Nächster Halt: Stress im Nahverkehr (Doku)

  • An anderer Stelle hier im Forum wurde auch mal erwähnt, das woanders Gesetze existieren, wonach die Mitarbeiter (Fahrer, Mechaniker und Elektroniker) keine Lohneinbussendurch Betreiberwechsel fürchten müßen. Dies ist der erheblichste Mangel, die das Deutsche Ausschreibungssystem zu bieten hatte. Dann wäre sowas, wie 300 Euro weniger (möglicherweise für mehr Arbeit) für den Fahrer nicht möglich. Vor allen da liegt der Hase im Pfeffer. Welcher Banker, Manager, Beamter oder Politiker, also diejenigen, die diese Situation geschaffen hatten, muß sich Sorgen um seine Zukunft machen? Der Busfahrer tut es, genauso wie der Werkstatt-Mitarbeiter - also diejenigen, die am wenigsten für diese Situation konnten.

    Viele Grüße aus Darmstadt - Jörg "Baertram" D.
    RMV senkt die Preise? - Eher fährt unser Tw 37 aus eigener Kraft von Wixhausen nach Leimen.
    Der Bergstraße gibt man 4 Minuten - der Heimstättensiedlung werden sie genommen. Waren das noch Zeiten, als der "H-Bus" von der (Fach-)Hochschule zur Berliner Allee nur 2 Minuten brauchte.

  • Welcher Banker, Manager, Beamter oder Politiker, also diejenigen, die diese Situation geschaffen hatten, muß sich Sorgen um seine Zukunft machen?


    Könntest du vielleicht einmal im Detail aufschlüsseln, wie die aufgezählten Personengruppen diese Situation geschaffen haben?

    X
    X
    X

  • Die Politik will diese Ausschreibungen und im Fall von Darmstadt auch keinerlei Einkommensverbesserungen für das Personal. Auf Grund der schlechten Bezahlung fahren im Raum Darmstadt Dieburg Busfahrer aus Litauern, Spanien und Griechenland, ohne jegliche Deutschkenntnisse. Dies ist inzwischen notwendig weils sich Stellen nicht mehr besetzen lassen. Der Beruf hat durch die schlechte Bezahlung und das schlechte Ansehen, eine Folge des unmotivierten und teilweise unqualifizierten Personals so gelitten, das wahrscheinlich nicht mal mehr die bessere Bezahlung der Fahrer Abhilfe schaffen würde. Es gibt Unternehmen in denen ein Großteil des Personals aufstocken muss, oder Nebenjobs braucht, trotz drei oder vier Schichten. Am Personal kann man also nicht mehr sparen, bleibt nur die Infrastruktur oder der Wagenpark. Hierfür gibt es allerdings klare Qualitätsvprgaben. Die gab es einst im RMV auch, die hat man jedoch in der Versenkung verschwinden lassen, da man weiß, dass die einst geforderten Standards nicht mal ansatzweise zu erreichen sind. DaniDADI hat sich mit Sicherheit sehr ungünstig ausgedrückt, aber gerade das Verlangen nach der deutschen Sprache war einst ein Qualitätskriterium. Wie soll ich den jemandem helfen, in einer Notsituation Unfall o.Ä. reagieren, wenn ich mich niemandem mitteilen kann. Ich kann keine Anschlüsse sichern, ich kann keine Anweisungen geben und und und wenn mich mein Gegenüber nicht versteht. Und ja, all das ist auch den Aufgabenträgern bekannt und wird wohlwollend geduldet, ist ja die billigste Alternative. Und es hat auch nichts mit Rassismus zu tun, wenn man die jeweilige Landessprache zur Voraussetzung macht, das macht sogar der ach so tolerante Niederländer. Man hat anscheinend ganz bewusst den Karren an die Wand gefahren, der als Alternative für den Verkehrskollaps gilt. Genauso wie man Güterstandorte geschlossen hat und jetzt über die vielen LKW jammert. Die Personalnot ist allerdings kein Busproblem, wie man aus Köln und Berlin weiß fehlen durchaus auch Straßenbahnfahrer/innen.

  • Die Politik will diese Ausschreibungen und im Fall von Darmstadt auch keinerlei Einkommensverbesserungen für das Personal.


    Die Ausschreibungen sind, soweit ich das beurteilen kann, in diesen Fällen schlicht und ergreifend eine gesetzliche Pflicht; ich lerne hier aber gerne hinzu.
    Dass die (lokale) Politik keinerlei Einkommensverbesserungen für das Personal möchte, ist eine zumindest mutige These und ich habe gewisse Zweifel, dass sie sich beweisen ließe. Im übrigen sind - schlecht beförderte - Fahrgäste ja auch Wähler.


    Wieso zum Teufel - um mal einen Abstecher nach Frankfurt zu machen - erscheinen mir die Fahrer/innen der VGF als die freundlichsten im Stadtgebiet überhaupt? Bei der ICB scheint es durchwachsen, da habe ich kein einheitliches Meinungsbild, und bei der BVH habe ich es meistens - bis auf wenige Ausnahmen - mit verkappten, schlecht gelaunten Rennfahrern zu tun, für die Fahrgäste nur ein Störfaktor in ihrem (!) Bus zu sein scheinen.
    Ob das wirklich nur reine Geldfragen sind? Wäre durchaus mal interessant zu erfragen, aber ich schätze, die Arbeitsbedingungen spielen da auch noch eine gewisse Rolle.


    Zustimmung hingegen gibt es von mir hinsichtlich Sprach- und Ortskenntnissen. Allerdings habe ich diesbezüglich im LaDaDi vor mehreren Jahren sehr traurige Erfahrungen hinsichtlich Pünktlichkeit und Fahrkahrtenverkauf gemacht (der Fahrer konnte noch nicht mal die Zielhaltestelle seiner Tour ins Terminal eingeben, und das ist schon unterirdisch). Ich weiß ja nicht, ob die Fa. Werner heute noch fährt / fahren darf, aber ein Kollege äußerte mal die Vermutung, dass es sich in solchen Fällen wohl eher um Fernreiseunternehmen handele, die glaubten, sie könnten den Nahverkehr als "schnelle Mark" und Lückenfüller so nebenbei noch mitnehmen.
    Ob es stimmt? Keine Ahnung.


    Und es hat auch nichts mit Rassismus zu tun, wenn man die jeweilige Landessprache zur Voraussetzung macht, das macht sogar der ach so tolerante Niederländer.


    Keineswegs, und da bin ich auch voll bei Dir. Es ist sicher kein Hindernis, in einer Ausschreibung die Bedingung zu stellen, dass das Personal ein Sprachniveau von B1, besser noch: B2 in Deutsch aufweisen muss (Sprachniveaustufen nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen). Und wenn daraufhin Gebote von nicht unter xyz K€ eingehen, dann ist dem eben so. Punkt.


    DaniDADI hat sich mit Sicherheit sehr ungünstig ausgedrückt, aber gerade das Verlangen nach der deutschen Sprache war einst ein Qualitätskriterium.


    Über die Absichten von DaniDADI können wir hier letztlich nur spekulieren; ihm ging es primär nicht um die Sprache, sondern um rein deutsche Unternehmen. Ich kann das mit dem ungünstigen Ausdruck ja verstehen, denn in den vergleichsweise jungen Jahren mangelt es einfach an hinreichender Lebenserfahrung - aber es ist in dem Fall schlicht und ergreifend mehr als nur ungeschickt, so leichtfüßig mit doch eher sinnfreien Forderungen um sich zu werfen. Etwas mehr Respekt und Demut scheinen mir hier angebracht; andernfalls ist nun mal mit Gegenwind zu rechnen.


    Meine Ausbildung fand in einem deutschen, ja: Frankfurter Unternehmen mit Beteiligungen auf der ganzen Welt statt. Vielleicht hat mich das ja schon früh etwas anders geprägt, als es heutzutage politisch opportun zu sein scheint. Fakt ist aber: Die Wirtschaft handelt eigenständig. Die Politik kann nur gewisse Rahmenbedingungen schaffen - seien es nun Anreize oder eben auch Beschränkungen.
    Schon mein Großvater wusste zu sagen: "Kapital ist ein scheues Reh." 8) Und das gilt heute noch so.

  • Nur so als kleinen Einschub was dieser Ausschreibungswahn/Geldwahn noch mit sich bringt: Linien 45, 47 und 48: TraffiQ > Vergibt an RegioBus Mitte > Sub Frabus (Fahrzeuge) > Fahrer bei Mainbus.
    Der Fahrer ist in dem Fall der Verlierer.

  • Zunächst einmal lässt die Konzentration auf ...

    ... relativ wenig Spielraum für Hinzudichtungen. Das ist schon recht eindeutig; der Rest ist ein konsequentes Weiterdenken einer etwas leichtfüßig in den Raum geworfenen Bemerkung.


    Allerdings bedarf es, um die sarkastisch überhöhte Darstellung auch wirklich als solche zu erkennen, einer gewissen Grundintelligenz, die ich jedoch als gegeben betrachte.


    Der Punkt, an dem ich aufhörte, deine Antwort zu lesen. Du hast es geschafft, deine vorherige Antwort nochmal zu toppen! :thumbup:


    Zu dem Punkt, bis zu dem ich gelesen habe: Wenn du schon aus dem Zusammenhang gerissene Satzteile zitierst um dich als besonders intelligent und menschenfreundlich zu profilieren, solltest du vielleicht erstmal verstehen, was gemeint war. Da steht "dass das ausfü(h)rende Unternehmen zu 100% deutsch sein muss", und NICHT "dass das ausführende Unternehmen zu 100% deutsche Mitarbeiter beschäftigen muss". Aber wie schon gesagt, man kann (wenn man es unbedingt will) ja überall etwas Böses und Nationalistisches rauslesen. Auch immer wieder spannend zu beobachten, wie andere Leute besser wissen, was man selbst meinte. Dazu benötigt man wohl die Weisheit und Lebenserfahrung, die du besitzen scheinst. ;)

    Gruß Marius :wacko:

  • Zitat

    das ausfü(h)rende Unternehmen zu 100% deutsch sein muss


    Für uns unkundige:
    Wie definiert sich denn so ein 100% deutsches Unternehmen?


    100% deutsche Rechtsform?
    100% Sitz in einer deutschen Stadt oder Gemeinde?
    100% Eintrag in einem deutschen Register?
    100% Kapitaleigner mit deutschem Pass?
    ... ?

  • Was genau Dani damit definiert, kann ich dir auch nicht sagen.


    Aber wenn ausländische Investoren (als "Viabus") mit schlechtester Qualität, nahezu Ausbeutung von Mitarbeiter und zum Teil auf Kosten der Sicherheit von Schulkindern jahrelang erfahrene, einheimische Unternehmen kaputt machen, heisse ich das nicht für gut. Klar gibt es auch deutsche Billigkonzerne, die das abziehen, und genau hier liegt es an der Politik, so etwas zu unterbinden.

    Gruß Marius :wacko:

  • Mittlerweile mobilisieren sich hier in der Region die Leute, zumindest gegen die Vergabeverfahren und gegen Viabus. Ein kleiner Exkurs: Heute war eine Demonstation in Langenselbold, weil dort aus Sicht der Bürger der gewohnte jahrelange Service des alt eingesessenen Heuser nicht erreicht wird. Bemängelt werden vor Allem - oh Wunder - mangelnde Deutschkenntnisse und der Zustand der Busse. Die dortige Situation wurde ja hier im Forum schon lang und breit durchgekaut, ob aber zumindest die Kommunalpolitiker davon beeindruckt sind? Das wage ich vor Allem nach dieser Mitteilung des MKK ja zu bezweifeln - gerade wegen dieser Textstelle:


    Zitat

    Für die angekündigte Soli-Demonstration für einen unterlegenen Bieter in Langenselbold hat die Kreisspitze mit Blick auf die Verbundenheit zum lokalen Unternehmen Verständnis. Sie fordert aber zu einer sachlichen und fairen Diskussion auf: Das bundesweit geltende Vergaberecht könne durch den Landkreis nicht verändert werden, hier seien Landes- und Bundespolitiker am Zuge.


    Die Interpretation dieser Passage überlasse ich an dieser Stelle jedem selbst. Allerdings gilt es auch zu beachten, dass sich die Prüfungsstellen für die strittigen Bündeln anscheinend schwer tun, denn dieses Verfahren dauert schon ein halbes Jahr.


    Persönlich betrachtet muss das Unternehmen nicht zu 100% deutsch sein. Aber wie schon erwähnt, müssen bestimmte Kriterien Standard sein. Dazu gehört auch ganz klar ein realistisches Konzept und (relative) Eigenständigkeit. Noch ein kleiner Exkurs: Der Main-Kinzig-Kreis hat ja auch die Bündel der kreiseigenen Firma Regionalverkehr Main-Kinzig ausgeschrieben. Dort konnte man aber allerdings die Ausschreibungskriterien anders konzipieren. Da war der Preis nicht ganz so wichtig, wie für die Ausschreibungen für Nidderau und Langenselbold. Zumal bei dem RVMK-Ausschreibungen gefordert war, dass das Personal zu GLEICHEN Konditionen übernehmen werden soll, würde die RVMK die Bündel nicht verteidigen können. Warum diese Klausel nur da, warum nicht bei dem Ex-Heuser Bündel? Da ist doch der Kreis in der Pflicht, einheitliche Normen einzuführen, die es nicht nur dem kreiseigenen Betrieb möglich macht, die Ausschreibungen zu gewinnen, sondern auch den kleineren und mittelgroßen Betrieben hier in der Region. Hierbei ist auch die Anfrage der Kreistagsfraktion der Linken lesenswert.

    2 Mal editiert, zuletzt von Headtallica ()

  • man kann (wenn man es unbedingt will) ja überall etwas Böses und Nationalistisches rauslesen.


    In die Aussage "Via Bus ist wiedermal ein Beispiel dafür, wie große böse Finanzdienstleister die Welt zerstören, deshalb finde ich sollte in jeder Ausschreibung drin stehen müssen, dass das ausfürende Unternehmen zu 100% deutsch sein muss, also dass das Unternehmen eigenständig sein muss und es nicht ein Teil von Ausländischen Unternehmen sein darf" kann man nichts nationalistisches hineininterpretieren, es ist eine Nationalistische Aussage, ganz von alleine. Und so zu tun, als wären einheimische Unternehmen per se besser, nur weil sie einheimisch sind, ist Unsinn; ich kenne einige Geschichten von den 90ern (die Zeit, als ich in Frankfurt zum Glück nicht auf einen Schulbus angewiesen war, sondern die U-Bahn nehmen konnte) und den ganz traditionell deutschen Busunternehmen, die auf dem Land Schulbusse gefahren haben und es dabei mit der Sicherheit der Schulkinder ("DENKT DOCH MAL EINMAL JEMAND AUCH NUR KURZ MAL AN DIE ARMEN KINDER!!!!") nicht sehr ernst nahmen.

  • Und so zu tun, als wären einheimische Unternehmen per se besser, nur weil sie einheimisch sind, ist Unsinn


    Wenn du meine letzte Antwort komplett gelesen hast, kannst du gerne versuchen nochmal zu argumentieren :)

    Gruß Marius :wacko:

  • dawson hat im Kern die richtige(n) Frage(n) gestellt, dortelweiler sie mit einem guten (in der Praxis jedoch leider: schlechten) Beispiel untermauert und baeuchle bringt die Sache letztlich auf den Punkt.
    Im übrigen darf ich noch mal an die wirklich guten Argumente von tunnelklick in der #14 erinnern.


    Was mich jetzt mal belegbar interessiert: Welchen Einfluss hat denn tatsächlich die (meist ach so böse) Politik auf die Ausschreibungen? Welche effektiven Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der späteren Realität hat der Auftraggeber denn nun wirklich? Stichworte: Subunternehmertum, Sozialabgaben in Deutschland, Orts- und Sprachkenntnisse? Besteht tatsächlich die Möglichkeit, so tiefgreifende Einschränkungen und - mit Vertragsstrafen bei Nichteinhaltung - Sanktionen vorzunehmen?
    Erst, wenn diese Möglichkeiten bestehen und sie nachweislich nicht ausgeschöpft wurden, kann man doch den Verantwortlichen - und "der Politik", die ja meist als Anteilseigner Vertreter in Vorstand und / oder Aufsichtsrat entsendet - entsprechende Vorwürfe machen.


    Meiner Meinung nach sollte an der Stelle angesetzt werden; alles andere ist heiße Luft.


    Bringen wir die Sache mal auf einen extremen Punkt:
    Ich bin das Verkehrsunternehmen "UN GmbH & Co. KG" und biete bundesweit Verkehrsdienstleistungen an. Meine Fahrzeuge miete ich je nach Standort zu, das Personal kommt über eine polnische Agentur hierher. Eigenes Personal habe ich keins; Buchführung etc. machen externe Dienstleister und ein Steuerberatungsbüro. Ich bewerbe mich sowohl um ganze Strecken, stehe aber auch als Notfallreserve bei Engpässen zur Verfügung.
    Die Personalstärke meines Unternehmens ist: 1 (ich) und ich zahle mir ein Geschäftsführergehalt aus. Mein Unternehmensgewinn ist gerade noch so gut hingemogelt, dass das Finanzamt das akzeptieren muss; die Gewerbesteuer ist vernachlässigbar. Außer für mich entstehen keine Sozialabgaben. Die Wertschöpfungskette durch meine Firma ist in Deutschland äußerst gering. Ich schaffe keine Arbeitsplätze.
    Trotz allem habe ich die Hoheit über den deutschen Stammtischen, denn ich bin ein 100% deutsches Unternehmen; die Bedingungen sind also erfüllt. Dennoch verbessert sich der schlechte Zustand der Leistungen nicht.


    9122_DA , vielleicht liest Du doch irgendwann ja noch mal alles: Ich hatte zumindest einen konkreten Lösungsvorschlag zur Änderung der Situation gemacht. Fordern kann man viel, aber auch mal eine Idee in den Ring werfen, die uns alle (!) näher zum Ziel bringt, wäre viel sinnvoller. Sonst besteht die Gefahr von Filterblasen. Man sollte im Grunde erwachsen genug sein, um nicht in solch starre, abgeschottete Muster zu verfallen. Das geht nämlich erst dann wieder los, wenn man der vom Privatfernsehen verblödete, nur noch aus seinem Fenster guckende Rentner ist (ja, ich habe diesen Typus selber erlebt).


    Zu guter Letzt sollte man anmerken, dass der Verursacher dieser Diskussion sich nicht mehr dazu geäußert hat. Feigheit oder Absicht? Panne oder Provokation?

  • Aber nun gut, ganz kurz:
    Grundsätzlich ist Einfluss insbesondere von außen normalerweise hilfreich, ich habe mich vielleicht auch missverständlich ausgedrückt, gebe ich zu, es wäre besser gewesen, statt ausländisch oder französisch das Wort "regional" zu nutzen, aber sry, auch nur Mensch... :rolleyes:
    Nochmal:
    Mit Zerstörung der eigenen Infrastruktur meinte ich:
    Muss zBsp ein Triebwagen in Frankreich bestellt, meintwegen in Katalonien zusammengenagelt, in Frankfurt fahren, wenn zeitgleich hierzulande tausende regionale Arbeitsplätze vernichtet werden, weil angeblich kein Auftragsvolumen da ist? Die paar Eugelchen, die man bei der Beschaffung einspart, zahlen wir alle zigfach im Nachhinein drauf...
    Ein Blick nach Prag, dort fahren Trams, die im benachbarten Pilsen gebaut werden...
    Im Film ersichtlich die Bushalle, die jetzt leersteht, auch ein Beispiel...
    Ich denke, da ist die Politik in Punkto Ausschreibung schon gefragt...



    So, Freunde der Nacht, Schwiegerellis sind gerade zum Kaffee gekommen, gehabt euch wohl...
    8)

    MfG Streckentrenner

  • Wir können uns hier totdiskutieren und es hilft eh nix. Jeder hat bei der nächsten Wahl die Möglichkeit sein Kreuz zu setzen.
    Ich stelle nur folgendes fest:
    1) Dank Unternehmensberaterfirmen (PWC und co.) gibt es so Kontstrukte wie mein erwähntes Beispiel FraBus.
    (hier noch mal: TraffIQ > DB RegioBus > SUB FraBus Fahrzeuge > Fahrer bei MainBus. Und FraBus gehört selbst SACK Reisen)
    Alles legal dank Schlupflöcher.

    2) Selbe die MainMobil und früher die ICB auch: Reine Fahrergesellschaften! Heißt: Wenn du gesundheitlich nicht mehr kannst, war es das für dich. Es gibt keine Möglichkeit dich in einer anderen Abteilung unter zu bringen es sei den mit einer Arbeitnehmerüberlassung! Aber das ist reines Wohlwollen der jeweiligen Frima.
    Das ganze ist reines Verheizen des Personales.


    Wieso wird das gemacht?
    - Das minimiert das Risiko für das Unternehmen.
    - Durch die Ausschreibungen soll das Personal auch gar nicht länger gebunden werden.
    - Flexibilität.


    Was das für jeden betroffenen Arbeitnehmer bedeutet, kann sich jeder selbst zusammen basteln.


    Im Zugverkehr geht das weiter: bei der HLB fahren HLB Lockführer und VGF Fahrer (Ausgebildete nach EBO). Aber der VGF´ler bekommt die Bezahlung nach TV-N und der HLB´ler nach deren Tarif.

  • Zitat

    Wenn du meine letzte Antwort komplett gelesen hast, kannst du gerne versuchen nochmal zu argumentieren :)


    Wenn du dich als DaniDADI identifizierst, kann ich das gerne machen (abgesehen davon, dass du dann die ANB des Forums verletztes). Ansonsten ist deine Aussage und deine Argumentation für eine Erwiderung auf DaniDADI vollkommen unerheblich.


    Ich bedanke mich daher für seine Erlaubnis, weiter diskutieren zu dürfen, bitte dich aber um Verständnis, dass sie meine Argumentationsfrequenz nicht beeinflussen wird.

  • Wenn du dich als DaniDADI identifizierst, kann ich das gerne machen (abgesehen davon, dass du dann die ANB des Forums verletztes). Ansonsten ist deine Aussage und deine Argumentation für eine Erwiderung auf DaniDADI vollkommen unerheblich.


    Ich bedanke mich daher für seine Erlaubnis, weiter diskutieren zu dürfen, bitte dich aber um Verständnis, dass sie meine Argumentationsfrequenz nicht beeinflussen wird.


    Dazu fällt mir nur ein: Hä? Du schriebst, ich würde so tun "als wären einheimische Unternehmen per se besser". Daher mein Verweis auf meine letzte Antwort, in der ich am Ende schrieb "...Klar gibt es auch deutsche Billigkonzerne, die das abziehen...". Somit ist mir klar, dass es auch "rein" Deutsche Unternehmen gibt, die genau dasselbe tun wie Viabus. :)


    Falls du damit DaniDaDi ansprechen wolltest kam es bei mir wohl nicht an, da du ja nur meinen Post zitiert hast.

    Gruß Marius :wacko:

  • Im Zugverkehr geht das weiter: bei der HLB fahren HLB Lockführer und VGF Fahrer (Ausgebildete nach EBO). Aber der VGF´ler bekommt die Bezahlung nach TV-N und der HLB´ler nach deren Tarif.

    Und bei der S-Bahn Rhein-Main fahren Lokführer, oder besser Triebfahrzeugführer, von der HLB welche "nur" nach HLB-Tarifvertrag bezahlt werden und nicht nach DB-Lohn.
    Die DB wird trotzdem einiges mehr bezahlen für die HLBler, genau wie die HLB mehr zahlt für die VGFler.
    Da sacken sich einige andere Stellen noch Geld ein bevor das Geld bei den jeweiligen Tfs landet.


    Genau so steht es jedem frei in Mangelberufen zu besser zahlenden Arbeitgebern zu wechseln. Warum wechselt denn keiner der VGFler zur HLB? Eventuell gibt es einige Faktoren, zum Beispiel Zulagen fürs EBO-fahren oder es sind Altbeschäftigte, die mehr bekommen als wenn sie direkt bei der HLB neu einsteigen würden.


  • Was mich jetzt mal belegbar interessiert: Welchen Einfluss hat denn tatsächlich die (meist ach so böse) Politik auf die Ausschreibungen? Welche effektiven Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der späteren Realität hat der Auftraggeber denn nun wirklich? Stichworte: Subunternehmertum, Sozialabgaben in Deutschland, Orts- und Sprachkenntnisse? Besteht tatsächlich die Möglichkeit, so tiefgreifende Einschränkungen und - mit Vertragsstrafen bei Nichteinhaltung - Sanktionen vorzunehmen?


    "Die" Politik kann natürlich Einfluss nehmen, hat es getan und tut es auch. Es sind die Aufgabenträgerorganisationen, also meist die Gebietskörperschaften oder Verbünde, die die Qualitätsstandards definieren. Und selbstverständlich haben die Aufgabenträger Möglichkeiten, Schlechtleistungen der Verkehrsunternehmen zu sanktionieren, z.B. durch Strafzahlungen. Ob eine Leistungsstörung vorliegt, hängt von den Details des Verkehrsvertrages ab und letztlich von einer wirksamen Kontrolle durch den Aufgabenträger.


    In den Ausschreibungen und Verkehrsverträgen können natürlich auch Vorgaben zu Subunternehmerleistungen gemacht werden, etwa eine Quote, wieviel der geschuldeten Verkehrsleistung durch Subunternehmer gefahren werden dürfen. Auch an die Subunternehmer selbst können die dieselben Anforderungen gestellt werden, wie an das beauftragte Verkehrsunternehmen selbst.


    Im Übrigen ist auf das Hessische Vergabe- und Tariftreuegesetz zu verweisen: link


    Was die Unterschiede bei der tariflichen Entlohnung angeht, kommt es natürlich darauf an, welcher Tarifvertrag für das jeweilige Arbeitsverhältnis gilt; das ist allerdings etwas, worauf "die Politk" keinen Einfluss hat, das ist Sache der Tarifparteien, also der Betriebe, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften; was die im Einzelnen vereinbart haben, ist schwer herauszufinden, weil Tarifverträge anscheinend wie Betriebsgeheimnisse gehütet werden.


    "Die Politik" ist allerdings auch in einem Zielkonflikt. Die Gebietskörperschaften sind häufig Eigentümer von öffentlichen Unternehmen und als das sind sie Arbeitgeber und Tarifpartei und zugleich sind sie verantwortlich für die öffentlichen Haushalte.

    Einmal editiert, zuletzt von tunnelklick ()