Bahn frei für die Brennstoffzelle

  • Moin,


    ich (persönlich) sehe in dem Kontext zwei Paar Schuhe, die man auch trennen sollte...

    Ich wollte mit dem Ausstieg von Alstom aus der Produktion/Weiterentwicklung von H2-Fahrzeugen den Fokus auf die mit der Technik vorhanden und anscheinend auch noch nicht vollumfänglich gelösten Probleme legen. Sieht man auch beim Mireo +H - dort läuft es auch nicht so rund wie geplant.
    Die Instandhaltung im Falle der RMV-Fahrzeuge ist doch vertraglich so geregelt, dass Alstom die Fahrzeuge über 25 Jahre dem Betrieb bereitstellt. Damit liegt das Risiko für die Ersatzteilbeschaffung bei Alstom - insofern macht die Übernahme von Cummins Brennstoffzellen-Sparte durchaus Sinn. Nur Grundsätzlich sehe ich die Brennstoffzelle im Verkehrsbereich für gescheitert an, auch wenn es immer mal wieder Versuche gibt sie zu etablieren. Auch finde ich, dass man im Taunus Netz einen unglücklichen Anwendungsfall gewählt hat, da alle Strecken mit BEMUs befahrbar wären, wenn man an den Abstellanlagen der Fahrzeuge Fahrleitungsinseln installieren würde. Für die H2 Fahrzeuge würde sich das Odenwald Netz deutlich besser eignen, da die Fahrwege ohne Fahrleitung deutlich länger sind. Allerding reichen die 27 Fahrzeuge dafür nicht aus.

  • Der 554 123 hatte vor einiger Zeit mal ein Auto auf der RB12 unsittlich berührt, seitdem hat er eine neue GFK Schürze ohne Alstom&Start Logo sowie Fahrzeugnummer. Die Umbeschriftung der Fahrzeuge hat noch nicht begonnen.

  • Auch finde ich, dass man im Taunus Netz einen unglücklichen Anwendungsfall gewählt hat, da alle Strecken mit BEMUs befahrbar wären, wenn man an den Abstellanlagen der Fahrzeuge Fahrleitungsinseln installieren würde. Für die H2 Fahrzeuge würde sich das Odenwald Netz deutlich besser eignen, da die Fahrwege ohne Fahrleitung deutlich länger sind. Allerding reichen die 27 Fahrzeuge dafür nicht aus.

    Kritik an der Technik hin oder her - das BEMU-Argument in Verbindung mit dem Taunus-Netz geht an den Tatsachen vorbei und wurde hier bereits mehrmals widerlegt.


    Im Odenwald wäre dann die Frage: Passt die Reichweite auf den sehr langen Strecken, wenn zusätzlich deutlich weitere Tankfahrten nötig sind? Im Übrigen gibt's da zwischen Frankfurt und Hanau bzw. Darmstadt Nord sowie in Babenhausen ebenfalls OL.

  • ... das BEMU-Argument in Verbindung mit dem Taunus-Netz geht an den Tatsachen vorbei und wurde hier bereits mehrmals widerlegt.

    Quelle? - Meinen Sie, ich durchsuche alle Einträge danach...?


    Im Übrigen gibt's da zwischen Frankfurt und Hanau bzw. Darmstadt Nord sowie in Babenhausen ebenfalls OL.

    Nun, es ist mir durchaus bewusst, dass im Zulauf nach Frankfurt Hbf eine Fahrleitung die Gleise überspannt... Entscheidender sind doch für den sinnhaften Einsatz die Streckenlängen, die keine Fahrleitung besitzen. Bei BEMUs liegt aktuell die Reichweite im Akku-Betrieb bei rund 100km - beim FCMUs zwischen 800-1000km - Betrachtet man die fahrdrahtlosen Abschnitte im Taunusnetz, dann sind dies auf der RB12 rund 16km, bei der RB15 rund 37km (RB11/RB16 ohne bedeutung, da zum einen zukünftig elektrifiziert bzw Teil der RTW) Im Odenwaldnetz dagegen sind die Strecken zwischen Eberbach und Hanau bzw. Darmstadt 86km respektive 81km lang, die ohne Fahrdraht befahren werden. Jedem mit klaren Blick auf die Dinge sollte doch auffallen, dass der Einsatz der FCMUs im Odenwaldnetz sinnvoller ist. Natürlich wäre die Einrichtung einer H2-Tankstelle in der näheren Umgebung des Odenwaldnetzes nötig, um Leerfahrten zum tanken zu vermeide, wenngleich die FCMUs aktuell mit grauen H2 betankt werden, was auch keine optimale Lösung darstellt.

  • Quelle? - Meinen Sie, ich durchsuche alle Einträge danach...?

    Ach jeh, hat der mich doch echt auf eine Holschuld hingewisen, nee... ;)


    Nun, ich hab's unter anderem hier schonmal erwähnt: Der iLINT wurde 2016 auf der Innotrans präsentiert und der Prototyp war bereits 2018 zu Besuch in Frankfurt. Die FNP erklärte 2019 hier, warum die Wahl auf das Taunusnetz fiel (Stichworte: Ausschreibungsfrist, Ortsnähe – so eine mobile Tankstelle hat mächtig Nachteile). Der Mireo Plus B war erst 2022 auf der Innotrans zu sehen und machte 2023 eine Testfahrt in den Westerwald.


    (BTW: Wer englischsprachige Abkürzungen wie "4ever" verwendet, dürfte eigentlich wissen, dass in Foren das "Du" gängig ist.)

  • Ach jeh, hat der mich doch echt auf eine Holschuld hingewisen, nee... ;)

    ...geht doch:saint:


    Mir ist schon bewusst, dass Alstom schon sehr früh mit dem iLint die Bühne der alternativ angetriebenen Regionaltriebwagen betrat - waren Sie (Du) auf der InnoTrans 2016? Da gab es zwar schon einen iLint, aber so wirklich ausgereift war das präsentierte Fahrzeug nicht wirklich, wie ich es dort gesehen habe. Aber von Stadler wurde der Flirt mit Akkutechnik 2016 auch vorgestellt, nur Siemens kam erst später mit dem Mireo +B. Es wäre also durchaus möglich gewesen, andere Optionen für das zukünftige Fahrzeug der Taunusflotte zu evaluieren. Ich denke, es war eher ein politisch getriggerter Ansatz, sich mehr oder weniger auf das H2-Konzept festzulegen. Nicht umsonst wurde immer wieder mit der "weltgrößten" H2-Flotte geworben. Davon mal abgesehen: wenn sich Rahmenbedingen, muss ein Unternehmer aber auch die Politik darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoller ist sein Konzept zu überdenken, als stoisch daran zu kleben. Und da bin ich der Meinung, dass die H2-Fahrzeuge sehr wohl auf Strecken mit längeren fahrdrahtlosen Abschnitten besser geeignet sind. Es gibt einige chemische Unternehmen in der Umgebung der Odenwaldstrecke, die sicher auch H2 liefern können. Außerdem wäre doch die Errichtung eines Elektrolyseurs in Erbach oder Wiebelsbach denkbar, der lokal H2 und O2 produziert, primär angetrieben mit Windenergie aus den Odenwaldhöhen!? ferner wird perspektivisch die Länge des fahrdrahtlosen Abschnitts auf der RB15 deutlich mit der Inbetriebnahme der S5 verkürzt werden. Von daheriLint, wenn sie dann einmal laufen sollten - ggf. weitere Gebrauchtfahrzeuge hinzukaufen - und sinnhaft im Odenwaldnetz einsetzen. Wenn sie nicht mehr zum dauerhaften bahnfesten Betrieb zu bewegen sind... zurück zum Hersteller und dann aber die immer wieder aufgebrachte Diskussion um die (teilweise) Elekrifizierung der Odenwaldbahn sofort umsetzen. Und auf der RB12/15 BEMUs - Aktuell würde ich Mireos in S-Bahn-Konfiguration und einige zusätzlich Mireos +B - deren Konfiguration müsste denen der S-Bahn Version angeglichen werden. Um insbesondere auf der S5/RB15 eine umsteigefreie Verbindung anbieten zu können.

  • Aber von Stadler wurde der Flirt mit Akkutechnik 2016 auch vorgestellt, nur Siemens kam erst später mit dem Mireo +B. Es wäre also durchaus möglich gewesen, andere Optionen für das zukünftige Fahrzeug der Taunusflotte zu evaluieren.

    Der Betriebsstart der Stadler Fahrzeuge war aber ebenfalls sehr holprig und verspätet. Wahrscheinlich hätten sie Entscheidungsträger zugunsten BEMU dann anhören müssen, hätten sie nur auf Wasserstoff gesetzt.

    Zudem scheint Alstom nicht unbedingt das beste Händchen bei neuen Fahrzeugen zu haben


    Die Akkutechnik hat bedingt durch die gleichzeitige Einführung in den PKW/LKW Berei h erhebliche Fortschritte gemacht. Das konnte zu der Zeit keiner erahnen.

  • Condor

    Natürlich haben die Fortschritte in der Akkutechnologie in den letzten Jahren dazu geführt, dass aus heutiger Sicht die Entscheidung zu BEMU's sehr viel einfacher ist, als 2016 - allerdings wurde der Auftrag an Alstom erst im Mai 2019 erteilt und damals war sehr wohl absehbar, dass die Akkutechnik geeignet ist die BEMUs sinnvoll zu betreiben. Was 2019 aber auch klar war ist, dass die FC-Technologie schon im PKW/LKW Bereich nie die Leistung und Stabilität lieferte, wie man sie prognostiziert hatte. Und von einer bahnfesten FC war und ist man wohl noch ein gutes Stück entfernt. Die typischen Ausfälle der FCs beruhen meiner Einschätzung nach vor allem auf den Vibrationen und Stößen, die im Bahnbetrieb vorkommen. Hinzukommen die beim Tankvorgang geringen Toleranzen von Matrize und Patrize des Tankgeschirrs, was vor allem in Winter zu Totalausfällen geführt hat. Meine Kritik richtet sich aber in erster Linie auf die Entscheidungsträger, die dem Kunden auch nach rund drei Jahren keinen funktionierenden Fahrplan anbieten können. Der Initiator ist von der politischen Bildfläche aufgrund anderer Mehrheiten hessischen Parlament nicht mehr im Amt und alle anderen wollen, können oder dürfen keine Entscheidung über das weitere Prozedere treffen. Am ende ist der Fahrgast mal wieder der "Dumme", weil die Politik und die anderen Experten sich nicht von einer Technik trennen wollen, die sich - zumindest aktuell - als unbrauchbar für das Taunusnetz erwiesen hat.

  • waren Sie (Du) auf der InnoTrans 2016? Da gab es zwar schon einen iLint, aber so wirklich ausgereift war das präsentierte Fahrzeug nicht wirklich, wie ich es dort gesehen habe. Aber von Stadler wurde der Flirt mit Akkutechnik 2016 auch vorgestellt

    Ich muss nicht dort gewesen sein, um zu wissen, dass das nicht stimmt.


    Ich denke, es war eher ein politisch getriggerter Ansatz, sich mehr oder weniger auf das H2-Konzept festzulegen. Nicht umsonst wurde immer wieder mit der "weltgrößten" H2-Flotte geworben.

    Diesen Ansatz kann man wohl nicht ganz ausklammern. Aber er hatte solide Grundlagen.


    Davon mal abgesehen: wenn sich Rahmenbedingen, muss ein Unternehmer aber auch die Politik darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoller ist sein Konzept zu überdenken, als stoisch daran zu kleben.

    Weder Unternehmer, noch Politik können bestehende Verträge einfach brechen.


    Außerdem wäre doch die Errichtung eines Elektrolyseurs in Erbach oder Wiebelsbach denkbar, der lokal H2 und O2 produziert, primär angetrieben mit Windenergie aus den Odenwaldhöhen!?

    Ökologisch eine schöne Lösung, ökonomisch schwierig.


    ferner wird perspektivisch die Länge des fahrdrahtlosen Abschnitts auf der RB15 deutlich mit der Inbetriebnahme der S5 verkürzt werden.

    Das wird noch dauern... aber Pläne sollte man schon machen und die werden die Zuständigen sicherlich getan haben. Nicht zuletzt sieht man den Wasserstoff beim RMV nur als Brückentechnologie.


    Von daheriLint, wenn sie dann einmal laufen sollten - ggf. weitere Gebrauchtfahrzeuge hinzukaufen - und sinnhaft im Odenwaldnetz einsetzen.

    Bedenke: Das würde zur Sicherung der Barrierefreiheit die Erhöhung aller Bahnsteige nötig machen.