juristisch prüfen lassen. Eine weitere Verzögerung ist damit also schon vorprogrammiert. :rolleyes:


    Bei allen Argumenten gegen den Tunnel und den Ausbau: Ist die tägliche Blechlawine in "Am Erlenbruch" mit all ihren negativen Seiten wie Schadstoffbelastung etc. wirklich die bessere Lösung? Sollten die Gegner vielleicht auch mal bedenken.

    Viele Grüße, vöv2000

  • Dass der dringend notwendige Ausbau der A661 in diesem Abschnitt von den Bürgern der Stadt mehrheitlich abgelehnt wird, bezweifel ich stark. Bis auf die Anwohner des Bornheimer Hangs dürften die meisten Frankfurter für den Ausbau sein.


    Es könnte allerdings sein, dass mit dem Wegfall des planfestgestellten Alleentunnels auch das planfestgestellte AD Seckbach, also die Einfädelung des Alleentunnels in die A661 entallen ist und damit der 8-spurige Ausbau zwischen AS FB-Ldstr. und Galeriebauwerk Seckbach.


    Ich folge inoweit nur dem in diesem Forum vorherrschenden Demokratieverständnis: Wenn bei den letzten drei Kommunalwahlen jeweils mehr als 90 Prozent der Wähler Parteien gewählt haben, die den Bau von Autobahnen und U-Bahn-Tunneln ablehnen, oder mit diesen Parteien koalieren und ihnen das Planungs- und Verkehrsdezernat überlassen, dann sind die Frankfurter Bürger mit dieser Politik einverstanden. Niemand hat sie daran gehindert, andere Parteien zu wählen oder eine eigene Wählervereinigung ("Betonköpfe") zu gründen.


    Und wenn es jetzt wieder heißt: Die Stadtregierungen der letzten 25 Jahre haben den U- und Autobahnbau massiv unterstützt, aber gute Planung brauche halt Zeit, dann war der Verzicht auf den Alleentunnel zumindest "ungeschickt".

  • Trotz allem haben derartige Projekte einen Umkreis. Wenn nicht durch direkte Fahrten über z.B. Riederbruch betroffenen, würde ich mal behaupten, das ab Innenstadt Richtung Westen kaum einer weiß, wo das überhaupt ist. Mit A66 verbinde ich auch im ersten Moment Frankfurt - Wiesbaden. Es gibt auch noch weitere Themen in der politischen Landschaft.

  • Vielleicht kann ausnahmsweise ich mal etwas zur Aufklärung beitragen, auch wenn ich natürlich nicht weiß, was genau Colaholiker "irgendwo" gelesen hat. Mir scheinen da aber verschiedene Planungen. Projekte und Standpunkte miteinander vermischt zu sein. Auch das Folgende ist allerdings nur ungefähr und ohne Gewähr:

    Genau genommen war es eine Kopie eines Zeitungsartikels (ja, so richtig auf Papier), den ein Arbeitskollege vor nicht allzu langer Zeit im Büro dabei hatte. Leider nur der ausschnitt, aus dem für mich auch nicht ersichtlich war, aus welcher Zeitung er stammte.

    - Es gab Pläne zum sechsspurigen Ausbau der A661 zwischen Bad Homburger Kreuz und Offenbach-Kaiserlei, doch diese Maßnahme ist im neuen Bundesverkehrswegeplan in den "weiteren Bedarf" gerutscht . Der vierspurige (!) Ausbau der A661 zwischen Friedberger Landstraße und Erlenbruch ist etwas anderes. (Bislang sind in diesem Abschnitt die vier Fahrspuren "ffm-provisorisch" auf der östlichen Richtungsfahrbahn untergebracht.)
    - Die Galerie Seckbach, auf der die Heinz-Herbert-Karry-Straße überführt wird, soll laut Planfeststellungsbeschluss auch im vierspurigen Ausbau nur die bereits vorhandene östliche Richtungsfahrbahn überdecken. Wie von pocytac geschrieben, sind also - bis auf das Dreieck Erlenbruch - alle Ingenieurbauwerke für den vierspurigen Ausbau der Ostumgehung (A661) bereits fertiggestellt.
    - Es gibt allerdings neuere Pläne der Stadt für eine 400 Meter lange Einhausung der A661 nördlich davon im Bereich Bornheimer Friedhof ("Deckel"), um entlang der Autobahn Wohngebiete entwickeln zu können. Dies ist aber bislang nicht Gegenstand der festgestellten Pläne.
    - Gegner des A661-Ausbaus und des Riederwaldtunnel sagen, dass Letzterer nur gebaut werden dürfe, wenn die A661 sechsspurig sei, weil eine vierspurige Ostumgehung den zusätzlichen Verkehr von der A66 nicht aufnehmen könne. Dies ist bislang aber juristisch ebenfalls nicht festgestellt (also zumindest umstritten).
    - Da der Autobahn- und Tunnelbau allerdings von der Stadt und den Bürgern mehrheitlich abgelehnt wird, sind weitere Verzögerungen leider nicht auszuschließen.

    Von sechs Spuren höre/lese ich gerade zum ersten Mal. Mit Fertigstellung meinte ich erstmal vier vollwertige Fahrspuren statt des von Dir sehr genau beschriebenen Provisoriums. Ob vier vollwertige Fahrspuren den Verkehr aufnehmen können, weiß ich nicht - aber wer da derzeit mal nachmittags lang fährt, sieht, daß das Provisorium dafür definitiv nicht ausreicht. Das ist jetzt schon über der Belastungsgrenze.


    Die Gegner dieses Projektes verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Wenn ich an einer Straße wohnen würde, die rund ein Drittel des Tages einem Parkplatz gleicht, wäre ich heilfroh, wenn irgendwann dort nur noch der lokale Verkehr fließt und der Durchgangsverkehr eine Etage tiefer ist. Meiner persönlichen Meinung nach war es ein großer Fehler, damals (also in den 60ern) nicht gleich den Tunnel zwischen beiden Enden der A66 zu bauen. Wäre diese Autobahn durchgängig, würde das heute viel Durchgangsverkehr auf Ortsstraßen sparen.

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • Weiß jemand die Gründe, warum man seinerzeit die 661 nur provisorisch 4-streifig gebaut hat und nicht gleich vollwertig 4-streifig? Ich betone das Verb "wissen". Vermutungen habe ich natürlich auch.

    "Phantasie ist wichtiger als wie wo Wissen!"


    (Etwas frei nach Albert Einstein)

  • Ich folge inoweit nur dem in diesem Forum vorherrschenden Demokratieverständnis: Wenn bei den letzten drei Kommunalwahlen jeweils mehr als 90 Prozent der Wähler Parteien gewählt haben, die den Bau von Autobahnen und U-Bahn-Tunneln ablehnen, oder mit diesen Parteien koalieren und ihnen das Planungs- und Verkehrsdezernat überlassen, dann sind die Frankfurter Bürger mit dieser Politik einverstanden. Niemand hat sie daran gehindert, andere Parteien zu wählen oder eine eigene Wählervereinigung ("Betonköpfe") zu gründen.


    Und wenn es jetzt wieder heißt: Die Stadtregierungen der letzten 25 Jahre haben den U- und Autobahnbau massiv unterstützt, aber gute Planung brauche halt Zeit, dann war der Verzicht auf den Alleentunnel zumindest "ungeschickt".


    Ich weiß nicht, ob das von Dir beschriebene Demokratieverständnis "das hier im Forum vorherrschende" ist. Ich möchte das bezweifeln. Meines ist es jedenfalls nicht. Auch demokratietheoretisch ist das natürlich nicht so, das bestimmte Wahlentscheidungen über 25 Jahre hinweg Zustimmung zu jeder Sachentscheidung der Regierungen bedeuten. Wo kämen wir denn da hin? Das sieht die Wissenschaft nicht so und selbst die Politiker glauben das ja nicht ...


    Und zum Alleentunnel: Der Verzicht auf diesen war m.E. tatsächlich ungeschickt, so lange man für die im Zuge des Alleenrings bestehenden Verkehrsprobleme keine sinnvolle alternative Lösung in petto hat. Insbesondere das, was sich tagtäglich im Bereich Miquelknoten bis Eckenheimer abspielt, muss dringend gelöst werden!!! Hier ist man meiner Meinung nach nicht weit genug. Ist mit der Idee bzgl. des Umbaus des Miquelknotens zum Großkreisel eigentlich irgendetwas geschehen mittlerweile?

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    (Etwas frei nach Albert Einstein)

  • Von sechs Spuren höre/lese ich gerade zum ersten Mal. Mit Fertigstellung meinte ich erstmal vier vollwertige Fahrspuren statt des von Dir sehr genau beschriebenen Provisoriums. Ob vier vollwertige Fahrspuren den Verkehr aufnehmen können, weiß ich nicht - aber wer da derzeit mal nachmittags lang fährt, sieht, daß das Provisorium dafür definitiv nicht ausreicht. Das ist jetzt schon über der Belastungsgrenze.


    Forumstroll und tunnelklick haben natürlich recht mit ihren Ergänzungen (eigentlich sind es ja Korrekturen :)), dass bereits ein sechs- bzw. achtstreifiger Ausbau der Ostumgehung planfestgestellt war/ist und dass die Ingenieurbauwerke (Talbrücke Seckbach etc.) auch entsprechend dimensioniert sind. Bei der ursprünglichen Planung wären A661 und A66 ja zwischen Dreieck Seckbach und Dreieck Erlenbruch quasi parallel verlaufen (Wechsel der Autobahn durch Wechsel der Spur). Mir ist aber immer noch nicht klar, ob jetzt ohne Dreieck Seckbach sechs Spuren plus Ein- und Ausfädelspuren (AS Friedberger Landstraße, Dreieck Erlenbruch, AS Frankfurt-Ost) vorgesehen sind. - Jedenfalls bezieht sich der zurückgestellte sechsspurige Ausbau der A661 auf den Abschnitt bis Bad Homburger Kreuz, nicht auf die Ostumgehung (da war ich ungenau). Interessant ist allerdings tatsächlich die von tunnelklick angesprochene Frage, ob sich der Wegfall des planfestgestellten Alleentunnels auf die Pläne für die Ostumgehung auswirkt.



    Ich weiß nicht, ob das von Dir beschriebene Demokratieverständnis "das hier im Forum vorherrschende" ist. Ich möchte das bezweifeln.


    Das ist halt mein Eindruck: Die Entscheidungen in der (Verkehrs-)Politik gelten hier - unter den als gegeben angenommenen Randbedingungen, z.B. öffentliche Finanzen - in den allermeisten Fällen als wohlabgewogen und vernünftig, im Forum vorgebrachte Kritik scheint nicht haltbar, Alternativvorschläge scheinen meist nicht (sinnvoll) umsetzbar oder völlig utopisch und nicht im Sinne der Mehrheit der Bürger.

  • Und zum Alleentunnel: Der Verzicht auf diesen war m.E. tatsächlich ungeschickt, so lange man für die im Zuge des Alleenrings bestehenden Verkehrsprobleme keine sinnvolle alternative Lösung in petto hat. Insbesondere das, was sich tagtäglich im Bereich Miquelknoten bis Eckenheimer abspielt, muss dringend gelöst werden!!! Hier ist man meiner Meinung nach nicht weit genug. Ist mit der Idee bzgl. des Umbaus des Miquelknotens zum Großkreisel eigentlich irgendetwas geschehen mittlerweile?


    Das bleibt auch ein grundlegendes Problem. Der Riederwaldtunnel ist ja nur die halbe Miete und dämmt zumindest dann den Autobahnzubringerverkehr durch den Riederwald ein (was schon ein immenser Gewinn ist - meiner Meinung nach vor allem für die Anwohner).


    Die Verbindung der beiden A66-Stücke (was ja mal die Grundidee war) bleibt weiter aus. Wenn also jemand durchfährt, muss er ab dem Autobahnende Miquelallee zumindest bis zum Riederwaldtunnel weiter durch den Stadtverkehr über den Alleenring.


    Die Frage wäre allerdings, wie viele "Durchfahrer" es tatsächlich gibt? Die meisten dürften hierfür eher die A3 nutzen, wahrscheinlich aber auch mangels vernünftiger Alternative.



    Natürlich hätte man sich mit dem sofortigen Bau des Tunnels jetzt auch diesen Thread sparen können - denn dann müsste man sich jetzt nicht um eine provisorische Führung der U7 Gedanken machen. ;)

    Viele Grüße, vöv2000

    Einmal editiert, zuletzt von vöv2000 ()

  • Die Frage wäre allerdings, wie viele "Durchfahrer" es tatsächlich gibt? Die meisten dürften hierfür eher die A3 nutzen, wahrscheinlich aber auch mangels vernünftiger Alternative.


    Genau. "Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten." Der Alleentunnel wird von der Stadt Frankfurt nicht zuletzt deswegen nicht gewollt, weil er für Frankfurt nicht viel bringt und nur Durchfahrer anzieht. Er würde die Abgasbelastung für Frankfurt erhöhen, im Durchschnitt (mit insbesondere Rödelheim und Hausen) auch die Lärmbelastung.


    Im Osten ist es dagegen ein sehr kurzes Stück, das auch der Verkehr nach Frankfurt hinein überwinden muss (oder über die Hanauer, die auch nicht gerade für Kapazitätsreserven bekannt ist). Hier denke ich, der Lückenschluss macht wirklich Sinn.

    Gu-te Freun-de kann man trennen, sagt der Duden, und Fall kommt vor dem Hochmut.

  • Der Alleentunnel wird von der Stadt Frankfurt nicht zuletzt deswegen nicht gewollt, weil er für Frankfurt nicht viel bringt und nur Durchfahrer anzieht.

    Die Argumentation teile ich absolut nicht. Jeder "Durchfahrer", der sich nicht über den Alleenring von A66 zu A66 quält, sondern den Tunnel nutzt, ist ein Auto weniger auf der Straße "oben". Somit entlastet der Tunnel die Verkehrssituation auch für die, die ihn selbst gar nicht nutzen. Außerdem soll es durchaus Leute geben, die im Osten wohnen und im Westen arbeiten und umgekehrt. Die A3 als Alternative zu bezeichnen, wenn man vom östlichen mainnahen Frankfurt ins westliche möchte, ist absurd. Erstens ist die A3 auch dauernd dicht und zweitens ist es ein riesiger Umeg, der die gesparte Zeit wieder auffrißt, dafür aber die Laufleistung, den Spritverbrauch und den Verschleiß hoch treibt. Ich habe es für mich mal ausgerechnet, auf die A661 und durch einen fiktiven Alleentunnel auf die A66 Richtung Wiesbaden ist für mich so ziemlich die gleiche Entfernung wie durch Sachsenhausen, an Hbf und Messe über A648 und Eschborner Dreieck zu fahren. Aber signifikant schneller, mit weniger Ampeln. Über Offenbacher Kreuz - Frankfurter Kreuz - Westkreuz ist es deutlich weiter...

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • Colaholiker, sagt doch gleich - die Pendler werden durch die Strassensituation zum ÖPNV getrieben
    (mit der Normainischen S-Bahn gibts dann auch eine adäquate Verbindung :D )

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Die Diskussion über Sinn und Zweck geplanter oder aufgegebener Autobahntunnel in Frankfurt ist in einem anden Thread vielleicht besser aufgehoben.
    Da ein solcher momentan nicht zur Verfügung steht gebe ich meinen Senf hier zu diesem Thema.


    Es mag in der Tat fragwürdig sein, eine Autobahn im Osten der Stadt abrupt zu unterbrechen um sie im Westen wieder beginnen zu lassen.
    Aber,- war die A66 ursprünglich als durchgehende Autobahn geplant, oder sollte sie das sein, was sie ist,- eine Zuführung der Pendler in die Stadt?
    Ob der Alleentunnel jemals die Kapazität hätte den Durchgangsverkehr aufzunehmen ist fraglich.
    Mit dem Riederwaldtunnel ergibt sich immerhin die Möglichkeit einer durchgehenden Autobahnverbindung A66 Riederwald Dreieck -A661 Offrenbacher Kreuz - A3 Frankfurter Kreuz - A5 Westkreuz - A648 Eschborner Dreieck - A66.
    Oder halt die A3 bis Wiesbadener Kreuz um dort wieder auf die A66 zu kommen.


    Colaholiker:

    Zitat

    Über Offenbacher Kreuz - Frankfurter Kreuz - Westkreuz ist es deutlich weiter...


    Weiter ja,- aber doch schneller wie durch die Stadt?

  • Colaholiker, sagt doch gleich - die Pendler werden durch die Strassensituation zum ÖPNV getrieben
    (mit der Normainischen S-Bahn gibts dann auch eine adäquate Verbindung :D )

    Okay, es ist natürlich auch ein Ansatz, den Straßenverkehr so lange schlechter zu machen, bis der ÖPNV relativ dazu die bessere Alternative ist. Hat was mit dem einäugigigen, der der König unter den Blinden ist. :S


    Weiter ja,- aber doch schneller wie durch die Stadt?

    Wenn die Stadt dicht ist, ist es die Autobahn meist auch. Meine Erfahrung sagt, daß s objektiv keinen wirklichen Unterschied macht - es kommt einem auf der Autobahn nur schneller vor, weil man nicht an Ampeln steht. Wenn's sich mit 20 km/h über die Autobahn quält, spart das auch keine Zeit. Außerdem bedeutet weitere Strecke auch mehr Spritverbrauch. Mehr Autobahn, weniger Stadt verschieben vielleicht den Durchschnittsverbrauch bei meinem Auto um 0,1-0,2l/1mm km nach unten, aber bei rund doppelter Fahrtstrecke kann man sich leicht ausrechnen, daß das ein immenser Mehrverbrauch für die gleiche Strecke ist.

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • HessenMobil nimmt allem Anschein die Tunnelbauarbeiten wieder auf. Ab Oktober werden im Verlauf der Tunneltrasse an der Borsigalle und am Gleisdreieick zum VGF-Betriebshof Leitungsbrücken gebaut:


    Zitat


    Im Vorgriff zur Hauptbaumaßnahme des Tunnels werden drei Querungen für Versorgungsmedien über dem künftigen Tunnel errichtet. Nach Herstellung der Querungen besteht Baufreiheit für die Hauptbaumaßnahme. Die Querungen als Leitungsbrücken stellen keine Behelfskonstruktionen dar, sondern verbleiben im Endzustand in dieser Lage und Höhe als Teil des Tunnels. Ziel ist es, die Versorgungsmedien direkt in die endgültige Lage zu verlegen. Hierzu wird das Baufeld an drei Stellen gekreuzt. Baulich werden keine Behelfsbauwerke, sondern schon Teile des Tunnels (Decke) errichtet. Die vorgesehene Deckelbauweise reduziert den Eingriff in den Baugrund und somit in das Grundwasser.


    Die Arbeiten sollen am 17.10.2017 beginnen und ein Jahr dauern. Im Bereich des Gleisdreiecks ist die Leitungsbrücke Voraussetzung, im nächsten Schritt die Stadtbahntrasse und nebst Zufahrt zum Betriebshof aus dem Hauptbaufeld an den Nordrand zu verlegen zu können. Während die Versorgungsmedien in der neuen Lage bleiben, wird der Schienenweg später auf die Tunneldecke des fertigen Tunnels zurückverlegt. Um von einer verlegten Schienentrasse aus in den Betriebshof einfahren zu können, muss das gesamte Gleisdreieck umgebaut werden. Das Baufeld für die Leitungsbrücke liegt westlich des Gleisdreiecks und der Zufahrtsgleise, d.h. das Gleisdreieck und die Zufahrt werden nach Fertigstellung der Leitungsbrücke komplett umgebaut und angepasst. Aber des dauert noch e bissi....


    Es handelt sich bei diesen Arbeiten um das, was der Hessische Verkehrsminister im vergangenen Dezember angekündigt hatte.

  • Zur Füllung des Sommerlochs ließe sich das zuvor Geschriebene visuell ein wenig ergänzen. Die nachstehenden Plänchen stammen aus einer Präsentation von Hessenmobil im Jahr 2014 im Riederwald zum Bauablauf, deshalb ein bißchen unscharf.


    Bild 1 zeigt das Gleisdreieck im heutigen Zustand:



    Die blaue Fläche zeigt den zuerst hergestellten Teil des Tunnels, der im Übrigen von West nach Ost gebaut wird.



    Um den Tunnel im blauen Bereich herstellen zu können, wird die im Vorbeitrag erwähnte Leitungsbrücke gebaut, die dann Teil des Tunnels, also des blauen Bereichs sein wird. Für den Umbau des Gleisdreiecks reicht die Leitungsbrücke, weil zu schmal, nicht aus. Erst wenn westlich der Leitungsbrücke genug Tunnel fertig ist (roter Bereich), werden Gleisdreieick und Trasse der U7 (lila) verlegt.


    Das Gleisdreieck wird dazu - verkürzt ausgedrückt - über die Längsachse des Tunnels gespiegelt und seitenverkehrt errichtet. Das zeigt Bild 3:




    Weil aber das bestehende Gleisdreieck während des Umbaus in Betrieb bleiben muss, wird der Ersatzbau etwas westlich der heutigen Lage gebaut. Wenn schon für Leitungsbrücke ein Jahr gebraucht wird, dürfte das Gleisdreieck frührestens 2019/2020 umgebaut werden. Den Verlauf der gesamten Ersatztrasse zeigt Bild 4:



    Und wenn der Tunnel fertig ist, wird die Stadtbahntrasse wieder in ihre ursprüngliche Lage zurückverlegt; ob dann auch das Gleisdreieck wieder zurückverlegt wird, lässt sich dem nicht entnehmen.

    4 Mal editiert, zuletzt von tunnelklick () aus folgendem Grund: Link eingefügt; Jahreszahl korrigiert

  • Ich meine mal vor längerer Zeit gehört zu haben, dass bei diesem Bauvorhaben auch das Wendegleis Schäfflestr. mittig zwischen den beiden Streckengleisen umverlegt werden soll, ist das noch aktuell?

  • Wünschenswert wäre ggf. auch, dass das endgültige Gleisdreieck nicht mehr "gleichseitig" angelegt, sondern der Linienweg der U4 etwas "geschmeidiger" gestaltet wird. Eher ein geschwungenes S als das heutige ZickZack, so könnte man da auch mit ein bissl mehr Tempo fahren.


    MfG
    der Musterschüler