Ausschreibung / Bestellung T-Wagen

  • zur Info:
    Die Einspruchsfrist endet am Montag. Am Dienstag erfolgt die Bekanntgabe des Herstellers, gleichzeitig wird die Designstudie veröffentlicht. Unmittelbar im Anschluss erfolgt die Vertragsunterzeichnung.

  • Um die Spannung noch etwas anzuheizen:


    Da Design ist exklusiv für Frankfurt.


    Hallo Herr Oesterling,


    herzlich willkommen im FNF und vielen Dank für Ihre Beteiligung!


    Meine Erwartung an das Design ist, dass der Innenraum endlich von sturen Dogmen befreit wurde, um eine Harmonie der Farben zu schaffen. Außen würde ich mir mehr Mut zur Extravaganz wünschen, so wie es viele französische Betriebe vormachen.

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  • Combino : Der eine nennt es Mut zur Extravaganz, der andere findet es einfach nur hässlich. Wenn ich da an Marseille oder manch andere Stadt denke, gefällt mir plötzlich unser S-wagen richtig gut.
    Das einzige was bestätigt ist und ich wirklich gut finde, ist die Rückkehr zu 2+1-Bestuhlung. Im S-Wagen sitzt aufgrund der enge oft auf jeder Seite vom Gang nur einer. Ich würde mich da auch nicht freiwillig neben jemanden quetschen.

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • Ja, bei dem Wort "Designstudie" wurde ich auch aufmerksam, dass das Design wohl nicht von der Stange der Hersteller kommt.


    Ich denke, man wird nicht umhin kommen, einen kontrastreichen Innenraum zu haben, um die Barrierefreiheit zu gewährleisten.


    Unabhängig der bisherigen Aussagen würde mich interessieren, ob es bei verschiedenen Designvarianten, welche alle übergeordneten Ziele (CD, Wiederkennbarkeit, Barrierefreiheit, Anforderungen der Stadt, ...) erfüllen, eine Möglichkeit gäbe oder es gar vorgesehen ist, dass die Bürger zwischen den Alternativen abstimmen können?


    Die BVG geht z.B. Wege, wo z.B. die künftige Bestuhlung von Bahnen von den Fahrgästen getestet werden können.


    PS
    Im übrigen angenehme Überraschung, Herr Oesterling, dass Sie sich hier beteiligen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß hier und einen positiven Austausch.

    Vollkommen Großartiges Forum

  • Combino : Der eine nennt es Mut zur Extravaganz, der andere findet es einfach nur hässlich. Wenn ich da an Marseille oder manch andere Stadt denke, gefällt mir plötzlich unser S-wagen richtig gut.


    Das ist schon in Ordnung. Es gibt durchaus Extreme, die ich mehr unter "rollendes Kunstwerk" einordnen würde und bei denen ich sicherlich auch Schwierigkeiten hätte, Gefallen daran zu finden. Ich finde aber, dass es auch genug Beispiele für gelungene Fahrzeuggestaltungen gibt, die sowohl funktional, schick und gefällig wirken. Wenn ich an die Designstudie des S-Wagens denke (http://www.trampage.de/data/8_Vision_S.jpg), wirkt das Endprodukt, so wie es heute durch Frankfurt fährt, wie eine langweilige und unspektakuläre Enttäuschung. Manchmal reicht auch schon eine einfache Zierleiste aus Chrom oder ein moderner Scheinwerfer aus, um den Gesamteindruck deutlich aufzuwerten. In Besançon hat man es sogar mit Türkis oder Subaru-Vista-Blue geschafft, ein ansprechendes Äußeres zu gestalten:


    Straßenbahn in Besançon mit frischem Farbschema


    Ein Musterbeispiel für gelungene Gestaltung sind die neuen Straßenbahnen vom Typ M33 für Göteborg, die von Bombardier auf Basis der Modellreihe "Flexity Swift" gefertigt werden. Die Außengestaltung wirkt hochwertig, ist durch eine dezente Chromleiste auf der Front aufgewertet und überzeugt durch eine sehr angenehme und kontrastreiche Innenraumgestaltung, die auch in Hinblick auf die Bedürfnisse von mobilitätseingeschränkten Fahrgästen abgestimmt wurde:




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  • Wenn ich ehrlich bin, guckt mir die Designstudie, die Du verlinkt hast, zu grimmig. Da hätte ich Angst, wenn sie um die Ecke kommt. ;)


    An die zeitlose Eleganz eines P-Wagen in originaler Farbe wird vermutlich nie wieder etwas heran kommen... *seufz*

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • Mir wäre auch am wichtigsten, dass man zu einer gescheiten Sitzbreite wie zu Zeiten der alten Wagen bis zum P-Modell zurückkehrt. Man muss wirklich nicht breit gebaut sein, um in den R- und S-Wagen mit em Nachbarn an Becken und Schultern zu kuscheln. Da die Wagen nicht schmaler als die alten sind, habe ich das nie verstanden. 2er/1er Bestuhlung ohne keine Stolperstufen wären wünschenswert. Aber ich denke, man wird schon den Fahrgastbeirat eingebunden haben und nicht einfach irgendwas bestellt haben.

  • Gab es nicht beim U-5-Wagen auch einen Muster-Wagenkasten, an dem z.B . der Fahrgastbeirat verschiedene Dinge vorab testen und vielleicht auch Änderungswünsche anbringen konnte?

    Es gab ein Mockup des U5 Wagen. Dies wurde neben den Fahrern auch dem Fahrgastbeirat vorgestellt. Aufgrund dessen wurden ein paar Kleinigkeiten im Führerstand und im Innenraum angepasst. Das Design wurde ggü. der Designstudie unabhängig davon angepasst.


    Die Franzosen gehen da einen Schritt weiter. Dort werden nachdem der Hersteller feststeht in der Regel mehrere Designstudien vorgestellt und die Bürger können über das Design abstimmen. Anschließend kann ein sehr aufwendiges Mockup produziert werden, welches vor Ort ausgestellt wird. Damit möchte man die Bindung der Menschen zum Design aber zum neuen System Straßenbahn verbessern. Toulouse hat so zum Beispiel ein Design gewählt, das von Airbus gestaltet wurde. Das entsprechende Mockup wurde frühzeitig präsentiert. Aber es gibt nicht ein Vorgehen, sondern es wird immer individuell entschieden. So ist Straßburg einen anderen Weg bei der Neubestellung von Fahrzeugen gegangen. Hier bestand der Wunsch nach einem einheitlichen Erscheinungsbild, so dass sich die später gelieferten Fahrzeuge an das des Design der ersten Fahrzeuge orientieren. Leipzig ist da noch einen anderen Weg gegangen, die haben erst das Design ausgeschrieben und sich festgelegt und dann den Hersteller gesucht.


    Die Hersteller haben erkannt, dass die Kunden ein individuelles Design wünschen und bieten dies entsprechend an. Daher können wir nur gespannt sein, was uns am Dienstag erwartet.


    Geschmäcker sind verschieden sind und man kann über Design schön diskutieren. Es wird immer Leute geben, die eins besser finden als das andere, aber das macht den Reiz von Diskussionen aus.

  • [...] die neuen Straßenbahnen würden ganz ungewöhnlich aussehen.


    Das könnte auch nach den Solaris-Bahnen mit dem "Pissbogen" schreien.
    Wobei mir deren Bahnen in Jena leider nicht gut in Erinnerung geblieben sind - der Fahrgastraum war total verbaut und eng. Die Sitzanordnung schien ergänzend leider auch nicht sonderlich durchdacht.


    Mal sehen, in Kürze sind wir schlauer.

  • Ich finde auch, das gutes Design wichtig ist.


    Um auf Combinos' Eintrag einzugehen, es gab Designentwürfe und Gestaltungskonzepte für den Göteborger M33, die mir noch besser Gefallen haben.


    Entwurf von 2016 für Göteborg
    https://www.eurailpress.de/new…efern-strassenbahnen.html


    Diesen fand ich schöner als das endgültige Design, da schlichter, cleaner und er hätte deutlicher den M31 mit der platten, und breiten Front zitiert.
    https://www.google.com/search?…TAE#imgrc=X3qJUvq0qOSFeM:



    Einen m.M. weiteren gefälligen Entwurf stellen die neuen Trams von CAF für Oslo da:
    Ebenfalls sehr schlicht, clean und mit den runden Scheinwerfern sympathisch dreinblockend:
    http://railcolornews.com/2018/…-of-urbos-trams-for-oslo/


    Ich frage mich, wie sie ohne die Leiste/Spalt über dem CAF-Logo aussehen würden, dieses ist verm. konstrukltiv für eine (Hilfs)Kupplung bedingt.




    Ein Design, das mir gar nicht gefällt ist das Design der neuen Luxtram in Luxemburg. Zu futuristisch und zu gewollt, eben zu extravagant.
    http://www.metro-report.com/ne…f-luxembourg-tramway.html



    Ich bin gespannt, da wir diese Woche hoffentlich den Vergleich der neuen RNV Rhein-Neckar Skoda Trams mit den neuen Frankfurter Straßenbahnen ziehen können.

  • Und damit tritt das zweitschlimmste befürchtete ein. Ich hätte nie erwartet, daß ich mal etwas Gutes am S-Wagen finden würde, aber angesichts dieser Entwicklung... :(

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.