Verkehrsdezernent Wysocki schlägt Straßenbahn nach Bad Vilbel vor

  • Ok, es wäre jetzt noch ein "Wunder" nötig, dass die Straßenbahn kommt.

    Da ja die Leute in meiner Heimatstadt Vilbel gerne konservativ wählen, habe ich keine große Hoffnung mehr.

    Dann soll Vilbel dann mal schön die emissionsfreien Busse mitfinanzieren. Soll der Betrieb mit EBussen auf der 30 ermöglicht werden, und das möglichst "personalarm" (heißt ohne Auswechslungen von Bussen mit Leerkilometern), sollte Vilbel auch entsprechende Ladeinfrastuktur am Bahnhof installieren. Mal schauen was der nächste Akt bringt.

  • Wird Zeit, dass Bad Vilbel sich endlich entscheidet. Bei einem Nein kann Frankfurt dann nämlich endlich guten Gewissens einen nützlichen Straßenbahn-Stummel bis zur Unfallklinik bauen statt der im Tram-Konzept geplanten Wendestelle für die neue Linie 19 nahe Friedberger Warte. Dann noch ein Pendlerparkhaus neben die Unfallklinik, eine ordentliche Pförtnerampel als "Argumentationshilfe" direkt daneben, die Linie 30 im Stadtgebiet Ffm eingestellt und auch deren Fahrgäste aus Richtung Norden dürfen an der Unfallklinik in die Tram umsteigen. Dann dürfen die Vilbeler ihren Stau endlich auf eigenem Stadtgebiet erleben, statt ihn weiter nach Frankfurt hereinzukübeln.

  • Verkehrsdezernent Wysocki schlägt Straßenbahn nach Bad Vilbel vor

    Sebastian Wysocki, CDU, 2022:

    „Der Bau einer Straßenbahn erscheint mir hingegen aus vielerlei Gründen nicht der richtige Weg zu sein. [...]


    Woher kommt der Sinneswandel des Herrn? Gerade er hatte sich doch vor drei Jahren für die Tram stark gemacht, die für ihn jetzt der falsche Weg ist.

    "Phantasie ist wichtiger als wie wo Wissen!"


    (Etwas frei nach Albert Einstein)

  • Woher kommt der Sinneswandel des Herrn? Gerade er hatte sich doch vor drei Jahren für die Tram stark gemacht, die für ihn jetzt der falsche Weg ist.

    Die Spitze seiner Partei war noch nie dafür und er konnte sie auch nicht überzeugen. Offenbar hat er nun klein beigegeben in der Hoffnung, die CDU-Stammwähler sähen das auch alle so.


    Meine Prognose: Bad Vilbel wird demnächst einen grünen Bürgermeister haben. Deren Kandidat ist nämlich konservativ und bodenständig genug, um zumindest das progressivere CDU-Klientel nicht abzuschrecken. Wir müssen die Straßenbahn nach Bad Vilbel also noch nicht gänzlich abschreiben. 😏

  • Der Bürgermeister entscheidet nicht, ob es eine Straßenbahn geben wird. Wenn das Parlament eine Straßenbahn beschließt, muss er das Projekt umsetzen und wenn sich das Parlament gegenseitig entschließt, hat er ein solches Projekt wiederum sein zulassen.

    Dieses Gerichtsurteil wurde per KI generiert und ist ohne Begründung gültig.

  • Der Bürgermeister entscheidet nicht, ob es eine Straßenbahn geben wird. Wenn das Parlament eine Straßenbahn beschließt, muss er das Projekt umsetzen und wenn sich das Parlament gegenseitig entschließt, hat er ein solches Projekt wiederum sein zulassen.

    Das ist zwar richtig, dennoch hat d* OB durchaus Einfluss. Alleine die Beobachtung, dass ein*e Kandidat*in mit diesem Wahlkampfthema gewonnen hat, wird die Positionen der Parteien informieren.

  • Der OB kann natürlich versuchen, sich vor der Umsetzung zu drücken und darauf spekulieren, so das ganze Thema auf Dauer "aussitzen" zu können. Das hat auch OB Spec in Ludwigsburg versucht. Der wurde zwar bei der nächsten Wahl abgestraft und sitzt nicht mehr im Amt, jedoch müssen die Ludwigsburger heute feststellen, dass eine Straßenbahn für diese Stadt heute eher eine Nummer zu groß ist, als noch vor einigen Jahren.

    Dieses Gerichtsurteil wurde per KI generiert und ist ohne Begründung gültig.

  • Der OB kann natürlich versuchen, sich vor der Umsetzung zu drücken und darauf spekulieren, so das ganze Thema auf Dauer "aussitzen" zu können. Das hat auch OB Spec in Ludwigsburg versucht. Der wurde zwar bei der nächsten Wahl abgestraft und sitzt nicht mehr im Amt, jedoch müssen die Ludwigsburger heute feststellen, dass eine Straßenbahn für diese Stadt heute eher eine Nummer zu groß ist, als noch vor einigen Jahren.

    Ich verstehe nicht, worauf du hinaus willst — es gibt doch in Bad Vilbel noch keinen Beschluss, dessen Umsetzung ein*e OB verzögern oder verschleppen könnte. (Oder bin ich gerade schlecht informiert?) Meine Aussage bezog sich mehr auf politischen statt exekutiven Einfluss: die Parteien werden beobachten, wie sehr das Thema im Wahlkampf eine Rolle spielt, wie darauf in welchen Teilen der Stadt reagiert wird, und wie der Erfolg bei der Wahl dann damit korreliert. Und OBs haben wahrscheinlich mindestens in der/den Partei, von denen sie aufgestellt wurden, auch weiteren Einfluss. (Mindestens so was: „Hey, ihr wolltet doch, das ich hier bin und ich habe dieses Amt für uns geholt: wäre schade, wenn ihr das hier nicht mittragt, denn vielleicht habe ich dann beim nächsten Mal keine Lust mehr und ihr müsst ohne Amtsinhaber*innenbonus in die Wahl gehen...“)

  • I wo, ganz im Gegenteil. In den zwei Wochen Wahlkampf von nun an könnte das Thema ja besonders relevant werden. Denn nun gibt es mit den beiden Kandidaten die sehr pointierte Auswahl zwischen Schwarz und Weiß Grün, also contra oder pro Straßenbahn.

  • I wo, ganz im Gegenteil. In den zwei Wochen Wahlkampf von nun an könnte das Thema ja besonders relevant werden. Denn nun gibt es mit den beiden Kandidaten die sehr pointierte Auswahl zwischen Schwarz und Weiß Grün, also contra oder pro Straßenbahn.

    auch wieder wahr. Dann war meine Aussage aber trotzdem nur durch Zufall sinnvoll. 😜

  • Im Programm des CDU-Kandidaten kommt das Wort Straßenbahn oder Potenzialstudie nicht vor, er meidet das Thema; immerhin muss er dann nicht, wenn sich der Wind dreht, von einer getätigten Aussage abrücken. Im grünen Programm steht, auch eher verhalten,

    die Verlängerung der Straßenbahn von Frankfurt zum Bad Vilbeler Nordbahnhof werde positiv begleitet. Vom Kandidaten selbst habe ich nichts anderes gelesen oder gehört.


    Der nächste Schritt wäre aber auch keine Beschluss pro oder contra Straßenbahn, sondern das, was die Potenzialstudie empfiehlt: "Die Untersuchung hat gezeigt, dass eine Straßenbahnlinie nach Frankfurt grundsätzlich technisch machbar erscheint. Vertiefende Untersuchungen sind durchzuführen, um dieses zu verifizieren."


    Zumindest dafür sollte es eine Mehrheit geben.

  • Meine Vermutung ist einfach, dass sich Vilbel auch um die laufenden Kosten drücken will wenn es eine Straßenbahn dann geben sollte.

    Ich erinnere gerne daran wie lange sich Vilbel gegen eine Nachtbusverbindung "gewährt" hat als jede Nachbarkommune von Frankfurt nachts den Anschluss an die Konsti hatte.

    Die skeptische Haltung der CDU Vilbel gegenüber dem Nahverkehr zieht sich schon Jahrzehnte durch die Partei bzw den "Ortsverband" der CDU.

    Die Planung und der Betrieb des Vilbusses ist auch auf exterme Kosteneffizenz getrimmt und das Angebot vor allen an Wochenenden absolut unzureichend.

    Wie z.B. lässt sich sonst erklären das die Buslinie 60 vom Heilsberg kommen Richtung Südbahnhof an den Haltestellen Berliner Straße und Elisabethenstraße ohne Halt vorbei fährt? Einfach gesagt um die Fahrzeit zu beschleunigen um den straffen Fahrplan zu schaffen. So spart man sich als Kommune zusätzliche Kurse.


    Ich weiß, hier geht es nicht um den Vilbus, jedoch möchte ich das "Denken" der Verantwortlichen in Bad Vilbel gerne verdeutlichen was das Thema Nahverkehr und Kosten angeht.


    Alleine das der Vilbus nach 21 Uhr unter der Woche, am Samstag nach 13 Uhr und an Sonn- und Feiertagen gar nicht fährt zeigt doch schon, dass man gerne spart.

    (Zur besseren Verständnis: Nach 21 Uhr müsste dem Fahrpersonal ein Nachtzuschlag gezahlt werden, am Samstag nach 14 Uhr ein Samstagszuschlag und Sonn- und Feiertags würden ja auch Zuschläge anfallen)


    Wenn jetzt die Straßenbahn nach Vilbel kommt, ist diese in der Unterhaltung und Finanzierung deutlich teurer als der 30er. Bzw es würde die Stadt Bad Vilbel deutlich mehr kosten. Dann sollte und müsste noch das Vilbusnetz aufrecht erhalten werden inkl. Finanzierung. Ich glaube das ist mit einer Vilbeler CDU und deren Wählerschaft schwer zu machen.

    Ich hoffe dennoch das die Straßenbahn irgendwann nach Vilbel fährt.


    Die weiteren "Studien" und Untersuchungen sollten auf jeden Fall gemacht werden.

  • Nein, dortelweiler - da widerspreche ich, das sollten sie nicht. Mit der Entscheidung, ob weitere Untersuchungen gemacht werden, würden Bad Vilbels Stadtverordnete faktisch eine Grundsatzentscheidung treffen. Denn es bringt ja nichts, das Geld für solche Studien aus dem Fenster zu werfen, wenn man die Straßenbahn gar nicht will und das Papier danach ohnehin nur in der Schublade verschwindet.


    Eine grundsätzliche Pro-Mehrheit ist aber nicht zu erkennen, solange die dortige CDU in der Regierung dagegen ist - was nach dem Sinneswandel von Wysocki nun eindeutig ist. (Bisher war er wohl zukunftsgewandter als die eigene Partei- und Fraktionsführung mit ihrer reinen Autopolitik, aber diese hat ihn offenbar wieder auf Linie gebracht.) Das finde ich auch persönlich absolut falsch und es dürfte für Bad Vilbel langfristig schädlich sein, aber gegen diese Realität helfen leider Hoffnungen nicht weiter. Die nächste Chance auf eine veränderte Lage besteht erst ab Mitte 2026 nach der nächsten Kommunalwahl.


    Frankfurt tut daher sicher gut daran, sich jetzt darauf vorzubereiten, demnächst eine konkrete Planung nur bis Unfallklinik inklusive P+R-Parkhaus anzustoßen - alleine. Den guten Willen hat Frankfurt ja nun ausgiebig bewiesen.


    P.S. Dass der Nachtbus überhaupt eingeführt wurde, lag seinerzeit am enormen Quängeln aus Karben und von jungen Leuten in Bad Vilbel, die ihn unbedingt haben wollten. Da waren die Entscheider in BV am Ende so genervt, dass sie eben mitgemacht haben.

  • Zitat von Bernemer

    Frankfurt tut daher sicher gut daran, sich jetzt darauf vorzubereiten, demnächst eine konkrete Planung nur bis Unfallklinik inklusive P+R-Parkhaus anzustoßen - alleine.

    Selbst hatte ich an anderer Stelle schon eine Straßenbahn nach Bergen über den Berger Weg vorgeschlagen. Da könnte Frankfurt zumindest bis zum Berger Weg eine Vorleisung schaffen. Unabhängig von der Weiterführung nach Bergen könnte auch eine Anbindung des Lohrbergs überlegt werden - schon um den "wilden" Autoverkehr auszubremsen. :)


    Und in ein paar Jahren wird auch die Frage in Bad Vilbel selbst neu diskutiert werden. Wenn nämlich die neuen Baugebiete westlich des Bahnhofs entwickelt sind und auch die Stadt Bad Vilbel über jeden der dort Arbeitenden und Wohnen froh sein wird, der nicht mit dem Auto in die Bad Vilbeler Innenstadt fährt. Ich habe da für das ganze Gebiet eine Größenordnung von 20.000 Wohnenden und Arbeitenden im Kopf. Und die Entwicklungsbereiche reichen ja auch über den fußläufigen Einzugsbereich des S-Bahnhofs bis zur Krebsschere bei Massenheim.


    Auch der Bad Vilbeler Einzelhandel könnte eine Straßenbahn dann befürworten: Mit dem Auto fährt man über die B 3 nämlich an der Kernstadt vorbei. :P

  • Selbst hatte ich an anderer Stelle schon eine Straßenbahn nach Bergen über den Berger Weg vorgeschlagen.

    Genau: "an anderer Stelle". Dort, wo dieses andere Thema auch hingehört. ;) Ich bin mir sicher, dass spätestens in unserem Forum hier darauf hingewiesen würde, sollten die Planer das Ende eines Unfallklinik-Stummels so gestalten wollen , dass die Strecke nicht optional verlängerbar wäre - wohin auch immer.

  • Nein, dortelweiler - da widerspreche ich, das sollten sie nicht. Mit der Entscheidung, ob weitere Untersuchungen gemacht werden, würden Bad Vilbels Stadtverordnete faktisch eine Grundsatzentscheidung treffen.


    Ich denke, da sollten wir noch mal genauer hinschauen: die Potenzialstudie wurde nicht von Bad Vilbel in Auftrag gegeben oder finanziert, sondern von den ÖPNV-Aufgabenträgerorganisationen für Frankfurt und den Wetteraukreis, Traffiq und ZOV. Letztere plant, organisiert und finanziert den ÖPV in ihrem Zuständigkeitsgebiet, wozu auch Bad Vilbel gehört (das ist auch er Grund dafür, dass in den Partei- und Wahlaussagen zum Thema Straßenbahn nichts steht, die lokalen Parteien und Kandidaten haben da nichts zu entscheiden). Es ist klar das Bad Vilbel insoweit Mitwirkungsrechte hat, qua örtlicher Betroffenheit des Gemeindegbietes und mittelbar über den ZOV; mittelbar nur insofern, als es ein Zweckverband von drei Landkreisen ist und Bad Vilbel nicht selbst dem ZOV angehört.


    Kurzum: das Thema Straßenbahn in Bad Vilbel ist m. E. noch nicht durch.

    2 Mal editiert, zuletzt von tunnelklick ()

  • Über jeden Strohhalm an Hoffnung wie den von tunnelklick freue ich mich sehr. Aber mal ernsthaft: Würde ein Landkreis (indirekt via ZOV) ein Vorhaben in einer Kommune umsetzen gegen das Interesse dieser Kommune? Und das, während sicher genug andere Kommunen mit größter Freude und maximaler Unterstützung dieses Geld für ihre Vorhaben in Empfang nähmen? Keine Chance.


    Übrigens ist Herr Wysocki Mitglied der Verbandsversammlung des ZOV. Ich hege ein wenig die Vermutung, dass bereits die Finanzierung der Potenzialstudie (auch) deshalb über den ZOV erfolgt ist, weil sich in der Regierungskoalition in Bad Vilbel womöglich schon dafür nicht einmal eine Mehrheit gefunden hätte.

  • Ja leider ist nicht auszuschließen, dass du recht behalten könntest, Andererseits wissen wir nicht, wer in diesem Gefüge welche Interessen vertritt. Denn wir wissen ja auch, das die Verkehrssituation in B-V, also bezüglich Autoverkehr, ziemlich angespannt ist. Wer weiß, ob nicht das Land über HessenMobil und den RMV (und das liebe Geld) auch noch Einfluss nimmt (siehe Bad Homburg).

    Einmal editiert, zuletzt von tunnelklick ()