U5 Europaviertel (Bauthread)

  • Hallo.


    Wegen der Sperrung der Wilhelmshöher Straße können die Berger nicht direkt mit dem M43 zur Seckbacher Landstraße fahren, sondern müssen in Enkheim auf die U-Bahn umsteigen. Ich vermute, dass keiner, außer denen, die nach Alt-Seckbach müssen, an der Gwinnerstraße in den M43 umsteigen, sondern mit der U4 nach Bornheim und weiter Richtung Römer / Hauptbahnhof fahren.

    Daher waren gestern die Züge der U4 aus Enkheim wesentlich voller, und daher wesentlich verspäteter als die Züge von der Seckbacher Landstraße.

    Weil an diesem Wochenende die U5 auch zur Bockenheimer Warte fährt, gab es gestern vor allem bei der Anfahrt zur Bockenheimer Warte mehrfach zu Staus hinter Zügen der U4 aus Enkheim.

    Von den 8 Kursen der U4 gestern hatten 7 Kurse drei Wagen, nur der Kurs 02 hatte vier Wagen.

    Der Unterschied zwischen den Kursen aus Enkheim, und denen von der Seckbacher Landstraße, fiel bei 75 m Zuglänge schon auf.


    Grüße ins Forum

    Helmut


    Edit: Die Kurse fuhren linienrein:

    Die U4 fuhr mit den Kursen 01 bis 06, 25 und 26.

    Die U5 fuhr mit den Kursen 01 bis 06, 25, 26 und 27.

    You'll Never Ride Alone.

    Einmal editiert, zuletzt von Helmut ()

  • Bevor "Bernemer" sich wieder fragt, warum ich das hier poste, "weiter oben" wurde über die Ursachen der Verzögerung bereits ausführlich diskutiert.

    Die FR titelt in ihrer heutigen Printausgabe "Wer ist schuld an den Verzögerungen". In dem Artikel wird folgendes erwähnt:

    Zitat
    CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Valerian Friesen ziel- te mit seiner Kritik in Richtung Grüne: „Die CDU-Fraktion erin- nert daran, dass die Mischlösung aus Tunnel- und oberirdi- schem Abschnitt politisch gewollt war und auf einen Antrag der Grünen im Ortsbeirat 1 zu- rückgeht.“ 2010 hätten die Grünen eine weitgehend oberirdische Streckenführung beantragt, die die Stadtverordneten dann beschlossen haben. „Die Umstellung von der zu- vor vom Magistrat vorgelegten Volltunnel-Vorplanung erforderte Umplanungen, der Bau- beginn verschob sich“, betonte Friesen. Die Mischlösung mit Tunnel, Rampe und oberirdi- scher Strecke habe die Aus- schreibungen verkompliziert.

    Dazu die Grünen:

    „Die Vorwürfe der CDU sind absurd und verdrehen die Wirklichkeit“, entgegnete Grünen-Sprecher Alexander Mitsch. „Die Verantwortung fürdiespäteRealisierungder U- Bahn im Europaviertel trägt doch die CDU selbst, die im Bund viel zu lange als Union den Verkehrsminister gestellt hatte.“ Der Straßenverkehr sei massiv ausgebaut, ÖPNV-Projekte seien vernachlässigt worden. Dringend benötigte Fördermittel zum Bau der U-Bahn- Verlängerung habe man jahrzehntelang nicht beantragen können. „Dieser Systemfehler wurde vor einigen Jahren endlich behoben, doch fürs Euro- paviertel kommt die U-Bahn nun zu spät“, so Mitsch.

    Halten wir also fest, die Regierenden der Stadt sind auch nicht so ganz unschuldig an derartigen Verzögerungen. Gelernt wurde wohl nichts aus dem damaligen aus für DII (Ginnheim -Bockenheim). Dies waren doch CDU und Grüne beteiligt......

    Lasst endlich die Zweiachser wieder frei !

  • Wie immer alles verkürzt, ungenau und durcheinander: die teilweise oberirdische Führung geht letztlich darauf zurück, dass die Fördermittelgeber (Land und Bund) eine vollständig unterirdische Lösung nicht gefördert hätten. Da die städtischen Gremien nicht in der Lage waren, den Ausfall der Förderung für den unteriridschen Abschnitt ab Rampe Europaallee durch eigene Mittel zu kompensieren, wurde die förderfähige Variante geplant und gebaut. Das könnte man durchaus als eine Panne mit Ansage bezeichnen, denn es gab von vornherein Ansagen, dass der Volltunnel nicht förderfähig sei. Das politische Versagen lag - wenn überhaupt - bei denen, die immer die große Tunnellösung gefordert und vorangetrieben haben, ohne einen Plan B vorzusehen, der musste dann eben erst mit gehöriger Zeitverzögerung (1-2 Jahre vielleicht, evtl. auch mehr) ausgearbeitet werden.


    Dass ein teils ober-, teils unterirdischer Verlauf die Ausschreibung der Gewerke verkompliziere, kann ich mir nicht vorstellen, es wurde nur Anderes ausgeschrieben. oberirdische Haltestellen mit Seitenbahnsteigen etwa, dafür ist aber der Ausbau unterirdischer Stationen entfallen. Oberirdische Stationen sind einfacher zu planen, weil der ganze Ausbau (mit Brandschutz, Elektro, Rolltreppen z.B.) entfällt. Die ausschreibungsinduzierte Zeitverzögerung ist nur dadurch entstanden, dass keine Angebote eingegangen sind, es gab keine Firma, die das hätte machen wollen. Wenn sich keiner um den Auftrag bewirbt, kann man auch keinen Auftrag erteilen. Dumm gelaufen. Wem will man das vorwerfen?


    Zu bedenken ist auch, dass sich die Förderkulisse gegenüber damals dahin verändert hat, dass der Bund mehr als 75% fördert (ich glaube bis zu 90%)

  • Es darf aber auch angemerkt werden, das mit irgendwelchen Planungen auch erst relativ spät begonnen wurde. Von Betriebsstart zeitlichen mit Fertigstellung der ersten Häuser bleibt wohl Utopie.

    ( Beim Neubaugebiet Praunheim darf die Stadt gerne beweisen, dass es gehen kann)

  • Die Stadt unter dem damaligen Dezernenten Edwin Schwarz (CDU) wollte die Volltunnellösung. Damals viel auch der Satz mit dem Sinn" ich will nicht das der Schaum von meinem Kaffee durch die Straßenbahn verweht werden soll"


    Diese wurde dann auch unter Schwarz Grün weiterverfolgt bis die Volltunnel Lösung, wie von tunnelklick erläutert, durch den Fördergeldgeber abgelehnt wurde. Nur kam das alles dann so spät, dass man am Ende teure Zwischenlösungen herstellen oder z. B. die fertige Europaallee umbauen musste.

    Im Prinzip hat es die Stadt verschlafen rechtzeitig eine Lösung zu finden, die bei endgültiger Aufgabe des RBhf direkt hätte umgesetzt werden können. Stattdessen hat man sehr lange diskutiert und am Ende mehrmals umplanen müssen.

  • Wow, das ging ja jetzt schneller als erwartet. Ich dachte die Sperrung der Wendeanlage vor Kurzem war nur die erste vorbereitende Maßnahme. Bin gespannt wie weit man mit der Decke der Station Güterplatz ist und ob die noch bis zum Winter geschlossen sein wird.

  • Wenn im Neubau die feste Fahrbahn liegt, muss im Bestand die Gleislage angepasst werden; im Anschlussbauwerk „Platz der Republik“ wird die vorhandene Trassierung der beiden als Abstellgleis genutzten Gleisstümpfe so angepasst und die Bögen mit einer Überhöhung versehen, dass die festen Einbauten des Tunnels unverändert bleiben. Lediglich die z.Z. vorhandenen Personenstege werden angepasst oder rückgebaut. Ferner werden die Gleise höhenmäßig geringfügig angepasst. Gleis- und Weichenkorrekturen des verbleibenden Bestandes ausgenommen, beginnt der tatsächliche Um-/Ausbau bei Gleis 1 mit Rück- und Neubau bis zur letzten durchgehenden Schwelle der Weiche 211W15 und bei Gleis 2 bei Station: 1,3+31,628 (wo immer das ist).


    Da wirds dann irgendwann noch mal zu Sperrpausen kommen, dauert aber noch.

  • Ich habe am letzten Samstag am „Tag der Schiene“ den U5 Tunnel besichtigt und durfte anschließend auf dem „Roten Sofa“ Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert einige Fragen stellen. Er räumte zuvor ein, wenn man die ursprünglich geplante Voll-Ubahn gebaut hätte, würde diese nicht nur seit Jahren fahren, der Steuerzahler hätte auch ca. 400 Mill. € gespart. Er war durchaus selbstkritisch. Mittlerweile hat sich zum Glück auch bei den Grünen die Erkenntnis durchgesetzt, dass auch mal die U-Bahn die beste Lösung für ein für ein Verkehrproblem sein kann. Das sah vor 20 Jahren noch ganz anders aus. Er ist nach wie vor bemüht, die Verlängerung Römerhof zeitgleich bis 2029 hinzubekommen. Neu ist, er will versuchen in Verhandlungen das Regierungspräsidium zu überzeugen, die Planfeststellung ohne Bebauungsplan zu beginnen. Das war bisher nicht möglich. Die Veranstaltung war beindruckend, anbei ein Insta- reel: https://www.instagram.com/reel…igsh=MWRzbDI3azdxbmxnNw==

  • Wie kommt die (hypothetische) Ersparnis zustande? Doch nicht etwa durch unterlassene Inflationsbereinigung (wenn ich Ausgaben früher tätige, wird es billiger)?

    Glaubst Du einem Wörterbuch, in dem man Müll nicht trennen kann, wohl aber gu-te Freun-de?

  • Die ursprüngliche Planungssumme waren 150 Mil.€, jetzt sind es 550 Mill.€. Dem Bund war es damals zu teuer und verlangte eine billigere Lösung. Die Stadt war pleite, deswegen wurde ja auch der Frankfurter Berg verschoben. Die Stadt hätte bei der Voll U-Bahn sämtliche Zuschusse verloren, hätte alles allein bezahlen müssen. Da hat sich zum Glück einiges geändert. Aussagen von W. Siefert

  • Die Herausforderungen beim heutigen Tunnelbau wären zum großen Teil auch Jahre früher aufgetreten.

    Was aber auch stimmt, die ganze Bebauung wäre bei einem Baubeginn gleich bei der Erschließung nicht vorhanden gewesen.

  • Geplante Baukosten, die Zahlen wurden von W.Siefert so genannt.

    Geplante Baukosten wofür? Ich würden sagen, dass auch vor zehn oder zwölf Jahren eine unteriridische Strecke von 2,6 km mit vier unterirdischen Station nicht für 150 Mio € herzustellen gewesen wäre. Das kann Siefert wohl kaum gemeint haben.

  • Meilenstein: Deckenbetonage hat begonnen

    Während in den Presseberichten der letzten Tage im Wesentlichen der Durchbruch unter dem Platz der Republik thematisiert wurde, hat der Stationsbau einen weiteren Meilenstein erreicht, nämlich die Betonage der Stationsdecke am Güterplatz. Der erste von 14 Betonierabschnitten der 2,30 m starken Decke wurde am 18.9.2025 betoniert, die gesamte Deckenherstellung wird sich bis Mai 2026 hinziehen.



    Beginn_Betonage_Decke.jpg


    Beginn_Betonage_DeckeII.jpg


    Um die baubetrieblichen Lasten, nämlich das Eigengewicht der Decke und das Gewicht der zurückzubauenden Stahlbetonsteifen zu tragen, wurde die über 100 m lange Stationshalle mit einem mehr als 1.000 Tonnen schweren Schwerlastgerüst ausgefüllt.


    Schwerlastger%C3%BCst.jpg


    Anstelle der 2. Umsteifungsebene waren unterhalb Rohrdurchsteifungen eingebaut worden, so dass die zweite Steifenlage für die Deckenbetonage komplett ausgebaut werden kann. Nach Fertigstellung der Stationsdecke ist nur noch die oberste, ummantelte A-Steifenlage statisch erforderlich, die ausgebaut werden kann, wenn die Stationsbaugrube oberhalb der Decke verfüllt wird.


    Rohrsteife.jpg


    Die Belichtung der Station und Entrauchung im Fall des Falles erfolgt über 5 Lichtdome bzw. Entrauchungsbauwerke, deren Unterteile in der Decke, zu erkennen an der schrägen Schalung, jeweils mitbetoniert werden, Die aufgehenden Pyramidenbauwerke werden dann ab Frühjahr auf der geschlossenen Decke errichtet. Bis dahin sind auch alle anderen Betonagearbeiten, z.B. von etlichen Innenwänden beendet.


    Schalung_Lichtdom.jpg


    alle Bilder: SBEV


    Die Decke selbst besteht aus wasserundurchlässigem Beton, bedarf also keiner zusätzlichen Abdichtung, etwa durch Bitumenbahnen oder -anstrich; ausgenommen sind sehr hochliegende, geländenahe Bauteile (z.B. in den Kopfblöcken auf der West- und Ostseite) mit wenig Erdüberdeckung. Solche Bauteile erhalten eine zusätzliche bituminöse Abdichtung, um den Schutz vor Tausalzen aus dem späteren Straßenbetrieb zu gewährleisten.


    Im kommenden Frühjahr beginnt dann dann von Ost nach West die Verfüllung der Grube, die dann an der tiefsten Stelle (in der Mitte der Station) noch ca. 6,30m tief ist. Insgesamt werden für die Verfüllung ca. 17.000 m³ Material, also etwa 31.000 t benötigt.

    Derzeit wird geprüft, wo im Rhein-Main-Gebiet geeignetes Material im nächsten Jahr anfällt. Da spielen umwelttechnische, qualitative, abfallrechtliche, vertragsrechtliche und letztendlich auch wirtschaftliche Aspekte mit rein. Das ist ein recht komplexes Thema.

    Natürlich hätte die SBEV gern kurze Wege, wo aber diese große Menge an Verfüllmaterial im fraglichen Zeitraum und in der erforderlichen Qualität anfällt, ist derzeit offen. Leider ist es meistens nicht so, dass genau im benötigten Zeitraum der Aushub auf anderen Großbaustellen läuft, aber die SBEV steht in Kontakt mit großen sog. Erdbörsen. Aus Laiensicht fallen uns spontan diverse RTW-Baustellen, der Riederwaldtunnel und die Nordmainische S-Bahn ein, scheint aber alles nicht so einfach zu sein.


    Die von penultimo oben geäußerte Hoffnung, die Station noch in diesem Jahr zu schließen, wird demnach nicht mehr erfüllen.

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  • 2^ Wenn der Erdaushub möglicherweise kontaminiert war müsste er vor einem Wiedereinbau gereinigt werden um die aktuellen Grenzwerte zu erfüllen.


    Zu beachten ist das Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG), die Grenzwerte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV), die Ersatzbaustoffverordnung, das Hessische Altlasten- und Bodenschutzgesetz (HAltBodSchG), die Ersatzbaustoffverordnung, ein Merkblatt und eine Arbeitshilfe. 😅


    Unzulässig für den Wiedereinbau sind kontaminiertes Aushubmaterial bspw. mit Schwermetallen, PAK, MKW. Eine Untersuchung und Einstufung muss vorliegen (gilt auch bei jeder Entsorgung des Bodenmaterials sonst keine Annahme in der Lagerstätte). Sind Grenzwerte überschritten gibt’s keine lokale behördliche Genehmigung um die Gefährdung von Boden, Grundwasser und Menschen auszuschließen.


    Und für die Zwischenlagerung gilt oben genanntes auch wieder (in Teilen). Die Zwischenlagerung über Jahre kostet und Fraport war in der glücklichen Situation, dass der Aushub von der südlichen Baustellen auf Fraport-Gelände zwischen gelagert werden konnte (unter Beachtung des o.g. Sachverhalts).

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