Fahrgasthelfer für bessere Abfahrpünktlichkeit

  • Ich weiß.
    Aber die Tf`s der S-Bahnen haben offensichtlich auch einen größeren Redebedarf ;-)

    !! VORSICHT !! Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Zug sein !! :)

  • Man kann sich hier nicht über Fahrgäste echauffieren, die die Bahn an der fahrplanmäßigen Abfahrt hindern, aber andererseits die Abfahrt behindernde Fahrer als legitim bezeichnen.


    Klar, bei den Fahrgästen geht es auch um sicherheitsrelevante Dinge :rolleyes:



    Wenn der Fahrerwechsel aber zu längeren Aufenthalten als vorgesehen führt, dann ist der Dienstplan einfach nur schlecht gemacht.


    Die Übergabe erfordert eine bestimmte Zeit, die sich aber nicht automatisch verkürzt, wenn ein Zug verspätet ist :!:
    Das ist dann auch keine Verantwortung der Dienstplanung.



    Die Fahrer könnten schließlich auch an der Endstation abgelöst werden, wo sowieso eine längere Standzeit vorgesehen ist.


    Zu einfach gedacht. Teilweise ist keine längere Standzeit vorgesehen. Ein so umfangreicher Dienstplan erfordert auch Wechsel an einem zentralen Punkt. Nur manche Endhaltestellen sind auch Abstellbahnhöfe, auch sowas muss berücksichtigt werden.

  • Klar, bei den Fahrgästen geht es auch um sicherheitsrelevante Dinge

    Das hat doch gar nichts mit sicherheitsrelevant oder nicht zu tun. Wenn am Ende eine Verspätung herauskommt, kann dies bereits zu verloren Anschlüssen führen. Gerade wenn, wie am Hauptbahnhof, weite Wege zwischen den Bahnsteigen zurück zu legen sind.


    Der Zweck heiligt doch nicht die Mittel...


    Außerdem finde ich das Argument ziemlich hochtrabend. Wir haben es hier schließlich weder mit Raketentechnik noch mit Atomreaktoren zu tun.

    Die Übergabe erfordert eine bestimmte Zeit, die sich aber nicht automatisch verkürzt, wenn ein Zug verspätet ist
    Das ist dann auch keine Verantwortung der Dienstplanung.

    Mag sein, aber für solche Fälle müsste es dann auch Lösungen geben. Wenn der verspätete Zug zu dem Ergebnis führt, dass die Übergabe nicht mehr zeitlich zu schaffen ist, dann muss diese eben auch verschoben werden. Bei eingleisigen Bahnstrecken wird auch ab und an die Zugbegegnung verlegt.


    Wenn der Dienstplan durch wenige Minuten Verspätung bereits so gravierend gestört werden kann, dann sehe ich durchaus eine Verantwortung in der Dienstplanung. Straßenbahnen, die sich ihre Gleise naturgemäß mit dem Straßenverkehr teilen müssen, können doch nicht so sekundengenau durchgeplant werden.

    Zu einfach gedacht. Teilweise ist keine längere Standzeit vorgesehen. Ein so umfangreicher Dienstplan erfordert auch Wechsel an einem zentralen Punkt. Nur manche Endhaltestellen sind auch Abstellbahnhöfe, auch sowas muss berücksichtigt werden.

    Ich denke, dass diese Probleme aus ganz anderen Gründen resultieren: Man hat versucht auf Biegen und Brechen jedes Fahrzeug und jeden Fahrer einzusparen, wo es nur geht.


    Was passiert denn wenn ein Fahrer selbst mal verspätet ist? Oder einem Fahrer während des Dienstes schlecht wird? Da muss es doch eine Reserve geben.


    In der Industrie gibt es ganz ähnliche Problemstellungen wie bei der Straßenbahn. Dort kann man mit der Kanban-Methode die Wertschöpfung optimal steuern. Ein ähnliches Prinzip, wäre sicherlich auch für die Straßenbahn denkbar.

  • Zitat

    Wenn der verspätete Zug zu dem Ergebnis führt, dass die Übergabe nicht mehr zeitlich zu schaffen ist, dann muss diese eben auch verschoben werden. Bei eingleisigen Bahnstrecken wird auch ab und an die Zugbegegnung verlegt.


    Da könnte es durchaus Probleme mit Arbeitsschutzbestimmungen geben, die aus gutem Grund auch der Sicherheit der Fahrgäste dienen. Nach 10 Stunden ist Arbeitsschluss, gerade bei sicherheitsrelevanten Tätigkeiten wie dem Fahren eines Zuges oder Busses.


    Nach dem Dienstbetrieb sind für den Fahrer Erholungszeiten vorgesehen, damit er (oder sie) ausgeruht zur nächsten Schicht kommt. Die Dienstpläne dürften sicher ein paar Minuten Verspätung auffangen können, aber eher nicht einen kompletten neuen Umlauf. Außerdem:
    Was soll der "neue" Fahrer solange tun ? Gut 1 Stunde herumhängen, bis der Zug wieder am Übergabeort erscheint, oder mit spazierenfahren ? :D Und dass der Fahrer sich seinen Arbeitsplatz erst einmal so einrichtet, dass er gut sitzt und seine Aufmerksamkeit ganz der Fahrtätigkeit widmen kann, macht auch Sinn. Du wärst der erste, der sich über eine Zwangsbremsung mit anschließender weiterer Verzögerung beschwert, wenn der Fahrer wegen eines schlecht eingestellten Sitzes oder herumliegender Jacke etc. zu spät auf ein Signal reagiert.


    Aber es macht durchausSinn, Fahr- und Dienstpläne so zu gestalten, dass Verzögerungen in gewissem Umfang wieder aufgefangen werden können.

  • Da könnte es durchaus Probleme mit Arbeitsschutzbestimmungen geben, die aus gutem Grund auch der Sicherheit der Fahrgäste dienen. Nach 10 Stunden ist Arbeitsschluss, gerade bei sicherheitsrelevanten Tätigkeiten wie dem Fahren eines Zuges oder Busses.

    Und was macht der Fahrer wenn nach 10 Stunden seine Ablösung nicht bereitsteht? Er kann ja wohl kaum die U-Bahn am Bahnsteig mit den Fahrgästen stehen lassen und nach Hause gehen?!

    Nach dem Dienstbetrieb sind für den Fahrer Erholungszeiten vorgesehen, damit er (oder sie) ausgeruht zur nächsten Schicht kommt.

    Das ist auch nicht mehr als richtig und daran wird sicherlich auch niemand etwas aussetzen wollen.

    Außerdem:
    Was soll der "neue" Fahrer solange tun ? Gut 1 Stunde herumhängen, bis der Zug wieder am Übergabeort erscheint, oder mit spazierenfahren ?

    Der Übergabeort müsste in so einem Falle natürlich auch flexibel sein. Ich denke da eher an ein First-In-First-Out-Prinzip. Der Fahrer, der am längsten wartet, darf die erste abzulösende Bahn übernehmen.

    Du wärst der erste, der sich über eine Zwangsbremsung mit anschließender weiterer Verzögerung beschwert, wenn der Fahrer wegen eines schlecht eingestellten Sitzes oder herumliegender Jacke etc. zu spät auf ein Signal reagiert.

    Über eine Zwangsbremsung kann man sich auch zu Recht beschweren. Stelle dir einfach einmal vor, dass jemand deshalb stürzt und sich verletzt. Nicht jeder ist vielleicht noch so jung und fit, dass ihm das nichts ausmachen würde!

    Aber es macht durchausSinn, Fahr- und Dienstpläne so zu gestalten, dass Verzögerungen in gewissem Umfang wieder aufgefangen werden können.

    Siehst du, das finde ich auch. Und hier sehe ich, nicht nur bei der S-Bahn Rhein-Main, noch Optimierungsbedarf. Denn wie bereits angemerkt, klappt es beim Fernverkehr seltsamerweise besser, obwohl hier viel gravierendere Verspätungen (90 bis 120 Minuten sind keine Seltenheit) an der Tagesordnung sind.


    Außerdem: Man muss sich meiner bescheidenen Meinung nicht anschließen. Ich bin auf die Ergebnisse dieser Aktion der Bahn gespannt - wenn es wider aller Erwartungen von mir zu einer Besserung führen sollte, ist doch gut. Momentan denke ich jedoch, dass man versucht strukturelle und organisatorische Mängel den Fahrgästen anzulasten.


    Wenn man die Situation auf ein Hotel übertragen würde, würde auch keiner den Hotelgästen, die Schlange vor dem Lift stehen, die Schuld dafür geben, sondern Planungsmängel beim Hotelmanagement sehen, das schlicht und ergreifend für nicht genügend Kapazität gesorgt hat. In dieser Analogie wären die "Fahrgastlenker" dann Personen, die zu den Hotelgästen sagen würden, dass Sie ja auch die Treppe nutzen könnten...


    Ich habe halt eine andere Herangehensweise. Zunächst gehe ich immer davon aus, dass die Kunden Recht haben, ihre potentiellen Fehlhandlungen auf eigene Versäumnisse zurückzuführen sind und dass die Interessen der Mitarbeiter eine unternehmensinterne Angelegenheit sind, die nicht an die Kunden heran zu tragen sind bzw. zu vermeiden ist, dass diese davon überhaupt Kenntnis erlangen.

  • [...] Über eine Zwangsbremsung kann man sich auch zu Recht beschweren. Stelle dir einfach einmal vor, dass jemand deshalb stürzt und sich verletzt. Nicht jeder ist vielleicht noch so jung und fit, dass ihm das nichts ausmachen würde![...]

    Beim ersten Lesen könnte man denken, Zwangsbremsungen würden rein aus Jux und Dollerei gemacht ... Auch sonst fällt es mir schwer, bestimmten Argumenten zu den Übergabegesprächen und dem Bezug des Arbeitsplatzes zu folgen.
    Die Übergabegesprächen dienen nicht zum Tratschen und dem Austausch der neuesten Gerüchte, sondern der Information, z. B. ob der Zug technisch einwandbrei läuft, ob es auf der Strecke besondere Vorkommnisse gibt usw. Daher sind diese Gespräche wichtig und in gewissem Maße sicherheitsrelevant.
    Was das Betreten des Arbeitsplatztes betrifft, so muss ich bei einigen Diskutanten vermuten, dass sie gleich nach Betreten ihres Arbeitsplatzes mit der Arbeit loslegen, ohne vorher die Jacke ausgezogen und die Arbeitsgeräte geordnet zu haben - und das glaube ich kaum. Deshalb frage ich mich, weshalb einem Tf, Straßenbahnfahrer oder auch Busfahrer nicht das gleiche Recht zugebilligt wird.


    Alles in allem erscheinen mir manche Argumente als wildes Aufheulen, weil die Fahrgäste Anteil an den Verspätungen der S-Bahn haben sollen und nicht die Tf oder die Dienst- und Fahrplanplaner oder die böse DB überhaupt. Denkt doch einfach mal daran, dass der Einsatz der Fahrgasthelfer erst einmal ein Versuch ist. Sollte dieser nicht den gewünschten Erfolg bringen, so wird sicherlich an anderen Stellen nach den Gründen der Verspätungen geschaut - wenn man es nicht schon längst getan hat.

    Gruß, 420 281-8
    Jeder Mensch hat ein zweites Gesicht ...
    Ich bin nicht "das Team" des FNF, PN zu Team-Angelegenheiten werden ignoriert und nicht beantwortet/weitergeleitet.
    Anfragen an das Team bitte an team@frankfurter-nahverkehrsforum.de richten, danke!

  • fnp-Bericht mit Bild
    Aus dem Artikel:

    Zitat

    Wenn S-Bahnen lange genug stehen, können Fahrgäste auf leere Wagen hingewiesen werden. Notfalls können sie auch versuchen zu verhindern, dass Fahrgäste bei bereits geschlossener Tür den Knopf drücken. Aber: „Die Mitarbeiter haben keine Polizeigewalt, dürfen nur zureden.“
    Die Fahrgastlenker kommen von einer Agentur. „Es sind Studenten, die etwas dazuverdienen“, erklärt Bischof. Für den Einsatz auf dem Bahnsteig wurden sie geschult. Sie sind älteren Menschen beim Einsteigen behilflich, geben den Reisenden Informationen und stellen sich auch schon mal breitbeinig vor die Tür, um zu verhindern, dass weitere Menschen hinein drängen.


    ;) Und nein, sie haben doch keine weißen Handschuhe... :)
    hier der FR-Artikel, die auch diese Assoziation hatten und ein Bild mit aktiver Unschärfe beisteuern.

    Grüße ins Forum :saint:

    Einmal editiert, zuletzt von jockeli ()

  • Nein, das ist nicht legitim.

    Ist es wohl. :!:
    Zum sicheren Fahren eines Schienenfahrzeuges gehört die richtige Sitzposition und die ungehinderte Beweglichkeit des Fahrers. Und wenn größere Störungen oder auch mehrere kleinere vorliegen, dann dauert es eben 1 - 2 Minuten, bis das alles kommuniziert ist.


    Es ist ja nicht so, daß die Fahrer da Kaffeeklatsch halten.

  • Die Diskussion ist hier grade von beiden Seiten etwas fundamentalistisch und hat wenig mit den Fahrgasthelfern zu tun.


    Ein Übergabegespräch auf der Strecke zu machen hört sich gut an, bis während eines solchen Gesprächs zwischen Hauptwache und Hauptbahnhof oder zwischen Sandelmühle und Heddernheim ein Unfall passiert. Wie, der Fahrer hätte sich auf die Strecke konzentrieren sollen? Aber es war doch so wichtig, die Übergabezeit zu reduzieren!! Nein, keine Alternative.


    Andererseits sind nicht alle Übergabegespräche rein dienstlich, und manche sind es gar nicht. So zu tun, als wäre ein solcher Kaffeeklatsch niemals nie nicht ein Verspätungs- oder Verzögerungsgrund, ist m.E. auch falsch (genauso, wie es falsch ist, dies zum großen Problem zu machen).
    Personalwechsel Sonntags an der Hohemark in 33 (?) Minuten Wendezeit zu machen, wäre betriebswirtschaftlicher Unsinn, aber das heißt nicht, dass jeder Personalwechsel immer an Hauptbahnhof (S-Bahn), Konstablerwache oder Heddernheim stattfinden muss; und die Wegezeit von Heddernheim nach Römerstadt zur Ablösung vom U9 ist auch nicht so viel größer als die nach Nieder-Eschbach, wo genügend Zeit wäre, betriebsfreundlicher in der Wendeanlage abzulösen. Würde halt 15 Minuten doppelte Bezahlung bedeuten.


    Und, zip-drive ,

    Und was macht der Fahrer wenn nach 10 Stunden seine Ablösung nicht bereitsteht? Er kann ja wohl kaum die U-Bahn am Bahnsteig mit den Fahrgästen stehen lassen und nach Hause gehen?!

    Wenn der Fahrer nach 10 Stunden (oder seiner entsprechenden Maximalfahrzeit), wenn seine Ablösung nicht bereitsteht, seinen Zug nicht stehen lässt, sondern weiterfährt, tut er dies auf eigene – sehr hohe – Gefahr. Bei jeglichem Unfall, selbst wenn er überhaupt nicht Schuld ist, wäre er nicht versichert und würde sehr wahrscheinlich eine Mitschuld zugesprochen kriegen. Lenkzeitüberschreitungen sind ein No-Go, selbst wenn das viel zu häufig irgendwo ignoriert wird, und wer das tut, handelt mindestens sich selbst gegenüber grob fahrlässig.


    Es geht sogar so weit, dass ein(e) Fahrer(in), wenn er/sie erkennt, dass bis zum nächsten Ablösepunkt die Lenkzeit überschritten sein wird, verpflichtet ist, nicht weiterzufahren. (Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an einen ICE, der unterm Frankfurter Kreuz stehengeblieben ist, weil der Fahrer seine Lenkzeit überschritten hatte; sein Fehlverhalten war, dass er vor Abfahrt am Flughafen die Weiterfahrt hätte verweigern müssen (und dann noch Details wie fehlende Türüberwachung bei leerem Führstand im ICE 1, aber das ist grade nebensächlich).)

  • Beim ersten Lesen könnte man denken, Zwangsbremsungen würden rein aus Jux und Dollerei gemacht ... Auch sonst fällt es mir schwer, bestimmten Argumenten zu den Übergabegesprächen und dem Bezug des Arbeitsplatzes zu folgen.

    Eine Zwangsbremsung wird nicht aktiv ausgelöst, dann wäre kein Zwang im Spiel, sondern ist die folge eines vorausgegangenen Fehlverhaltens. (Wenn man technische Ursachen, die sicherlich eine geringere Wahrscheinlichkeit haben, außer Acht lässt.)

    Was das Betreten des Arbeitsplatztes betrifft, so muss ich bei einigen Diskutanten vermuten, dass sie gleich nach Betreten ihres Arbeitsplatzes mit der Arbeit loslegen, ohne vorher die Jacke ausgezogen und die Arbeitsgeräte geordnet zu haben - und das glaube ich kaum. Deshalb frage ich mich, weshalb einem Tf, Straßenbahnfahrer oder auch Busfahrer nicht das gleiche Recht zugebilligt wird.

    Das sind zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte: Mein Büro, meinen Schreibtisch, meine Arbeitsgeräte kann ich mir nach belieben einrichten. Das behindert sonst niemanden und das muss auch sonst niemandem gefallen.


    Ich sehe zwischen einem Büroarbeitsplatz und einem Führerstand daher durchaus einen Unterschied.

    Alles in allem erscheinen mir manche Argumente als wildes Aufheulen, weil die Fahrgäste Anteil an den Verspätungen der S-Bahn haben sollen und nicht die Tf oder die Dienst- und Fahrplanplaner oder die böse DB überhaupt. Denkt doch einfach mal daran, dass der Einsatz der Fahrgasthelfer erst einmal ein Versuch ist. Sollte dieser nicht den gewünschten Erfolg bringen, so wird sicherlich an anderen Stellen nach den Gründen der Verspätungen geschaut - wenn man es nicht schon längst getan hat.

    Das Grundproblem ist, meines Erachtens, eine falsche Vorstellung der Kundenbeziehung.


    Außerdem hat niemand die "böse DB" durch den Dreck gezogen! Es wurde hier schon mehrfach als löbliche Ausnahme der Fernverkehr genannt. Vergleiche doch bitte einmal das rüpelhafte Auftreten der zwei- bis vierköpfigen Fahrkartenprüftrupps in der S-Bahn, die von vorne bis hinten sich durch die ganze Bahn vorpreschen und noch nicht einmal zu jedem Fahrgast Guten Tag, Bitte und Danke sagen, mit dem Auftreten des Personals der Am-Platz-Services in der ersten Klasse des ICE. Da liegen Welten dazwischen.


    Der Umstieg vom ICE in die S-Bahn in Deutschland ist wie ein Flug von einer hochmodernen Dienstleistungsgesellschaft in ein Dritte-Welt-Land!


    Vielleicht liegt es auch am intransparenten Geldfluss: Der Fahrer bekommt sein Geld vom Verkehrsbetrieb, dieser vom Verkehrsverbund und dieser letztlich teilweise vom Staat und teilweise von den Fahrgästen. Eventuell sieht man sich deshalb nicht verpflichtet.


    Ein Kellner im Restaurant hingegen wüsste, dass er kein Trinkgeld bekäme, wenn er sich nicht kundenfreundlich genug verhielte. Und auch ich hätte vermutlich keine Kunden mehr, wenn ich diesen nur "S-Bahn-Niveau" servieren würde, obwohl diese für ihr Geld, zu Recht, "ICE-Niveau" erwarten dürfen.


    Es könnte hingegen auch ein sprachliches Problem sein: Ein Fahrgast ist in erster Linie nur ein Gast, da in der deutschen Sprache hauptsächlich der letzte Wortbestandteil relevant ist. Ein Gast soll genügsam, höflich usw. sein - wie man es eben von dem familiären Umgang her kennt. Im Englischen hingegen ist ein Fahrgast ein "passenger". Ein "passenger" kann jedoch auch ein Passagier sein. Hier denkt man dann aber plötzlich an ein Kreuzfahrtschiff, in welchem die Passagiere den ganzen Tag über umsorgt werden. Auch das ist ein Unterschied.

    Ist es wohl.
    Zum sicheren Fahren eines Schienenfahrzeuges gehört die richtige Sitzposition und die ungehinderte Beweglichkeit des Fahrers. Und wenn größere Störungen oder auch mehrere kleinere vorliegen, dann dauert es eben 1 - 2 Minuten, bis das alles kommuniziert ist.

    Ich hatte zwei Beispiele gebracht und diese wurden einerseits aus dem Zusammenhang gerissen und andererseits zerpflückt. So habe ich das nicht geschrieben.


    Kein Mensch hat etwas dagegen, wenn die kommunizieren. Von mir aus können die das auch den ganzen Tag über machen - es ist ihre Zeit. Über meine Zeit hingegen möchte ich durchaus noch selbst verfügen (und die anderen Reisenden sicherlich auch).


    Es ging in meinem Beispiel darum, dass solch eine Übergabe an einer zentralen Haltestelle, wie dem Hauptbahnhof, nicht nur die Reisenden der zu übergebenden Bahn, sondern auch die folgende Bahn inklusive deren Fahrer und deren Reisenden aufhalten kann, wodurch es zu Anschlussverlusten kommen kann, obwohl die Reisenden pünktlich waren usw.

    Wenn der Fahrer nach 10 Stunden (oder seiner entsprechenden Maximalfahrzeit), wenn seine Ablösung nicht bereitsteht, seinen Zug nicht stehen lässt, sondern weiterfährt, tut er dies auf eigene – sehr hohe – Gefahr. Bei jeglichem Unfall, selbst wenn er überhaupt nicht Schuld ist, wäre er nicht versichert und würde sehr wahrscheinlich eine Mitschuld zugesprochen kriegen. Lenkzeitüberschreitungen sind ein No-Go, selbst wenn das viel zu häufig irgendwo ignoriert wird, und wer das tut, handelt mindestens sich selbst gegenüber grob fahrlässig.

    Wollen wir hier jetzt die Vorschriften gegeneinander ausspielen?


    Es gibt sicherlich auch eine Vorschrift, die es verbietet einen vollbesetzten Zug irgendwo führerlos zurückzulassen. Dazu kommen noch ganz normale Selbstverständlichkeiten, die ein Arbeitgeber von seinen Arbeitnehmern erwarten kann, wie beispielsweise, dass diese es, nach allen ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, versuchen müssen, Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Ein Zug, der jedoch eine Tunnelstation ohne Ausweichmöglichkeit blockiert, ist ein erheblicher Schaden für das Unternehmen.

    Es geht sogar so weit, dass ein(e) Fahrer(in), wenn er/sie erkennt, dass bis zum nächsten Ablösepunkt die Lenkzeit überschritten sein wird, verpflichtet ist, nicht weiterzufahren. (Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an einen ICE, der unterm Frankfurter Kreuz stehengeblieben ist, weil der Fahrer seine Lenkzeit überschritten hatte; sein Fehlverhalten war, dass er vor Abfahrt am Flughafen die Weiterfahrt hätte verweigern müssen (und dann noch Details wie fehlende Türüberwachung bei leerem Führstand im ICE 1, aber das ist grade nebensächlich).)

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Verhalten folgenlos geblieben sein soll. Vielleicht war es ein Beamter, das weiß ich nicht. Hier muss man doch Vorsatz unterstellen, denn ein paar Minuten früher vor der Abfahrt wusste der sicherlich auch schon, dass er in Kürze seine maximale Arbeitszeit erreicht hat. Das fällt einem doch nicht aus heiterem Himmel ein.


    Und für solch ein vorsätzliches Verhalten hätte der von mir mindestens eine Abmahnung bekommen, wenn nicht gar die Kündigung, falls dies kein Einzelfall gewesen sein sollte.


    Solch ein Verhalten mag, glücklicherweise, ein Einzelfall sein, aber ich kenne das auch aus meiner beruflichen Erfahrung, zwar nicht in einem Bahnunternehmen, aber es gibt Mitarbeiter, die "speziell" sind. Will heißen, dass diese das ganze Jahr über etwas mehr Führung benötigen als andere und es gezielt schaffen, eine gewisse Provokation herbei zu führen, dabei aber immer unterhalb der Grenze zu dem bleiben, was man als sanktionswürdig erachten würde. Und wenn die es dann doch einmal schaffen, den sprichwörtlichen "Vogel abzuschießen", dann begründen diese ihr Fehlverhalten auch noch mit dem, was man ihnen das ganze Jahr über vorgehalten hat.


    Ein Beispiel wäre ein Mitarbeiter, der regelmäßig unpünktlich erscheint, man ihm jedes Mal seine Arbeitszeiten darlegt, dann aber bei einer unvorhergesehen Mehrbelastung, sich plötzlich darauf berufen will, dass seine vereinbarte Stundenzahl vorüber sei. Die Absicht besteht in dieser Handlung nur darin, einem die eigenen angeblichen Schwächen in der Argumentation aufzeigen zu wollen, weil man im Vorfeld nicht jede denkbare Ausnahme dargelegt hat.


    Aus diesen Gründen gibt es heute auch bei jedem noch so unwichtigem Vertragswerk (wie ein Mobilfunkvertrag), diese ganzen Fußnoten, damit man nachher nicht trickreich als Unternehmer doch noch eine Falle gestellt bekommen kann.

  • >Ich sehe zwischen einem Büroarbeitsplatz und einem Führerstand daher durchaus einen Unterschied.


    Schon aufgefallen, daß Lokführer nicht normiert sind in Körpergröße, Gewicht und Beinlänge?
    Dein Bürostuhl bekommt einmal eine feste Einstellung und gut ist.

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Kein Mensch hat etwas dagegen, wenn die kommunizieren. Von mir aus können die das auch den ganzen Tag über machen - es ist ihre Zeit. Über meine Zeit hingegen möchte ich durchaus noch selbst verfügen (und die anderen Reisenden sicherlich auch).


    Es ging in meinem Beispiel darum, dass solch eine Übergabe an einer zentralen Haltestelle, wie dem Hauptbahnhof, nicht nur die Reisenden der zu übergebenden Bahn, sondern auch die folgende Bahn inklusive deren Fahrer und deren Reisenden aufhalten kann, wodurch es zu Anschlussverlusten kommen kann, obwohl die Reisenden pünktlich waren usw.


    Ich stehe auch jeden Morgen pünktlich an meinem Bus und meistens hat er ein paar Minuten Verspätung. Man sollte hier durchaus differenzieren, ob es Verspätungen sind, welche dem Fahrplan geschuldet sind, oder ob sie menschlicher Ursache sind. Ich bin allerdings der Meinung, dass in einem System, wo Menschen und Technik aufeinanderprallen, nicht immer alles reibungslos laufen kann. Und sind wir mal ehrlich, ein bisschen Flexibilität gehört im Leben doch auch dazu. Natürlich ist es ärgerlich um jeden verpassten Anschluss, aber wo kommen wir denn da hin, wenn wir den Triebfahrzeugführern nicht mal die 1-2 Minuten geben, die sie brauchen, um wie schon besprochen, ihren Sitz einzustellen und sich auch mal über betriebliche oder private Dinge kurz zu unterhalten. Redest du mit deinen Kollegen nicht mal über Privates während der Arbeitszeit? Die Tf's sind doch die meiste Zeit alleine auf ihrem Führerstand, da bleibt halt nur der Fahrzeugwechsel zum reden und ich glaube nicht, dass es förderlich für das Betriebsklima wäre, dass man ihnen jetzt noch vorschreiben würde, dass der Wechsel nicht länger als eine Minute dauern sollte und bei einer Verspätung überhaupt nicht durchgeführt werden kann.


    Und was das Arbeitszeitgesetz angeht: Ich würde mich da auch dran halten, weil wieso soll ich es riskieren, dass ich haften muss, wenn mir/dem Zug/den Fahrgästen etwas passiert, nur weil mein Arbeitgeber es nicht hinbekommt, vernünftige Dienstpläne zu erstellen? Es geht in einigen großen Konzernen ja mittlerweile soweit, dass man abgemahnt wird, wenn man häufiger länger als 10 Stunden arbeitet! Da wäre mir mein Job dann doch wichtiger, als für so etwas eine Abmahnung zu riskieren. Und wenn du nun einmal vollkommen Herr über deine Zeitenplanung sein willst, dann musst du wohl oder übel auf den Individualverkehr umsteigen.

    Viele Grüße

    Krabe98

  • Den Betrieb eines Schienenfahrzeuges mit dem Ausschenken von Getränken zu vergleichen, passiert häufig, wird dadurch aber nicht besser. Ein Kellner muss sehr viel falsch machen, um Menschen durch sein Verhalten zu gefährden.


    Fahrgäste gibt es bei der Bahn auch nicht mehr (im offiziellen Duktus), sondern Kunden, da ist es doch müßig, sich über die Implikationen dieses Wortes Gedanken zu machen, oder?


    Schließlich sind Zwangsbremsungen immer Zwangsbremsungen, auch wenn sie zur Überprüfung der beteiligten Einrichtungen bewusst und absichtlich herbeigeführt werden.


    Zu den Tf-Wechseln habe ich hier was geschrieben.

  • Wenn bei der DB "Fahrgastlenker" auf der Warnweste steht, sollte man von der Wiederentdeckung der Fahrgäste ausgehen dürfen.

  • Redest du mit deinen Kollegen nicht mal über Privates während der Arbeitszeit?

    Doch, natürlich. Was ich jedoch nicht mache, wäre es einen Kunden am Telefon in die Warteschleife zu legen und dann mit dem Kollegen zu sprechen.

    Wenn bei der DB "Fahrgastlenker" auf der Warnweste steht, sollte man von der Wiederentdeckung der Fahrgäste ausgehen dürfen.

    Gut erkannt. Das war auch der Grund, wieso mich der Begriff "Fahrgastlenker" so störte. Bildlich stelle ich mir da jemanden mit so einer Warnweste vor, der beidhändig den Fahrgast an der Schulter packt und ihn irgendwo hinschiebt...

    Fahrgäste gibt es bei der Bahn auch nicht mehr (im offiziellen Duktus), sondern Kunden [...]

    Bloß weil man etwas so nennt, muss es noch lange nicht so sein. So viel ich weiß, nennt der Staat die Arbeitslosen im Arbeitsamt auch "Kunden"...

  • Der Übergabeort müsste in so einem Falle natürlich auch flexibel sein. Ich denke da eher an ein First-In-First-Out-Prinzip. Der Fahrer, der am längsten wartet, darf die erste abzulösende Bahn übernehmen.


    Nett, aber sicherlich wieder weitere einzuplanende Umstände vernachlässigt (vgl. auch die bisherigen Argumente zu Wendezeiten etc.).



    Siehst du, das finde ich auch. Und hier sehe ich, nicht nur bei der S-Bahn Rhein-Main, noch Optimierungsbedarf.


    Aber pfui, wenn die entstehenden Personalkosten dann wieder woanders auftauchen. Nicht ohne Grund ist der DB-Fernverkehr teurer im Vergleich zu Verkehrsunternehmen auf Schiene oder Straße mit viel geringeren Reserven.



    Über eine Zwangsbremsung kann man sich auch zu Recht beschweren. Stelle dir einfach einmal vor, dass jemand deshalb stürzt und sich verletzt. Nicht jeder ist vielleicht noch so jung und fit, dass ihm das nichts ausmachen würde!


    Eine Zwangsbremsung wird nicht aktiv ausgelöst, dann wäre kein Zwang im Spiel, sondern ist die folge eines vorausgegangenen Fehlverhaltens. (Wenn man technische Ursachen, die sicherlich eine geringere Wahrscheinlichkeit haben, außer Acht lässt.)


    Im Verspätungsfall soll ein Tf quasi zum Vorteil der Fahrgäste auf eine korrekte Übergabe verzichten, gleichzeitig machst du ihn aber dafür verantwortlich, wenn genau deshalb etwas passiert. Entweder bemerkst du den Widerspruch nicht, oder deine Ansicht ist (mal wieder) fein egoisitisch.



    Kein Mensch hat etwas dagegen, wenn die kommunizieren. Von mir aus können die das auch den ganzen Tag über machen - es ist ihre Zeit. Über meine Zeit hingegen möchte ich durchaus noch selbst verfügen (und die anderen Reisenden sicherlich auch).


    Kannst du ja auch. Keiner zwingt dich, mitzufahren.
    Das darf zwar keine Haltung des Unternehmens sein, aber man kann es auch nicht dafür verantwortlich machen, wenn man sich selbst für die Nutzung entschieden hat. Insbesondere wenn der ursprüngliche Grund der Verspätung vielleicht auch wieder nicht durch das Unternehmen, sondern durch die Kunden entstanden ist.



    Es gibt sicherlich auch eine Vorschrift, die es verbietet einen vollbesetzten Zug irgendwo führerlos zurückzulassen.


    Von zurücklassen war nie die Rede, wohl aber vom Vermeiden der Weiterfahrt.



    Ein Zug, der jedoch eine Tunnelstation ohne Ausweichmöglichkeit blockiert, ist ein erheblicher Schaden für das Unternehmen.


    Also? Den Zug wegbeamen? Oder gegen den Arbeitsschutz verstoßen? Da wären wir wieder beim ersten von mir zitierten Absatz, außerdem widerspricht es deiner Forderung, Schaden vom Unternehmen abzuwenden – der nämlich noch gravierender wäre, wenn ein Unternehmensangehöriger aus solchen Gründen die Sicherheit aufs Spiel setzen würde. Dann wäre der Vorwurf anstelle dem harmlosen "die sind zu blöd mit ihrer Personalplanung" nämlich "die kontrollieren nicht, ob jemand die Vorschriften umgeht und unsere Sicherheit aufs Spiel setzt" – und wenn dann noch etwas passiert...



    Und für solch ein vorsätzliches Verhalten hätte der von mir mindestens eine Abmahnung bekommen, wenn nicht gar die Kündigung, falls dies kein Einzelfall gewesen sein sollte.


    Oh mann, bin ich froh, keinen so ignoranten Chef zu haben... :rolleyes:
    Deiner Mentalität nach wärst du aber der erste, der schreit, wenn er von seinem Chef wegen einer vielleicht sogar versehentlichen Kleinigkeit eins auf den Deckel bekommt.


    Faszinierend, wie du neulich noch der Ansicht warst, man könne nicht jedwede Eventualität des Lebens regulieren und verfolgen, jetzt aber genau das forderst. Du biegst es dir echt immer genau so, dass du einen Vorteil davon hast...

  • Nett, aber sicherlich wieder weitere einzuplanende Umstände vernachlässigt (vgl. auch die bisherigen Argumente zu Wendezeiten etc.).

    Wendezeiten bei einer Bahn, die geradeaus weiterfährt? Schaue mal bei der S-Bahn Berlin zu, wenn bei den Linien S41/S42 (Ringbahn) die Triebfahrzeugführer abgelöst werden. Raus - rein - weiter. Klappt. Man bekommt es meist gar nicht mit, wenn man nicht aufpasst. Sogar das Reinigungspersonal macht die Reinigung teilweise während der Fahrt.

    Aber pfui, wenn die entstehenden Personalkosten dann wieder woanders auftauchen. Nicht ohne Grund ist der DB-Fernverkehr teurer im Vergleich zu Verkehrsunternehmen auf Schiene oder Straße mit viel geringeren Reserven.

    Moment. Ich habe mich noch nie über zu hohe Fahrpreise beklagt! Für eine bessere Servicequalität wäre ich gerne bereit mehr zu zahlen.

    Im Verspätungsfall soll ein Tf quasi zum Vorteil der Fahrgäste auf eine korrekte Übergabe verzichten, gleichzeitig machst du ihn aber dafür verantwortlich, wenn genau deshalb etwas passiert. Entweder bemerkst du den Widerspruch nicht, oder deine Ansicht ist (mal wieder) fein egoisitisch.

    Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen einer verschobenen Übergabe und eines potentiellen Fehlverhaltens. Wieso bin ich da egoistisch?


    Wenn ich zurückdenke, kann ich mich an keine Situation erinnern, während der ich mich an jemand anderem bereichert hätte. So würde ich jedenfalls ausgelebten Egoismus auffassen. Ganz im Gegenteil: ich engagiere mich für verschiedene Projekte, spende regelmäßig und setze mich auch für die Interessen ein, die nicht zwangsläufig deckungsgleich mit meinen sein müssen.

    Kannst du ja auch. Keiner zwingt dich, mitzufahren.

    Ich fahre mit - und habe ganz einfach keine allzu großen Erwartungen. Wenn es dann doch einmal passieren sollte, dass es zu einer (positiven) Überraschung kommt, ist es doch gut. Wenn nicht, fühle ich mich bestätigt. Eine Win-Win-Situation gewissermaßen.


    Du darfst mich nicht falsch verstehen: Mir selbst entsteht kein Schaden wenn ich einen Zug verpasse, dann nehme ich halt den nächsten. Unterwegs bin ich immer erreichbar, falls tatsächlich etwas Wichtiges abzuklären wäre.


    Aber was ist mit all den anderen Pendlern, die strikte Arbeitszeiten haben? Was sagen die dann ihren Vorgesetzten wenn sie mehrmals zu spät sind?

    Oh mann, bin ich froh, keinen so ignoranten Chef zu haben...
    Deiner Mentalität nach wärst du aber der erste, der schreit, wenn er von seinem Chef wegen einer vielleicht sogar versehentlichen Kleinigkeit eins auf den Deckel bekommt.

    Ich setze mich ganz einfach nur für Eigenverantwortung ein. Blinder Gehorsam führte in Deutschland schon mehr als einmal zu schlimmern Zuständen.


    Wenn aus eigenverantwortlichem Handeln Erfolg resultiert, wäre ich der letzte, der das kritisieren würde. Umgekehrt muss man jedoch auch zu dem stehen, wenn's schief gegangen ist. Ich mache auch Fehler, keine Frage, aber dann suche ich die Schuld nicht bei Anderen.

    Faszinierend, wie du neulich noch der Ansicht warst, man könne nicht jedwede Eventualität des Lebens regulieren und verfolgen, jetzt aber genau das forderst. Du biegst es dir echt immer genau so, dass du einen Vorteil davon hast...

    Du hast mich scheinbar falsch verstanden. Das deckt sich mit dem, was ich auch zuvor schon schrieb. Flexible Dienstpläne und First-In-First-Out-Prinzip wären im Vergleich zum festen Dienstplan mit minutengenauen Ablösezeiten doch eine Deregulierung, oder nicht?


    Das Problem ist, dass die Regulierung meist nur zu einer Zementierung des sowieso gegenwärtigen Zustands führt. Wenn eine Regulierung zu mehr Freiheit und Eigenverantwortlichkeit führen würde, hätte ich auch nichts dagegen.


    Ich war schon immer liberal eingestellt.


  • Ich muß allerdings gestehen, am Hbf schon genauso durch Leute hindurch ausgestiegen zu sein. S-Bahn hält, Tür geht auf, vor der Tür eine Traube von Leuten, die einsteigen wollen, drinnen entsprechend Leute, die raus wollen, ich ganz vorne. Es gab eine unmißverständliche Aufforderung Platz zu machen, der wurde nicht nachgekommen. Dann sind wir trotzdem ausgestiegen. Stell es Dir etwa wie bei einem Strike auf der Bowlingbahn vor. ^^


    Nicht jeder ist so ein Zwerg (*) wie Du, der einfach unter den einsteigenden Fahrgästen hindurch laufen kann :D Beim Aussteigen kann ich das sogar noch ein wenig verstehen. Man möchte ja raus und der Druck von hinten ist auch nicht gerade klein. Ich neige vor Gewalt behaftetem Aussteigen aber eher dazu, mitten in der Tür stehen zu bleiben und abzuwarten. Meist wird der Weg irgendwann von alleine frei.


    Gestern Abend hätte ich mir die Fahrgastlenker am Bahnsteig gewünscht. Es war aber schon 20:34 Uhr, da haben die längst Feierabend. Ein nicht enden wollender Strom von Fahrgästen ergoss sich von der defekten Rolltreppe in die letzte Tür der S-Bahn. Das führte dann zu Problemen, als das Mehrzweckabteil gefüllt war. Keiner wollte nach vorne durchgehen. Es wollten aber noch viele rein.


    Die S6 kam um 20:37 Uhr ins Rollen. Nahezu alle, die sich am Hauptbahnhof in die letzte Tür gequetscht haben, sind an der Galluswarte wieder ausgestiegen. Das ergab weitere zwei Minuten Verspätung. Ich möchte also zu meinem ersten Begriff "Rücksichtslosigkeit" als Ursache für Verspätungen noch einen weiteren Begriff hinzufügen: "Faulheit".Die steigen alle an der letzten Tür ein, weil sie zu faul sind, ein paar "unnötige" Meter weit zu laufen.


    (*) Ja, ich kenne Deinen Körperbau :)

    Einmal editiert, zuletzt von Linie 27 () aus folgendem Grund: Versuch, die Zitate zurecht zu rücken. Vergeblich. Falls ein Mod den Fehler sieht, den ich gemacht habe, darf er ihn gerne korrigieren.