Fahrgäste bei Bremsung verletzt

  • Wie Hessenschau.de meldet, kam es auf der A-Strecke zu folgendem Vorfall. Klick


    Durch die Bremsung wurden mehrere Fahrgäste verletzt.


    Da frage ich mich, ob die Bremsung wirklich so wichtig war, dass man dabei Verletzungen der Fahrgäste in Kauf nehmen muss? Wäre der Zug später zum stehen gekommen, wäre es sicherlich zu keiner gefährlichen Situation gekommen. Immerhin ist dort kein BÜ (geht ja schlecht im Tunnel) und Gegenstände oder ähnliches hätte der Fahrer ja früher erkannt.

  • Das kann dir nur beantwortet werden, wenn alle Fakten bekannt. Alles andere ist unseriös.
    Wieterhin muß auch alles nicht so geschehen sein, wie es in den Medien wiedergegebn wird.


    Der "Norhalt" an den Bahnsteigen wirkt sich auf das Signal aus, glaube ich.
    Und der Fahrer weiß auch erst mal nicht, warum wieso und weshalb.

  • Zum einen sollten sich Fahrgäste in einem Bus bzw. einer Bahn immer einen sicheren Stand suchen, zum anderen gehe ich persönlich von einem Notsignalschalter aus und da sind Fahrer soweit ich weiß verpflichtet anzuhalten und nach der Ursache zu schauen.

    Bye Bye Frankfurt, Gaziantep ich komme

  • Fahrgäste müssen sich in Bus und Bahn immer einen festen Halt suchen, da sie immer davon ausgehen müssen, dass das Fahrzeug abrupt sehr stark abbremst!
    Anstelle des Signals hätte auch jemand vom Bahnsteig ins Gleis fallen können (Bsp.: Der E-Scooter-Fahrer aus dem anderen Thread). Da wären die Fahrgäste genauso verletzt wurden, nur würden wir hier nicht das Verhalten des Fahrers in Frage stellen.

    Viele Grüße, vöv2000

  • Zwei Punkte:
    Aus der Pressemeldung vermutete ich eine Zwangsbremsung.
    Der Hinweis darauf, dass sich die Fahrgäste einen sicheren Halt verschaffen sollen, ist gut und schön. Aber wir haben ja der Meldung entnommen, dass der Unfall an einer Haltestelle - hier Holzhausenstraße - passierte. Wie seht Ihr das da für die gerade eingestiegenen Fahrgäste, die sich erst noch einen Sitz- oder Stehplatz suchen ??? Ich bin froh, in meiner Krücken-Zeit nicht so etwas erlebt zu haben.

  • Ist das wirklich ein Unfall, wenn der Fahrer eine Notbremsung einleitet? Ich assoziiere mit Unfall eher etwas anderes...

    Wie die VGF das betrachtet, müsste ein Kollege von dort sagen. Die LVB definieren jedenfalls als Personenunfall unter anderem auch Verletzungen, die dadurch entstanden sind, dass man z.B. eine Gefahrenbremsung auslösen musste, und entsprechend Leute zu Fall gekommen sind.

    Fág an Bealach!

  • Wie seht Ihr das da für die gerade eingestiegenen Fahrgäste, die sich erst noch einen Sitz- oder Stehplatz suchen ??? Ich bin froh, in meiner Krücken-Zeit nicht so etwas erlebt zu haben.


    Das ist ein echtes Problem. Ich sehe hier eine Grauzone, wo die Versicherungen leider gegen den Fahrgast sind. Bei der Bahn kann der Fahrer / Tf kaum vernünftig reagieren, beim Bus könnte die gebrechliche Person beim Fahrer einsteigen und dem Busfahrer Bescheid geben, dass er bitte nicht sofort losheizen soll oder der Fahrer sieht die Person mit Krücken vorne einsteigen und wartet von sich aus, bis die Person den Sitzplatz eingenommen hat.
    Aber, wie gesagt, die Versicherungen sind im Recht, auch wenn es ungerecht sein kann.


    Zwei Fälle von mir:


    Ich war im Winter auf Langlaufskiern auf dem Weg zur Haltestelle "Saalburg". Der Bus fuhr nur alle 60 oder 120 Minuten. Ich war knapp dran. Skier an der Saalburg abgeschnallt und zum bereits losgefahrenen wendenden Bus gehetzt (man konnte ihm den Weg abschneiden :D ). Der Fahrer war so nett und hat mich noch mitgenommen. Ich dann während der Fahrt mit den Skiern nach hinten zur letzten Bank und wollte diese dort am Boden querlegen. Plötzlich bremste der Bus im Gefälle stark ab (die Einmündung zur B 456 war schon erreicht). Ich hatte Glück, dass ich trotz geschwächtem Körper (durch das Rennen) mich irgendwie im Den Oudsten an den großzügigen zur Decke gehenden Haltestange grad noch irgendwie festhalten konnte, sonst wäre ich rücklings vom Podest in den tiefen Gang geflogen.
    Ich gebe zu, dass ich das alles nicht so genau bedacht hatte und auf meinen Lieblingsplatz hinten wollte. Zu meiner eigenen Sicherheit hätte ich einen Platz in der Nähe des Fahrers aufsuchen sollen, auch wenn die Skier dort nicht so optimal hätten verstaut werden können und ich sie hätte festhalten müssen.
    Quiz: Welches Busunternehmen in welchem Winter? :D


    Fall 2:
    ich wollte mir die Wartezeit verkürzen und mit dem Gegenbus dem eigentlichen Bus entgegen fahren. Es gibt zwei Linien, deren Linienverlauf ich dort aber nicht so kenne. Also habe ich die beiden Aushangfahrpläne studiert. Ein Bus ist mir dabei weggefahren und der zweite Bus danach stand schon da. Der Busfahrer hat wohl auf mich gewartet und fragte mich natürlich auch, wo ich denn hinwollte. Da ich noch nicht so genau wusste, wo ich denn eigentlich hin muss, habe ich ihn gefragt, ob man an der Haltestelle X in die andere Linie steigen kann. Das hat der Fahrer so missverstanden, der er dachte, ich wollte den vorausfahrenden Bus erwischen und hat sofort Vollgas gegeben. ich bin nach hinten "gestürzt" (ich hatte mich im stehenden Bus nicht festgehalten). Wenn mich der Fahrgast auf dem Sitzplatz gleich hinter der ersten Tür nicht im Rücken gehalten hätte, hätte es mich flachgelegt.
    Auch hier bin ich wieder mitschuldig, weil ich eigentlich hätte gar nicht mit dem Bus fahren müssen und mich einfach nicht getraut habe klipp und klar zu sagen, dass ich den Gegenbus der anderen Linie erwischen möchte. Der Busfahrer hätte bestimmt nur blöd geschaut und gesagt: Warten sie einfach etwa 15 Minuten auf der anderen Straßenseite.

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  • Also, ich denke, rabiates Fahren ist die eine Sache, eine Gefahrenbremsung - warum auch immer - eine andere. Auch mit Krücken, auch mit Rollstuhl, auch mit Fahrrad oder Kinderwagen muss man sich – bzw sein Gerät – sichern.


    Die Sicherheit des Bahnbetriebs geht hier vor – daher sind auch alle Handlungen, die eine Gefahrenbremsung verursachen, Erklärungsbedürftig (also, dass ein Fahrdienstleiter ein Signal wieder auf rot stellt) und bei Missbrauch strafbar.

  • Der Hinweis darauf, dass sich die Fahrgäste einen sicheren Halt verschaffen sollen, ist gut und schön. Aber wir haben ja der Meldung entnommen, dass der Unfall an einer Haltestelle - hier Holzhausenstraße - passierte. Wie seht Ihr das da für die gerade eingestiegenen Fahrgäste, die sich erst noch einen Sitz- oder Stehplatz suchen ??? Ich bin froh, in meiner Krücken-Zeit nicht so etwas erlebt zu haben.


    Auch da das Problem: Fahrer bemerkt bei Anfahrt z. B., wie jemand zwischen Bahn und Bahnsteig rutscht und macht eine Gefahrenbremsung. Der Grund ist hier sicher nachvollziehbarer und indiskutabel im Vergleich zu dem "Signalbeispiel", welches diesen Thread eröffnete.
    Sicher gibt es da auch immer Fälle, wo man sagt: Bsp. 1 (Person zwischen Bahn und Bahnsteig) Gefahrenbremsung ja - Bsp. 2 (Signal geht auf F0 und es ist noch ausreichend Bremsweg da) Gefahrenbremsung nein. Nur physikalisch wäre eine Gefahrenbremsung in beiden Fällen dasselbe und somit muss der Fahrgast halt immer damit rechnen, denn es könnte halt immer auch das Bsp. 1 sein.


    In der U-Bahn/Straßenbahn sieht der Fahrer ja nicht, ob alle Fahrgäste einen festen Halt haben und muss halt davon ausgehen, dass die Fahrgäste sich gleich nach dem Einsteigen einen solchen suchen. Läuft man an Krücken, ist das sicher schwierig. Das ist blöd, aber mir fällt da auch keine gescheite Lösung ein, wie man das lösen könnte (außer vielleicht beim Fahrer an der ersten Tür einsteigen, was aber auch keine Patentlösung ist).

    Viele Grüße, vöv2000

  • Ich habe ähnliches heute in der Straßenbahn erlebt, weil eine Weiche nicht umgespungen war. Der Fahrer hats noch rechtzeitig bemerkt und ist so heftig in die Eisen gegangen, dass einige Leute von den Klappsitzen gerutscht sind und ich mir die Birne angehauen habe. Gefahrenbremsung?


    Edit meint, auf den Klappsitzen könne man keinen festen Halt haben. Eigentlich hat sie recht.

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  • Ich habe ähnliches heute in der Straßenbahn erlebt, weil eine Weiche nicht umgespungen war. Der Fahrer hats noch rechtzeitig bemerkt und ist so heftig in die Eisen gegangen, dass einige Leute von den Klappsitzen gerutscht sind und ich mir die Birne angehauen habe. Gefahrenbremsung?


    Edit meint, auf den Klappsitzen könne man keinen festen Halt haben. Eigentlich hat sie recht.


    Ich vermute die menschliche Reaktion hat hier zu der theoretisch unnötig starken Bremsung geführt ("Huch, da darf ich mit der Linie nicht abbiegen"). Lösung: Computerunterstütztes oder automatisches Fahren. Der Computer in der Bahn hätte rechtzeitig erkannt, dass die Weiche nicht so liegt, wie erforderlich und hätte ganz sanft abgebremst.


    Ich liebe die automatische U-Bahn in Nürnberg: Die fährt so sanft (aber trotzdem flott), da brauch man sich im Normalbetrieb** nicht festhalten.


    ** wenn keine Person oder Gegenstand urplötzlich in den Gefahrenbereich gerät.

    Vollkommen Großartiges Forum

  • Ich habe ähnliches heute in der Straßenbahn erlebt, weil eine Weiche nicht umgespungen war. Der Fahrer hats noch rechtzeitig bemerkt und ist so heftig in die Eisen gegangen, dass einige Leute von den Klappsitzen gerutscht sind und ich mir die Birne angehauen habe. Gefahrenbremsung?


    So ungefähr. Selbst wenn der Fahrer keine fahrlässige Körperverletzung an Dir begangen hat, so dürfte doch der Straßenbahnbetrieb Dir gegenüber aus Vertrag und Betriebsgefahr haften.


    Gruß, ULF