Machbarkeitsstudie für SL 11 zum Bf Höchst

  • Ich würde sagen, der Planungsauftrag an die RTW war eigentlich eng gefasst: Verlängerung zum Bf. Höchst und Verknüpfung mit RTW:


    "Machbarkeitsuntersuchung bzgl. der Verlängerung der Tram-Linie 11 zum Bahnhof Höchst zwecks Verknüpfung mit der RTW" (siehe oben #1)


    Die Hoffnung war, in einer Planung zum Bf. Höchst, die sowieso in Arbeit war, nebei noch die SL 11 unterzubringen. Das hat nicht geklappt, aber immerhin aufgezeigt, dass man um den Bf. Höchst besser einen großen Bogen macht und sich von der Verknüpfung am Bf. Höchst verabschiedet. Würde man den Planungsauftrag weiter fassen wollen, müsste man sich gedanklich auch von einer Verknüpfung am Bf. Höchst trennen, die alles so kompliziert und teuer macht. Die SL 11 wird eines Tages in Nied an die S-Bahn angebunden. Mit der RTW kann man sie auch in der Leunastraße verknüpfen (wenn man das wirklich wollen würde).


    Zieht man mal einen 400-m-Kreis um den Bf. Höchst und um die heutige Endhaltestelle der SL_11, sieht man, dass eine Verlängerung zum Bf. Höchst keinen zusätzlichen Erschließungseffekt hätte. Man sieht, dass Fahrgastpotenziale eher beiderseits der Königsteiner Straße schlummern und vor allem in Unterliederbach. Der gelbe Kreis zeigt den 400-m-Kreis um eine Endhaltestelle in der Bolongarostraße (die schon mal verworfen wurde).



    SL_11_Hoechst.jpg

    Grafik: geoportal.frankfurt.de mit eigenen Markierung

  • Eine günstige Umsteigebeziehung schafft kaum neues Fahrgastpotenzial; ist halt gut für Leute, die schon drinsitzen in den Zügen. Ist aber nicht gut für Leute, an denen die Bahnen heute schon vorbeifahren.

  • Im Prinzip ja, aber im Konkreten nicht. Der U4-Lückenschluss ist strukturell was anderes als die Verlängerung der SL 11 nur zum Bf Höchst. Der Lückenschluss bindet zwei gut befahrende Enden zusammen mit (neu!) Uni und Bundesbank in der Mitte.

    Wem bringt die reine Verlängerung der SL 11 etwas? Da müsste m.E. noch mehr kommen (Krkhs Höchst, Unterliederbach, MTZ gar?, Ballsporthalle, Jahrhunderthalle, Zeilsheim...).

  • Ich werf mal eine Idee rein:


    Grosse Ringstrecke durch die Einbahnstrassen - damit kann man am Bahnhof vorbeikommen und

    deckt auch gleich andere Bereiche ab (aber halt welche wo schon Bus fährt).

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Ich habe mal zwei Vorschläge gezeichnet:


    gelb: von der Bolongarostraße (bei mir würde die 11 nicht mehr durch die Ludwig-Scriba-Str. fahren) nach Norden, unter der Bahn durch, Zuckschwerdtstraße (HSt. Amtsgericht/Klinikum), nach Westen zur Gotenstraße, diese nach Norden bis zum Ende; wenn man wollte, könnte man die A66 durchstechen (die läuft dort in Hochlage), um ins MTZ zu kommen;


    grün: von der Bolongarostraße einfach die Königsteiner nach Norden.



    SL_11_Hoechst_Alt.jpgGrafik: geoportal.frankfurt.de, mit Einzeichnungen

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  • Das lässt aber den Bahnhof als eine zentrale Umsteigestelle wieder außen vor. (Funfact: Die grüne Linie war die Linienführung der 59 Richtung Unterliederbach, bevor irgendwann der Schlenker über den Bahnhof hinzukam.)

    Wenn du schon am Dalbergkreisel bist, ist die Weiterführung über die Dalbergstraße auch kein Problem mehr.

  • Jede Führung direkt an, vor oder hinter den Bahnhof wird schwierig wegen der RTW und der EBO-Bahn, weshalb ich ja schrieb, man könnte sich ja vielleicht vom Bahnhof freischwimmen. Ist die Verknüpfung am Bf. wirklich so essentiell?

  • Ist die Verknüpfung am Bf. wirklich so essentiell?

    Aus heutiger Sicht und wenn es nur um dieses kurze Teilstück geht: Nicht unbedingt. Wenn man aber, wie z. B. in Deiner Überlegung woanders hinfährt, dann wäre es für die Leute dort schon wichtig, einen Umstieg am Bahnhof zu haben.

    Deine grüne Linie kommt ja schon fast an den Bahnhof hin. Was würde bei Deinem Vorschlag dagegen sprechen, einfach ein Gleisdreieck hinzulegen und eine kurze Stichstrecke an den Bahnhof zu ziehen? Dann könnte man (Liniennummern sind Schall und Rauch) doof gesagt, eine 11 Innenstadt-Höchst Nord, eine 21 Innenstadt-Höchst Bahnhof und von mir aus eine 31 Höchst Nord-Höchst Bahnhof als Verdichter auf dem Nordabschnitt fahren lassen.

  • Bei Lichte besehen kommt eine Verknüpfung mit dem Bf. nur nördlich der Bahnstrecke in Betracht. Südlich endet man vor dem Industriepark an der RTW. Nach Westen weiter müsste man lange Strecken neben der Bahn entlang nach Sindlingen fahren - schlechte Lösung; oder man begügt sich mit einem stumpfen Ende im Bereich Busbf. Höchst


    Nördlich der Bahn gibt es aber kaum vernünftige Straßenführungen, die direkt an den Bf. heranführen und eine sinnvolle Weiterfühtung nach Norden oder Westen ermöglichen.


    Wenn man aber in die unerschlossenen Bereiche beiderseits der Königsteiner Straße will, lässt man den Bf. links liegen.


    Nachstehend ist grün die Königsteiner Bahn, blau die RTW und orange die SL11. Man sieht eigentlich auf den ersten Blick, dass die Anbindung des Bf. Höchst in kurzer räumlicher Nähe eher zu suboptimalen Ergebnissen führt, was den Stadtraum nördlich des Bf anlangt.



    SL_11_Bestand.jpg

    Grafik: geoportal.frankfurt.de, eigene Eintragungen

  • Jede Führung direkt an, vor oder hinter den Bahnhof wird schwierig wegen der RTW und der EBO-Bahn, weshalb ich ja schrieb, man könnte sich ja vielleicht vom Bahnhof freischwimmen. Ist die Verknüpfung am Bf. wirklich so essentiell?

    Um mal weiter out of the box zu denken: Wie wäre es mit einer Haltestelle auf der Kö genau unter den Bahnbrücken und für Fußgänger einen Stichtunnel durch den Bahndamm samt Aufgang zu einem der Bahnsteige (oder mehreren) zu bauen? Laut Google sind es von der Straße (unten) bis zum Bahnsteigbeginn (oben) nur 123 Meter.

    Deine grüne Linie kommt ja schon fast an den Bahnhof hin. Was würde bei Deinem Vorschlag dagegen sprechen, einfach ein Gleisdreieck hinzulegen und eine kurze Stichstrecke an den Bahnhof zu ziehen? Dann könnte man (Liniennummern sind Schall und Rauch) doof gesagt, eine 11 Innenstadt-Höchst Nord, eine 21 Innenstadt-Höchst Bahnhof und von mir aus eine 31 Höchst Nord-Höchst Bahnhof als Verdichter auf dem Nordabschnitt fahren lassen.

    Schöne Idee. Ideal wärenatürlich, wenn eine Verlängerung der Stichstrecke zum Bahnhof gleich so geplant/angelegt wird, dass eine spätere Verlängerung in Richtung Zeilsheim möglich bleibt.

  • Das lässt aber den Bahnhof als eine zentrale Umsteigestelle wieder außen vor.

    Falls eine Führung in der Königsteiner Straße möglich wäre, wären die Umsteigebeziehungen gar nicht so schlecht:

    Heute hat manch ein Umstieg zwischen Bus und Bahn schon einen Laufweg von knapp 300 Metern. Durch die jetzige Unterführung bis in die Königsteiner Straße ist es nur minimal weiter, mit einer neuen Brücke am Ostende der Bahnsteige ließe sich das unter 300 Meter drücken. Für einen Großteil der Nutzer wäre das sicher akzeptabel, und für alle anderen gibt es sicher weiterhin einen Bus.

  • Jede Führung direkt an, vor oder hinter den Bahnhof wird schwierig wegen der RTW und der EBO-Bahn, weshalb ich ja schrieb, man könnte sich ja vielleicht vom Bahnhof freischwimmen. Ist die Verknüpfung am Bf. wirklich so essentiell?

    Ist eine Stichstrecke bis zum Busbahnhof und ein des Mittelbahnsteigs wie im Beispielbild dort keine Option? (Ich war leider lange nicht mehr vor Ort)Screenshot-2024-09-09-195719.png

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  • Die Anbindung des Höchster Bahnhofs ist auch unverzichtbar für Menschen mit Einschränkungen, für die u.U. schon 200 Meter Fußweg zu viel sind. Ideal wäre die Anbindung direkt am Busbahnhof, notfalls ginge auch noch direkt am Nordausgang. Hier wie dort muss die Bahn ja nicht zu Ende sein, aber allein auf die im Eingemeindungsvertrag versprochene Straßenbahn-Anbindung des Höchster Bahnhofs müssen die Fahrgäste nun schon eine halbe Ewigkeit warten.

  • die im Eingemeindungsvertrag versprochene Straßenbahn-Anbindung des Höchster Bahnhofs

    Kann denn mal jemand direkt aus diesem Vertrag zitieren? Weiter oben im Thread wurde mal Oesterling damit zitiert, versprochen sei die Weiterführung der „Linie 11 von der Zuckschwerdtstraße bis zum Bahnhof Höchst“, was so nicht stimmen kann (1928 gab es keine Strecke nach Zuckschwerdtstraße), Wikipedia redet „von einer Linie über den Höchster Bahnhof bis nach Zeilsheim“, was den Höchster Bahnhof nicht unbedingt als versprochenes Ziel beinhalten muss (eventuell gab es sogar eine versprochene Linienführung, die aufgrund von anderen Verkehrswegen heute gar nicht mehr geht).

  • aber allein auf die im Eingemeindungsvertrag versprochene Straßenbahn-Anbindung des Höchster Bahnhofs müssen die Fahrgäste nun schon eine halbe Ewigkeit warten.

    Man möge mich korrigieren, aber hast Du diesen Vertrag mal gelesen? Dort steht nur, dass sich die Stadt Frankfurt verpflichtet, eine Straßenbahn nach Höchst und Sindlingen zu bauen. Eine konkrete Verpflichtung, den Bahnhof anzubinden, kann ich da nicht rauslesen.

  • Ich sehe das wie Holger Koetting. Der Vertrag lautet in Teil II, § 12 "Vereinbarung über besondere Leistungen aus Anlass der Eingemeindung"


    1. Mittelpunkt des Westgebietes...

    2. Hafenbau ...

    3. Mainbrücke ...

    4. Schwanheimer Unterfeld ...

    5. Niddaeindeichung ...

    6. Straßenbahnlinien:

    "Frankfurt a.M. verpflichtet sich, die Frankfurter Straßenbahn bis Höchst a.M.-Sindlingen zu verlängern, im Zusammenhang mit der Verlängerung Griesheim-Nied spätestens binnen zwei Jahren nach der Eingemeindung."

    (dann folgen Bestimmungen zum Tarif und zu den Busverbindungen)7. Straßenverbindungen:

    8. Hallenschwimmbad

    9. kommunales Programm für künftige Entwicklung des Stadtgebietes


    Es gab folglich keine Festlegung auf bestimmte Routen oder Örtlichkeiten, insbesondere nicht auf den Bf. Höchst. Und überhaupt: der Eingemeindungsvertrag hat für dieses Thema heute keine Bedeutung mehr.

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