Sammelthread: Bauarbeiten auf der B-/D-Strecke - Linien U4/U5

  • Oh, Entschuldigung! Selbstverständlich war das mit dem Schwachsinn auf die Aussage von traffiQ und VGF bezogen! Tut mir leid, dass das hier natürlich total Missverständlich war :rolleyes: sorry! :S

    Ist ja nichts passiert. Verbuchen wir bei dem Thema unter im Eifer des Gefechts. ;)

    Gruß Tommy

  • Auch die angedrohte Räumung eines Wagens der Linie 12 über die hier - im FNF - berichtet wird, findet sich darin wieder.

    Hoffentlich haben das auch die Verantwortlichen gelesen um dem entsprechenden Mitarbeiter die Unternehmenslinie näher zu bringen.

  • Der Fisch stinkt vom Kopf her.

    Völlig richtig in Bezug auf die Planung des Ersatzverkehrs und die entsprechende Kommunikation.

    Der entsprechende Mitarbeiter kann am allerwenigsten dazu etwas, der ist genauso ein Opfer der Umstände wie die Fahrgäste.

    Doch, der hat sich massiv im Ton vergriffen. Wenn Fahrgäste die Bahn blockieren ist das vielleicht ein Betriebshindernis aber kein Verbrechen. Schließlich zahlen die auch dafür. Davon abgesehen, glaube ich kaum, dass das Unternehmen es gerne sieht, wenn der Fahrer selbst die Polizei rufen würde. Wenn überhaupt wäre das eine Tätigkeit des Vorgesetzten. Und dafür müsste erst einmal ein Grund bestehen.


    Und das Unternehmen wüsste genau, dass es an diesem Schlamassel selbst schuld ist, also würde dieses es garantiert nicht riskieren in so ein schlechtes Licht zu geraten.

  • Und Montag wäre das in der Zeitung mit den vier großen Buchstaben groß rausgekommen.

    Sag' ich doch. Meinst du, dass dies die VGF will?! Das ruiniert ruck-zuck das Image. Da kann man noch so viel Geld in Dialogschulungen der Servicemitarbeiter stecken, nach außen hin legen die Leute die Maßstäbe an das Personal an, welches sie letztlich "auf der Straße" sehen.

  • Was uns erneut zur Erkenntnis bringt, dass die Fehlplanung hier ein Versagen der Führungsebene darstellt. Einfach weil es unverantwortlich ist, Fahrgäste UND Betriebspersonal in eine solche Situation zu bringen. Und nach den Ereignissen der Vorwochenenden würde ein Jurist zweifelsfrei auch noch einen Vorsatz erkennen.

  • Davon abgesehen, glaube ich kaum, dass das Unternehmen es gerne sieht, wenn der Fahrer selbst die Polizei rufen würde.

    Vom Privathandy aus wird er das auch nicht gemacht haben, sowas ist über die Leitstelle abzuwickeln. Diese entscheidet dann über den Polizeieinsatz und ruft sie ggf. herbei. Darüber, dass sie tatsächlich vor Ort war habe ich nichts gelesen, insofern dürfte es bei der bloßen Androhung geblieben sein, oder?

  • insofern dürfte es bei der bloßen Androhung geblieben sein, oder?

    Es blieb wohl bei der Androhung, so verstehe ich das auch. Aber das reicht doch schon. Wenn ich so als Geschäftsmann mit meinen Kunden umgehen würde, hätte ich keine mehr.


    Den Werbekampagnen nach zu urteilen nehmen die Beteiligten richtig viel Geld in die Hand um neue Fahrgäste zu gewinnen, dies funktioniert aber nicht, in dem das von oben herab den Mitarbeitern auf's Auge gedrückt wird. Ganz im Gegenteil: Der Servicegedanke muss von unten an gelebt werden. Dass die Bahnen durch die Stadt fahren, darf keinesfalls als Selbstzweck aufgefasst werden.


    Gerade in den Situationen, in denen es schwierig wird, kommt es darauf an, als Dienstleister souverän auftreten zu können. Nötigenfalls bedarf es dazu auch Schulungen, wie man mit Stress richtig umgeht. Woher der letztlich kommt ist für die Bewältigung des Einzelfalls unerheblich, dies kann lediglich dazu beitragen, dass es in zukünftigen Fällen besser gemacht wird. Wenn die Situation aber bereits besteht, hilft es nur damit richtig umgehen zu können.

  • Was sollte stattdessen getan werden?


    Bei der Großen Bahn kommt es leider auch vor das geräumt werden muss. Das ist nicht schön und für alle beteiligten sehr ärgerlich, aber es gibt Situationen, in denen es nicht mehr anders geht.


    Man sollte auch bedenken, was passiert, wenn die Bahn dadurch für eine längere Zeitspanne nicht weiterfährt. Es könnte zu einem immer größeren Gedrängel kommen, was für den einen oder anderen mehr als unangenehm werden kann.



    Es blieb wohl bei der Androhung, so verstehe ich das auch. Aber das reicht doch schon. Wenn ich so als Geschäftsmann mit meinen Kunden umgehen würde, hätte ich keine mehr.


    Den Werbekampagnen nach zu urteilen nehmen die Beteiligten richtig viel Geld in die Hand um neue Fahrgäste zu gewinnen, dies funktioniert aber nicht, in dem das von oben herab den Mitarbeitern auf's Auge gedrückt wird. Ganz im Gegenteil: Der Servicegedanke muss von unten an gelebt werden. Dass die Bahnen durch die Stadt fahren, darf keinesfalls als Selbstzweck aufgefasst werden.


    Gerade in den Situationen, in denen es schwierig wird, kommt es darauf an, als Dienstleister souverän auftreten zu können. Nötigenfalls bedarf es dazu auch Schulungen, wie man mit Stress richtig umgeht. Woher der letztlich kommt ist für die Bewältigung des Einzelfalls unerheblich, dies kann lediglich dazu beitragen, dass es in zukünftigen Fällen besser gemacht wird. Wenn die Situation aber bereits besteht, hilft es nur damit richtig umgehen zu können.

  • Ich würde auch gerne mal wissen, was eigentlich das Problem dabei ist, wenn Fahrpersonal darauf achtet, dass sicher gefahren kann und dieses versucht, sicherzustellen - im Falle von Fahrgästen, die unkooperativ sind, eben mit Hilfe der Polizei.


    Oder was genau übersehe ich hier?

  • Ich würde auch gerne mal wissen, was eigentlich das Problem dabei ist, wenn Fahrpersonal darauf achtet, dass sicher gefahren kann und dieses versucht, sicherzustellen - im Falle von Fahrgästen, die unkooperativ sind, eben mit Hilfe der Polizei.


    Oder was genau übersehe ich hier?


    Aus meiner Sicht ist das Problem, dass der Sicherheitsaspekt von vielen Fahrgästen nicht wahrgenommen wird. Stattdessen wird eine Räumung als reine Schikane interpretiert.

    Gruß, 420 281-8
    Jeder Mensch hat ein zweites Gesicht ...

  • Ich würde auch gerne mal wissen, was eigentlich das Problem dabei ist, wenn Fahrpersonal darauf achtet, dass sicher gefahren kann und dieses versucht, sicherzustellen - im Falle von Fahrgästen, die unkooperativ sind, eben mit Hilfe der Polizei.


    Oder was genau übersehe ich hier?


    Genau das denke ich auch die ganze Zeit, der Fahrer wird das nicht zum Spaß gesagt haben.

    Freue mich über Euren Besuch auf meinem Kanal für Bahnvideos in HD auf YouTube

  • Einziges Problem bei der ganzen Sache ist, dass VGF / Traffiq versagt haben, indem man, obwohl man wusste dass mit entsprechenden Fahrgastströmen zu rechnen ist, keinerlei Ersatz geboten hat. Weder verstärkte 12 noch irgendein SEV mit Bus und obendrein noch nicht einmal Servicepersonal (hätte man als Minimum erwarten können).
    Hausgemachtes Chaos by ViehtransportGesellschaftFrankfurt :thumbup:


  • Genau das denke ich auch die ganze Zeit, der Fahrer wird das nicht zum Spaß gesagt haben.

    Ich setze an der Stelle mal einen Link auf den Thread [Presseschau] SZ – Überfüllter Meridian-Zug: Fahrgäste müssen Zug verlassen . Ohne selbst Zeuge gewesen zu sein, wie voll besetzt die fragliche Straßenbahn bei dem hier besprochenen Vorfall gewesen ist, dürften die technischen Gründe, die bei Überbesetzung ab einem bestimmten Punkt eine (teilweise) Räumung erforderlich machen, im Prinzip die gleichen wie bei dem Vorfall auf dem Meridian gewesen sein.


    (Auch die Reaktion der Passagiere auf die Ansprache, es sei erforderlich, dass eine gewisse Zahl ausstiege, dürfte im Wesentlichen die gleiche gewesen sein: "Bevor ich aussteige, warte ich erst mal ab, ob es ein anderer macht…")



    Bei Straßenbahnen sehe ich besonders bei Weichen mit Flachrillenabschnitten, wie sie im straßenbündigen Bereich erforderlich sind, eine erhöhte Entgleisungsgefahr bei zu starker Beladung und entsprechend reduzierten Federwegen. Außerdem würde ich etwa im Falle einer Gefahrenbremsung bei einer übervollen Straßenbahn ein deutlich höheres Risiko sehen, dass beispielsweise ein ganzer Pulk von stehenden Fahrgästen zu Fall kommt, wobei die "unteren" erheblich verletzungsgefährdet wären.

    Fág an Bealach!

  • Aus meiner Sicht ist das Problem, dass der Sicherheitsaspekt von vielen Fahrgästen nicht wahrgenommen wird. Stattdessen wird eine Räumung als reine Schikane interpretiert.

    Wenn die Kommunikation nicht stimmt, dann kann das so missverstanden werden.


    Die einfachste Möglichkeit wäre doch: "Sehr verehrte Fahrgäste, es tut uns Leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir aus Sicherheitsgründen nicht weiterfahren können, da zu viele Personen zugestiegen sind. Wir möchten daher einige Fahrgäste bitten aus der Bahn aus zu steigen und die nächste Fahrt zu nutzen. Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die Ihnen dadurch entstehen. Vielen Dank für Ihr Verständnis."


    Dann wartet man halt ein paar Minuten und wiederholt das Spiel so lange bis die Leute ausgestiegen sind, das machen die, wenn es zu lange dauert, dann von ganz alleine. So geht man mit der Kundschaft höflich um und braucht auch keine Polizei.


    Dieses "Werbesprech" wirkt meiner Erfahrung nach wahre Wunder. Es wird auch heute eigentlich überall praktiziert nur beim Schienenverkehr klappt es offenbar nicht, egal ob das der ICE ist oder Straßenbahn. Außerdem wirkt es auch Deeskalierend, wenn beispielsweise ein Anwender beim Telefonsupport ungehalten ist, bedarf es meistens nur eines "Es tut uns Leid, dass Sie mit unserem Produkt Probleme haben." und schon ist die Welt wieder in Ordnung.


    Die Leute wollen erst genommen werden - auch wenn deren Anliegen keinen Sinn zu ergeben scheint.

  • >Dieses "Werbesprech" wirkt meiner Erfahrung nach wahre Wunder. Es wird auch heute eigentlich überall praktiziert
    >nur beim Schienenverkehr klappt es offenbar nicht, egal ob das der ICE ist oder Straßenbahn. Außerdem wirkt es auch
    >Deeskalierend, wenn beispielsweise ein Anwender beim Telefonsupport ungehalten ist, bedarf es meistens nur eines
    >"Es tut uns Leid, dass Sie mit unserem Produkt Probleme haben."


    ...weil die Fahrzeuge nicht von einem Callcentermitarbeiter gefahren werden.....


    Würde man jetzt noch bei der Einstellung das Fahrpersonal danach ausortieren, daß nur die genommen werden die
    vom Typus her solche Durchsagen zum Besten geben, dann könnte man gerade so eine Tramlinie in Frankfurt
    abdecken.


    Es würde auch Wunder bewirken, wenn man mal seine Gedanken vom Smartphonespiel weg bewegen würde und etwas
    mehr mal sich umschaut und die Situationen der Realität zur Kenntnis nimmt. Manche Dinge sind offensichtlich und
    fallen auf, wenn man die Kernbotschaft einer Durchsage zur Kenntnis nimmt und nicht nur die Art.

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Ich denke auch, dass es einen Unterschied macht, ob man gemütlich im Callcenter sitzt und es gerade die Kernaufgabe ist, den ganzen Tag wütende Anrufer zu beruhigen oder ob man in einer selten vorkommenden Ausnahmesitution, wie der hier beschriebenen des Straßenbahnfahrers, neben vielen anderen damit zusammenhängenden Herausforderungen, auch noch diese zu bewältigen hat. Vielleicht war der Fahrer parallel auch gerade im Funkkontakt mit der Leitstelle und musste sich schon deshalb mit den Ansagen kurz halten. Jedenfalls erfordern solche Situationen verschärftes Multitasking und dafür, dass eine Ansage dann auch Mal knapp ausfällt, habe ich vollstes Verständnis.

    Freue mich über Euren Besuch auf meinem Kanal für Bahnvideos in HD auf YouTube

  • Ich finde den Vergleich (bzw das Gleichsetzen) von Fahrpersonal mit CallCenter-Drohnen ziemlich deplatziert. Alleine ein Blick auf die Konsequenzen zeigt das:


    Wenn die Drohne einen Anrufer nicht zufriedenstellen oder abschließen kann, was passiert dann? Ein Kunde ist unzufrieden und vielleicht 10 Kunden würden etwas länger in der Warteschleife bleiben. Big Deal.


    Wenn das Fahrpersonal die Bahn nicht geräumt kriegt, beeinflusst das viel mehr Dinge:

    • Die Weiterfahrt dieser Bahn
    • Die Weiterfahrt der dahinterstehenden Bahn(en)
    • Viele unzufriedene Kunden, und zwar eben nicht nur die, die nicht aussteigen (siehe zweiter Punkt)
    • Eine drängelnde Leitstelle, die mit Sicherheit an anderen Stellen auch alle Hände voll zu tun hat
    • Die Pausenzeit des Personals; nachher muss die Bahn vorzeitig ausschieben, weil die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit eingehalten werden muss; ein Kurs fällt für ca. eine halbe Runde aus und das ursprüngliche Problem wird noch größer.

    Was passiert, wenn das Personal mal "5 grade sein lässt" und überfüllt weiterfährt? Diese Person riskiert einen Unfall, der schlimme Folgen für alle haben kann ( DenshaOtaku hat da ein paar Szenarien aufgezählt). Wäre aber Kundenfreundlich (TM), wenigstens, wenn nichts passiert. Man riskiert auch, dass Fahrgäste irgendwo gar nicht aussteigen können (mithin gefangen sind). Natürlich betrifft das vor allem die Schwächeren in der Gesellschaft, also Alte, Kinder, Behinderte, eventuell auch Ausländer, die sich nicht artikulieren (und auch nur sehr schwer Alternativen finden können).


    "Werbesprech" ist gut, genau so lange, wie es nicht um Sicherheit geht, und das mindestens ist der wichtige Unterschied zwischen Callcenter und Straßenbahn. Würdest du, zip-drive, auch jemandem, der auf Schienen rumsteht, und du siehst den Zug herannahen, mehrfach freundlich auffordern, den Gleiskörper zu verlassen und auf keinen Fall deine Stimme anheben?