Ständige Verspätungen und Fahrtausfälle [ursprünglich: Ständige Verspätungen S1]

  • Vielleicht muss auch einfach zur Kenntnis nehmen, dass es mit einer zentralen Stammstrecke ein strukturelles Merkmal gibt, welches die Auswirkungen bestimmter, an sich nur geringfügiger Störungen enorm vergrößert, indem es die Auswirkungen ggf. große Teile des Netzes überträgt. Das ist ein strukturelles Problem, das man unter den gegebenen Bedingungen (8 von 9 Linien durch den City-Tunnel, hohe Zugdichte, Ausrichtung der Linien auf das Zentrum) nicht lösen kann, auch wenn man sich noch so drüber aufregt. Die Idee einer zentralen City-Stammstrecke galt mal als das Non-plus-ultra der Verkehrsplanung.

  • In diesem Fall war das Problem aber nicht auf der Stammstrecke, sondern hat hauptsächlich (neben einen Stellwerksproblem in Niedernhausen) S1+S2 getroffen. Nur für die betroffenen Fahrgäste ist das völlig egal, die Bahn kommt halt schlicht und ergreifend nicht.

  • Nur für die betroffenen Fahrgäste ist das völlig egal, die Bahn kommt halt schlicht und ergreifend nicht.

    Dann mögen sie aber auch bitte sagen "Meine (eine) Bahn ist nicht gekommen" und nicht "das gesamte System funktioniert nicht". Das ist eine unzulässige Verallgemeinerung - außer es würde jeden Tag die gleiche S-Bahn aus dem genau gleichen Grund ausfallen. Aber selbst dann ist es allenfalls ein systematisches Teilproblem für nur genau diese eine betroffene Bahn und nicht für das Gesamtsystem.

    Ich sag' ja auch nicht, daß meine Spülmaschine kaputt ist, wenn an einem einzelnen Messer mal ein Speiserest hängengeblieben ist.

  • Aber selbst dann ist es allenfalls ein systematisches Teilproblem für nur genau diese eine betroffene Bahn und nicht für das Gesamtsystem.

    Ganz genau aus diesem Grund ist es auch verhältnismäßig einfach dieses Problem zu beseitigen, um durchaus vorkommende Übertragungen auf andere Netze durch Verspätungen zu minimieren.

  • Nur die Häufigkeit derartiger Vorkommnisse ist auffällig.


    Aktuell: Aufgrund plötzlicher Bauarbeiten am westlichenn Ende erleidet die S2 erneut massive Verspätungen und aller Wahrscheinlichkeit auch Ausfälle im Abschnitt nach Niedernhausen.


    Heute beispielsweise schon der zweite Vorfall bei der S2.

    Nebenbei, die S9 war heute zwischenzeitlich auch mal wieder Gast auf der Strecke via Höchst.

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  • Ich nehme mal die Vorlage und berichte, dass meine beiden DB-Pendelfahrten heute mit +1 und -2 zu Ende gingen. Zugegeben: woanders, und zugegeben: keine S-Bahn, aber trotzdem: Auf 19 Minuten Fahrzeit zwei zu sparen finde ich gut. Gestern war die Hinfahrt statt 17 Minuten nur 16 lang.

  • Ganz genau aus diesem Grund ist es auch verhältnismäßig einfach dieses Problem zu beseitigen, um durchaus vorkommende Übertragungen auf andere Netze durch Verspätungen zu minimieren.

    Das sagt sich so leicht. Sobald Du (nicht nur auf Frankfurt bezogen) eine wie auch immer geartete Gemeinschaftsstrecke hast, überträgt sich das eine immer auch auf das andere. Selbstverständlich kannst Du auch mehrere Gemeinschaftsstrecken bauen (siehe zweite Stammstreckenplanungen hier oder in München oder real vorhanden in Madrid), aber die werden Dir im Einzelfall auch nicht den Tag retten. Denn im Zweifelsfall sind beide Strecken optimal belegt (wir wollen ja mehr Verkehr auf die Schiene) und sobald Du dann eine sperren mußt, wird die andere den Verkehr nicht komplett übernehmen können. Du kannst natürlich auch für jede Linie ihren eigenen Tunnel bauen, aber erstens sind das exorbitante Kosten, zweitens passen "10" Tunnel nicht neben- oder übereinander, also mußt Du die Linien über allerlei verschiedene Routen führen, damit hast Du dann drittens genügend Beschwerden, weil die S-Bahn 35 damit nicht mehr über die Konsti fährt und viertens kannst Du das Konzept in Paris bei der Metro bewundern, wie das dann ganz toll ist, wenn sich elf Tunnel irgendwo kreuzen und begegnen sollen.


    Nein, es wird immer Probleme und dumme Situationen geben, egal was und wie Du investierst. Die Diskussion um das Einzäunen von Strecken ist so ein müßiges Beispiel (wie von mir ja neulich erwähnt). "Dann gäbe es keine Unfälle/Suizide mehr". Nee, Pustekuchen. In England ist alles eingezäunt, trotzdem passieren "Dinge". Überschlagene Wenden, ja, hilft in vielen Fällen etwas abzupuffern. Es wird aber trotzdem weiterhin Situationen geben, wo nicht ein Zug, sondern zwei oder drei Züge an der Endstation permanent warten müßten.


    Wir leben nunmal in einer Welt, in der die Zukunft unbekannt ist und niemand eine Glaskugel hat. Keiner kann voraussagen, ob nicht morgen oder übermorgen oder nicht vielleicht schon gerade, wo ich diese Zeilen schreibe, das nächste Kind mit Luftballon in der Hand die Rolltreppe zum Bahnsteig an der Hauptwache runterfährt...

  • Ich nehme mal die Vorlage und berichte, dass meine beiden DB-Pendelfahrten heute mit +1 und -2 zu Ende gingen. Zugegeben: woanders, und zugegeben: keine S-Bahn, aber trotzdem: Auf 19 Minuten Fahrzeit zwei zu sparen finde ich gut. Gestern war die Hinfahrt statt 17 Minuten nur 16 lang.

    Dagegen meine Farten mit der S-Bahn heute:

    Erste: Ausfall bzw. Alternative genutzt, zweite pünktlich, dritte lediglich vier Minuten Verspätung, vierte wieder eine 10 min Garantie.

    Ist jetzt täglich so, aber leider auch keine Seltenheit.

  • Bevor wir jetzt anfangen, alle unsere pünktlichen, verspäteten oder ausgefallenen S-Bahn-Fahrten zu posten, schlage ich eine differenzierte Betrachtung vor. Hierzu ein paar Statements von mir, zugegebenermaßen können diese auch subjektiv sein.


    1. ) Störungen im ÖPNV werden von den Fahrgästen als nerviger empfunden als Staus auf der Straße. Das hat strukturelle Gründe: Der wartende Fahrgast ist der Witterung ausgesetzt und hat mitunter auch nervige Mitwartende an der Haltestelle. Im Auto - auch wenn es im Stau steht - sitzt man in der Regel im Warmen, kann sich normalerweise seine Mitfahrer/Innen aussuchen und auch die Musik der eigenen Wahl. Da ist die halbe Stunde Stau im Auto durchaus netter als an der Haltestelle.

    2.) Störungen bei S-Bahn oder Regionalbahn sind schon deshalb meist wesentlich unangenehmer, weil z.B. der Ausfall einer Bahn beim 30 Minuten eine halbe Stunde Verspätung heißt. Eine ausgefallene Straßen- oder U-Bahn bedeutet dagegen im Normalfall nur 5 - 10 Minuten später anzukommen.

    3.) Die U-Bahn-Haltestellen sind, wie der Name schon sagt, oft im Untergrund, und man wartet wenigstens trocken und warm. S-Bahn-Haltestellen sind dagegen, außer bei den Stammstrecken in F und OF, an der Oberfläche - also mehr oder minder stark der Witterung ausgesetzt. Der Halt in Zeilsheim ist für mich sogar ein ausgesprochen unangenehmer Windkanal, weil er halt mit wenig Witterungsschutz in erhöhter Lage in der Hauptwindrichtung bei Schlechtwetter liegt.


    Das schon einmal, warum aus meiner Sicht Störungen bei S- und Regionalbahn zunächst einmal grundsätzlich wesentlich unangenehmer auffallen, ohne dass die Bahn etwas dafür kann.


    Nun zu den weiteren Einflüssen:

    4.) Gerade bei der Deutschen Bahn vermitteln einige Haltestellen mir einen sehr verwahrlosten Zustand und wirken auf mich, als seien die letzten Renovierungsarbeiten bei der Einrichtung als S-Bahn-Haltestelle in den 70er Jahren erfolgt. Griesheim, Farbwerke, Zeilsheim, Eschersheim, Frankfurter Berg, Berkersheim, Frankfurt-Ost und Mainkur sind besonders unangenehme Halte allein im Stadtgebiet. Viele Stadtbahn-Haltestellen sind dagegen ausgesprochen als Kunstwerke gestaltet.

    5.) Die Fahrgast-Info der Deutschen Bahn bei Störungen erscheint mir deutlich schlechter als die der VGF.

    6.) Ich habe den Eindruck, dass Störungen bei der S-Bahn Rhein-Main deutlich häufiger auftreten als etwa bei der Stadtbahn. Bei der S-Bahn betrifft es nach meinem Eindruck bevorzugt die Ost-West-Achse S 1 / 2 / 8 / 9 deutlich häufiger als die Nord-Süd-Achse S 3 / 4 / 5 / 6 - mal baustellenbedingte Störungen der S 6 abgesehen. Insofern kann Holger frohgemut über seine pünktliche S 3 berichten, während Tommy öfter Ausfälle der S 2 vermeldet.

    7.) Störungen scheinen - wegen der dann größeren Zugdichte und der daraus resultierenden höheren Empfindlichkeit des Systems - bevorzugt in den Hauptverkehrszeiten aufzutreten. Also gerade dann, wenn die Fahrgäste zu Terminen (Arbeit, Behörden etc., Fernverkehr) oder "nach Hause" wollen.

    8.) Ein Teil der Störungen liegt für mich in der Überlastung des Gesamtsystems begründet. Einzige mögliche Konsequenz für mich ist daraus, die Engpässe mit Vorrang zu beheben - und zwar vor Netzerweiterungen. Insofern macht es für mich wenig Sinn, an anderer Stelle über einen zusätzlichen Halt der S 5 an der Heerstraße zu diskutieren, wenn erst einmal das Gesamtsystem auf die den heutigen Gegebenheiten entsprechenden Anforderungen gebracht werden muss.

    9.) Ein anderer Teil der Störungen ist dagegen der Bahn anzulasten - vor allem der Umgang mit Störungen. Dazu gehören die entsprechenden Infos und zeitgemäße Bahnhöfe.

    10.) Und ein weiterer Teil der Störungen ist wirklich von außen verursacht. Das mag das auf dem Bahnübergang steckengebliebene Auto sein, die menschlichen oder tierischen Spaziergänger auf den Gleisen oder auch der Luftballon in der Oberleitung.

  • Was ist denn ein "AGEBOT"?

    Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.