SZ – Bahn will Mitarbeitern weniger zahlen - um Strecken im Nahverkehr zu halten

  • Mit dem Ziel, wichtige Regionalliniennetze weiter zu betreiben und auch bei künftigen Nahverkehrsausschreibungen ggf. wieder Netze zurückgewinnen zu können, werde in DB-Kreisen ein Konzept diskutiert, das auf der einen Seite ein 700 Millionen Euro schweres Investitionsprogramm z.B. für neue Fahrzeuge oder für WLAN-Versorgung in Zügen vorsehe, aber auch die Gründung von Projektgesellschaften für die jeweiligen Netze, für welche eigene, aus Unternehmenssicht günstigere Tarifverträge gelten sollen.


    Arbeitnehmervertreter und Politiker zeigten sich bereits besorgt, dass diese Verträge, ausgehend von entsprechenden Formulierungen in den Strategiepapieren, zu Lasten der Beschäftigten gehen würden, und wiesen darauf hin, dass bereits heute die DB zunehmend Schwierigkeiten habe, mit den von ihr gebotenen Vertragskonditionen genügend Neupersonale zu finden. Fange man nun mit buchstäblicher Tarifflucht an, werde das, so der Tenor, zu massiven Problemen führen.


    Der Artikel weist ebenfalls auf gegenläufige Entwicklungen bei Privatbahnen wie den kürzlich stattgefundenen Warnstreik bei der Bayerischen Oberlandbahn hin, der u.a. das Ziel verfolgt habe, dass etwa Fahrgastfahrten wie bei der DB zu 100% als Arbeitszeit vergütet werden, statt wie nach bisheriger BOB-Praxis zu 50%.


    Klick.

    Fág an Bealach!

  • Wie wärs mal daran Geld zu sparen, nicht immer neue Fahrzeuge zu kaufen sondern ältere länger fahren zu lassen und ggf. zu modernisieren. Oftmals günstiger und komfortabler. In Mukran und so gibt es freie Auswahl.

  • Wie wärs mal daran Geld zu sparen, nicht immer neue Fahrzeuge zu kaufen sondern ältere länger fahren zu lassen und ggf. zu modernisieren. Oftmals günstiger und komfortabler. In Mukran und so gibt es freie Auswahl.

    Dazu müsste gemäß Bestellerprinzip aber auch bei Verkehrsverbünden und in der Politik wieder ein stärkeres Bewusstsein dafür verankert werden, dass diese Variante durchaus eine akzeptable Alternative darstellen kann, ordentlichen Zustand des zugrunde liegenden Rollmaterials vorausgesetzt.

    Fág an Bealach!

  • Erstaunlich, dass es sich noch nicht in alle Führungsetagen herumgesprochen hat, dass mit wenig Lohn kein zuverlässiger Betrieb durchgeführt werden kann.
    Bleibt nur zu hoffen, dass andere Unternehmen den Auftrag bekommen (die bessere Arbeitsbedingungen haben) oder die Arbeitsbedingungen für alle auf ein sinnvolles Niveau vorgegeben werden.

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  • Das ist genau das: Bilanzieren lassen sich Ausgaben zu Personal und Fahrzeuge, aber nicht stabiler und zuverlässiger Betrieb. Personalkosten ließen sich aber auch im Management sparen, nur das ist ja Tabu.
    Ist zwar jetzt Polemik: Was macht eigentlich Pofalla und wie erwirtschaftet er sein Gehalt? Auch das könnte man auf den Kilometer preis umrechnen.

  • Bilanzieren lassen sich Ausgaben zu Personal und Fahrzeuge, aber nicht stabiler und zuverlässiger Betrieb.


    Ich behaupte mal, dass man Arbeitsbedingungen, wozu auch der Lohn gehört, so definieren kann, dass das Personal gerne seine Schicht erledigt und nur dann ausfällt, wenn die Erkältungswelle mehr als die Reserve lahmlegt. Natürlich kann man Erkältungen auch etwas vorbeugen.
    Und bei den Fahrzeugen muss man entweder gut hinterher sein, um defekte Teile schnell auszutauschen (mehr Fahrzeuge mit mehr Werkstattpersonal und vielen Ersatzteilen) oder gleich qualitativ hochwertiges Material (höherpreisige Fahrzeuge mit Haltbarkeitsgarantie und original Qualitätsteilen) einkaufen.

    Vollkommen Großartiges Forum

  • Ja , eben: Arbeitsbedingungen/ Lohn = Ausgabe; Personalresever = Ausgabe; Qualität der Eingsetzten Betriebsmittel = Ausgabe; (vorbeugende) Wartung = Ausgabe.
    Zusammengerechnet erginbt das dann ein Preis X im Angebot.
    Konkurent hat aber geringeren Lohn, weniger Personalreserve und bengnügt sich mit qualitativ, aber günstigeren Fahrzeugen ergibt ein günstigeres Angebot Y. Nun rat mal, wer den Zuschlag erhält.
    Ob das ganze dann tragfähig und gut kalkuliert ist, zeigt sich dann meist recht schnell (aktuell HLB) oder erst mittelfristig (Busverkehr Bad Homburg / Oberursel).


    Schlecht bezahltes, unzufriedenes und frustiertes Personal sieht gut aus in Punkto Personalausgaben, aber dann muß sich der Arbeitgeber über Demotivation und dessen Auswirkungen nicht wundern.

  • >Erstaunlich, dass es sich noch nicht in alle Führungsetagen herumgesprochen hat, dass mit wenig Lohn kein zuverlässiger Betrieb durchgeführt werden kann.


    So lange die Managerausbildung nach den Prinzipien der amerikanschien Hire and Fire Handesschule läuft wird sich das nicht ändern.
    Henry Ford (The people who consume the bulk of goods are the people who make them. That is a fact we must never forget — that is
    the secret of our prosperity.) wird in diesen Kreisen wohl nur als Spinner betrachtet.

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Wie wärs mal daran Geld zu sparen, nicht immer neue Fahrzeuge zu kaufen sondern ältere länger fahren zu lassen und ggf. zu modernisieren.

    Welche Fahrzeuge, die eigentlich hätten länger genutzt werden können, waren das deiner Meinung nach?


    Die n-Wagen will kein Mensch mehr haben (keine Klima, unbequeme Sitze, die Türen gehen nicht gescheit), die 420er waren bei den Fahrgästen unbeliebt (keine Klima, keine Wagenübergänge, keine automatischen Ansagen), die 628er kommen kaum vom Fleck weg usw.


    Im Fernverkehr fährt heute noch Material das fast fünfzig Jahre alt ist (IC-Wagen) und die alten ICE 1 sehen mittlerweile von Innen oftmals genau so abgewirtschaftet aus wie von Außen.


    Meiner Meinung nach reizt die DB die Nutzungszeit ihrer Fahrzeuge schon ziemlich aus. Man überlege mal wie lange die DDR schon Geschichte ist - die 112er, 114er und 143er sind aber nach wie vor im Einsatz mangels Alternativen (die 111er mit Uralttechnik sind trotz größerer Höchstgeschwindigkeit doch den 143er deutlich unterlegen) und die Baureihen 155 oder 232 sind auch noch vor Güterzügen unterwegs.


    Mir fällt spontan jedenfalls kein Fahrzeug ein, welches in den letzten Jahren ausgeschieden ist, das dem gemeinen Fahrgast weiterhin hätte serviert werden können. (Die ET420 mochte ich zwar gerne, aber das scheint keine Mehrheitsmeinung gewesen zu sein.)


    Eine Ausnahme stellen die ICE TD dar - für die gibt es kein Einsatzszenario mehr (von den Exemplaren für den Dänemarkverkehr abgesehen).

  • Das ist genau das: Bilanzieren lassen sich Ausgaben zu Personal und Fahrzeuge, aber nicht stabiler und zuverlässiger Betrieb.


    Sollte das wirklich nicht gehen, müssen mehr bilanzierbare Pönalen geschaffen werden.


    Gruß, ULF

  • Die n-Wagen will kein Mensch mehr haben

    Doch, ich, mir gefallen sie sehr gut. Bequem, gut ebenerdig durchgängig, viele Umbauten sind praktisch. Ne Klima könnte man solchen Wagen verpassen, z.B. im größeren Mittelteil und die Endabteile weiterhin ohne und mit großen Fenstern. Die Durchgangstüren gibt es auch mit Elektroknopf und ebensolche Außentüren bei den Steuerwagen ohne Mittelstange und mit Hublift für Rollifahrer. Alles eine Frage der Ausstattung. Die Sitze, die sind spitze, da sagt Ma, das macht Spaß :thumbsup:


    die 628er kommen kaum vom Fleck weg

    Auch die mag ich :)

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  • Doch, ich, mir gefallen sie sehr gut. Bequem, gut ebenerdig durchgängig, viele Umbauten sind praktisch. Ne Klima könnte man solchen Wagen verpassen, z.B. im größeren Mittelteil und die Endabteile weiterhin ohne und mit großen Fenstern. Die Durchgangstüren gibt es auch mit Elektroknopf und ebensolche Außentüren bei den Steuerwagen ohne Mittelstange und mit Hublift für Rollifahrer. Alles eine Frage der Ausstattung. Die Sitze, die sind spitze, da sagt Ma, das macht Spaß

    Sagen wir mal so: Wenn man einen Bn wirklich umbauen wollte, also automatische Türen (wie in den Wittenberger Steuerwagen), automatische Durchgangstüren, zeitgemäßes Toilettensystem und Klimaanlage - dann wären die vielleicht noch einige Zeit einsetzbar. Das grundsätzliche Problem mit der unpassenden Einstiegshöhe (Barrierefreiheit usw.) wäre damit aber nicht gelöst.


    Die Sitze sind sicherlich Geschmacksache. Aber ein gepolstertes Metallgestell ist heute doch ein großer Kontrast zu dem sonst Gewohnten. In der ersten Klasse wurden teilweise richtige Sitze eingebaut.


    Wollte man aber einen Wagen so umbauen, wäre ich wirklich an den Kosten interessiert. Ich gehe ganz stark davon aus, dass ein Dosto von Bombardier günstiger wäre - alleine aufgrund der immensen Arbeitszeit, da das alles in Handarbeit gemacht werden müsste.


    Wenn man diesen Kosten den Schrottwert des Metalls (die sind aus Edelstahl) gegenüberstellt, dürfte aus wirtschaftlichen Gründen so ein Umbau ausgeschlossen sein.

    Auch die mag ich

    Besonders im Steuerwagen: Herrlich leise - kein Vergleich zum 612. ;)


    Die Beschleunigung ist aber einfach zu schlecht. Um die Höchstgeschwindigkeit zu erreichen sind die Haltestellenabstände für gewöhnlich zu klein. Schaue mal zu, wie die gefahren werden: Meistens mit maximaler Leistung bis unmittelbar vor dem Bremsen!


    Die 614/624/634 waren auch nicht viel besser: Auch hier stand normalerweise einem angetriebenem Wagen ein nicht angetriebener gegenüber. Zum Schluss wurden die auf der Strecke Angermünde - Stettin eingesetzt - auf den bis nach Berlin durchgebundenen Fahrten war das eine halbe Weltreise...

  • Welche Fahrzeuge, die eigentlich hätten länger genutzt werden können, waren das deiner Meinung nach?


    Ich habe an die BR 612 gedacht die auch massenhaft abgestellt werden oder auch ältere Dostos oder Modus-Wagen die man auch mit Klimaanlage und anderen Details hätte ausstatten können anstatt neue Twindex, Lints, etc. zu beschaffen. So wird Geld gespart und beim Personal müsste nicht so gespart werden. Oder warum sind die BR245 für den Kunden besser als die BR 218. Naja leiser aber das sind ja auch Kleinigkeiten.


    Wollte man aber einen Wagen so umbauen, wäre ich wirklich an den Kosten interessiert. Ich gehe ganz stark davon aus, dass ein Dosto von Bombardier günstiger wäre - alleine aufgrund der immensen Arbeitszeit, da das alles in Handarbeit gemacht werden müsste.


    Wenn man diesen Kosten den Schrottwert des Metalls (die sind aus Edelstahl) gegenüberstellt, dürfte aus wirtschaftlichen Gründen so ein Umbau ausgeschlossen sein.

    das habe ich natürlich nicht bedacht. Ein wichtiger Punkt

  • Passt ja gerade - ein Video, das recht Anschaulich die Beschleunigung von LINT und 628 zeigt (bei Erreichen der Streckengeschwindigkeit fahren sie dann parallel):
    https://www.youtube.com/watch?v=pEsTiGMG8i0
    Im in einem anderen Thread erwähnten eng gestrickten Fahrplan mit vielen Stationen ist das eben unerlässlich. Oder auf Strecken mit Steigung...


    Beim 628 könnte man aus zwei VT-Hälften einen 629 basteln. Aber ob der sich dann wieder in seinen Betriebskosten rentiert, ist die andere Frage.

  • Moin,

    Beim 628 könnte man aus zwei VT-Hälften einen 629 basteln. Aber ob der sich dann wieder in seinen Betriebskosten rentiert, ist die andere Frage.


    das weiß ich auch nicht, aber in Ulm wird es wohl so praktiziert. Auf Mainz - Alzey wurde es in der Form noch vor Erfindung der 629 praktiziert.


    Gruß, ULF

  • zip-drive:

    Zitat

    Wenn man diesen Kosten den Schrottwert des Metalls (die sind aus Edelstahl) gegenüberstellt, dürfte aus wirtschaftlichen Gründen so ein Umbau ausgeschlossen sein.


    Das lässt mich an das Gewicht eines n-Wagens denken,- Leergewicht 33 t Dienstgewicht: 38 t, bei 96 Sitzplätze
    Dostos je nach Bauart z.B. DBpza 752 54 - Leergewicht 46 t, Dienstgewicht 56 t,- 118 Sitzplätze 130 Stehplätze


    Mit etwas mehr Gewicht kann ein Dosto doppelt so viele Fahrgäste befördern.
    Solche Kriterien werden gerne vergessen, wenn wir altem hinterhertrauern

    Lasst endlich die Zweiachser wieder frei !

    Einmal editiert, zuletzt von K-Wagen ()

  • Das eine sind die technischen Werte, das andere der Komfort und den finde ich eben bei n-Wagen am besten, gerade, weil er keine 0815-unbequeme neue Ausstattung hat. Ich find es klasse, dass man die Sitze angenehm neu bezogen hat.


    Und was nutzt der etwas bessere Einstieg, wenn innen dann enge und belegte Treppenhäuser sind?


    Ich habe jetzt schon keine Lust, die neuen IC-Dostos mit schwerem Gepäck zu nutzen. :( Es wird so sein, dass ausgerechnet in dem Wagen, wo man einsteigt, irgendetwas so unangenehm ist, dass man den Wagen wechseln möchte. :rolleyes:

    Vollkommen Großartiges Forum

  • zip-drive:


    Das lässt mich an das Gewicht eines n-Wagens denken,- Leergewicht 33 t Dienstgewicht: 38 t, bei 96 Sitzplätze
    Dostos je nach Bauart z.B. DBpza 752 54 - Leergewicht 46 t, Dienstgewicht 56 t,- 118 Sitzplätze 130 Stehplätze


    Mit etwas mehr Gewicht kann ein Dosto doppelt so viele Fahrgäste befördern.
    Solche Kriterien werden gerne vergessen, wenn wir altem hinterhertrauern


    Da fehlen auf jeden Fall die Stehplätze beim n-Wagen - beim Dosto hab ich an diesen meine Zweifel.
    Doppelt so viele wäre mir jetzt auch neu, war der n-Wagen wirklich so großzügig? Bei neuen einstöckigen Fahrzeugen ist die Packdichte ja auf jeden Fall höher.
    Und 13 t Unterschied beim Leergewicht sind jetzt doch nicht nur "etwas", das sind 39 % mehr als beim n-Wagen.

    Einmal editiert, zuletzt von AK1 ()

  • Das lässt mich an das Gewicht eines n-Wagens denken,- Leergewicht 33 t Dienstgewicht: 38 t, bei 96 Sitzplätze
    Dostos je nach Bauart z.B. DBpza 752 54 - Leergewicht 46 t, Dienstgewicht 56 t,- 118 Sitzplätze 130 Stehplätze


    Mit etwas mehr Gewicht kann ein Dosto doppelt so viele Fahrgäste befördern.
    Solche Kriterien werden gerne vergessen, wenn wir altem hinterhertrauern


    Ich echten Berufsverkehr ohne Schulkinder wird es schwierig, den Durchschnittsfahrgast derart leicht und rank zu bekommen...


    Gruß, ULF

  • Ich echten Berufsverkehr ohne Schulkinder wird es schwierig, den Durchschnittsfahrgast derart leicht und rank zu bekommen...

    Woher solche Zahlen kommen, frage ich mich immer wenn man in der Aufzugkabine die Schilder liest (wie "Max. 6 Personen xy kg").


    Welchen praktischen Nutzen soll das haben? Soll man vorher ausrechnen wie schwer alle Mitfahrer sind? Gerade bei solchen Themen bekommt man doch oft aus Scham gar keine richtigen Antworten.