Warum U2 Wagen doof/toll/{besser/viel schlimmer als die U5-Wagen} sind

  • In der Praxis musste die Stromversorgung […] des Tunnels im Zuge der U5-Einführung verstärkt werden, was zumindest auf einen in der Summe gestiegenen Energieverbrauch hindeutet.

    Nicht ganz, nur auf einen gestiegenen Spitzenverbrauch.

    Ich weiß nicht, inwiefern die Unterwerke der VGF in der Lage sind, bei Rückspeisung und Sättigung des Fahrleitungsnetzes auch netzsynchron zu wechselrichten und die Energie wieder ins 50 Hz-Netz zu speisen.

    Ich aber: sie können es nicht. Bei einer Führung durch die Stzw wurde mir mal gesagt, dass selbst unter günstigen Umständen höchstens 50% rückgespeist werden können; wieviel tatsächlich wieder benutzt wird, weiß scheinbar keiner.

  • Beide[ alten Anstrichsvarianten] liegt aber ohne Diskussion meilenweit vor SVB.

    Da sind wir uns definitiv einig! Wobei ich es bei SVB einfach schon immer schade fand, dass es einfach überhaupt keine Struktur gibt – nicht mal das schwarze Fensterband, dass es bei den Neubau-Fahrzeugen gibt.


    Zitat

    Ich kann mich noch an nicht aufgeschlitzte Sitze erinnern. Aber ich kann mich ja auch noch erinnern, mit meiner Mutter über die Untermainbrücke mit der Straßenbahn zum Theaterplatz gefahren zu sein

    Nur, dass wir uns nicht falsch verstehen: ich kann mich auch an nichtaufgeschlitzte Sitze erinnern, nur nicht daran, dass alle in allen Wagen ok waren :). Aber, wie ich gerade festgestellt habe, habe ich die Straßenbahnfahrt über die Untermainbrücke selbst im Mutterleib knapp verpasst (wenn sie dort überhaupt was zu tun gehabt hätte :) ).

  • Zur Kühlung: Ich erinnere mich da lediglich an einen Presseartikel, den ich dummerweise nicht notiert habe. Es ist also möglich, dass es sich hierbei um eine Ente handelt.
    Dass der Ausbau der Fahrleitungsanlage ausschließlich erhöhten Spitzenströmen (impliziert: Dazwischen wird effektiv weniger Strom gezogen) dient, halte ich für recht unwahrscheinlich.
    Die Leistungsaufnahme im Stand wird gegenüber unklimatisierten Komfortelektronikfreien Triebwagen (wie U2/U3) auf jeden Fall erhöht sein.
    Die Leistungsaufnahme beim Beschleunigen ist offensichtlich ebenfalls erhöht. Es müsste also signifikant kürzer beschleunigt werden, um das wieder reinzuholen. Die fehlende Rückspeisemöglichkeit des U2 macht seine Energiebilanz natürlich deutlich schlechter. Das ist nach meinen Beobachtungen aber nicht der Fall. Hier spielt natürlich auch rein, dass die Züge teilweise verlängert wurden und teilweise auch einfach schneller fahren (können), weil eben eine höhere Beschleunigung möglich ist.


    Ich bin im Übrigen der Meinung, dass da nicht nur U2 und U5 in die Diskussion gehören, sondern auch die Typen U3 und U4.
    Der U2 ist technisch einfach überholt. Das Schaltwerksruckeln geht echt aufn Sack und die Konstruktion ist (mindestens Regelungs-)technischer Blödsinn, weil so ein Schaltwerk einfach wahnsinnig träge (und wartungsanfällig) ist. Ich hätte erwartet, dass man bei der vorhandenen großen Serie irgendwann in den 90ern die Dinger auf Chopper umrüstet, was aber offensichtlich nicht geschehen ist. Argumente wie die Heizungsregelung lasse ich nur bedingt gelten, weil diese von der Werkstatt der VGF sicher behoben werden könnten, wenn denn ein Interesse bestanden hätte. Das Design ist aber irgendwie zeitlos und einfach schön (finde ich).
    Der U3 ist gefühlt ein Welten besseres Fahrzeug. Das Fahrverhalten der Choppersteuerung ist sehr angenehm. Da bin ich gerne mal ne Runde U4 extra gefahren. Leider gibt es nur eine Kleinserie. Das Design ist schlicht und damit per se nicht schlecht.
    Zum U4 kann ich nicht viel sagen, irgendwie erwische ich die Dinger nur sehr selten (bin auch nicht so oft in Frankfurt).
    Der U5 hat IMO eine Menge Lob verdient, viele Dinge wurden dort richtig gemacht, die leider nicht mehr selbstverständlich ist. Das fängt damit an, dass das Fahrzeug nach Fahrzeug (also irgendwie kastenförmig) aussieht, weich anfahren und bremsen, so dass man problemlos stehen kann (Dass das nicht selbstverständlich ist, kann man an ST14 in Darmstadt sehen). Das Wissen, wie das realisiert wird, trübt diesen Eindruck zwar, aber immerhin fährt das Ding. Damit geht, was mindestens mit U2 nicht gut geht (Mit U3 oder anderen Leistungselekektronikkisten der Zeit aber selbstverständlich ist) das, was "U-Bahn"-Fahren ausmacht:
    Ich will irgendwo zwei Stationen weiter hin. Also runter, in die nächste Bahn, irgendwo hingestellt, und ich bin einfach da, ohne dass ich mir darüber Gedanken machen müsste. Da ist gerade das große Stehplatzangebot praktisch.


    Letzten Endes ist das Thema aber sinnlos, die Tage des U2 sind gezählt, einzig an der Abstellung der U3 könnte man noch was drehen.

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  • Wie ich schon in meinem Bilder-Post schrieb, bereitete auch mir als u2-Freund die Mittelstange gewisse Probleme. Deshalb sollte man fairerweise zwischen u2e (mit je Wagen einer ausgebauten Mittelstange) und u2h (alle Türen mit Mittelstange) unterscheiden.
    Für u2e ist die Situation ähnlich wie beim u3: Je Wagen gibt es eine Tür ohne Mittelstange, und als Fahrgast z.B. mit Fahrrad orientiere ich mich dementsprechend.


    Gestern war es eine spezielle Situation: Ich kannte nicht die Umläufe. Als ich mit Rad zum Industriehof kam, kam gerade der u2-Zug - also nichts mit Rad abschließen, sondern gerade noch mit Rad ´rein. Einmal nach Enkheim mitgefahren, Fahrrad auf dem Bahnsteig abgestellt und von der gegenüberliegenden Seite des Bahnsteigs Fotos gemacht. Kurz vor Abfahrt meines Zuges entdecke ich auf dem (noch) freien Gleis jemand, der dort intensives Gleislatschen betreibt und mit Taschenlampe irgendetwas sucht. Da ich wusste, dass der Gegenzug kurz vor Abfahrt des - in diesem speziellen Falle u2-Zuges - kommt, warnte ich ihn, dass in 2 Minuten ein Zug kommt (Abfahrt nach Hausen war in 4 Minuten). Gut, aufgrund des Aussehens war erkennbar, dass es möglicherweise Verständigungsprobleme gab, aber er beobachtete - wie ich auch - doch die Fahrtstrecke vom Hessencenter mit einer gewissen Aufmerksamkeit. Als dann der Gegenzug sich erkennbar in Bewegung setzte, setzte er sich auch in Bewegung. Allerdings nicht, wie ich erwartet hatte, über die niedrige Brüstung zur Borsigallee hin, sondern gemächlich nach vorne zum Überweg hin. Irgendwann war für mich klar erkennbar, dass er auch auf diesem Weg ohne Probleme den Gleisbereich verlassen würde, und ich kümmerte mich dann um meine eigene Fahrt.


    Da ich den Eindruck hatte, dass der Gleislatscher schon eine gewisse Routine in seiner Tätigkeit hatte, nehme ich an, dass die Situation auch einigen vom Fahrpersonal vertraut sein dürfte.


    Mittlerweile war es aber nur noch 1 Minute, der Türdrücker reagierte auch brav. Die kleine Stufe war kein Problem, die Mittelstange schon. Die Tür fing an zu schließen und der Gummiwulst verfing sich im tief stehenden Pedal. Nach einem Moment ging die Tür auch wieder auf, und ich konnte rein. Colaholikers "kleiner Schubs" oder eine Zwangsschließung hätten wahrscheinlich das Problem nicht behoben, sondern der Tür eher eine Störung beschert. Nun stellt Euch die gleiche Situation ersatzweise mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Hund vor. Da gibt es ja noch die Spezialität Herrchen oder Frauchen links, Hundi rechts, und die Leine stößt gegen die Mittelstange. :D Die Kombination "Herrchen / Frauchen" drinnen, Hundi draußen, und über die Leine mit Mensch drinnen verbunden, ist ja schon fast seit Bestehen der Eisenbahn bekannt, wenn auch Mensch und Ziegenbock (Lied von der "schwäb´schen Eisenbahn). 8| Die andere Variante wäre: Mensch draußen, Hundi drinnen, und Mensch auf dem Bahnsteig lässt natürlich die Leine los, Hundi drinnen ... und spätestens, wenn die Tür am nächsten Halt wieder aufgeht, ist die Leine wieder frei. :thumbsup:


    Die einzige Lösung wäre, dass der Türöffner bereits einen deutlichen Moment früher nicht mehr reagiert - was sicherlich auch nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen dürfte.


    Ansonsten schätze ich den u2-Wagen als historisches Fahrzeug, das mich seit meinem Zuzug nach Frankfurt 1991 seit nunmehr 25 Jahren gut befördert hat und seit Eröffnung der Frankfurter Stadtbahn von Anfang an dabei war.


    Am u5-Wagen habe ich aber auch nichts auszusetzen.

  • Beide[ alten Anstrichsvarianten] liegt aber ohne Diskussion meilenweit vor SVB.
    Da sind wir uns definitiv einig! Wobei ich es bei SVB einfach schon immer schade fand, dass es einfach überhaupt keine Struktur gibt – nicht mal das schwarze Fensterband, dass es bei den Neubau-Fahrzeugen gibt.

    Ja, die "Tauchlackierung" in SVB wirkt plump. Besonders extrem finde ich den Kontrast beim U3-Wagen.

    Nur, dass wir uns nicht falsch verstehen: ich kann mich auch an nichtaufgeschlitzte Sitze erinnern, nur nicht daran, dass alle in allen Wagen ok waren :). Aber, wie ich gerade festgestellt habe, habe ich die Straßenbahnfahrt über die Untermainbrücke selbst im Mutterleib knapp verpasst (wenn sie dort überhaupt was zu tun gehabt hätte :) ).

    Doch, selbst daran kann ich mich noch erinnern... ;)


    Ich bin im Übrigen der Meinung, dass da nicht nur U2 und U5 in die Diskussion gehören, sondern auch die Typen U3 und U4.
    Der U2 ist technisch einfach überholt. Das Schaltwerksruckeln geht echt aufn Sack und die Konstruktion ist (mindestens Regelungs-)technischer Blödsinn, weil so ein Schaltwerk einfach wahnsinnig träge (und wartungsanfällig) ist. Ich hätte erwartet, dass man bei der vorhandenen großen Serie irgendwann in den 90ern die Dinger auf Chopper umrüstet, was aber offensichtlich nicht geschehen ist. Argumente wie die Heizungsregelung lasse ich nur bedingt gelten, weil diese von der Werkstatt der VGF sicher behoben werden könnten, wenn denn ein Interesse bestanden hätte. Das Design ist aber irgendwie zeitlos und einfach schön (finde ich).
    Der U3 ist gefühlt ein Welten besseres Fahrzeug. Das Fahrverhalten der Choppersteuerung ist sehr angenehm. Da bin ich gerne mal ne Runde U4 extra gefahren. Leider gibt es nur eine Kleinserie. Das Design ist schlicht und damit per se nicht schlecht.
    Zum U4 kann ich nicht viel sagen, irgendwie erwische ich die Dinger nur sehr selten (bin auch nicht so oft in Frankfurt).
    Der U5 hat IMO eine Menge Lob verdient, viele Dinge wurden dort richtig gemacht, die leider nicht mehr selbstverständlich ist. Das fängt damit an, dass das Fahrzeug nach Fahrzeug (also irgendwie kastenförmig) aussieht, weich anfahren und bremsen, so dass man problemlos stehen kann (Dass das nicht selbstverständlich ist, kann man an ST14 in Darmstadt sehen). Das Wissen, wie das realisiert wird, trübt diesen Eindruck zwar, aber immerhin fährt das Ding. Damit geht, was mindestens mit U2 nicht gut geht (Mit U3 oder anderen Leistungselekektronikkisten der Zeit aber selbstverständlich ist) das, was "U-Bahn"-Fahren ausmacht:
    Ich will irgendwo zwei Stationen weiter hin. Also runter, in die nächste Bahn, irgendwo hingestellt, und ich bin einfach da, ohne dass ich mir darüber Gedanken machen müsste. Da ist gerade das große Stehplatzangebot praktisch.

    Der U3 ist ohne Zweifel auch ein sehr gutes Fahrzeug, ob man Schaltwerke mag oder nicht, ist denke ich mal persönliche Präferenz. Im Automobilbereich würde ich mal sagen "Schaltgetriebe oder Automatik?" ;-) Interessantes Detail: Trotz der Leistungselektronik in der Fahrsteuerung wird die Kleinspannung im U3 immer noch mit einem rotierenden Umformer erzeugt.
    U4 sind eigentlich auch okay, nur zu wenig Belüftung bei fehlender Klimaanlage und Drehstromgezwitscher. Zu den positiven Aspekten des U5 hast Du auch Recht, nur mein Nutzungsverhalten sieht anders aus. Wenn ich in die U-Bahn steige, dann, um quer durch die Stadt zu fahren. Da will ich sitzen.

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • Zitat

    Der U3 ist ohne Zweifel auch ein sehr gutes Fahrzeug, ob man Schaltwerke mag oder nicht, ist denke ich mal persönliche Präferenz. Im Automobilbereich würde ich mal sagen "Schaltgetriebe oder Automatik?"


    Die Argumentation teile ich nur sehr bedingt.
    Ein handgeschaltetes Schaltwerk hat definitiv seine Vorteile, wenn der Fahrer damit umgehen kann. Dazu kommt der Vorteil der genialen Einfachheit. Man kann das Ding zur Not zerlegen, gucken wies funktioniert und richten, wenn man nicht mal mehr Pläne hat.
    Für ein automatisch geschaltetes Schaltwerk gilt das nur sehr bedingt. Man hat die Nachteile einer aufwendigen elektronischen Steuerung (Wegen der Totzeit sogar aufwendiger als beim Chopper) ohne den Vorteil der Stufenlosigkeit.
    Auf lange sicht stellen diese Chopper einen aber vor das Problem, dass die Ersatzbeschaffung für defekte Leistungsteile schwer (aber nicht unmöglich) wird.
    Es ist also weniger eine Frage der persönlichen Präferenz (ich kann Automatikkarren nebenbei so garnicht ab), sondern eine Frage der Risikoabschätzung.
    Niemand wird wissend eine ruckende Kiste mittlerer Energieeffizienz einer weich beschleunigenden effizienteren rückspeisefähigen vorziehen, wenn er nicht grundlegende Zweifel an der Wartbarkeit der letzteren hat.
    Ich frage mich im Übrigen wie das mit frühen Umrichterfahrzeugen aussieht. Von Umrichterschäden hört man nun nicht gerade selten und Ersatzumrichter aus der "Fastnochchopperzeit" wird es auch eher nicht mehr geben. Dass in allen mir bekannten Straßenbahnstromrichtern IGBTs verbaut sind, für die man zumindest einen elektrisch äquivalenten Typ finden kann, macht das aber evtl einfacher.

    Zitat

    Trotz der Leistungselektronik in der Fahrsteuerung wird die Kleinspannung im U3 immer noch mit einem rotierenden Umformer erzeugt.


    Das scheint frühachtziger-Standard zu sein. Auch hier irritiert mich, dass das in keinem mir bekannten Fall geändert wurde (sowohl im U2 als auch im U3). Offensichtlich sind die Dinger so zuverlässig, dass sie keinen Nachteil darstellen, der die Umbaukosten überwiegt. Haben die U3 eigentlich ein 230/400V-Bordnetz, das aus dem Umformer gespeist wird?
    Bei der Darmstädter Lösung (ST11 mit Chopper und Umformer) wurden ja auch "nebenbei" noch 230/400V 3~ erzeugt, die deutlich aufwendiger aus Gleichspannung zu erzeigen sind als simple 24V.


    Generell finde ich es sehr schwer, solche Entscheidungen nachträglich zu bewerten, weil die einzigen renommierten Quellen keiner Plausibilitätsprüfung standhalten. Man findet dort im wesentlichen den Standpunkt "Früher war alles scheiße und untragbar", gelegentlich noch den einen oder anderen "Früher war alles besser"-Standpunkt.
    Vieles läuft darauf hinaus, die Vorteile der Alternativen darzustellen und die Entwickler, die für vergangenes verantwortlich sind, pauschal als "blöd" darzustellen. Das Gleiche gilt für Umbauten. Ein Umbau auf eine andere Bordspannungsquelle oder eine andere Steuerung wäre sicher möglich gewesen (ich vermute, dass das bei sogenannten "Plastikfahrzeugen" anders aussieht). Da es nicht passiert ist, deutet darauf hin, dass die aktuellen Entscheidungen für die Konstruktion moderner Schienenfahrzeugelektrik technisch auf recht dünnen Beinen steht.
    Das heißt auch: wir jammern (egal ob wegen zu neuer oder zu alter Fahrzeuge) eigentlich auf einem verdammt hohen Niveau.

    Einmal editiert, zuletzt von 4nti4sin4 ()

  • Von Außen ist der U2 schon zeitlos, aber im Inneren das graue und die braun/beige/ockerfarbenen Sitzbezüge und das Gestänge, geht gar nicht mehr. Es ist wohl die Spießigkeit/Miefigkeit der BRD Ende der 1960er.


    Der U5 ist ein moderner Stadtbahnwagen, auf dem Stand der Technik und der Anforderungen der heutigen Zeit. Insgesamt ist er, wie auch der S-Wagen, hauptsächlich Zweckmäßig und ein Nutzfahrzeug.


    Aber eine Schönheit ist der U5 nicht. Da würden mir persönlich eher der Stuttgarter DT 8.12; der Flexity Berlin oder die BLT-Tangos einfallen.

  • Ich bin immer wieder überrascht, dass die Innenraumgestaltung des U5-Wagens nicht auf mehr Ablehnung stößt. Ich finde die Farbgebung einfach grässlich.


    Aus dem SVB-Design:

    • 2 Grautöne (Grau mit leicht blaugrünem Anteil) an den Wänden
    • SVB-Türen innen
    • blau/grün-gemusterte Sitzbezüge

    Wohl der Behindertenfreundlichkeit geschuldet:

    • orange Türbereiche
    • gelbe Haltestangen

    Außerdem (Grund der Farbgebung mir völlig unklar):

    • weiße Lampenbänder (unproblematisch)
    • blaue Halteschlaufen

    Ich finde, dass die unterschiedlich motivierten Farbbereiche einfach nicht zusammen passen. Es würde viel helfen, die Türen zum Beispiel wie bei den neuen Fahrzeugen in Berlin innen weiß zu halten und die Sitze anstatt blau-grün gemustert in blau-weißer oder dunkelblau-hellblauer Musterung auszuführen. Dann die Halteschlaufen auch in Gelb wie die Stangen oder neutraler in Grau und der ganze Innenraum wäre deutlich ansprechender. Würde man allerdings auf SVB-Design bei Türen und Sitzen verzichten, gäbe es auch keinen Grund mehr für diese grauen Wände. Dann könnte der Innenraum noch mal freundlicher werden. Und trotzdem muss das nicht unmodern sein. Ich finde die Innenraumgestaltung im DB-Regio-Bereich auch modern, aber viel freundlicher ...

    "Phantasie ist wichtiger als wie wo Wissen!"


    (Etwas frei nach Albert Einstein)

  • BTW: Kann mir jemand verraten, wofür diese komischen kleinen Zusatzstanden da sind, die an manchen Türen am Gestänge mit dran sind und die aussehen, als könnte man sie ausklappen?

    "Phantasie ist wichtiger als wie wo Wissen!"


    (Etwas frei nach Albert Einstein)

  • BTW: Kann mir jemand verraten, wofür diese komischen kleinen Zusatzstanden da sind, die an manchen Türen am Gestänge mit dran sind und die aussehen, als könnte man sie ausklappen?

    Die sind zum ausklappen :). Als Ausstiegshilfe bei Evakuierungen auf der Strecke, soweit ich weiß, und vielleicht auch für das Fahrpersonal.

  • Den Ausführungen von multi zur Farbgebung der Innenräume im U5 kann ich nur zur Gänze zustimmen! Dieses Durcheinander von Farben, die dann auch noch nicht einmal zueinander passen, grausig. Mit Abstand das Schlimmste sind m.E. die grellgelben Haltestangen und dieses unsägliche Orange im Türbereich, da ist mir ganz ehrlich der BRD-Mief im U2 und U3 wesentlich lieber.


    Ich meine aber mal irgendwo (evtl. sogar hier im Forum) gelesen zu haben, daß diese Farben wohl von der Feuerwehr empfohlen wurden, da man sich dadurch im Brandfalle (Rauchentwicklung etc.) besser orientieren könne. Wenn dem so ist, hat das Ganze sicherlich zumindest eine gewisse Berechtigung, aber mit Ästhetik oder Geschmack hat das wirklich gar nichts zu tun.


    Was im vergangenen (heißen) Sommer deutlich wurde - solche Sommer dürften ja im Rhein-Main-Gebiet in den nächsten Jahren eher die Regel werden - ist die (wenigstens subjektiv) zu schwache Klimatisierung und schlechte Belüftung der U5-Fahrzeuge, deren Klimaanlagenabluft dann auch noch die Tunnelstationen beheizt. Da lobe ich mir ein Klappfenster wie im U2/3, darin ist es dann zwar auch heiß, aber im Tunnel zieht es frisch und gewisse Ausdünstungen einiger Mitreisender sind deutlich weniger bemerkbar, oder ziehen schneller ab, als im hermetisch abgedichteten U5.

  • multi:

    Zitat

    wofür diese komischen kleinen Zusatzstanden....


    Was sind "Zusatzstanden"? Baeuchle hat es wohl verstanden, ich steh aber auf dem Schlauch :(


    Christophorus:

    Zitat

    Ich meine aber mal irgendwo (evtl. sogar hier im Forum) gelesen zu haben, daß diese Farben wohl von der Feuerwehr empfohlen wurden, da man sich dadurch im Brandfalle (Rauchentwicklung etc.) besser orientieren könne.


    Ich habe vernommen, dass diese Farbgebung für (sehr) schlecht sehende so gewählt wurde.

  • Wohl der Behindertenfreundlichkeit geschuldet:


    Daraus machen wir mal:

    Wohl der Behindertenfreundlichkeit geschuldet:


    Mit Abstand das Schlimmste sind m.E. die grellgelben Haltestangen und dieses unsägliche Orange im Türbereich


    Ich persönlich finde dass in den modernisierten U4-Wagen nicht so dolle, da harmoniert das meiner Meinung nach nicht so mit dem Grau als im U5-Wagen. Aber es soll ja nicht für den Nahverkehrsfreund hübsch aussehen, sondern für den Fahrgast ein Nutzen haben, der Sehtechnisch nicht so fit ist wie wir.


    aber mit Ästhetik oder Geschmack hat das wirklich gar nichts zu tun.


    Muss es ja auch nicht, s. vorherige Antwort von mir.


    Was sind "Zusatzstanden"? Baeuchle hat es wohl verstanden, ich steh aber auf dem Schlauch


    multi meinte wohl Zusatzstangen. Und zwar die hier:



    Bild von mir.

  • TramWolfKassel:

    Zitat

    multi meinte wohl Zusatzstangen. Und zwar die hier:...


    Ah, Danke,- ich dachte jetzt an irgendwelche Ausklapptritte außen am Fahrzeug.


    tunnelklick:

    Zitat

    Es gibt in den U5-Wagen noch viele kleine Details, an denen man erkennt, dass an der Konstruktion kein Designer beteiligt war;


    Ja, das Fahrzeug ist innen alleine auf Barrierefrewiheit ausgelegt :rolleyes:


    Ein Designer im Sinne davon, dass man auch "Gebrauchsgegenständen" ein ästhetisches Aussehen verleihen kann wr wohl in der Tat nicht beteiligt. :thumbdown:

  • multi meinte wohl Zusatzstangen. Und zwar die hier:


    Bild von mir.

    Also ich empfinde das Design des U5-Wagens als gar nicht so schlimm. Die Farben Kontraste (Orange/Grau, Gelb/Blau) wirken modern und der Wagen ist innen wirklich aufgeräumt. Sicherlich freut sich auch das Reinigungspersonal, da es fast keine "Kästen" unter den Sitzen gibt.


    Auf dem Bild finde ich nur einen Fremdkörper: Diesen Müllbehälter mit der Aufschrift "Papier". Das Ding ist scheußlich.

    Ja, das Fahrzeug ist innen alleine auf Barrierefrewiheit ausgelegt


    Ein Designer im Sinne davon, dass man auch "Gebrauchsgegenständen" ein ästhetisches Aussehen verleihen kann wr wohl in der Tat nicht beteiligt.

    Beim U4-Wagen war ein Designer beteiligt. Es mag zwar sehr subjektiv sein, aber das Design der U2-/U3-/P-Wagen finde ich dennoch gefälliger. Diese winzigen Scheinwerfer am U4-Wagen und die schlecht ablesbare Matrixanzeige sind keine hohe Designleistung.

  • Es gibt in den U5-Wagen noch viele kleine Details, an denen man erkennt, dass an der Konstruktion kein Designer beteiligt war; aber nur den wenigsten Leuten fällt das auf.

    Das ist halt die Folge der standardisierten "Baukasten"-Bahnen. Wirtschaftlich sinnvoll (und evtl. bewährte Technik), aber gestalterisch und konzeptionell wenig liebevoll.


    Mir rollen sich immer die Fußnägel auf, wenn mein Blick auf diese schief und krumm handausgeschnittenen Kanten der Sitze fällt. Das sieht so gepfuscht aus.




    (Ich habe mir den Bildausschnitt aus dem vorherigen Foto von TramWolf-Kassel geborgt - sein Einverständnis vorausgesetzt :) )

  • (Ich habe mir den Bildausschnitt aus dem vorherigen Foto von TramWolf-Kassel geborgt - sein Einverständnis vorausgesetzt )


    Kein Problem. Aber ich sehe diesen schiefen Kantenschnitt auch jetzt erst! 8| Andererseits, da ich schon so oft mit dem U5 gefahren bin, scheint es auf den ersten Blick wohl doch nicht sooooo aufzufallen. (Der normale Fahrgast achtet da ja eh nicht drauf).