Neues Buskonzept für den Landkreis Mainz-Bingen

  • Die Allgemeine Zeitung berichtet heute über das neue Buskonzept für den Landkreis Mainz-Bingen: https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/ingelheim/landkreis-mainz-bingen/neues-buskonzept-fur-den-landkreis-mainz-bingen-liegt-vor_19946692.
    Im neuen Mainzer Nahverkehrsplan wurden schon einiges angedeutet (http://www.frankfurter-nahverkehrsforum.de/index.php?page=Thread&threadID=26069&pageNo=2), jetzt bringt die AZ noch einmal weitere Informationen. Es handelt sich aber nach wie vor um "mögliche Änderungen" - ich denke, dass die Finanzierung noch nicht abschließend geklärt ist.
    Folgendes wird dort beschrieben:

    • Neue Verbindung Ingelheim - Heidesheim - Gonsenheim - Universität - Bretzenheim - Hechtsheim - Gau-Gemeinden - Bodenheim/Nackenheim
    • Verdichtung zwischen Wackernheim und Ingelheim auf 30 Min. Takt dank Verlängerung der 56
    • Neue Kreisquerverbindung von Ingelheim über Nieder-Olm und Nierstein nach Oppenheim (mehr oder weniger Zusammenlegung von 652 und 640)
    • Verlängerung der 650-Fahrten von Sprendlingen nach Bad Kreuznach
    • 15 Min. Takt zwischen Schwabenheim und Ingelheim
    • Umsteigeknoten an der Ehrensäule in Stadecken
    • Horrweiler und Aspisheim bekommen Direktverbindung nach Bad Kreuznach
    • 30 Min. Takt zwischen Bingen und Stromberg


    Weiß jemand, wo man dieses neue Buskonzept im Detail findet?

  • Wovon ich zuvor noch gar nichts gelesen hatte, aber in diesem Gesamtlinienplan enthalten ist, ist die neue "lokale Buslinie" 624 zwischen Ingelheim und Mainz-Lerchenberg über Wackernheim. Zwischen Wackernheim und Lerchenberg geht es wohl direkt durch den Ober-Olmer Wald, eine Straße, die derzeit für den motorisierten Verkehr gesperrt ist. Ich freue mich über jede neue Buslinie, aber bei dieser frage ich mich tatsächlich nach dem Nutzen. Gibt es hier so viele potentielle Fahrgäste? Ich kann mir nur den Anschluss von zwei großen Arbeitgebern (ZDF auf dem Lerchenberg und Boehringer in Ingelheim) als Fahrgastmagneten vorstellen.


    Spannend ist auch der Netzausschnitt auf Folie 22 der Präsentation. Hier kann man die möglichen Fahrzeiten im Bereich Mainz ablesen. Unter anderem lässt sich hier erkennen, dass diese Linie 624 an der ZDF-Seebühne enden soll. Zwischen Lerchenberg Hindemithstraße und Wackernheim Rheinblick werden 13 Minuten angesetzt, eine Gesamtfahrzeit von unter 30 Minuten wäre somit realistisch.


    Weitere interessante Daten:
    - Eine Linie 65 soll zwischen Hechtsheim Mühldreieck und Nieder-Olm alle Fahrten übernehmen, ab Ebersheim geht es direkt nach Nieder-Olm. Zornheim wird weiterhin von 66/67 angebunden.
    - Das Mühldreieck wird zu einem großen Umsteigeknoten (mindestens 18 Fahrten von sechs Umlandlinien, ohne inner-Mainzer Linien) für alle möglichen Linien - mit der heutigen Haltestellensituation ist das nur schwer umzusetzen.
    - Auf den Linien 661/662 (Ingelheim - Bodenheim/Nackenheim) sind zwischen Heidesheim und Mühldreieck Fahrzeiten von 37 Minuten angesetzt. Ab Gonsenheim entspricht dies etwa 25 Minuten und somit um die 10 Minuten schneller als die Straßenbahn über Hauptbahnhof. Ob dann 661/662 und die Mainzer Linie 47 zusammen diese Tangentialverbindung anbieten? Es wäre zu begrüßen!
    - Die Verdichtungsfahrten der 620 zwischen Budenheim Waldschwimmbad und Mainz Hbf sollen 20 Minuten brauchen.
    - Die Linie 653 (Mainz - Klein-Winternheim - Essenheim - Nieder-Olm) braucht ca. 45 Minuten. Sie soll den Hechtsheimer Berg in Klein-Winternheim nicht bedienen.
    - Es werden viele Knotenpunkte eingerichtet, z.B. in Wackernheim um 45/15, in Nieder-Olm um 00/15/30/45, in Bodenheim um 00/30 usw.


    Ich bin äußerst gespannt auf diese neue ÖPNV-Konzept für Rheinhessen. Bisher ist es sehr vielversprechend und eine enorme Ausweitung der heutigen Verkehre. Ich bin erstaunt, wie viel man hier investiert!

  • Ich bin vor einiger Zeit mal auf ein Skript des Mainzer Verkehrsministeriums gestoßen, nennt einen Stand 11/2018 (also noch gar nicht sehr alt) und nennt

    sich


    Mehr Bus fürs Land - Das ÖPNV-Konzept Nord in Rheinland-Pfalz


    Ich kann es nicht bewerten, weil mir die Orts- und Landeskenntnisse fehlen, dachte aber, es könnte mit den obigen Beiträgen zusammenhängen und wollte es euch nicht vorenthalten. Vielleicht kann jemand mit Ahnung eine Einschätzung abgeben.

  • Für den Landkreis Bad Kreuznach und der Stadt Bad Kreuznach wurde die Vorabinformation veröffentlicht. Alle Unterlagen inkl. Fahrpläne für das Gebiet sind daher unter https://www.rnn.info/ueber-den-rnn/vergabeverfahren abrufbar.


    Die Bündel Unteres Nahetal - Stromberg und das Linienbündel Kreuznacher Umland I (Süd) reichen in die Verbandgemeinden Sprendlingen-Gensingen und Rhein-Nahe, sowie in die Stadt Bingen und decken damit quasi alles westlich von Gau-Algesheim (ohne den Teil nördlich vom Bingen) im Landkreis Mainz-Bingen ab.


    Wie ich bereits in einem vorherigen Beitrag berichtet habe, hat der Landkreis Mainz-Bingen die Übertragung der Aufgabenträgerschaft für einige Linien an die Stadt Mainz vorbereitet. Zu den entsprechenden Korridoren hat der Kreistag des Landkreises Mainz-Bingen am 13.12.2019 zugestimmt. Im Mainzer Stadtrat soll der Beschluss am 12.02.2020 fallen.

    Beim Beschluss der Stadt Mainz geht es darüber hinaus auch um die Schließung von Zweckvereinbarungen zur Übertragung der Bestellbefugnisse (nur ausgewählte Linien) durch weitere angrenzende Gebietskörperschaften (Stadt Wiesbaden, Kreis Groß-Gerau). Das Verfahren für den Main-Taunus-Kreis (Hochheim) wird aktuell noch geprüft. Hintergrund des Verfahrens ist auch die geplante Direktvergabe an die MVG.


    Im Entwurf der Zusatzvereinbarung zur Zweckvereinbarung mit dem Landkreis Mainz-Bingen sind inzwischen Korridore und Linien festgelegt, welche sich ab dem 1.4.2022 in Aufgabenträgerschaft der Stadt Mainz befinden sollen:


    Korridor Ingelheim – (Wackernheim – ) Heidesheim – Budenheim – Mainz-Mombach / Mainz-Gonsenheim - Mainz

    Linie 61: Mainz-Laubenheim – Mainz-Mombach – Budenheim – Heidesheim (– Wackenheim?) – Ingelheim/Bahnhof

    Linie 68: Hochheim/Altenheim – Mainz-Gonsenheim – Budenheim/Bahnhof

    Linie 73: Mainz/Brückenplatz – Mainz Hochschule/Universitätsmedizin? – Mainz-Gonsenheim (– Budenheim) – Heidesheim (– Wackenheim?) – Ingelheim/Bahnhof


    Korridor Ingelheim – Wackernheim – Mainz-Finthen - Mainz

    Linie 56: Ginsheim/Fr.-Ebert-Platz – Mainz-Finthen – Wackenheim – Ingelheim/Bahnhof

    Linie 91: Ginsheim/Fr.-Ebert-Platz – Mainz-Finthen – Wackernheim/Rathausplatz


    Korridor Nieder-Olm / Zornheim – Mainz-Ebersheim – Mainz

    Linie 66: Mainz/Brückenplatz – Nieder-Olm/Schulzentrum

    a) Mainz-Ebersheim/Sommerflor bis Nieder-Olm/Schulzentrum b) Mainz-Ebersheim/Zornheimer Straße bis Zornheim/Hahnheimer Straße [wie heute, nur ohne Abschnitt Zornheim - Nieder-Olm, zukünftig bedient durch Linie 640]

    Linie 67: Mainz/Goetheplatz – Zornheim/Hahnheimer Straße


    Korridor Klein-Winternheim/Ober-Olm – Mainz-Lerchenberg – Mainz

    Linie 54: Ginsheim/Fr.-Ebert-Platz – Mainz-Lerchenberg – Ober-Olm – Klein-Winternheim/Bahnhof

    Linie 55: Mainz-Kastel/Krautgärten – Mainz-Lerchenberg – Klein-Winternheim/Bahnhof [wie heute, nur ohne Abschnitt Klein-Winternheim - Nieder-Olm, zukünftig bedient durch Linie 653]


    Korridor Bodenheim – Lörzweiler – Mainz-Hechtsheim - Mainz

    Linie 74: Wiesbaden-Schierstein/Äppel-Allee-Center – Mainz-Hechtsheim – Bodenheim/Bahnhof [mit ESWE Verkehr, erste Linie aus der Stadt WI (ohne AKK) in den Landkreis Mainz-Bingen]


    Innerhalb der Stadt Mainz wären dann folgende ein- und ausbrechenden Linien ab dem 1.4.2022 in Aufgabenträgerschaft des Landkreises Mainz-Bingen:


    Korridor Mainz – Klein-Winternheim – Nieder-Olm – Sörgenloch – Undenheim

    Linie 650: Mainz/Hbf – Mainz/Pariser Tor – Klein-Winternheim – Nieder-Olm – Sörgenloch – Undenheim


    Korridor Mainz – Klein-Winternheim – Ober-Olm – Essenheim – Nieder-Olm

    Linie 653: Mainz/Hbf – Mainz/Pariser Tor – Klein-Winternheim – Ober-Olm – Essenheim – Nieder-Olm


    Vermutlich in Aufgabenträgerschaft des Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd befinden sich dann folgenden Linien im Gebiet der Stadt Mainz:


    Linie 630: Mainz - Mainz/Hochschule - Essenheim - Elsheim - Stadecken - Jugenheim - Partenheim - Wolfsheim - St. Johann - Sprendlingen - Badenheim - Pfaffen-Schwabenheim - Bad Kreuznach

    Linie 630/640: Mainz - Mainz/Hochschule - Essenheim - Elsheim - Stadecken - Schwabenheim - Ingelheim

    Linie 660: Mainz - Mainz-Hechtsheim - Gau-Bischofsheim - Harxheim - Mommenheim - Selzen - Hahnheim - Köngernheim - Undenheim - Bechtolsheim - Biebelnheim- Gau-Odernheim - Framersheim - Schafhausen - Alzey


    Was aus der im ÖPNV-Konzept genannten Ergänzungslinie 624 (Mainz-Lerchenberg ZDF - Wackernheim - Ingelheim Bahnhof; werktags stündlich von 6-9 Uhr bzw. 15-19 Uhr) wird, ist aus den Dokumenten derzeit unklar. Die ursprünglich geplanten Linien 620, 661 und 661 werden in die o.g. Linien aufgehen.


    Die Bedienzeiten und die Taktung sollte sich hieraus ableiten lassen:

    Auf einer privaten Webseite zum Nahverkehr im Umland von Mainz wurden die Bedienzeiten und Taktung der Linien im neuen Buskonzept 2022 veröffentlicht.


    http://oepnv-mainz-umland.de/w…z-Bingen-Stand-200219.pdf

    Im April 2020 ist mit einer Vorabinformation für die Linien im Landkreis Mainz-Bingen zu rechnen, bevor dann die Ausschreibung startet.

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  • Vielen Dank für deinen sehr informativen Beitrag. Das wird eine interessante Zukunft werden und wenn es so kommt, eine extreme Netzvergrößerung für die MVG. Mal schauen, wie sie das in Sachen Fahrer abdecken wird (mehr Subunternehmer etc.).

  • Das Konstrukt in Frankfurt weicht auch vom Mainzer ab. Es hängt auch an politischen Entscheidung die gemacht wurden. Am Landesrecht kann es nicht hängen, da es in Wiesbaden mit ESWE Verkehr doch auch klappt. Natürlich kann es aber auch sein, dass für die Stadt Frankfurt einfach ein so großes Klagerisiko in dem Bereich besteht, dass man einfach die rechtlich sicherste Lösung braucht [hier im Forum gibt es bestimmt Personen, die sich dazu besser auskennen]? Für Mainz wurden zumindest mal Linienbündel untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass das Netz zu verflochten ist, um eine sinnvolle Bildung von Bündel vorzunehmen. Es bleibt somit nur ein einziges Bündel für sämtliche Bus- und Straßenbahnlinien in Mainz.


    Die Stadt Mainz hat zur Sicherstellung der Direktvergabe Minderheitsanteile an der MVG über ihre Beteiligungsgesellschaft erworben. Über Änderung des Gesellschaftervertrages oder eines Stimmbindungsvertrages mit den Stadtwerken, wurde festgelegt, dass die Stadt bei ÖPNV-relevante Themen alleinige Entscheidungsgewalt hat. Dies war zuvor nicht der Fall, da die Aufsichtsräte der Stadtwerke Mainz AG unabhängig von den Weisungen der Stadt Mainz agieren können. Mit diesem Schritt sind dann (angeblich) alle rechtlichen Aspekte für eine Direktvergabe einigermaßen gesichert. Bezüglich der Straßenbahnlinien muss die MVG darüber hinaus 750.000 € Konzessionsabgabe an die Stadt leisten. Über einen Ergebnisabführungsvertrag räumen die Stadtwerke der MVG eine Verlustübernahme in Höhe von ungefähr 15.000.000 € jährlich ein. Mehr dazu steht aber auch in dem vorherigen Beitrag verlinkten Dokument bzw. den Dokumenten unter diesem Link: https://bi.mainz.de/vo0050.php?__kvonr=23418


    Die Verkehre in den Landkreis Mainz-Bingen sind unkritisch, da der Landkreis lediglich die Stadt Mainz beauftragt die Bedienung (ca. 1 Mio. km/Jahr) auf den Achsen sicherzustellen und entsprechende Leistungen zu bestellen [delegierende Übertragung der Bestellbefugnis].


    Die Stadt Mainz bedient sich hierzu dann an ihrem internen Betreiber (= MVG). Zwischen MVG und dem Landkreis besteht ab dem 1.4.2022 dann auch (nach meiner Interpretation) kein direktes Vertragsverhältnis. Außerdem gelten ein- und ausbrechende Verkehr bei einer Direktvergabe nach meinem Kenntnistand als unschädlich.


    Zur Finanzierung (vorbehaltlich einer Zustimmung in den politischen Gremien): Der Landkreis erstattet der Stadt Mainz die Saldo-Fahrplankilometer, welche diese dann an die MVG weiterleitet. Dieser Saldo setzt sich aus den 1.080.000 km, welche die MVG im Landkreis erbringt abzüglich der 300.000 km, welche der Landkreis innerhalb der Stadt Mainz erbringt zusammen. Die Ausgleichsleistung beinhaltet die Erstattung in voller Höhe basierend auf vergleichbaren Leistungen (nach Fahrplankilometer) im Landkreis (Ansatz: 4 €/km) und den Mehrkosten (da die MVG teurer ist) zusammen. Die Mehrkosten werden nur zu maximal 50% erstattet und sind zusätzlich auf maximal 550.000 € im Jahr begrenzt. Sämtliche Einnahmen sind auf die Kostenerstattung des Landkreises anzurechnen. In 2023 (ab dann alle 3 Jahre) muss die Stadt Mainz die IST-Kosten, sowie die hierauf anfallenden Einnahmen nachweisen, sodass dann eine Anpassung der Finanzierung erfolgt.


    Sobald alles beschlossen und unterschreiben wurde, sollte die Zweckvereinbarung dann auch noch offiziell öffentlich bekanntgegeben werden.

  • Wie du bereits erwähnst: Die Stadt Frankfurt steckt mit der VGF so weit drin in dem ganzen Ausschreibungswirrwarr (grob gesagt) sowie in Verträgen zwischen Busunternehmen und der TraffIQ. Die Stadt Kassel und ihre Nachbarkommunen haben es auch ähnlich gemacht wie in Mainz. Bei der Direktvergabe an die VGF mussten die Beteildigungen an der OVB, Vias und der HSB abgegeben werden. Gut: Das waren aber wirtschaftliche Beteiligungen welche keinen Einfluss auf den operativen Betrieb hatten. Aber nach der Direktvergabe an die ICB mussten auch die MainMobil Offenbach/ Frankfurt auseinander geflochten werden sowie sämtliche Leihfahrer von der OVB in der VGF zurück geschickt werden.

  • Der RNN hat am 14.04. unter der bereits von tts in Beitrag 7 geteilten Adresse https://www.rnn.info/ueber-den-rnn/vergabeverfahren die Vergabeinformationen für die drei Linienbündel Mainz-Bingen und dazugehörige Entwurfsfahrpläne veröffentlicht.


    Ein paar interessante Fakten:

    Die Linie 630 benötigt von Mainz bis Bad Kreuznach 79 Minuten.

    Die Linie 653 verkehrt in Mainz über Schillerplatz und Gautor zum Pariser Tor.


    Vielleicht fällt euch ja noch mehr auf. :)

  • Spannende Infos, danke!


    Für Mainz selbst habe ich nichts weiteres Besonderes bis auf den Takt der 660 gefunden. In Mainz selbst werden sich die meisten Änderungen durch die von tts bekanntgegebene Direktvergabe an die Mainzer Mobilität ergeben, welche Auswirkungen auf die weiter vorne genannten Linien haben wird.


    Die 635 (Mainz - Stadecken-Elsheim - Ingelheim) fährt nur Mo-Fr, dafür gibt es auf der 630 (Mainz - Sprendlingen - Bad Krueznach) samstags einen Halbstundentakt bis Stadecken und auf der 640 (Ingelheim - Nieder-Olm - Oppenheim) Mo-Fr einen 30' Takt zwischen Stadecken und Mommenheim. Diese Lösung macht die Übersichtlichkeit nicht ganz einfach. Außerdem fährt die 635 nicht über Selztal-Center wie die heutige 75, aber macht weiterhin einen Schlenker über Stadecken Ehrensäule (Anschluss an 640 nach Nieder-Olm), der 7 Minuten Fahrzeit kostet.


    Die 653 (Mainz - Klein-Winternheim - Essenheim - Nieder-Olm) fährt abwechselnd stündlich in Essenheim über Römerberg (heutige Linie 75) oder Domherrngärten (Linie 55). In Nieder-Olm dient sie als Stadtbus und bindet stündlich die Siedlung Goldberg (heute keine regelmäßige Bedienung) und den Weinbergring an (heute durch die Linie 66 mit ihren Direktfahrten nach Ebersheim angebunden). Interessant hierbei ist, dass sie samstags tagsüber nicht bis zum Weinbergring fährt. Hier muss also eine andere Linie übernehmen, welche ich in den Fahrplänen nicht finden konnte. Wahrscheinlich also wieder die Linie 66. Sinnigerweise würde man die "Stadtbusfahrten" in Nieder-Olm als eigene Linie führen. Die Schülerfahrten der 657 (Nieder-Olm - Finthen - Budenheim) gehen auch in die 653 auf.


    Spannend finde ich den Mo-Fr durchgehend gültigen 15' Takt auf der Linie 660 (Mainz - Undenheim - Alzey) im Abschnitt Mz Hbf - Gau-Bischofsheim - Mommenheim (abwechselnd über Lörzweiler oder Harxheim). Rechnet man das einmal hoch, fahren bis nach Ebersheim/Abzweigung bis zu 10 Busse pro Stunde (plus wahrscheinlich die nach Bodenheim verlängerte 74), im Bereich Kurmainz-Kaserne/Jägerhaus in Hechtsheim werden es 12 Busse und 12 Bahnen pro Stunde sein (in der Morgenspitze noch mehr)! Dieser Parallelverkehr zur Straßenbahn ist unglaublich... Die 660 braucht bspw. auch nur 12 Minuten zwischen Mz Hbf und Hechtsheim/Mühldreieck und könnte durch den neuen regelmäßigen Takt mehr Fahrgäste von der Straßenbahn abziehen.


    All das spricht für eine Verlängerung der Straßenbahn bis Ebersheim oder weiter ins rheinhessische Umland, außerdem sollte dringend der Parallelverkehr entlang der Geschwister-Scholl-Straße auf die Straßenbahn verlagert werden...


    Die einst im Konzept aufgeführte Linie 624 (Ingelheim - Wackernheim - Lerchenberg) findet sich nach wie vor nicht.

  • Spannend finde ich den Mo-Fr durchgehend gültigen 15' Takt auf der Linie 660 (Mainz - Undenheim - Alzey) im Abschnitt Mz Hbf - Gau-Bischofsheim - Mommenheim (abwechselnd über Lörzweiler oder Harxheim). Rechnet man das einmal hoch, fahren bis nach Ebersheim/Abzweigung bis zu 10 Busse pro Stunde (plus wahrscheinlich die nach Bodenheim verlängerte 74), im Bereich Kurmainz-Kaserne/Jägerhaus in Hechtsheim werden es 12 Busse und 12 Bahnen pro Stunde sein (in der Morgenspitze noch mehr)! Dieser Parallelverkehr zur Straßenbahn ist unglaublich... Die 660 braucht bspw. auch nur 12 Minuten zwischen Mz Hbf und Hechtsheim/Mühldreieck und könnte durch den neuen regelmäßigen Takt mehr Fahrgäste von der Straßenbahn abziehen.

    Die genannten vier Orte hatten alle Bahnanschluss bis Anfang der Neunziger und spätestens jetzt kommt die Quittung, dass man damals extrem kurzsichtig war. Die Verkehrsprobleme auf der Rheinhessenstraße sind damit auch für mich hausgemacht. Die Strecke hatte Potential.


    Hier das Angebot Mitte der Achtziger, wahrlich kein Grund das Auto stehen zu lassen.


  • Die Bahnstrecke verlief von Bodenheim über Mommenheim, Undenheim (Abzweig nach Nierstein), Gau-Odernheim (Abzweig nach Osthofen) nach Alzey.


    Den Grund für die Einstellung kenne ich nicht, aber vermute die allgemeine Stilllegungswelle der 80er. Einen Boom in Rheinhessen gab es damals sicher noch nicht, womit das Potential noch unbekannt war.


    Auf Wikipedia steht noch etwas mehr: Wikipedia.

  • Vor einigen Jahren wurde eine Rheinhessentram ins Gespräch gebracht, die quasi die Trasse der genannten Bahnstrecke größtenteils genutzt hätte und in Hechtsheim an das Straßenbahnbestandsnetz angedockt hätte.


    Ich habe hier noch einen alten Plan gefunden (die Website zur Rheinhessen tram scheint mir offline zu sein): https://web.archive.org/web/20…inhessentram.de/karte.jpg


    Durch die Enttwidmung ist allerdings schon recht viel verbaut. 2018 kam nochmals eine Strecke bis nach Harxheim ins Gespräch (siehe AZ-Artikel).


    Hier gibt es noch etwas Filmmaterial zur Strecke: