Oesterling neuer Verkehrsdezernent in Frankfurt am Main?

  • Allen ist nicht geholfen, es gibt auch Anwohner an der A661, klar. Aber trotzdem ist der Ausweichverkehr nicht gemeint... Befürchtet wurde eine Verlagerung in die Nebenstraßen: Wenn auf allen Straßen Tempo 30 gilt, verliert die Hauptstraße ja an Anziehungskraft. Der Vorteil wird geringer, diese zu nutzen. Einen gewissen Vorteil wird es häufig trotzdem noch geben, weil sie breiter ist und man die 30 kontinuierlicher fahren kann. Und bei vernünftigen Ampelschaltungen (wobei man gerade nachts viele auch ausschalten könnte...) hat man sicher Vorteile gegenüber rechts vor links - bei weniger tauglichen mag letzteres das geringere Übel sein...

  • In Unterliederbach, Königsteiner Straße hat der 30er Versuch bisher keinen (messbaren) Ausweichverkehr verursacht.


    Aber so langsam driftet es auch wieder ab.

  • Ich weiß, ich meine ist das trotzdem erst einmal zeitlich begrenzt. Und wenn etwas 24h funktioniert (Lärmminderung , kaum Schleichverkehr und kein Verkehrskollaps) danngeht so etwas auch zur Nachtzeit.
    Das ist das was ich oben meine, wenn etwas, dann konsequent. Sonst gibt es das berühmte Geschmäckle. Lärmminderung hier gut, dort schlecht? (Wohnen an der nächtlichen 30er Strecke keine potentiellen SPD Wähler und das wird eine kleine Trotzreaktion, das die SPD im OBR-4 nicht den Vorsitzenden stellen darf? )

  • Wo kann man das objektive Ergebnis des Versuches nachlesen?

    Ich habe das gestern aus meiner Lokalpressenerinnerung zitiert; der Link von AK1 (hier nochmal ordentlich) scheint aber eine gute Quelle zu sein.


    Deutlich sinnvoller fände ich allerdings Kontrollen des bestehenden Tempolimits!


    Die Kontrolle der bestehenden Tempolimits war / ist integraler Bestandteil der Untersuchung. Seite 11 der Präsentation für die StVV (hier) zeigt den Einfluss von 50, 50 mit Kontrollen, 30 und 30 mit Kontrollen.


    Kein Ausweichverkehr? Das ist wohl die berühmte Statistik, der man nur trauen kann, wenn man sie selbst gefälscht hat

    Lass es mich umformulieren: traue keiner Statistik, die unpräzise sagt, was sie gemessen hat. Die richtige Formulierung meiner Aussage wäre gewesen: "keinen Ausweichverkehr durch die benachbarten Nebenstraßen verursacht". Das kommt davon, wenn man nicht warten will, bis man nach dem langen Wochenende wieder daheim eine ordentliche Tastatur hat und statt dessen am Klugtelefon tippt. Entschuldige bitte dieses Missverständnis.

  • Nur kurz und mit Touchscreen statt Tastatur - mit der Formulierung kann ich leben, danke. Mit einem solchen Verkehr hätte ich sowieso nicht gerechnet; der Vorteil der Hauptstraße gegenüber den Seitenstraßen wird mit Tempo 30 zwar geringer, aber das Verhältnis kehrt sich nicht um. Aus Sicht eines Autofahrers muß eine Strecke mir einen Vorteil bringen (über die Autobahn statt durch die Stadt) um als Alternative sinnvoll zu sein. Bevor ich durch die potentiell noch engere Nebenstraße mit "rechts vor ljbks" zuckele, zuckele ich lieber über die Hauptstraße, die breiter ist und in der Regel Vorfahrt hat. ;)

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • http://mobil.fr-online.de/cms/…4399752,view,asFitMl.html


    Zu einem massiven Ausbau des Frankfurter ÖPNV-Netzes wird es trotz des gewaltigen Wachstums der Stadt so schnell nicht kommen können. Das hat der designierte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) jetzt bei einer Podiumsdiskussion der Frankfurter Industrie- und Handelskammer klargemacht. Er sei schon froh, wenn in den kommenden Jahren die Verlängerung der U5 ins Europaviertel, der Anschluss des Flughafenstadtteils Gateway Gardens an die S8 und S9 und der viergleisige Ausbau der S6 nach Bad Vilbel realisiert werden, sagte er.




    [color=#000000][font='Arial, Helvetica'][size=10]Sich über schwarz-grünen Stillstand beschweren und dann auch nur Projekte im Bau oder kurz vor Baubeginn nennen

  • Aber das lässt doch aber hoffen,- Oesterling:


    Zitat

    Vielleicht könne man noch kleinere Projekte anstoßen oder beginnen, sagte Oesterling bei der von FR-Redakteur Florian Leclerc moderierten Veranstaltung am Montagabend. Als Beispiel, das prioritär zu errichten sei, nannte er den Lückenschluss zwischen Bockenheimer Warte und Ginnheim auf der Linie U4.


    Das aber als kleineres Projekt zu bezeichnen..........


    Die Verlängerung der U5 Richtung FF-Berg sollte dann doch auch so ein "kleineres Projekt" sein.

  • das schon... aber er sprach ja noch großspurig von 2 Jahren Planungszeit und 2 Jahren Bauzeit oder sowas bei der Ringlinie, weswegen er ja schwarz-grün so kritisierte...


    U5 Preungesheim ist ja schon relativ weit geplant. U-Bahn Sachsenhäuser Berg war ja auch schon mal fertig geplant. Ringlinie ist ja kein übermäßiger Aufwand... da sollte zumindest in der Legislatur einiges baureif oder im Bau sein.

  • Da muss sich die Frankfurter SPD dann doch mal die Frage gefallen lassen, was sie eigentlich in den letzten 5 Jahren so stark kritisiert hat. Das einzige "neue" – das heißt, noch nicht vorher beschlossene – Projekt ist dann die Ginnheimer Kurve, genau jenes Projekt also, das Oesterling gerne verzögern möchte.

  • baeuchle:

    Zitat

    Das einzige "neue" – das heißt, noch nicht vorher beschlossene – Projekt ist dann die Ginnheimer Kurve, genau jenes Projekt also, das Oesterling gerne verzögern möchte.


    Jetzt wohl nicht mehr, wenn er es explizit als eines der vordringlichen Projekte nennt. Vielleicht ist er ja auch mittlerweile von DII alt abgerückt (worden).
    Man darf auch nicht vergessen, dass die VGF nur beschränkte Kapazitäten hat um solche Projekte planerisch zu stemmen. In der Pipeline wären:


    U-5 FF-Berg
    Gonzenheim - HG Bahnhof
    Barrierefreier Umbau der Stationen
    Ringstraßenbahn
    Ginnheimer Kurve
    (RTW)


    In Arbeit:
    Europaviertel
    U-5 Eckenheimer

  • Bei der fnp klingt das Zitat ein wenig anders:

    Zitat

    In der kommenden Wahlperiode bis 2021 werde mit dem Ausbau der Strecke nach Bad Vilbel, mit der U-Bahn ins Europaviertel sowie mit dem S-Bahn-Anschluss für das Gewerbegebiet Gateway Gardens am Flughafen begonnen. Allenfalls kleinere Straßenbahnstrecken könnten noch dazukommen. Für größere Projekte müsse erst das integrierte Stadtentwicklungskonzept abgewartet werden. „Dann werden wir erst wissen, wo die Neubaugebiete liegen.“ Er vermutete aber, dass der Stadtbahn-Lückenschluss zwischen Bockenheim und Ginnheim das nächste größere Vorhaben sein werde.


    Ich verstehe das so, das im nächsten Jahr also weder für U4-Lückenschluß noch für Ringstraßenbahn konkrete Planungen vorgelegt werden.


    Was mit "kleinere Straßenbahnstrecken" gemeint ist, verstehe ich nicht.

    Grüße ins Forum :saint:

    Einmal editiert, zuletzt von jockeli ()

  • jockeli:

    Zitat


    Ich verstehe das so, das im nächsten Jahr also weder für U4-Lückenschluß noch für Ringstraßenbahn konkrete Planungen vorgelegt werden.


    War da nicht was, dass die Stadtverordenetenversammlung das OK für Planungsgelder der Ginnheimer Kurve / Europaturmvariante geben möge?


    jockeli:

    Zitat

    Was mit "kleinere Straßenbahnstrecken" gemeint ist, verstehe ich nicht.


    Rebstöcker / Kleyer z.B. Ein weiteres Stückchen Ringbim irgendwo. ?(

  • Man darf auch nicht vergessen, dass die VGF nur beschränkte Kapazitäten hat um solche Projekte planerisch zu stemmen.

    Nein, vergessen darf man das wahrlich nicht. Man hätte das aber freilich auch schon in der Opposition wissen können, oder etwas kurz nach der Wahl, als man das als Argument für die Untätigkeit des aktuellen Dezernenten ins Felde führte und als Argument dafür, dass man selbst bessere Politik machen würde.


    Oder, natürlich, wenn man die Kritik jemals ernst gemeint hatte, müsste man jetzt der VGF eben gerade die Möglichkeiten geben, mehr Strecken gleichzeitig zu planen / durchzuführen.


    Es sei denn natürlich, man hätte in den vergangenen Jahren nur billige Oppositionspunkte gesammelt, ohne irgendwas anders machen zu wollen.

  • Nein, vergessen darf man das wahrlich nicht. Man hätte das aber freilich auch schon in der Opposition wissen können, oder etwas kurz nach der Wahl, als man das als Argument für die Untätigkeit des aktuellen Dezernenten ins Felde führte und als Argument dafür, dass man selbst bessere Politik machen würde.


    Oder, natürlich, wenn man die Kritik jemals ernst gemeint hatte, müsste man jetzt der VGF eben gerade die Möglichkeiten geben, mehr Strecken gleichzeitig zu planen / durchzuführen.


    Es sei denn natürlich, man hätte in den vergangenen Jahren nur billige Oppositionspunkte gesammelt, ohne irgendwas anders machen zu wollen.

    Man sollte einfach mal mehr Leute einstellen. Bei der Bevölkerungsexplosion muss was passieren... und auch finanziell lohnt es sich... es ist schon peinlich, wenn man überlegt, was in den letzten 20 Jahren hier realisiert wurde - im Vergleich zu München beispielsweise... an U-Bahnen, Straßenbahnen und Straßentunneln.


    So wurden in den letzten Jahren in München alleine 25 km (!!!) U-Bahn gebaut... - und da läuft ja fast alles unterirdisch. In Frankfurt im gleichen Zeitraum gerade mal Zoo-Ostbahnhof, Hauptbahnhof-Bockenheimer Warte und oberirdisch Riedberg und BB Ost...

    Einmal editiert, zuletzt von mkoch26 ()

  • es ist schon peinlich, wenn man überlegt, was in den letzten 20 Jahren hier realisiert wurde - im Vergleich zu München beispielsweise... an U-Bahnen, Straßenbahnen und Straßentunneln.


    So wurden in den letzten Jahren in München alleine 25 km (!!!) U-Bahn gebaut... - und da läuft ja fast alles unterirdisch. In Frankfurt im gleichen Zeitraum gerade mal Zoo-Ostbahnhof, Hauptbahnhof-Bockenheimer Warte und oberirdisch Riedberg und BB Ost...


    Straßenbahnstrecke zum Rebstockbad?
    Straßenbahnstrecke zum Gravensteiner Platz?


    Gut, kilometermäßig immer noch weniger als in München, aber so wenig wie du unterstellst ist in Frankfurt nun auch wieder nicht passiert.

  • Noch ist Österling nicht im Amt. Was sollte denn Österling versprechen, die Erde vom Himmel? Zum einen ist er noch nicht im Amt, zum anderen hängt auch viel vom Geld ab. Es gibt einen Koalitionsvertrag und da hat man sich darauf verständigt, dass zu erst das Stadtentwicklungskonzept vorliegen soll. Das heißt aber nicht, dass danach nichts passiert. Sehen übrigens die anderen beiden verkehrspolitischen Sprecher ähnlich. Die Dringlichkeit von DII (in welcher Form auch immer) ist einstimmig bekannt.

  • mkoch26:

    Zitat

    So wurden in den letzten Jahren in München alleine 25 km (!!!) U-Bahn gebaut...


    Ordentlich vom Bayerischen Staat gesponsert, weil Landeshauptsadt. Dafür sind aber immer noch hochflurige O-Wagen im Linieneinsatz,- Frankfurt ist komplett niederflurig. :P


    OT ON:
    Ein Fahrgast in einem der Münchner O-Wagen beschwerte sich beim Fahrer, dass diese innen so laut seien...." Befindlichkeiten :rolleyes:
    OT OFF


    Klar hätte in Frankfurt mehr passieren können, die Bremse sind aber auch die ewigen Diskussionen mit den Bürgern, die partout keine Veränderung wollen,- siehe untere Eckenheimer, mit DII hatten doch die Grünen
    was zu tun, dass es nicht umgesetzt wurde.....

    Beides könnte längst fertig sein, wenn etwas pragmatischer vorgegangen würde.

  • Was sollte denn Österling versprechen, die Erde vom Himmel?[…]

    )Ich kritisiere nicht, dass er jetzt realistische Dinge sagt – die anderen beiden verkehrspolitischen Sprecher geben nicht ihm recht, sondern er ihnen –, sondern, dass sein Argument, warum er das Amt kriegen solle, offensichtlich Blaues vom Himmel war.

  • So. Jetzt ist er im Amt und die FAZ hat ihn interviewt und ihm einige Aussagen zu "seinem" Programm entlockt. Die Quintessenz ließe sich auf den kurzen Nenner "Kontinuität" bringen.


    Zentrale Aussage zur Stadtbahn war, "wir werden nicht darum herumkommen, die D-Linie zu bauen und damit die Lücke im Stadtbahnnetz zwischen Bockenheim zu schließen". Welche Trasse dafür am Ende gewählt würde, müsse man sehen. Im Übrigen betont er die Einigkeit darüber, dass die Nordmainische S-Bahn kommen müsse, ebenso die RTW und die Verlängerung der U5 zum Frankfurter Berg.


    Auf die Frage, auf welches Vorhaben er sich konzentrieren wolle, war die Antwort, für ihn sei der Lückenschluss zwischen Bockenheim und Ginnheim vorrangig, weil sonst auf der A-Linie der Verkehrsinfarkt drohe. Und er weiß, wovon er redet, da er täglich von der Nordweststadt zum Römer pendelt; wir erfahren nämlich dass er keinen Führerschein besitzt und folglich nicht Auto fährt, ein Vollblut-ÖPNVler also.


    Zur Existenz von Traffiq sagte er, die SPD habe erreicht, das künftig die Hälfte der Buslinien direkt vergeben werden soll. Deshalb bleibe es dabei, dass in dieser Wahlperiode die Hälfte der Buslinien weiter ausgeschrieben werde; in dieser zeit stehe die Existenz der Traffiq nicht zur Debatte.


    Das ganze Interview steht in der FAZ, Rhein-Main-Zeitung, vom 21.7.2016, S. 30, bis jetzt noch nicht online.