Offenbach stilllegung

  • Ich habe aber eher das Gefühl, so richtig will OF nicht. Warum dann "am liebsten im Tunnel "? Es ginge auch oberirdisch, das beweisen andere Städte. Eine städtebauliche Aufwertung ist bestimmt auch möglich (auch wenn dann Mieten und Immobilienpreise anziehen).

    Sorry, aber mehrspurige Straßenzüge und zeitweise verwaiste Füßgängerzonen findet eben nicht jeder angenehm.


    Was bringen viele Wohnungen, wenn für Einkauf und Freizeitaktivitäten usw. schnell attraktivere Gegenden aufgesucht wird? Gewerbesteuer/Umsatzsteuer zahlen nicht nur Handwerksbetriebe, sondern auch Handel und Gastronomie.

  • Mein persönliches Fazit: Frankfurt hat den Nutzen (Steuereinnahmen) und Offenbach soll bitte schön die Rechnung zahlen...

    Der RMV zahlt 50% der Studie, Frankfurt 25%. So schlecht kommt Offenbach dabei nicht weg. Auch Offenbach profitiert. Der Offenbacher Einzelhandel erhofft sich mehr Umsatz. Mit attraktiverem Wohnraum steigt die Einnahmen aus der Einkommenssteuer.


    Am Ende des Tages gehört Offenbach eingemeindet. Die beiden Städte sind so eng verbunden, sie gehören gemeinsam regiert.

  • 2. Welche Kommunen hier in Hessen hat das meiste Geld (Wirtschaftskraft)?

    Gewerbesteuer ist nur ein kleiner Teil der Medaille. Schonmal von Details wie kommunalem Finanzausgleich und Derartigem gehört? Klar, Frankfurt ist wirtschaftlich stark. Aber wieso soll die Stadt dann den Nahverkehr in anderen Städten (voll) finanzieren? Verstehe ich nicht.


    3. Wie sehen denn die Pendlerzahlen (Stand Juni 2019) (statistik.arbeitsagentur.de) für Frankfurt aus?

    [...] d.h also, mehr als dreimal soviele Menschen pendeln jeden Tag mehr von OF nach FFM als in die umgekehrte Richtung.

    Aha. Frankfurt hat übrigens 5,7-mal so viele Einwohner wie Offenbach. Was sagen uns solche Zahlen für eine Straßenbahn-Querverbindung von Oberrad nach Fechenheim?

    • Und wer hat den Nutzen aus den ganzen ÖPNV-Projekten:
      Die Stadt Frankfurt - Wenn die ganzen Pendler mit dem Auto kommen, gibt es Probleme bei der Luftqualität/Luftreinhaltung.

    Das ist eine klassische, halbgare Umlandargumentation: Wir brauchen keinen Nahverkehr, den brauchen ja nur die Frankfurter. Die Autos wollen aber nicht nur wohin (Frankfurt), sondern kommen auch woher (Offenbach). Ganz konkret hat ja auch OF das Problem mit der Luftgüte. Genau das scheint ja gerade den Tram-Befürwortern in OF einen Schub zu geben. Merke: Es geht in der Region nur miteinander. Das kann keiner alleine lösen. Frankfurt nicht, Offenbach nicht.

    Sorry Leute, das ich hier jetzt vielleicht off-topic werde, aber das permanente Offenbach-Bashing einiger Frankfurter hier im Forum/Thread kann ich nicht unwidersprochen stehen lassen.


    [...] Mein persönliches Fazit: Frankfurt hat den Nutzen (Steuereinnahmen) und Offenbach soll bitte schön die Rechnung zahlen...

    Mir geht es ums simple Anerkennen der Realität ohne Vorwürfe: OF kann das Projekt absehbar finanziell nicht stemmen. Aber die Stadt muss es selbst stemmen, das gibt das Kommunalrecht zwingend vor. Frankfurt darf das nicht auf Offenbacher Grund bezahlen, selbst wenn Ffm es wollte. RMV und Ffm versuchen nun zu helfen, wo immer sie können. Aber die Offenbacher müssen erstmal fix sagen, dass sie das Projekt umsetzen und ihren Anteil zahlen wollen und können. Solange es diese Klarheit nicht gibt, ist es für Ffm einfach klüger, zunächst die schneller Erfolg versprechenden Projekte anzugehen.

  • Zitat von JeLuf
    Am Ende des Tages gehört Offenbach eingemeindet. Die beiden Städte sind so eng verbunden, sie gehören gemeinsam regiert.

    Volle Zustimmung. Ich würde dabei aber noch einen Schritt weiter gehen und das gesamte Rhein-Main-Gebiet innerhalb des S-Bahn-Bereichs zu einer Stadt zusammenschließen. Die ganz große Lösung würde auch Darmstadt, Mainz und Wiesbaden einbeziehen. :)


    Faktisch i s t das Rhein-Main-Gebiet eine zusammenhängende Metropole, und die derzeitige Konkurrenz der einzelnen Kommunen gegeneinander kostet nur und nutzt vielleicht einigen internationalen Investoren, aber bestimmt nicht der ansässigen Bevölkerung. So hat man es vor rund 100 Jahren in Hamburg und Berlin auch gemacht; und da sind die früher selbständigen Städte wie Altona, Wandsbek und Harburg Bezirke, ebenso wie in Berlin Spandau und Köpenick. Selbst Frankfurt hat ja damals z.B. Bockenheim und Höchst eingemeindet - sonst hätten wir das zitierte Hickhack schon an der Bockenheimer Warte an der Grenze zwischen Westend und Bockenheim. Was meint Ihr, wie schwierig es dann erst mit der Ginnheimer Kurve würde? :P

  • ... Selbst Frankfurt hat ja damals z.B. Bockenheim und Höchst eingemeindet -....


    Frankfurt hat nicht Höchst eingemeindet, Höchst wurde nach Frankfurt eingemeindet, war schlichtes Objekt einer umfassenden Gebietsreform im Untermaingebiet der Provinz Hessen-Nassau von Staats wegen. Nicht missverstehen: das war keine zwischen den Städten ausgehandelte freiwillige Sache. Die Gebietsreform im Untermaingebiet hat das Land Preußen per Gesetz dekretiert. Ob eingemeindet wurde war also nicht die Frage, nur das Wie der Gebietsänderung wurde durch den Eingemeindungsvertrag geregelt. Das haben die Preußen ständig gemacht, um die Größe der Verwaltungseinheiten den sich - durch Industrialisierung, Bevölkerungswanderung usw. - ändernden realen Verhältnissen anzupassen.


    Zum 1. April 1928 wurde


    - der Main-Taunus-Kreises neugebildet aus Gemeinden des Kreises Höchst, des Kreises Königstein und des Landkreises Wiesbaden;

    - der Kreis Höchst aufgelöst und auf den Main-Taunus-Kreis und den Stadtkreis Frankfurt am Main aufgeteilt;

    - der Kreis Königstein aufgelöst und auf den Main-Taunus-Kreis und den Obertaunuskreis aufgeteilt

    - der Landkreis Wiesbaden aufgelöst und auf den Main-Taunus-Kreis und den neugebildeten Stadtkreis Wiesbaden aufgeteilt;

    - der Stadtkreis Frankfurt am Main um Gemeinden des Kreises Höchst und um eine Gemeinde des Landkreises Hanau, der Stadtkreis Wiesbaden um Gemeinden des Landkreises Wiesbaden und der Obertaunuskreises um Gemeinden des Kreises Königstein vergrößert.


    Und ein paar Jahre vorher gabs das schon mal mit der Auflösung des Landkreises Frankfurt. Und nicht nur Preußen, alle Länder haben das so gemacht, z.B. auch das Großherzogtum Darmstadt bzw. der Volksstaat Hessen, indem es u.a. 1938 die Städte Offenbach und Darmstadt zu kreisfreien Städten gemacht hat. Dass um Eingemeindungen und Gebietsänderungen so ein Gezicke gemacht wird, wie wir das heute kennen, ist eine Erscheinung der letzten 50 Jahre.

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  • Volle Zustimmung. Ich würde dabei aber noch einen Schritt weiter gehen und das gesamte Rhein-Main-Gebiet innerhalb des S-Bahn-Bereichs zu einer Stadt zusammenschließen. Die ganz große Lösung würde auch Darmstadt, Mainz und Wiesbaden einbeziehen. :)

    Das sehe ich als nicht sonderlich sinnvoll an, da die räumlichen Strukturen im Rhein-Main-Gebiet doch deutlich größer sind, und die Verwaltung so unnötig aufgebläht würde. Trotzdem ergibt eine Neuordnung der Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet Sinn, aber dann bitte nicht an den Landesgrenzen halt machen und sowohl Rheinhessen wie auch den bayrischen Untermain zu einem Teil des Rhein-Main-Gebietes machen.

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  • Spannendes Thema Offenbach und Frankfurt zu fusionieren, oder auch "von einem Metropolen Gedanken" sind wir im Rhein Main Gebiet weit entfernt.
    Nur hat dies eher weniger mit dem Vorhaben zu tun, die Bim wieder nach Offenbach führen zu wollen.
    Daher wäre doch dem Thema "Metropolen Gedanken Rhein Main / Eingemeindung von Offenbach" ein eigenes Thema zu spendieren. ;)

  • Um sinnvolle Verkehrsinfrastruktur zu planen und zu bauen, braucht's keine Eingemeindungen, sondern zweckbezogene Kooperation. Wenn Streckenverlängerungen von Oberrad oder Fechenheim ins Offenbacher Stadtgebiet sinnvoll sind, wird man Mittel und Wege finden, diese zu finanzieren, zu planen und zu bauen. Der gesetzliche Rahmen, der dies ermöglicht, ist das ÖPNVG. Aber klar ist auch: eine "Verplanung" Offenbacher Verkehrsraums geht nicht ohne die Stadt Offenbach, es gibt keine Planungsinstanz, die Offenbach eine Streckenverlängerung verordnen könnte. Auf einem anderen Blatt steht die Finanzierung von Bau und Betrieb, was aber ebenfalls durch Verträge geregelt wird. Denkbar wäre, dass das Land, wie im Fall U2/Bad Homburg, die Stadt Offenbach von Kostensteigerungen über einen bestimmten Betrag hinaus freistellt o.ä.


    Der Fall Bad Homburg könnte so etwas wie die Blaupause sein, weil natürlich Bad Homburg auf dem Papier Vorhabenträger ist, aber natürlich mangels personeller und strukltureller Resourcen die Durchführung auf die VGF oder eine gemeinsame Projektgesellschaft überträgt, die das erforderliche Knowhow besitzt oder einkauft.

    Einmal editiert, zuletzt von tunnelklick ()

  • Darmstadt, Mainz und Wiesbaden schliesst sich mit Aschaffenburg, Dieburg und Gross Gerau zusammen

    und bildet den lächelnden Mund zur Smiley-"Nase" Frankfurt-Offenbach!!


    :D :P :D :P :D :P :D

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Wenn mal die finanzielle Situation und Tunnelvisionen beiseite gelassen werden: Offenbach soll dann schon von einer Straßenbahn profitieren. Also warum nicht Think Big und mal ein Streckennetz als Ziel. Schon allein, um Buslinien zu ersetzen.

    Also z.B als Infrastruktur Ost-West und Nord-Süd Durchmesserstrecken mit Abschluss an Ffm: Oberrad - Bürgel und Fechenheim - Rosenhöhe/Tempelsee o.ä.

    Als wichtige Ziele sollten HBF und eine S-Bahnstation angebunden werden.

    Als zweiten Schritt dann die Linien entsprechend einrichten. Neben Verlängerubg der heutigen 12, 15 und 16 nach und durch Offenbach auch InnerOffenbacher Linien.


    Ist vielleicht etwas Utopie, aber ein Straßenbahn(netz) benötigt schon eine gewisse (eigenständige) Größe und nicht nur als ein Anhängsel von Ffm.

  • Bei der Einstellung der Straßenbahn in Offenbach spielten mehrere Faktoren eine Rolle, auch seitens des RMV. Parallelverkehr war nicht erwünscht. Jedoch berücksichtigte der RMV dabei wohl nicht die Lücke, die zwischen Oberrad und Offenbach entstand. Zugegeben diese Lücke wurde mit der Tarifgestaltung des RMV wohl zu einer breiten Schlucht. Ein simples "die Offenbacher wollten unsere Straßenbahn nicht" trifft halt nicht zu. Und nur weil ein OB in Offenbach, der offensichtlich keine Ahnung von Verkehrsplanung hat von einer eher unrealistischen Tunnel-Lösung gesprochen hat, heißt das nicht, dass bei der Studie von RMV, FFM und OF nicht doch realistische Lösungen zustande kommen könnten.

  • Zugegeben diese Lücke wurde mit der Tarifgestaltung des RMV wohl zu einer breiten Schlucht. Ein simples "die Offenbacher wollten unsere Straßenbahn nicht" trifft halt nicht zu.

    Das würde ich so jetzt nicht sehen. Zu FVV-Zeiten war es, soweit ich mich zurückentsinne, nicht möglich, eine durchgehende Fahrkarte zu erhalten, sondern man mußte sich immer zum Schaffner bzw. Fahrer begeben, um den Anschluß zu lösen. Bzw. wenn das Ziel nicht weit entfernt war, ist man halt bis zur Stadtgrenze gefahren und weiter gelaufen. Das war den Fahrgastzahlen auch nicht zuträglich. Erst mit dem RMV konnte man dann endlich gleich eine Gesamtfahrkarte kaufen.

  • Bei der Einstellung der Straßenbahn in Offenbach spielten mehrere Faktoren eine Rolle, auch seitens des RMV.

    Trifft das denn auch so zu? Sparmann soll sich doch ausdrücklich für den Erhalt der 16 ausgesprochen haben. Das Offenbach die 16 noch vor ihrer Einstellung mittels Radarwagen bekämpfte zeugt doch davon was für ein verkehrspolitischer Irrsinn in der Stadt herrschte. Die ganzen Böcke (z.B. Verhinderung eine Regionalverkehrshalt Offenbach Ost) kamen ja nicht aus dem Nichts.

  • sondern man mußte sich immer zum Schaffner bzw. Fahrer begeben, um den Anschluß zu lösen

    Es sei denn man kam am Südbahnhof oder Buchrainplatz lang, wo Fahrkartenautomaten für Offenbach standen. Dann mußte man in der 16 nur noch zum Entwerter gehen. ;-)

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • in meiner Erinnerung passte der 15min Takt der Busse in OF nicht zum 10/20 Takt der Tram.
    Ist das denn heute besser gelöst?
    bzw. welche Lösung ergibt sich dann bei einem Anschluß an die OVG-Busse am dortigen HBF?

    Grüße ins Forum :saint:

  • Nun ja, auf alle Fälle liegen zwischen der Stilllegung und Heute mehr als 20 Jahre. Offenbach hatte damals 20.000 Einwohner weniger und Frankfurt ist auch stark gewachsen. Zudem haben sich die Bedürfnisse der Pendler geändert und klimaschonende Mobilität ist zentrales Thema geworden.

    Ein Straßenbahnnetz, das über die Stadtgrenzen hinaus geht ist sicher sehr sinnvoll und auch in Offenbach erwünscht.

    Ich habe ein mögliches Netz mal auf einer Karte skizziert.

    So könnte die Ringlinie auch Fechenheim, Offenbach und Oberrad mit einschließen.

    Die Linienäste der 11 und 12 habe ich auf der Ostseite vertauscht, Fechenheim hätte so eine direkte Verbindung nach Bornheim, die Innenstadt wäre über die Nordmainische S-Bahn ebenfalls schnell erreichbar.

    Mit der Linie 10 habe ich noch eine Offenbacher Linie geschaffen. Sie verläuft von Rumpenheim-Kurhessenplatz via Marktplatz und Tempelsee zur Bieberer Flurstraße. Sie verläuft auf Teilen der stark ausgelasteten Linie 101.

    Auf die Frage, ob sich das alles lohnen würde, könnte man entgegen bringen, dass Offenbach und Frankfurt immer mehr zusammenwachsen. Offenbach hat mittlerweile 140.000 Einwohner, was etwas mehr als Sachsenhausen, Bornheim und Fechenheim zusammen haben und das auf einer kleineren Fläche. Das hat durchaus Potential.

  • Nette Karte. Der Schlenker über den Hauptbahnhof zum Marktplatz sieht für mich als total ortsunkundigen Menschen nicht sinnvoll aus.

    Na ja - die Anbindung des Offenbacher Hauptbahnhofs scheint mir - nach allem, was ich zum Thema bisher gelesen habe - in Fachkreisen ziemlich unumstritten zu sein. Und so gesehen hat der Schlenker durchaus seine Berechtigung, auch wenn es einen kürzeren Weg zum Marktplatz gäbe.