Pakete per Straßenbahn

  • Hallo.


    Nein. In Frankfurt gab es schon mal eine Poststraßenbahn. Mit eigenen TW (A- oder B- Baureihe ) und Gleisanschlüßen zu dem/den Postämtern.
    Lt. einschlägiger Literatur.


    Gibt oder gab es im ehemaligen Postmuseum (heute: Museum für Kommunikation) darüber Informationen? Das alte DB-Postwagenmodell ist leider nicht mehr vorhanden.


    Grüße ins Forum
    Helmut

    You'll Never Ride Alone.

  • Quelle: Presseinformation VGF

  • Exklusiv für die User dieses Forums:



    Ich war in der Nähe, als ich den ganzen Presseauftrieb entdeckte. Hier die Kurzfassung dessen, was ich mitbekommen habe bzw. erfragen konnte:


    Logistiktram meint zunächst nicht mehr, als dass standardisierte Behälter im Europaletten-Format mit einem Spezial-Fahrradanhänger in einen S-Wagen verbracht werden können, darin festgezurrt werden und am Zielort mit einem solchen Gerät wieder aufgenommen werden können. An noch nicht barrierefei umgebauten Haltestellen brauchts eine Blechrampe, ansonsten kann das Anhängerlein einfach reingeschoben werden. Der Be- und Entladevorgang ist unkompliziert und schnell.


    Die Umbauten an den S-Wagen beschränken sich auf eine rutschfeste Matte und das Befestigungszeug, Gesamtkosten max. 200 € (sagte mir einer aus der VGF-Werkstatt). Ein Transportkonzept steht noch nicht fest und soll jetzt sukzessive entwickelt werden. Denkbar ist alles - von extra bereit gestellten Fahrzeugen bis zu Mitnahme im laufenden Fahrgastbetrieb, man will sich nicht von vornherein Denkverboten unterwerfen. Alle Betriebsversuche müssen natürlich mit TAB abgestimmt werden, ein Tarif nebst dem erforderlichen Vertragswerk muss auch noch erarbeitet werden. Denkbar sind auch spezielle Fahrzeuge, etwa umgebaute Trams oder Anhänger, alles soll untersucht und bewertet werden. Es scheint so etwas wie ein Versuchsprogramm zu geben,


    Es gibt ein konkret formuliertes Interesse (es fiel der Name Hermes), die Verteilung mit Fahrrädern konkret aufzuprobieren.





    Für die Präsentation in der messe-Schleife wurde ein Podest errichtet, da diese Haltestelle noch nicht abrrierefrei ist.





    Bilder von mir


    Siehe auch logistiktram.de

    2 Mal editiert, zuletzt von tunnelklick ()

  • So schnell und einfach lässt sich ein barrierefreier Kurzbahnsteig errichten, geht also.


    Okay, das war mehr Show als Nutzen. So wenig Volumen reicht gerade für ein Mehrfamilienhaus.
    Mit den Dingern wie im Lebensmittelhandel ist schon mehr machbar. Darf nur nicht den Regelbetrieb aufhalten (sonst 10 min Garantie).

  • Ich bin auch mal auf die Konzepte im Konkreten sehr gespannt, Zuladung im Fahrgastbetrieb würde ich sehr skeptisch beurteilen, aber der VGF-Werkstattmitarbeiter meinte, sie würden alles prüfen. Natürlich geht nur, was die TAB bewilligt.

  • Was ich jetzt etwas kritisch sehe: Bei jedem Sonderverkehr der Linie 20 müssen die Linien 11 und 21 nach Ferienfahrplan fahren (ist doch noch so, oder?), weil die Anzahl der verfügbaren Straßenbahnwagen nicht ausreicht.
    Und dann werden auch noch eigentlich verfügbare Wagen für solche Späße abgezogen.


    Wenn überhaupt, sollte man auf spezielle Fahrzeuge wie in Dresden setzen. Je nachdem, wie viele Pakete es sind, reichen da 4Achsige Einheiten, die man dann ggf. zusammenkuppeln kann; man kann da vielleicht als
    Basis die Arbeitswagen als Vorlage nehmen.
    Dann braucht es ein geeignetes Netz (da wäre eine Straßenbahn durch die Gutleutstraße überlegenswert bis zum Briefzentrum) und entsprechende Umladestationen. Und auch ganz wichtig: Lässt die Fahrplanlage das
    auch zu. Das mit den Schwachlastzeiten klingt nachvollziehbar, aber niemand möchte die Auslieferung der Pakete im Zeitraum von 21:00 bis 6:00 Uhr morgens.



    Also alles in allem eine Idee, über die man nachdenken kann. Nur bitte nicht die ohnehin schon angespannte Fahrzeugsituation zusätzlich verschärfen.

    Viele Grüße, vöv2000

  • Ich bin gespannt, was die VGF-Werkstatt noch auf Lager hat. Es würde mich nicht wundern, wenn wir demnächst mit einem "Versuchsträger" überrascht würden. Wir wissen ja, dass die ZWI neue Fahrzeuge ordern will, vielleicht wird ja dort ein älteres Arbeitsfahrzeug frei? Is aber nur Spekualtion...

  • Bei Wind, Regen, Schnee und Kälte dürfte die Feinverteilung mittels E-Lastenrad eher keinen Spaß machen....
    Möchte ich mal so zu bedenken geben.
    Die Kisten müssen auch wieder zurück.
    Der Austausch der Kisten an der Station dürfte dann schon ein paar Minuten dauern.
    An der Station muss dann auch der Feinverteiler parat stehen um seine Kiste entgegen zu nehmen. Tut er sicherlich gerne in den Abendstunden. :rolleyes:
    Benötigt wird mindestens eine Logistik Person im Wagen die den Austausch an den Stationen vornimmt, der Fahrer wird die eher weniger tun.
    Mehr "Feinverteiler" an wie es momentan der Fall ist, da sie einen weniger Kapazität haben wie z.B. ein Sprinter.
    Der Einsatz der Bahn will auch bezahlt sein. Was kostet nochmal eine Anmietung die Stunde?
    Bei den Historischen Wagen sind es ca. 400,- EUR
    Daher sei die Frage erlaubt,- rechnet sich das denn?


    Wenn Hermes der Vertragspartner ist,- wo haben die eigentlich ihr Logistik Zentrum?
    Ließe sich dort ein Gleisanschluß zur Bim verwirklichen?
    Für die Langstrecke wird fleißig der LKW genutzt,- wie auch DHL.
    Vielleicht sollten die Paketlogistiker erst einmal den Transport auf der Langstrecke überdenken,-
    blöd nur, dass die Logistik Zentren weit ab von einem Gleisanschluss aber günstig
    gelegen zur Autobahn errichtet wurden. Ach so,- die wird ja jetzt auch elektrifiziert. ;)


    So etwas wie die Gütertram in Dresden ist da schon was anderes und durchaus sinnvoll.
    Dort werden ohne Zwischestopp Waren von A nach B befördert.
    Das Be und Entladen geschieht abseits der Strecke und nicht an den Stationen wo Personenzüge
    behindert werden könnten.


    Aber,- schaun mer mal wie sich das entwickelt.

  • Wenn ich die Informationen auf logistiktram.de richtig interpretiere, sind ja als Verladepunkte ausschließlich Stellen ins Spiel gebracht worden, wo Schienenfahrzeuge ohne Behinderung des Regelbetriebs stehen können. Das deutet für meinen Geschmack eher auf Sonderfahrzeuge hin, die mit mehr als einer Kiste beladen werden können und nicht im Fahrgastbetrieb fahren.


    K-Wagen : das hab ich auch schon gedacht, aber die Feinverteilung muss ja nicht zwingend per Fahrrad erfolgen, denkbar wäre ja auch die Umladung in E-Scooter (die Dinger von der Post AG); die können ja am Zoo oder an der Messe oder sonstwo nachladen. Bisher kommen unsere Hermes-Auslieferer aus Mainz-Hechtsheim. Unter den Bedingungen eines Diesel-Fahrverbots kann es ja lohnend sein, mal nachzudenken, ob nicht vielleicht...

  • Es gibt ja Gleisstücke, die nicht ganztägig befahren werden:. Zuckschwerdtstraße zweites Gleis, Nied Kirche, Schleifen Westbahnhof, Messe, Zoo.
    Sinnvolle Einsatzgebiete sehe ich eher innerhalb des Alleenrings, da ist es gibt aber eher mau.
    Insgesamt sehe ich das ganze skeptisch, vor allem bezüglich der Finanzierung.
    Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist wegen der aktuellen Diskussion um Fahrverbote günstig.

  • Ich denke, dass die Logistik-Tram mit den Gütern nur dann unterwegs ist, wenn die Tram nicht für den Fahrgastbetrieb notwendig ist.


    Allerdings könnte das Thema Beförderung von Waren durch den Fahrgast eine neue Bedeutung bekommen. Wenn man also die an anderer Stelle erwähnte Sackkarre mit Getränken nun jetzt richtig sicher verstauen kann, dürfte auch hier mehr möglich sein, als heute erlaubt.

    Vollkommen Großartiges Forum

  • Ich denke, dass die Logistik-Tram mit den Gütern nur dann unterwegs ist, wenn die Tram nicht für den Fahrgastbetrieb notwendig ist.


    An einen Einsatz der Logistik-Tram mit Fahrgastbetrieb glaube ich eher weniger, da dürfte die Aufsichtsbehörde einige Probleme mit haben. Die Logistik-Tram riecht mir stark nach einem neuen Betätigungsfeld der R-Wagen, wenn die neuen T-Wagen ausgeliefert werden. Die R-Wagen dürften dann abgeschrieben sein, verursachen also keine hohe Fixkosten und die fehlende Klima wird der Fracht egal sein...

  • Grundsätzlich finde ich die Idee sehr gut - ein weiterer Baustein zu besserer Luft in unserer Region.


    Wie wäre es mit folgendem Konzept zur Lösung der von meinen Vor-Postern angesprochenen Probleme mit den Fahrzeug-Kapazitäten:
    Die Lieferungen werden per "Logistrik-Tram" von geeigneten größeren Logistikzentren, z.B. auch Briefzentrum Gutleut, wenn die dorthin angedachte Tram mal fährt, in den Schwachverkehrszeiten und nachts zu lokalen Stadtteil-Logistik-Zentren gebracht und dort am nächsten Morgen per Fahrradkurier etc. an die Kunden ausgeliefert. Kunden können sich dort auch selbst ihre Lieferungen abholen, weil sie tagsüber unterwegs sind und spätabends oder morgens früh auf dem Weg zur / von der Arbeit dort vorbeikommen. Geeignete Stadtteil-Logistik-Zentren können auch an anderen Schienenanschlüssen eingerichtet werden, z.B. für Sachsenhausen am Südbahnhof, für Bockenheim am Westbahnhof. Da kommt dann auch die "Logistik-S-Bahn" hin. :)


    Der abendliche und nächtliche Transport beansprucht keine tagsüber benötigten Fahtzeug-Kapazitäten.


    Weiterer Vorteil: Bei der Möglichkeit der Selbstabholung im Stadtteil-Logistikzentrum können Tausende von unnötigen Transport-Kiloimetern eingespart werden, weil die konventionellen Lieferdienste ja nur dann unterwegs sind, wenn der Normalbürger auf der Arbeit ist. X( Und selbst die Nicht-Berufstätigen sind tagsüber oft unterwegs. Kundenorientierte Lieferdienste hinterlegen dann ihre Sendungen bei Geschäften in der Nachbarschaft, weniger kundenorientierte Lieferdienste haben ihre Abholstationen mitunter in weit entfernten entlegenen Gewerbegebieten ohne brauchbare ÖPNV-Anbindung. X( .

  • Kundenorientierte Lieferdienste hinterlegen dann ihre Sendungen bei Geschäften in der Nachbarschaft, weniger kundenorientierte Lieferdienste haben ihre Abholstationen mitunter in weit entfernten entlegenen Gewerbegebieten ohne brauchbare ÖPNV-Anbindung. X( .


    Deine Ideen klingen gut. Wenngleich ich bei dem zitierten Absatz doch grinsen mußte - denn abgesehen von einem Lieferdienst (der allerdings üblicherweise nur B2B-Lieferungen macht), der mich irgendwo ins Niemandsland zwischen dem Kreis Groß-Gerau und Mainz bestellt hat, habe ich die Begrifflichkeiten von "Nachbarn" doch schon recht weit gefaßt erlebt.
    - am anderen Ende des Stadtteils, weil es damals dort eine Eisdiele gab
    - Als Wahl-Oberräder eine Benachrichtigung nach deren Dechiffrierung von "Rodenburkweg" heraus kam, das Paket ist im Röderbergweg(!) abzuholen (ja, auch das wurde als Nachbarschaft bezeichnet)
    - Ein Laden in der Nachbarschaft, der allerdings nur "Termin nach Vereinbarung" geöffnet hatte ?(


    - Einfach nur der Nachname von irgendwem aus der Nachbarschaft (fünf Häuser weiter auf der anderen Seite, natürlich ohne Hinweis auf die Adresse)
    Seitdem bin ich dazu übergegangen, nur noch in die Packstation liefern zu lassen. Da komme ich eh zweimal am Tag vorbei. Wer meint, er könne nicht, weil er nicht mit DHL liefert, hat bei mir eben verloren. 8) Als ich noch mit dem Auto zur Arbeit gefahren bin, habe ich auch einfach an meinen Arbeitsplatz liefern lassen. Ging meistens problemlos, ist mir aber mit dem ÖPNV zu viel Schlepp. Von daher bieten sich solche "SB-Depots" schon an.

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • Vielleicht mal ein paar allgemeine Anmerkungen zum "Logistik Konzept".


    Damit sich so ein Logistikkonzept wirtschaftlich rechnet, braucht man "Masse", also viele Sendungen. Das Paketgeschäft ist sehr margenschwach. Deutsche Post/DHL hat erst im Frühjahr eine Gewinnwarnung wegen des kriselnden Paketgeschäfts heraus gegeben, die OTTO Gruppe stellt wegen der sinkenden Gewinne die Hermes-Versand-Gruppe gleich ganz zum Verkauf. Kurzum, man verdient Geld im Paketgeschäft nur mit Masse. Daher auch meine Vermutung, dass die R-Wagen ein neues Aufgabengebiet bekommen. Denn als reine "Paket-Tram" könnte diese mit einer Fahrt mehrere Verladestellen bei einer Tour bedienen. Und nur mit vielen Sendungen bekommt man zudem den motorisierten Lieferverkehr innerhalb der Stadt signifikant reduziert. Mit ein paar "Showkisten" klappt das nicht. Zudem muss geprüft werden, welchen Kreis an Endempfängern man bedienen kann. Sind auch temperaturgeführte Transporte (in klimatisierten Kisten) möglich, dann könnte man z.B. auch die Apotheken vor Ort mit ins Auge fassen (mal ein Beispiel). Für viele Gewerbebetriebe ist es wichtig, dass die bestellten Waren bis 9 Uhr angeliefert werden. Sind solche Terminfrachten auch verlässlich möglich? "Same day Zustellung" wie bei Amazon? All das muss geprüft werden. Die Krux liegt hier im Detail. Da muss man Mosaikstein für Mosaikstein umdrehen und prüfen.

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