RMV-Aufsichtsrat beschließt Erhöhung der Ticketpreise. 3,45 Prozent Tariferhöhung zum 1. Januar 2015.


  • Quelle: RMV Pressemitteilung

    Gruß Tommy

  • Naja, der Bürger hat's ja. Der arbeitenden Bevölkerung darf man ja ungeniert in die Taschen greifen, um Alte, Arme, Kranke, Faule und Politiker mit zu versorgen. Die höheren Ticketpreise sind da doch nur ein weiterer Tropfen auf den heißen Stein. Aber ich will hier jetzt keine Gesellschaftsdebatte lostreten...

    "You shouldn't take life to seriously. You'll never get out alive." (Van Wilder, Party Animals)

  • Und um wieviel Prozent steigen die Bezüge der Sesselpupser in Hofheim? Von dem Geld kommt unterm Strich beim Betriebspersonal doch nix an. :mad:

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • In Frankfurt steigt der Preis der Einzelfahrkarte von 2,60 € auf 2,75€ (das sind ca 5,8%). Damit hat sich die Einführung der Stadttarifgebiete für die Fahrgäste gelohnt, was in diesem Jahr gespart wurde, bezahlen die Fahrgäste im nächsten Jahr.* Das wird aber sicher damit verkauft, dass das Angebot besser wird.


    *Mit der Einführung der Stadttarifgebiete wurden die Tarifanpassung in der Stufe 3 für die Städte gemildert bzw. ausgesetzt.

  • Die Anpassung des Tarifs ergibt sich aus den steigenden Kosten [...], welche als Ergebnis der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des Öffentlichen Personennahverkehrs entstehen.

    Das war abzusehen. Oder habt ihr nicht geglaubt, dass der Arbeits"kampf" als Steilvorlage für eine Preiserhöhung dient?

  • OK, ich steige nun endgültig auf das Fahrrad um und werde das RMV-Jahresabo kündigen.

    Recht hast Du... Ist in der Stadt das beste, kann ich nur empfehlen! Selbst gestern im Regen hab ich keine Lust auf Öffentliche gehabt - gar kein Problem, im Büro hängt der Anzug schön trocken.

  • Das wird aber sicher damit verkauft, dass das Angebot besser wird.


    Da bin ich ja mal gespannt, wie traffiQ die geplanten Verschlechterungen am Wochenende tagsüber verkaufen wird.


    OK, ich steige nun endgültig auf das Fahrrad um und werde das RMV-Jahresabo kündigen.


    Ich überlege auch schon etwas länger, ob ich nicht wieder auf's Auto umsteige und die monatlichen Zahlungen an den RMV in ein neues Auto investiere. Einzig das Parkplatzproblem am Arbeitsplatz schreckt mich da bisher ab.

    Gruß Tommy

  • Gibt es im Internet schon die neue Preistabelle?


    Bin ja mal gespannt, ob Jugendliche weiter so abgezockt werden, wie die Jahre zuvor.


    Ach und schwärmt uns der RMV nicht eigentlich seit Jahren vor, dass er eine Tarifreform rausbringen will? Wenn man bedenkt, dass man heute in den Sonderstatusstädten, mit größtenteils weniger als 100000 Einwohnern, 2,10€ für eine Einzelfahrt blechen muss und das mit einer Millionenstadt wie Köln, wo die Einzelfahrt fürs gesamte Stadtgebiet 2,80€ kostet, vergleicht, muss man sich doch fragen, ob hier im RMV nicht einiges schiefläuft?!

    Liebe Grüße,
    Krabe98

  • Zu welchem Prozentsatz steigen eigentlich die Spritpreise durchschnittlich?

    Folgende Tabelle im Internet zeigt
    http://de.statista.com/statist…enzin-seit-dem-jahr-1972/



    2013 159,2
    2012 164,5
    2011 155,4
    2010 141,6
    2009 127,8
    2008 139,9
    2007 134,4
    2006 128,9
    2005 122,3
    usw.


    Die Benzinpreise sind die letzten Jahre also deutlich mehr gestiegen als "nur" 3,45 Prozent.
    Aber sie sind auch mal gefallen, was man vom RMV leider nicht behaupten Kann ;( :S

    Ein Taktfahrplan für alle, alle für einen Taktfahrplan.

  • Der Verweis auf die allgemeine Inflationsrate ist so wenig hilfreich wie der auf die Benzinpreise. Erstere besagt gar nichts und zweitere wirken sich nicht so stark aus wie meistens unterstellt wird. Wesentlich wirksamer sind die Erhöhung der Trassen- und Stationspreise im SPNV und die Finanzierungskosten für Infrastruktur und Fahrzeuge. Seit Jahren - nur mal als Beispiel - steigen die Fehlbeträge der VGF infolge teuerer Infrastrukturmaßnahmen und Beschaffung neuer Fahrzeuge. Die Herstellung der Barrierefreiheit gibts ebensowenig umsonst wie die seit Jahren konsequent betriebene Sanierung der Schienenwege und die Verstärkung der Fahrstromversorgung; wahrscheinlich gibts noch einige Maßnahmen mehr. Die Neubauvorhaben SL 18 und SL 17 werden zum Teil ebenfalls durch die VGF finanziert, nicht zu reden von den Umbauten in StZW, dem Neubau der Gleiswerkstatt, DFIs... Es liegt doch auf der Hand, dass diesbezügliche Kosten irgendwo eingepreist werden. Was soll das Gejammer? Woher soll die Kohle denn kommen?

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  • Wenn man bedenkt, dass man heute in den Sonderstatusstädten, mit größtenteils weniger als 100000 Einwohnern, 2,10€ für eine Einzelfahrt blechen muss und das mit einer Millionenstadt wie Köln, wo die Einzelfahrt fürs gesamte Stadtgebiet 2,80€ kostet, vergleicht, muss man sich doch fragen, ob hier im RMV nicht einiges schiefläuft?!

    Was läuft denn schief? Glaubst du, der Personen-, Platz-, Fahrzeug- oder sonst ein -kilometer kostet in Bad Homburg, Offenbach, Darmstadt oder Rüsselsheim weniger als in Frankfurt oder Köln?


  • Die Spritpreise sind von 2005 bis 2013 durchschnittlich 3,35% p.a. gestiegen. Nicht deutlch mehr, sondern geringfügig weniger.

    Einmal editiert, zuletzt von Benedikt ()

  • Der Verweis auf die allgemeine Inflationsrate ist so wenig hilfreich wie der auf die Benzinpreise. Erstere besagt gar nichts und zweitere wirken sich nicht so stark aus wie meistens unterstellt wird. Wesentlich wirksamer sind die Erhöhung der Trassen- und Stationspreise im SPNV und die Finanzierungskosten für Infrastruktur und Fahrzeuge. Seit Jahren - nur mal als Beispiel - steigen die Fehlbeträge der VGF infolge teuerer Infrastrukturmaßnahmen und Beschaffung neuer Fahrzeuge. Die Herstellung der Barrierefreiheit gibts ebensowenig umsonst wie die seit Jahren konsequent betriebene Sanierung der Schienenwege und die Verstärkung der Fahrstromversorgung; wahrscheinlich gibts noch einige Maßnahmen mehr. Die Neubauvorhaben SL 18 und SL 17 werden zum Teil ebenfalls durch die VGF finanziert, nicht zu reden von den Umbauten in StZW, dem Neubau der Gleiswerkstatt, DFIs... Es liegt doch auf der Hand, dass diesbezügliche Kosten irgendwo eingepreist werden. Was soll das Gejammer? Woher soll die Kohle denn kommen?

    Wenn du die Kostenseite betrachtest, sicher. Aber auf Kundenseite ist der Vergleich mit der Inflationsrate oder noch besser mit dem Nominallohnzuwachs angebracht. Und da liegt der RMV, wenn mich nicht alles täuscht, mit seinen jährlichen Preisanpassungen deutlich drüber. Dass kann man sich auch nur erlauben, weil im Rhein-Main-Gebiet eine hohe Kaufkraft vorhanden ist. Geringverdiener fallen da jedoch unter den Tisch.


    Schon jetzt muss ein Arbeitnehmer, der den bald gesetzlichen Mindestlohn verdient, knapp 10% seines Einkommens berappen, wenn er sich eine Monatskarte kaufen will, um eine Tarifzone nach Frankfurt reinzupendeln.

  • Was soll das Gejammer? Woher soll die Kohle denn kommen?

    Das fragt sich der gemeine Fahrgast auch. Die Gehälter sind zwar in den letzten Jahren wieder etwas stärker gestiegen, aber selbst die Tarifabschlüsse mit 3%+x haben meistens Laufzeiten von weit mehr als zwölf Monaten, sodass effektiv nur ein Gehaltsplus von 1,5 - 2% p.A. drin ist - ziemlich genau die Höhe der aktuellen Inflationsrate.


    Wir sollten eher mal die Bundes- und Landespolitik in die Verantwortung nehmen. Die Regionalisierungsmittel zur Bestellung von Nahverkehrsleistungen durch die Länder hat man 2006 massiv gekürzt; seit 2007 steigen sie nur noch um magere 1,5% pro Jahr. Die seinerzeitige schwarz-gelbe Landesregierung hat nicht nur die Zuschüsse für Fahrzeugbeschaffungen gestrichen, sondern auch versucht, die ebenfalls zur ÖPNV-Finanzierung der Kommunen genutzte Stellplatzablöse zu kippen. Und Bundesmittel gibt es nur für Neubau, nicht aber für den Unterhalt bestehender Infrastruktur, die damit komplett an Kommune/Verkehrsbetrieb hängen bleibt.


    Klar dass da das Geld knapp wird. Nur das Prinzip Angebotskürzungen + saftige Preiserhöhungen wird nach und nach die wahlfreien Fahrgäste aus den Öffentlichen treiben, die Fahrgastzahlen und damit den Kostendeckungsgrad nach unten treiben und das Problem weiter verschärfen. Wenn nicht endlich solide, Angebotsausweitungen und Infrastrukturausbau/unterhalt sichernde Finanzierungsinstrumente bereitgestellt werden, sehe ich für die Zukunft schwarz.

  • Seit Jahren - nur mal als Beispiel - steigen die Fehlbeträge der VGF infolge teuerer Infrastrukturmaßnahmen und Beschaffung neuer Fahrzeuge.

    Und damit ist ein Teil des Problems hausgemacht. Man hätte die Beschaffung von neuen Fahrzeugen auch über mehr Jahre ziehen können, und somit pro Jahr weniger Geld in diesen Topf werfen brauchen. Hätte man bei der Straßenbahn beispielsweise erstmal umgesetzt, jede zweite Fahrt niederflurig anzubieten. Irgendwo (ich weiß nicht mehr wo) habe ich sowas mal auf einem Aushangfahrplan gesehen. Wer mit den großen Hunden pinkeln will, muß eben zusehen, daß er auch das Bein hochkriegt. Oder im Bereich der U-Bahn hätte man, statt die ganzen Bombardier-Plastikeimer zu kaufen, ähnlich wie Köln und Bonn es mit den B-Wagen vorgemacht haben, die U2-Wagen zu einem Bruchteil der Kosten grundmodernisieren können. Wollte man nicht, jetzt ist die Kasse leer. Oooch, eine Runde Mitleid.

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • Was läuft denn schief? Glaubst du, der Personen-, Platz-, Fahrzeug- oder sonst ein -kilometer kostet in Bad Homburg, Offenbach, Darmstadt oder Rüsselsheim weniger als in Frankfurt oder Köln?


    Ich sehe das aus Sicht des Fahrgasts. Und diese sagt mir eben, dass man in Köln für fast gleiches Geld viel mehr geboten bekommt (dichterer Takt, viel größeres Streckennetz etc.), als in Bad Homburg, Offenbach, Gießen usw.


    Als "Otto Normalverbraucher" interessieren mich doch keine Fahrzeugkilometer oder ähnliches. Mir geht es darum, dass ich den ÖPNV zu angemessenen Preisen nutzen kann.
    Mobilität wird im RMV mehr und mehr zum Luxusgut und das ist das was wir umbedingt verhindern müssen! Aber solang sich an der politischen Stellung nichts ändert, ist es ja auch klar, dass einzig und allein durch höhere Fahrpreise die Defizite eingespart werden können. Es geht im 21. Jahrhundert alles auf Kosten der Bürger - für lauter, zum Teil sinnlose, Projekte ist Geld da, aber nicht für die eigentlich wichtigen Dinge in diesem Land!

    Liebe Grüße,
    Krabe98