Mit dem Ziel, wichtige Regionalliniennetze weiter zu betreiben und auch bei künftigen Nahverkehrsausschreibungen ggf. wieder Netze zurückgewinnen zu können, werde in DB-Kreisen ein Konzept diskutiert, das auf der einen Seite ein 700 Millionen Euro schweres Investitionsprogramm z.B. für neue Fahrzeuge oder für WLAN-Versorgung in Zügen vorsehe, aber auch die Gründung von Projektgesellschaften für die jeweiligen Netze, für welche eigene, aus Unternehmenssicht günstigere Tarifverträge gelten sollen.
Arbeitnehmervertreter und Politiker zeigten sich bereits besorgt, dass diese Verträge, ausgehend von entsprechenden Formulierungen in den Strategiepapieren, zu Lasten der Beschäftigten gehen würden, und wiesen darauf hin, dass bereits heute die DB zunehmend Schwierigkeiten habe, mit den von ihr gebotenen Vertragskonditionen genügend Neupersonale zu finden. Fange man nun mit buchstäblicher Tarifflucht an, werde das, so der Tenor, zu massiven Problemen führen.
Der Artikel weist ebenfalls auf gegenläufige Entwicklungen bei Privatbahnen wie den kürzlich stattgefundenen Warnstreik bei der Bayerischen Oberlandbahn hin, der u.a. das Ziel verfolgt habe, dass etwa Fahrgastfahrten wie bei der DB zu 100% als Arbeitszeit vergütet werden, statt wie nach bisheriger BOB-Praxis zu 50%.