Die Offenbacher Post berichtet von der Jahresauftakt-Pressekonferenz des RMV. Als Aufmacher für den Artikel wählt die OP die Vision einer Seilbahn über den Main, die Offenbach und Frankfurt verbindet. Leider gibt es im Artikel keine genaueren Angaben zu einer möglichen Platzierung der Haltestellen. Als Realisierungszeitraum wird von 3 bis 5 Jahren gesprochen - Zahlen, die wir von der RTW schon seit 20 Jahren hören.
Seilbahn zwischen Offenbach und Frankfurt
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So ähnlich berichten auch HR und FNP. So langsam frage ich mich, auf welchem Planet der RMV sitzt. (Aus der gleichen Pressemitteilung: mit 14 "neuen" S-Bahnfahrzeugen" sollen längere Züge mit 50% mehr Platzkapazität gefahren werden ).
So reizvoll, möglicherweise im mehrfachen Wortsinn, so ein Projekt sein mag, die Realität wird ganz anders aussehen. -
3 bis 5 Jahre Bauzeit nach einer Planungszeit von 15 bis 25 Jahren für die Seilbahn

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Gibt's eigentlich gerade massiv Rabatte auf Seilbahnen oder hat die Seilbahn-Lobby zum Halali geblasen? An jeder Ecke sollen es nun also Seilbahnen richten. Mir fielen ein Dutzend interessanterer Säue ein, die man Öffentlichkeitswirksam durchs Dorf treiben könnte, um Aufsehen zu erregen und um die Verkehrsprobleme im RMV zu lösen...
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... Aber noch keine einzige echte ÖPNV-Seilbahn wurde in Mitteleuropa realisiert. Alles was es bisher in Städten gibt sind Touri/Aussichtsbahnen. Ich glaube auch nicht so recht, dass sich das so schnell ändert, weil es könnte ja jemand von oben in den Garten schauen oder eine Stütze auf Privatgrund errichten wollen. Wenn dann wirklich nur direkt über den Fluss und fertig. Dann braucht es aber auch eine ordentliche "Hinterlandanbindung"
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In Wuppertal ist ergänzend zur Schwebebahn auch eine Seilbahn im Gespräch beziehungsweise in frühen Planungen.
Im Großen und Ganzen haben allerdings wenige europäische Städte die Topographie und Bebauung, die eine ÖPNV-Seilbahn sinnvoll erscheinen lässt, da Busse und Bahnen eine realisierbare Alternative darstellen. So sehe ich das auch in Rhein-Main.
Die Zwänge von unglaublich dichter, informeller Bebauung und unzureichender sonstiger Infrastruktur, welche Seilbahnen in Südamerika sinnvoll erscheinen lassen, existieren in westlichen Industrieländer einfach so gut wie nie, sodass höchstens die Topographie von Bedeutung sein kann. Diesen Punkt sehe ich zwischen Frankfurt und Offenbach aber wirklich nicht gegeben, so spannend eine Seilbahn auch wäre...
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Die Rundschau berichtet ebenfalls über die Pressekonferenz. Probleme habe der RMV ihr zu Folge insbesondere, neue Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Fehlende freie Trassen seien ein Problem, ein anderes seien fehlende Lokführer. Der Vorteil einer Seilbahn wäre natürlich, dass man für sie keine Lokführer bräuchte!
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Aber was wäre sinnvolle und rentable Routen? Während auf Offenbacher Seite noch die Bebauung bis an den Main geht, ist die Frankfurter Seite erst mal mit Industrie-/Gwerbeflächen bzw Feld und Wiesenflächen regelrechte Pampa.
OF-Markplatz <> Fechenheim Schießhüttenstraße z.B. düfte wohl etwas unrentabel sein.Der Vorteil einer Seilbahn wäre natürlich, dass man für sie keine Lokführer bräuchte
Ich will ja nichts sagen, aber unbemannte Systeme dürten nach kurzem - gelinde ausgedrückt - nicht mehr sehr einladend sein.
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Cooles Ding, kannte ich noch nicht! Dieses System ist aber im Gegensatz zu Seilbahnen leicht kurvengängig, was eines der größeren Probleme im städtischen Einsatz von Seilbahnen ist.
Der Kommentar war jetzt aber mal auf aktuell bestehende Anlagen bezogen. -
Zitat
OF-Markplatz <> Fechenheim Schießhüttenstraße z.B. düfte wohl etwas unrentabel sein.
Nur, wenn man die Route der Buslinie 551 - zumindest war das die frühere Bezeichnung - nimmt.
Wie wäre es damit:
Linie 1 OF Hafen West (Hafen 2) - OF Hafenplatz - OF Carl-Ullrich-Brücke - OF HfG / Ysenburg-Schloss
Linie 2 OF Hbf - OF Markt - Of HfG / Ysenburg-Schloss
Linie 1 / 2 OF HfG / Ysenburg-Schloss - OF Arthur-Zitzscher-Str - OF-Bürgel - Fechenheim Schießhüttenstr. - Alt Fechenheim - S-Bahn Fechenheim (Cassellastr.) - Hessen-Center - Victor-Slotosch-Straße - Bergen Süd - Bergen Mitte ( - Bad Vilbel). -
Von vornherein verteufeln sollte man die Idee auf keinen Fall, je nach gewählter Strecke kann eine Seilbahn hier und da durchaus Sinn machen, auch in Mitteleuropa, und auch in Frankfurt. Als zusätzliche Mainquerung zur Verbindung der unaussprechlichen Stadt mit Frankfurt (einen möglichen Frankfurter Endpunkt könnte ja auch beispielsweise der Ostbahnhof darstellen) wäre das ganze auf jeden Fall Wert genauer unter die Lupe genommen zu werden.
Ansonsten hat die vom RMV-Chef selbst schon ins Spiel gebrachte Idee mit P+R-Parkhaus am Waldparkplatz Stadion durchaus großen Charme. Wobei der vorgeschlagenen Streckenführung zur langsamen Straßenbahn aber die Anbindung an den S-Bahnhof klar vorzuziehen wäre, idealerweise ja gleich noch mit Mittelstation am Stadion selbst
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Cooles Ding, kannte ich noch nicht! Dieses System ist aber im Gegensatz zu Seilbahnen leicht kurvengängig, was eines der größeren Probleme im städtischen Einsatz von Seilbahnen ist.
Der Kommentar war jetzt aber mal auf aktuell bestehende Anlagen bezogen.Doppelmayr hat da eine interessante Idee zum Thema "Kurven". So ein 50 Sekunden-Takt hätte schon seinen Charme. Der Vorschlag wird von der Industriellenvereinigung dort anscheinend noch immer verfolgt, zumindest kündigen die NIMBYs im dortigen Forum Klagen an.
Zitat von "Condor"Ich will ja nichts sagen, aber unbemannte Systeme dürten nach kurzem - gelinde ausgedrückt - nicht mehr sehr einladend sein.
Man kann ja Aufsichtspersonal einsetzen. Ein Wachmann, der in der Kabine mitfährt, ist sicher schneller ausgebildet als ein Lokführer.
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Hierzu passend aus dem PARLIS die Vorlage der Kommunalen Ausländervertretung vom 27.11.2018 - K 120:
https://www.stvv.frankfurt.de/…bsteigend&FORM_C=und&?1?1? -
Wobei ich bei einer Seilbahn erst einmal vorrangig an eine Anbindung von Bergen denken würde:
1.) gibt es dort keine Schienenanbindung;
2.) wäre die dort wegen der Topographie sehr aufwändig und
3.) wegen der engen Bebauung auch schwierig dorthin zu führen, wo sie auch von den Fahrgästen gebraucht wird. Die alte Straßenbahn-Schleife am südwestlichen Rand der Ortslage Bergen bot ja keine wirklich tolle Anbindung, und auch an Seckbach fuhr die Strab nur am Rande vorbei.Mögliche Anbindungen für Bergen wären:
- Victir-Slotosch-Straße - HessenCenter;
- Seckbach - Bornheim;
- Bad VilbelDie Seilbahn auf den Montjuic in Barcelona wird übrigens durch geschickte Abschnittsbildung der Seil-Strecken umsteigefrei auch über Eck im 90-Grad-Winkel geführt.

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Bei Bergen hast du halt leider das Problem, dass du kaum eine Streckenführung wirst finden können wo keine Wohnbebauung beeinträchtigt ist - und sei es erstmal nur wegen dem Blick aus den Gondeln in den Garten. Zudem könnte das am Ende als Argument missbraucht werden die im Eingemeindungsvertrag zugesagte Schienenanbindung komplett aufzugeben. Wäre für die Akzeptanz nicht unbedingt zuträglich, und damit zumindest für die allererste Strecke keine sehr hilfreichen Begleitumstände. Taktisch klüger wäre es wohl, sich da besser erstmal auf Strecken am Stadtrand oder durch Industriegebiete zu beschränken.
In einer ersten Runde mit untersucht werden sollten in meinen Augen auf jeden Fall folgende drei Strecken, die auch städtebaulich ziemlich unproblematisch sein dürften:
1. Hohemark - Feldberg (und eventuell weiter nach Schmitten). Damit könnten dann auch die Parkplätze auf dem Feldberg beseitigt werden, eventuell sogar die L3024 zumindest teilweise gesperrt oder gar zu einem Betriebs-/Wirtschaftsweg zurückgebaut werden
2. S-Bahnhof Stadion - Waldparkplatz (P+R)
3. Offenbach - Frankfurt im Bereich von A661 und/oder Osthafen. Kaiserlei - Eissporthalle dürfte beispielsweise verkehrlich ziemlich wirkungsvoll sein. Als alternative Endpunkte vorstellbar wären aber auch zB F-Ost oder F-Borsigallee bzw OF-Hafen oder OF-Ost. Man muss dabei nur aufpassen, dass man sich dabei nicht die NKU für die RTO maximal versaut. -
1. Hohemark - Feldberg (und eventuell weiter nach Schmitten). Damit könnten dann auch die Parkplätze auf dem Feldberg beseitigt werden, eventuell sogar die L3024 zumindest teilweise gesperrt oder gar zu einem Betriebs-/Wirtschaftsweg zurückgebaut werden
Zumindest der erste Teil hat aber eher "touristische" Zwecke, Werktags dürfte sich die Fahrgastzahl in Gernzen halten. Gesprochen aus der Sichtweise des ÖPNV als Massenverkehrmittels als Sinn und Zweck.
2. S-Bahnhof Stadion - Waldparkplatz (P+R)
Den Parkplatz möchte die Stadt liebend gerne wieder als Wald sehen.
Bei Bergen hast du halt leider das Problem, dass du kaum eine Streckenführung wirst finden können wo keine Wohnbebauung beeinträchtigt ist - und sei es erstmal nur wegen dem Blick aus den Gondeln in den Garten. .... Wäre für die Akzeptanz nicht unbedingt zuträglich, und damit zumindest für die allererste Strecke keine sehr hilfreichen Begleitumstände. Taktisch klüger wäre es wohl, sich da besser erstmal auf Strecken am Stadtrand oder durch Industriegebiete zu beschränken.
Das ist im Ballungsraum kaum zu vermeiden, irgendwer wird sich immer gestört fühlen, egal ob Privat oder Industrie. Wenn erst eine "Randstrecke" gebaut wird (auch da wird es wohl ein Bewertungsverfahren geben müssen) und die wird dann nur schwach benutzt, haben weiter Projekte null Chancen.
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Den Parkplatz möchte die Stadt liebend gerne wieder als Wald sehen.Sagt wer? Selbst wenn es tatsächlich der Wunsch irgendwelcher Offiziellen wäre, würde daraus nix werden. Allein die bestehenden Parkplätze sowie S- und Straßenbahnen sind jetzt schon hoffnunglos überfüllt, und abgesehen von der RTW wird man da nicht allzuviel zusätzliche ÖSPNV-Kapazitäten einrichten können. Das Stadion soll vor 2024 aber trotzdem noch erweitert werden, für Ligaspiele mit Stehplätzen von 51500 auf 60-61000.
Einzige Möglichkeit dort ein paar Bäume zu pflanzen wäre in die dritte Dimension zu gehen (was gerade in Verbindung mit P+R und Seilbahn sowieso schon sehr sinnvoll wäre), dann könnte man zumindest einen kleinen Teil der Parkplatzfläche eventuell wieder aufforsten.Touristische Bedeutung hätten wohl fast alle Streckenführungen, die einen mehr die anderen weniger. Im Fall Feldberg würde zumindest die Buslinie 57 großteils obsolet werden, und führt halt zur Verkehrsberuhigung im Hohen Taunus. Das Schöne an Seilbahnen ist ja auch, dass man heutzutage die Anzahl der Gondeln auf der Strippe sehr dynamisch an die Nachfrage anpassen kann. Notfalls lässt man Werktags halt nur alle 90-120 Sekunden eine fahren.
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So wie eine U-Bahn bei Unterfahrung von Grundstücken entsprechende Erlaubnisse benötigt, sei es auf vertraglicher Basis, sei es durch Planfeststellung, braucht eine Seilbahn entsprechende Rechte für die Überfahrung von Grundstücken; fragt sich, wie die Problematik der Einsichtnahme in private Grundstücke von den Seilbahnkabinen aus zu bewerten wäre, selbst wenn die Bahn nur über öffentlichen Straßen und Plätzen fährt. Da wird es im Einzelfall auf die Abstände ankommen.
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Kaiserlei - Eissporthalle dürfte beispielsweise verkehrlich ziemlich wirkungsvoll sein.
Aha. Welche Wirkung, bitte? Wenn eine Buslinie ersetzt wird, die heute gerade einmal im 30-Minuten-Takt verkehrt, und der man damit noch das publikumsstarke Fahrziel U Bornheim Mitte nähme?Die ganze Diskussion krankt doch daran, dass Seilbahnen als Heilsbringer für den Pendlerverkehr gesehen werden, wofür sie ja gerade nicht geeinigt sind. Seilbahnen benötigen über lange Zeiträume gleichmäßige Fahrgastzahlen. Für Stoßzeiten wie Berufsverkehr sind sie völlig ungeeignet: Wird die Kapazität darauf ausgelegt, befördern sie die meiste Zeit des Tages nur heiße Luft (und Abschreibungskosten) durch die (Umgebungs-) Luft.