17.11.1966 - Zugkollision auf der FKE

  • Da fährt man die Strecke seit Jahren regelmäßig, und gestern habe ich erstmals davon gehört.


    Wobei ich mich frage, ob der Wagen keine Sifa hatte, die hätte einschreiten müssen? Keine Indusi, die unterwegs hätte zuschlagen können?

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • Wobei ich mich frage, ob der Wagen keine Sifa hatte, die hätte einschreiten müssen? Keine Indusi, die unterwegs hätte zuschlagen können?


    Ich glaube nicht, daß die Strecke damals damit schon ausgerüstet war


    jtaube

  • Ich glaube nicht, daß die Strecke damals damit schon ausgerüstet war


    jtaube


    Ein anderer Grund könnte noch sein, dass der Lokführer - wenn denn das ganze in diesen Triebwagen schon eingebaut war - Sifa und Indusi noch nicht eingeschaltet hatte und es erst gemacht hätte, wenn er zurück gekommen wäre.



    Zu dem Unglück brachte auch die Hessenschau die letzten Tage einen Beitrag in ihrer Sendung.

    Viele Grüße, vöv2000

    Einmal editiert, zuletzt von vöv2000 ()

  • FAZ:

    Zitat

    .....während die einzige und letzte Dampflok der Königsteiner Bahn mit 45 Stundenkilometern durch das herbstliche Liederbachtal bummelt. Dann geschieht es: „Ein plötzlicher, lauter Knall und Dunkelheit“,....


    War dieses tragische Unglück auch das Ende der Dampflok Ära auf der FKE?

  • Bedenkt bitte, das die Strecke ihren Ausbaustand erst seit den 80ern Jahren hat. hat. Ich meine sogar, das es fast keine Signale an der Strecke gab (außer Höchst). Das war eine relativ abgewirtschaftete Strecke - Kleinbahn eben. Absolut kein Vergleich zu Heute.(Selbst bis vor ein paar Jahren waren diverse Strecken nicht mit Sicherungstechnik ausgestattet, siehe das Unglück bei Hordorf).

  • Da fährt man die Strecke seit Jahren regelmäßig, und gestern habe ich erstmals davon gehört.

    Was mich wundert, denn hier war davon auch schon mal die Rede. Jedenfalls erinnere ich mich noch sehr gut daran wie geschockt ich war, als der HR darüber abends im Radio berichtete...


    Glück im Unglück möchte wohl auch gewesen sein, dass der bergaufwärts fahrende Zug von der zu jener Zeit letzten Dampflok der FKE gezogen wurde, die bei dem Unfall zwar schwer beschädigt wurde, aber doch einiges von der Aufprallenergie abfing. Wäre stattdessen ein Triebwagenzug im Einsatz gewesen, hätte es wahrscheinlich noch viel mehr Tote gegeben.


    Die Lok (262, ex Nr. 7) war übrigens gerade frisch von der HU zurück, durfte daraufhin nochmal für einige Wochen ins Ausbesserungswerk. 1969 wurde der Dampfbetrieb aufgegeben, weil die Lok aber erst 1954 gebaut worden war, wurde sie verkauft. Inzwischen ist sie wieder aufgearbeitet und wurde vor 3 Jahren von der Stadt Blumberg gekauft, die sie auf der Museumsstrecke der Wutachtalbahn einsetzt. Auf der Museumsbahnseite der Stadt Blumberg gibt es ein Video, auf dem sie (jetzt 52 jahre alt) im Einsatz zu sehen ist.

  • Ich glaube nicht, daß die Strecke damals damit schon ausgerüstet war

    Zumindest die Sifa hätte ja streckenseitig keine spezielle Ausrüstung benötigt, und war auch damals weit verbreitet. Bei der Indusi könnte es in der Tat ein Argument sein.

    Bedenkt bitte, das die Strecke ihren Ausbaustand erst seit den 80ern Jahren hat. hat. Ich meine sogar, das es fast keine Signale an der Strecke gab (außer Höchst). Das war eine relativ abgewirtschaftete Strecke - Kleinbahn eben. Absolut kein Vergleich zu Heute.(Selbst bis vor ein paar Jahren waren diverse Strecken nicht mit Sicherungstechnik ausgestattet, siehe das Unglück bei Hordorf).

    Okay, ich kenne die Strecke erst seit gut zehn Jahren. In der Zeit hat sich außer dem Redesign der VT2E und der Verlegung des Bahnübergangs südlich des Hp Münster nicht viel verändert. Auch wenn die technische Ausstattung heute besser ist, pünktlicher Betrieb ist da trotzdem eher die Ausnahme... :rolleyes:

    Was mich wundert, denn hier war davon auch schon mal die Rede. Jedenfalls erinnere ich mich noch sehr gut daran wie geschockt ich war, als der HR darüber abends im Radio berichtete...

    Jaaa, Du erinnerst Dich dran, wie das im Radio kam. Da war ich leider noch nicht dabei... :P

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • Ohne jetzt den Artikel gelesen zu haben, soweit ich weiß hatte der Tf den VT für eine Pause verlassen. Da rüstet man das Fahrzeug i.d.R. ab. Und damit sind auch alle Fahr-Sicherheitssysteme inaktiv.


    Zeitweise fuhren ja in den 80ern auch DB-Fahrzeuge bei der FKE. Ein Grund war glaube ich, dass die Esslinger keine Indusi hatten und somit nicht zwischen Höchst und Hauptbahnhof fahren durften.


    Wegen den Signalen an sich muss ich aber widersprechen, in der Zeit des Unfalls waren einige Bahnhöfe besetzt und hatten Formsignale! Erst später wurden sie abgebaut.
    Dieses Foto hier zeigt das Esig von Liederbach, von Münster kommend, betrieblich abgeschaltet. (Münster war aber durchgehend besetzt.)



    Hier gibt es beim HR ein Rückblick-Video.

    4 Mal editiert, zuletzt von MdE ()

  • Bedenkt bitte, das die Strecke ihren Ausbaustand erst seit den 80ern Jahren hat.

    Um so erstaunlicher, dass es den Steuerwagen mit 130km/h nicht vorher aus den Schienen gehoben hat. Nördlich von Liederbach ist die Strecke alles andere als gerade. Der Zustand der Gleise und des Gleisbettes wird auch nicht der beste gewesen sein. Auf alle Fälle ein schlimmer Unfall.

  • Du erinnerst Dich dran, wie das im Radio kam. Da war ich leider noch nicht dabei...

    Das war mir voll klar. Meine Anmerkung bezog sich aber gar nicht darauf, sondern dass hier im Forum schon früher einmal die Rede von dem Unfall gewesen war. Muss wohl an Dir vorbei gegangen sein.


    Um so erstaunlicher, dass es den Steuerwagen mit 130km/h nicht vorher aus den Schienen gehoben hat.

    Naja, bei 130 wäre wahrscheinlich genau das passiert und die Dampflok außerdem irreparabel gewesen. In dem von MdE verlinkten Video ist von 80 km/h die Rede. Auf den Stundenkilometer genau konnte man das wohl nicht mehr feststellen, in der FR wurde damals sfair von 90 km/h berichtet. Die 3-teilige Triebwagen-Garnitur wurde jedenfalls bei dem Unfall schrottreif.


    Warum der (einzige) Fahrgast des ersten Wagens nicht die Notbremse zog, obwohl er eigentlich bemerkt haben müsste, dass kein Tf im Führerstand ist konnte nie geklärt werden, weil der junge Mann ebenfalls Opfer des Unfalls wurde. Man vermutete daher, dass er eingeschlafen war. Vielleicht hatte er aber garnicht darauf geachtet und war in Gedanken wo anders, wer weiß? Oder er fand die Geschwindigkeit normal und freute sich eher darüber, schneller an sein Ziel zu kommen? Oder hatte sich nicht getraut, sich an dem "verbotenen Objekt" zu schaffen zu machen? Auf all das konnte er danach leider keine Antworten mehr geben. :(

  • Mein Opa hat mir früher immer wieder von dem Unglück erzählt. Vielleicht, weil er leidenschaftlicher Bahnreisender war und kein Auto hatte. Vielleicht weil er in einem Nachbarort wohnte. Oder warum auch immer.


    Jedenfalls hat er - ich erinnere mich genau - immer gesagt, dass der Tote aus dem führerlosen Triebzug u.a. deshalb starb, weil er nach vorne zum Führerhaus gegangen war und dort den Zug bremsen wollte.


    Ich habe keine Ahnung, woher er diese Information hatte oder ob er sich das selbst so zusammengreimt hat.

    "Phantasie ist wichtiger als wie wo Wissen!"


    (Etwas frei nach Albert Einstein)

  • OT:


    Warum zieht er nicht die Notbremse?


    So was Ähnliches habe ich mich auch gefragt bei dem Film "Speed" (der mit dem Bus, der nicht langsamer werden darf als 50 Meilen/Stunde; btw: würde man dem Film heute noch diesen Titel geben?). Jedenfalls: Am Ende des Films befinden sich der Protagonist Jack und seine künftige Liebste Annie in einer U-Bahn, die führerlos auf das Streckenende zufährt. Der Antagonist ist endgültig tot. Aber Annie ist an eine Haltestange angekettet, so dass zumindest sie nicht raus kann und Jack will sie dort nicht allein lassen.


    Warum wird die U-Bahn nicht durch "Totmannbremse" zwangsgebremst? Warum zieht Jack nicht die normale Notbremse? Stattdessen geht er zum Führerhaus und will die U-Bahn über einen Notbremsknopf auf dem Steuerpult stoppen, was aber misslingt, da infolge eines vorangegangenen Schusswechsels das Steuerpult nicht mehr funktioniert. Dann kommt er auf die Idee, die Bahn durch zu hohe Geschwindigkeit zum Entgleisen zu bringen und drückt den Befehlsgeber vor und die Bahn wird schneller. Warum zieht er ihn dann nicht einfach zurück und bremst so? Die Antwort ist natürlich klar.


    p.s.: Der Beitrag soll nicht als despektierliche Äußerung zum Unglück auf der K-Bahn missverstanden werden. Alle Betroffenen des Unglücks und deren Angehörige haben meines volles Mitgefühl.

    "Phantasie ist wichtiger als wie wo Wissen!"


    (Etwas frei nach Albert Einstein)

  • Ich frage mich, ob man über die - auch im Zeitungsartikel erwähnten - Alarmtelefonate es hätte schaffen können, den Personenzug 2177 in Unterliederbach festzuhalten und zu räumen. ??


    Gab es damals schon Zugfunk, mit dem man den Lokführer des entgegenkommenden Personenzuges direkt hätte erreichen können ?

  • Analoger Zugfunk kam erst in den 70ern - und auch erst auf den Hauptstrecken.


    zB Der Odenwald wurde erstmals mit der Einführung des Digitalfunk versorgt
    Vorher gab es dort keine Funkversorgung.

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government


  • Knappe Antwort: dramaturgisches Element. Gerade bei Szenen, bei denen Protagonisten der Technik ausgeliefert sind, werden gerne technische Sicherungen oder Funktionen umgekehrt oder außer Acht gelassen.

  • Das bleibt wohl ungeklärt. Fragwürdig nur, er wusste nicht, dass es eine Notbremse gab? (oder erfolglos ), aber den Zug über die normale Steuerung zu stoppen... wüsste ich wohl nicht.
    Auf anderen Bildern ist sichtbar, das der erste (Steuer)wagen von dessen nachfolgenden Wagen förmlich durchfahren wurde. Quasi der komplette Wagen als Knautschzone gedient hat. (Daher auch die Dampflokomotive als massive Maße relativ leicht beschädigt ). Daher dürfte der Sitzplatz überall gleich schlecht gewesen sein.

  • Was hätte denn Zugfunk in diesem Fall genützt? Wer hätte konkret irgend etwas zur Verhinderung des Zusammenstosses tun können?

    Sicher herzlich wenig. Hätte der Lokführer die Information bekommen, als er in Unterliederbach hielt, wäre der Triebwagenzug halt bis dort weiter gerollt. Dann wäre es eben dort zur Kollision gekommen, wahrscheinlich mit unvermindertem oder sogar noch erhöhtem Tempo. Ob dann noch 2 oder vielleicht 3 Minuten zur Verfügung gestanden hätten, um den Zug zu evakuieren um wenigstens die Fahrgäste in Sicherheit zu bringen ist fraglich.