Verkehrsdezernent Wysocki schlägt Straßenbahn nach Bad Vilbel vor

  • Ich hätte ohnehin gedacht, die Tram bis zu den neuen Baugebieten an der B 3 im Bereich Bad Vilbel Nord / Massenheim zu verlängern. Dort kann man dann auch gleich ein großes P+R-Haus mit einplanen.


    Er hat noch Frankfurter (aus Nieder-Erlenbach) und Hochtaunus-Bewohner vergessen, die auch nach Bad Vilbel zur neuen Straßenbahn fahren. :P


    Und in Darmstadt, Rhein-Neckar, Karlsruhe und Ostende sind natürlich keine Straßenbahnen unterwegs, sondern fliegende Untertassen oder Captain Kirk mit seiner "Enterprise".:PDas sieht dann so aus:


    Und wegen der gleichzeitig dort fallenden Kokosnüsse können natürlich auch keine Autos dort parken. :P

  • Glaube, das hatten wir noch nicht: Interview mit dem Bad Vilbeler Bürgermeister in der FAZ. Er sagt, man fürchte sich vorm Erfolg der Straßenbahn und dass dann Pendlermassen aus den Kreisen FB und MKK in Bad Vilbel einfallen und dort an den Tramhaltestellen alles zuparken.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, das er da auch ein wenig pokert. Hat sich zur Straßenbahn eigentlich mal Karben geäußert?

  • Nun liegt die Strecke bis Parkfriedhof Heiligenstock allerdings auf Frankfurter Gemarkung, weshalb auf diesem Abschnitt Frankfurt eben die Bedienungspflicht laut Nahverkehrsplan hat. Deshalb wird eine Lösung nur miteinander sinnvoll möglich sein. Aber recht hast du in Sachen Betriebszeiten: Aus rein Frankfurter Sicht ist bloß ein Angebot notwendig, das die Andienung des Friedhofs sicherstellt (daher aber auch samstags, sonn- und gerade feiertags).

    Das hatte, meine ich mich zu erinnern, durchaus Klaus Oesterling in seiner Zeit als VD einmal als Option für den 43er erwähnt - aber verworfen aufgrund des kleinen Inselbetriebs. Denn für den 43er genügt (en) die (damaligen) Batteriekapazitäten nicht und es war wohl keine Wasserstofftank-Möglichkeit in sinnvollem Umfeld absehbar. Die Entwicklungen bei den Batteriekapazitäten könnten die Situation ändern.


    Wenn man etwas weiter denkt, könnte sich vielleicht eine dann gar nicht mehr sooo kleine Sub-Flotte mit Batteriefahrzeugen mit Pantograf und Zwischenladung lohnen, indem eines Tages ein nach Bornheim Mitte (statt Konstablerwache) fahrender 30er und der M43 darauf umgestellt werden. Je nachdem, wie weit diese Zwischenladung die Reichweite verlängert, kann durch diese Zwischenladung ja vielleicht sogar eine einzige Lademöglichkeit in Bornheim Mitte ausreichen (und dort gibt es ja bereits Straßenbahnstrom). Genau so etwas zu untersuchen könnte sich ja schon lohnen.

    Zum Parkfriedhof/ Heiligenstock ein Quartierbus alá 83er würde ja ausreichen. Oder den 39er über Berkersheim Mitte verlängern.


    Ein bisschen off-topic, quasi Rückfrage zur Bedienungspflicht: Wie ist die Sache eigentlich am "Roten Graben" geregelt? Frankfurter Gemarkung aber nur Maintaler Linien.

  • Zitat: "Glaube, das hatten wir noch nicht: Interview mit dem Bad Vilbeler Bürgermeister in

    der FAZ. Er sagt, man fürchte sich vorm Erfolg der Straßenbahn und dass dann Pendlermassen

    aus den Kreisen FB und MKK in Bad Vilbel einfallen und dort an den Tramhaltestellen alles zuparken."


    *zumlachenmalindenkellergeh*

    ....schon blöd wenn man Personen braucht die Parkraumbewirtschaftung machen müssen....

    (je nach System auf Parkticketes oder Falschparker kontrollieren)

    ...macht nur Arbeit in der Verwaltung das zu organisieren und alle haben weniger Freizeit um

    die örtlichen Apfelweinwirtschaften zu besuchen.....

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  • Etwas abgewandelt: Frankfurt "fürchtet vor Pendlermassen aus Bad Vilbel und hier alles zuparken."

    Ich weiß, es sind nicht nur Pendler, für Einkauf, Sport, Freizeit und Kultur ebenfalls. Aber dann hat Frankfurt wenigstens etwas davon.

  • Glaube, das hatten wir noch nicht: Interview mit dem Bad Vilbeler Bürgermeister in der FAZ. Er sagt, man fürchte sich vorm Erfolg der Straßenbahn und dass dann Pendlermassen aus den Kreisen FB und MKK in Bad Vilbel einfallen und dort an den Tramhaltestellen alles zuparken.

    Da frage ich mich, was er denn machen würde, wenn Frankfurt auf die Idee käme, die Straßenbahn exakt bis an die Stadtgrenze zu bauen und dann alle Parkplätze in den nächsten "zehn" Kilometern mit 10 EUR Parkgebühren/Stunde zu belegen. Dann würden ihm all die Pendlermassen auch das Örtchen (halt die Heilsbergsiedlung) zuparken...

  • U-Bahn ??? ?(?(Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld ? Und warum soll Frankfurt einen teuren Tunnel durch 2 oder3 km des Stadtgebietes bauen und betreiben, wo auf Frankfurter Seite nur ein paar Grashüpfer erschlossen werden. :P Sollte es je eine U 4 nach Bergen geben, müsste Bad Vilbel die Finanzierung ab dem Abzweig organisieren.

    Fakt ist, dass der ÖPNV momentan so wenig genutzt wird, weil er elend langsam ist (Haustür zu Haustür). Die PKWs aus der Großstadt verdrängen zu wollen auf Kosten der Lebenszeit der Umlandbewohner wird scheitern. Entweder man akzeptiert, dass auch die Lebenszeit und die Lebensqualität der Umlandbewohner eine Rolle spielen, oder es geht weiterhin nur nach dem Schema Großstadt gegen Umland. Nur dann wird es keine Verkehrswende geben.


    Eine Straßenbahn im Verkehr hat nur eine Naherschließungsfunktion, deshalb hätte das Projekt Verlängerung der Straßenbahn nach Bad Vilbel nur die wenigen Anwohner an der Strecke als Nutzer gewinnen können, aber diese sind bereits mit dem Bus zufrieden. Das wusste bei Planungsbeginn jeder – auch in Frankfurt. Wenn man nun meint eine Art Revanche Faul mit der Ausdünnung des 30er begehen zu müssen, wird das wahrscheinlich nur zu noch mehr PKW-Pendlern führen.


    Was fehlt ist ein großräumiges Konzept die Pendlerströme umzulenken. Es werden keine P+R Parkplätze an den Schnellbahnen geplant, es wird keine Kapazitätsaufstockung der S-Bahn geplant. Wie sollen all die PKW-Nutzern mit der S-Bahn fahren, wenn diese keinerlei Kapazität in der notwendigen Größenordnung hat? Dieses ewige Klein-Klein wird das Problem nicht lösen.

    Das ist das eine Thema. Das andere, immer gerne vernachlässigte Problem ist das dumme Ding mit der Feinstaubbelastung durch den Reifenabrieb der Gummiräder. Wer also einen wie auch immer gearteten Busbetrieb fordert, sollte bitte auch darlegen können, wie er damit das Thema Feinstaub angehen will. Die Traktionsumstellung von Diesel auf Elektro ist da schließlich nur ein Teilaspekt.

    Es wird leider auch immer wieder vergessen, dass der Feinstaub aus dem Abrieb von Stahlrädern und Sand nicht ungefährlich ist. Wahrscheinlich ist der Feinstaub aus dem Sand sehr viel gefährlicher, weil dieser in der Lunge im Gegensatz zu Gummiverbindungen gar nicht abgebaut werden kann. Es sei hier darauf verwiesen, dass es früher im Kohlebergbau hauptsächlich die Kumpels im Streckenvortrieb waren die an Silikose erkrankten und nicht die Kumpel, die die Kohle abgebaut haben.

  • *facepalm*facepalm*facepalm*facepalm*pauseumtextzuschreiben*


    Gummiabrieb vs Stahlabrieb.....nur mal so als Orientierung.....die gummibereiften Metrofahrzeuge

    der Pariser Metro müssen öfter mal für nen Reifenwechsel in die Werkstatt als Stahlräder mal

    getauscht werden müssen.....und die Stahlräder tauscht man meist dann wenn durch Flachstellen

    diese nicht weiter abgedreht werden können. Kann mich nicht erinnern mal gehört zu haben, dass

    nen Stahlrad durch Abrieb zu klein geworden ist.....


    *undjetztwiederfacepalmweitermach*

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  • FEine Straßenbahn im Verkehr hat nur eine Naherschließungsfunktion,

    Ja klar, deshalb würde ich Dir ganz dringend vorschlagen, daß Du mal den ganzen Städten, die schon lange oder in letzter Zeit oder gerade in der Planung sind, ihre Straßenbahnstrecken ins Umland zu erweitern, von Deinem bahnbrechenden Wissen berichtest. Dann können die nämlich alle diese Strecken, die wegen ihrer ausschließlichen Naherschließungsfunktion totaler Humbug sind, einstellen oder die teure Planung einstellen. Hätten beispielsweise die Bremer mal 2014 so einen tollen Planer wie Dich gehabt, dann hätten sie garantiert nicht ihre Linie 4 um unnütze 5 km nach Falkenberg verlängert. Und wenn Du Dich beeilst, kannst Du mit Deinem Wissen vielleicht im Süden noch die unnötige Verlängerung der 8 in die Nachbargemeinde verhindern.

  • Genau das war auch mein Gedanke! Die Verwaltung in Vilbel soll schön schmal gehalten werden.

  • John2 gebe ich dann Recht:) - wenn die Autonutzer ihre wahren Kosten bezahlen.:P


    Fängt bei den Krankenkassen an: Ich zahle als freiwillig Versicherter mittlerweile satte 800 € im Monat. Das Soldarprinzip akzeptiere ich. Nicht aber, dass andere auf u.a. meine Kosten massive Gesundheitsschäden verursachen. Nicht durch die Haftpflicht abgedeckte Unfallkosten, massive Gersundheitskosten durch Abgase, Lärm, Bewegungsmangel usw. Fehlender Lebens- und Bewegungsraum in meiner Stadt, weil alles durch Autos voll gestellt ist.


    Road-Pricing von 5 - 10 € je gefahrenen Km - und ihr Umlandbewohner dürft weiterhin in Frankfurt Auto fahren. Dazu kommen dann aber Schweizer oder niederländische Geldbußen für zu schnelles Fahren oder Falschparken. Da parkst Du dann nicht mal eben in voller Breite auf dem Gehweg, in der Bushaltestelle oder im Lichtraumprofil der Bahn.


    Im übrigen könnte sogar Bad Vilbel von der Tram profitieren, wenn die bis Ober-Erlenbach, Karben oder Nidderau weiterfährt und Einkaufskunden in die Stadt bringt. Und die Tram ist ja nur deshalb so lahm in Frankfurt, weil man hier keine wirkliche Vorrangschaltung einrichten mag. Geh mal z.B. nach Freiburg oder Genf oder Montpellier, da ist die Tram ein schnelles Massenverkehrsmittel. ^^

  • Es ist nämlich, müssen wir alle wissen, komplett unmöglich, eine Straßenbahnlinie bei Erfolg einfach zu verlängern.


    Was ein Kuhexkrement.

    Und dazu passende P&R Flächen zu errichten, sei es z.B. südlich im Kreuzungsbereich mit der B521 oder nördlich im Kreuzungsbereich der L3008 für Pendler aus FB über die B3 kommend. Aber woher soll die Fantasie dafür kommen wenn man nur Schlagworte wie Ortsumfahrung und B3 Ausbau kennt.

  • Eine Straßenbahn im Verkehr hat nur eine Naherschließungsfunktion, deshalb hätte das Projekt Verlängerung der Straßenbahn nach Bad Vilbel nur die wenigen Anwohner an der Strecke als Nutzer gewinnen können, aber diese sind bereits mit dem Bus zufrieden.

    Prust, Lach, wegroll.

    Erzähl das mal denen, die die Straßenbahn von Köln nach Bonn, von Offenbach nach Frankfurt, von Bonn nach Siegburg oder gar die Karlsruher Überland-Tram gebaut haben.

    Überlandstraßenbahnen sind überall da erfolgreich, wo dichte Besiedelung mit vielen Haltestellen viele Nutzer zusammen bringen kann.


    Vielleicht fährt nicht jeder die gesamte Streckenlänge ab - da ist die Tram dann etwas langsam - aber vielleicht finden sich ja (bei einer Verlängerung) plötzlich Pendler aus Karben, die mit der Tram nach Vilbel fahren und da keinen Parkplatz mehr brauchen. Vielleicht fährt der Karbener aber auch nur bis Vilbel mit der S-Bahn, weil er sein Ziel mit der Tram besser erreicht, als mit der S-Bahn.

  • Was ich besonders konstruiert an der Sichtweise aus Bad Vilbel finde: Bis die Tram gerollt wäre, wird auch das Stockheimer Lieschen ausgebaut sein (nämlich: 2028). Dieser Ausbau soll explizit das Problem der vielen Pkw-Pendler zu lösen helfen, was insbesondere Bad Vilbel als letzte Stadt "vor der Autobahn" trifft (B521, L3008). Mit einem deutlich ausgeweiteten SE-Angebot plus S-Bahn und damit einem Angebot alle 15 Minuten: Wer aus dem Niddertal (=MKK) führe denn dann noch per Pkw nach Bad Vilbel, um mit der Bummel-Tram nach Frankfurt zu fahren? Da steigt man vor Ort zum Beispiel in Windecken in die neue S-Bahn ein und an der Konstablerwache aus, fertig. Allein das entkräftet das Vilbeler "Argument" zu 100 Prozent.


    (Weshalb Frankfurt übrigens tunlichst überlegen sollte, ob es da oben am Heiligenstock wirklich groß in P+R investiert. Die Nachfrage könnte sich hoffentlich recht bald erledigt haben.)

    Einmal editiert, zuletzt von Bernemer ()