Bahn frei für die Brennstoffzelle

  • Wessen Glaubwürdigkeit zweifelst du damit an?

    Landrat Krebs?

    VHT-Geschäftsführer Denfeld?

    Haben die deinem Urteil nach Fakefacts verbreitet?


    Und wieso war das Fehlen jeglicher Ahnung kein Hindernis dafür, die grundsätzliche Nicht-Eignung von Brennstoffzellen für Züge abzuleiten, zumindest mit nicht extra erzeugtem Hochrein-H2 sondern IPH-Prozessgas?


    Und was ist mit den in Post #661&662 angesprochenen Wasserstoffbussen, die den selben Wasserstoff nutzen sollen?

    Real oder erfunden?

    2 Mal editiert, zuletzt von Schienenhund ()

  • Wessen Glaubwürdigkeit zweifelst du damit an?

    Landrat Krebs?

    VHT-Geschäftsführer Denfeld?

    Haben die deinem Urteil nach Fakefacts verbreitet?

    Kommt darauf an, woher deren Informationen stammen (Quelle)


    Und wieso war das Fehlen jeglicher Ahnung kein Hindernis dafür, die grundsätzliche Nicht-Eignung von Brennstoffzellen für Züge abzuleiten, zumindest mit nicht extra erzeugtem Hochrein-H2 sondern IPH-Prozessgas?

    Du kennst die Reinheit und Zusammensetzung des benutzten H2?


    Und was ist mit den in Post #661&662 angesprochenen Wasserstoffbussen, die den selben Wasserstoff nutzen sollen?

    Real oder erfunden?

    Auch das darf hinterfragt werden.

    Da könnte dann auch die Frage aufkommen, einige Brennstoffzellen haben Probleme, andere nicht? Mit dem selben Gas oder unterschiedlichen Qualitätsparametern?


    Das meiste Wissen haben wohl die Techniker und Experten von Alstom. Nur ob Alstom Interesse daran hat, alle Karten auf den Tisch zu legen?

    Einmal editiert, zuletzt von Condor ()

  • Und wieso war das Fehlen jeglicher Ahnung kein Hindernis dafür, die grundsätzliche Nicht-Eignung von Brennstoffzellen für Züge abzuleiten, zumindest mit nicht extra erzeugtem Hochrein-H2 sondern IPH-Prozessgas?

    Meinst du, die Welt dreht sich um dich oder um das FNF? Boy have I got bad news for you. Ob wir Ahnung haben oder nicht, hat mal exakt Null Auswirkungen auf die Entscheidungsfindung im RMV.


    Den Rest hat Condor ausreichend beantwortet, danke.

  • Und wieso war das Fehlen jeglicher Ahnung kein Hindernis dafür, die grundsätzliche Nicht-Eignung von Brennstoffzellen für Züge abzuleiten, zumindest mit nicht extra erzeugtem Hochrein-H2 sondern IPH-Prozessgas?

    Abgesehen davon, dass wir mit dieser Einstellung heute noch in Höhlen leben, grunzend durch die Gegend laufen und uns gegenseitig mit Stöckchen und Steinen bewerfen würden... weil Menschen mit Ahnung seinerzeit andere Schlüsse abgeleitet haben, wie bereits 2017 hier vorgestellt wurde.

  • Die Tagesschau analysiert die aktuelle Situation mit Wasserstoffzügen in Deutschland:

    Mit Millionenaufwand wurden in einigen Regionen Deutschlands teure Wasserstoffzüge beschafft. Doch immer wieder müssen Fahrten und Verbindungen gestrichen werden, weil die Technik streikt oder Wasserstoff fehlt.

    Konkretes Beispiel natürlich die Taunusflotte:

    Zitat

    Der Rhein-Main-Verkehrsbund (RMV) sah damals die Schuld nicht bei sich. Das Hauptproblem liege beim Fahrzeughersteller Alstom, und man sei "extrem erbost und mittlerweile sehr enttäuscht". Der Hersteller selbst teilte mit, man bedauere den schwierigen Start und die mangelnde Stabilität im Betrieb. "Hauptgründe dafür sind die eingeschränkte Funktionalität der Antriebstechnologie und Materialengpässe bei den Ersatzteilen", hieß es. Nun werden auf dem größten Teil der Strecke vorerst wieder Dieselzüge eingesetzt.

    Allerdings keine Informationen darüber, was RMV und Alstom denn für die Zukunft planen. Ebenso kein Wort dazu, woher der Wasserstoff im Taunus kommt, nur die allgemeine Wahrheit:

    Zitat

    Doch der umweltfreundliche Betrieb während der Fahrt ist nur ein Teil der Wahrheit. Entscheidend für die ökologische Bilanz ist auch die Herkunft des Wasserstoffs.

    Die weiteren Zwischenüberschriften geben ein Bild über den restlichen Tenor: „Experten sehen batterieelektrische Züge im Vorteil“ und „Goldstandard bleibt Elektrifizierung mittels Oberleitung“. An sich ein solider Artikel, auch wenn ich die Aussage „die Oberleitungsinfrastruktur [ist] weltweit standardisiert” anzweifeln würde.

  • Die Batterietechnik kommt gut voran - damit lohnt es sich eher Strecken abschnittsweise mit

    Oberleitung auszustatten und zwischendrin auf Batterie zu fahren.


    Ich kann diesen Vortrag zu Batterien empfehlen: Video (Vortrag etwa 1:20 Stunden + FAQ 40 min)

    Wasserstoff lohnt sich künftig nur da wo er als Nebenprodukt anfällt, aber zusätzliche Produktion

    ist nicht effektiv durch die Energieverluste die dabei anfallen.

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Die Batterietechnik kommt gut voran - damit lohnt es sich eher Strecken abschnittsweise mit

    Oberleitung auszustatten und zwischendrin auf Batterie zu fahren.

    Interessant finde ich persönlich in diesem Zusammenhang den Blick auf die Straße, hier: zu O-Bussen. In Ústí nad Labem seit einigen Jahren, in Praha seit vorigem Jahr fahren dort im Linienverkehr Akku-O-Busse im "Charging-in-Motion"-Betrieb (d.h. geladen werden die Akkus, wann immer die Stangen an der Fahrleitung anliegen) auf Linien, die nur teilweise mit Fahrleitung überspannt sind. Meine Besuche dort sind sicher nur Momentaufnahmen, bei diesen bemerkte ich aber einen erfreulich störungs- und problemlosen Betrieb (sicher auch durch vorherigen jahrelangen ausgiebigen Probe- und Testbetrieb des Systems, gerade in Praha, also kein "Bananen-System", wie das hierzulande leider üblich ist). Wäre so etwas nicht auch etwas für Eisenbahnen...?


    In Sachsen sollen ja entsprechende "Akku-ET", die genau wie ihre rein oberleitungsgespeisten Gegenstücke Coradia Continental auch als BR 1440 bezeichnet werden (was mich, nebenbei gesagt, wundert; ich würde als Baureihenbezeichnung da eher eine 1540 erwarten), dann doch "irgendwann" (aktueller Stand: Planbetrieb ab Dezember diesen Jahres) den Betrieb auf der Strecke Chemnitz - Leipzig übernehmen und an den Endpunkten über die normale Fahrleitung geladen werden; ein Betrieb als "echter" ET unter Fahrleitung ist auch möglich - nur eben nicht auf dieser Strecke, auf der außerhalb der Bahnhöfe Chemnitz und Leipzig Hbf kein einziger Meter Fahrdraht hängt (Geithain zählt nicht, dort ist nur das eine einzige Stumpfgleis der S-Bahn elektrifiziert und von der "Dieselstrecke" aus praktisch nicht erreichbar). Dort müssen sie also die jeweils 81 km, Richtung Chemnitz in Summe straff bergauf mit nicht üppigen Fahrzeiten (die sich wegen der unendlichen Eingleisigkeit der Strecke auch nicht "gemütlicher" gestalten lassen), rein nur mit der Akkuladung schaffen (ich bin skeptisch). Für den Betrieb abschnittsweise mit Fahrleitung und "charging in motion" und abschnittsweise auf Akku sehe ich Potential; lange reine Akku-Strecken sehe ich bei den heutigen Anforderungen noch kritisch. Aber vielleicht kann man ja vom O-Bus-Sektor und aus unserem Nachbarland Tschechien was lernen (Erfahrungsaustausch!) - oh, ja, richtig, ich vergaß... ;) :D

    Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.

  • Das System haben wir auch in Deutschland, in der Schweiz und bestimmt auch in Österreich.


    Man muss einfach nur die Pionire Hess uns Solaris fragen.



    Was mich eher interessieren würde, ist die Situation mit den Elektrobussen mit Range Extender in Deutschland von Mercedes Benz.


    Vielleichtlässt sich so etwas auch auf die Züge umsetzen.

    LUKAS Küster:)

  • Ja, vor allem, Guck mal nach Amerika oder Irland oder England...


    Kaum mit Oberleitung....

    Was hat die Aussage "Die Oberleitungstechnik sei standardisiert" mit Deiner Argumentation "Kaum mit Oberleitung ausgestattet" zu tun? Nix.


    auch wenn ich die Aussage „die Oberleitungsinfrastruktur [ist] weltweit standardisiert” anzweifeln würde.

    Sie ist zumindest soweit standardisiert, dass Du für das jeweilige Betriebsverfahren recht einfach Komponenten aus einem Katalog zusammenkaufen kannst und nicht für jeden Fahrleitungsmast einzeln jemand kommt und den individuell zusammenklöppelt. Klar ist es kein Standard, wonach genau ein Stromsystem mit genau einer Fahrdrahthöhe x und Mastenabstand y festgelegt ist, aber wenn Du Dich entschieden hast, 750 V DC zu bauen, kannst Du dafür Normteile nehmen.

  • Sie ist zumindest soweit standardisiert, dass Du für das jeweilige Betriebsverfahren recht einfach Komponenten aus einem Katalog zusammenkaufen kannst und nicht für jeden Fahrleitungsmast einzeln jemand kommt und den individuell zusammenklöppelt. Klar ist es kein Standard, wonach genau ein Stromsystem mit genau einer Fahrdrahthöhe x und Mastenabstand y festgelegt ist, aber wenn Du Dich entschieden hast, 750 V DC zu bauen, kannst Du dafür Normteile nehmen.

    Mit dem Argument sind Haushaltsstrom-Stecker auch weltweit standardisiert. Aber: nein, sind sie nicht. Den 230-V-Stecker aus Deutschland kann ich nicht in Amerika nutzen, um aus dem dortigen Stromnetz meinen Toaster zu bedienen, und das liegt auch nicht nur an der Spannung, denn in England kann ich den auch nicht nutzen.

  • Mit dem Argument sind Haushaltsstrom-Stecker auch weltweit standardisiert. Aber: nein, sind sie nicht.

    Doch, so gesehen sind sie es. Denn sie sind beschrieben, in ausreichender Stückzahl vorhanden und können so nach Belieben gefertigt, gekauft und eingesetzt werden. Wenn Du Dir einen Stecker Typ G besorgst, passt er überall im britischen System. Du mußt Dir keine Gedanken machen, ob er vielleicht in Birmingham nicht geht und Du kannst Dich drauf verlassen, dass er geprüft, sicher, ... ist. Das gilt für die Fahrleitung ähnlich. Wenn ich einen Isolator für 25 kV brauche, kann ich einen aus dem Sortiment nehmen und brauche keine Einzelanfertigung mit Sonderzulassung und Prüfzertifikat und und und. Insofern sehe *ich* das als standardisiert an.

  • Wenn Du Dir einen Stecker Typ G besorgst, passt er überall im britischen System. Du mußt Dir keine Gedanken machen, ob er vielleicht in Birmingham nicht geht und Du kannst Dich drauf verlassen, dass er geprüft, sicher, ... ist.

    ich bin mir bewusst, dass Briten das manchmal anders sehen, aber „überall in GB“ ist halt was anderes als „weltweit“. Ich sprach und spreche gegen das Attribut „weltweit standardisiert“, was für mich definitiv was anderes ist als „überall auf der Welt gelten irgendwelche Standards“.

  • Genau genommen ist das Zitat ja etwas gekürzt

    Zitat

    Den höchsten Grad an Effizienz erreichen elektrische Züge, die rein über Oberleitungen betrieben werden, da der Strom ohne große Umwandlungsverluste direkt ins Antriebssystem gelangt. Im Gegensatz zu Batterien oder Wasserstoffantrieben ist die Oberleitungsinfrastruktur seit Jahrzehnten bewährt, weltweit standardisiert und ermöglicht einen zuverlässigen, leistungsfähigen Bahnbetrieb.

    Wobei es ja nicht heißt, es gibt einen einzigen Standard. Auch wenn es mehrere, verschiedene Standards gibt, könnte es E-Lokdurchläufe von Schweden ans Mittelmehr geben.

  • ich finde, ihr dehnt die Bedeutung der Phrase „weltweit standardisiert“ über ihren Brechpunkt hinaus. Dieser Brechpunkt ist übrigens weltweit standardisiert, womit ich meine, dass jede Person wohl ihren eigenen Standard hat, an dem die Phrase nicht mehr zutrifft. ;)


    Wie dem auch sei, bei dem Rest der Aussage haben wir ja scheinbar Konsens untereinander und mit dem Artikel.

  • An dieser Stelle ist diese Neuigkeit zu Akkuzügen ggf. von Interesse, zumal sich die letzten Beiträge von Wasserstoff weg hin zu Bussen und verlinktem Thema bewegt haben ;)


    Für die Taunusbahn könnte sich der Umstieg auf Akkutriebwagen lohnen, dann wären auch die Ängste um Hasselborn/Brandoberndorf passé und geladen wird ab Frankfurt Hbf/Bad Homburg/Usingen/Grävenwiesbach, je nachdem wo der Zuglauf bzw. dann die Oberleitung beginnt. Nur wohin mit der Wasserstoff-Flotte?

  • Erstmal sehr erstaunlich, dass Züge heutzutage mal früher fertig sind...

    Nur wohin mit der Wasserstoff-Flotte?

    Ich hätte da ein paar Ideen (nur Hessen), doch leider ist die Nachfrage ja nicht so hoch, nach den aktuell geschehenen Dingen da :D


    1. Odenwaldbahn

    2. Friedberg - Nidda

    3. Gießen - Gelnhausen (wäre mit Tankstelle in Nidda eigentlich ganz denkbar, aber wer weiß, vielleicht vergesse ich auch, mal wieder, was...)


    Fakt ist:

    Ich weiß nicht genau, in wie fern der RMV da einwirken kann, aber, sofern es möglich ist, wird es wenn das mit immer mehr Pannen nicht aufhört, vielleicht(/hoffentlich ?) eine Neussschreibung geben...


    Grüße