Gedankenspiele um Straßenbahnausbau

  • DIe Allgemeine Zeitung berichtet heute (mit Bezahlschranke) über mögliche Ausbauvarianten: Link


    Mit dabei:


    1. eine Verlängerung ab Hechtsheim nach Ebersheim (seit über 20 Jahren im Gespräch)
    2. Abindung Heiligkreuzviertel mit folgenden Varianten
      1. Anbindung des Kath. Klinikums und Volkparks über Goldgrube und Göttelmannstraße
      2. ab Parister Tor über den Landwehrweg
      3. ab Kurmainz-Kaserne über Emy-Roeder Straße
    3. Innenstadt-Ring aus dem jahr 1994: Schillerplatz-Ludwigstraße-Schusterstraße-Bauhofstraße-Hindenburgstraße-Bismarckplatz
    4. zentrale Anbindung der Altstadt ab Schillerplatz über Ludwigstraße-Weißliliengasse zum Römischen Theater (-Salvatorstraße-Heiligkreuzviertel)


    Info für Auswärtige: die Straßenbahnbefürworter der Grünen waren bei der letzten Kommunalwahl mit 27,6 % stärkste Partei (in Alt- und Neustadt jeweils über 40 %)

  • Dann hoffen wir mal, dass das keine Gedankenspiele bleiben und einiges irgendwann umgesetzt wird :)


    Ich habe den Artikel jetzt nicht gelesen, aber von einer Straßenbahnstrecke über die Altstadttangente und durch die Salvatorstraße höre ich zum ersten Mal, halte es aber für eine gute Idee. Zusammen mit einer Straßenbahn durch Goldgrube und Göttelmannstraße wäre dann auch Weisenau endlich an die Straßenbahn angeschlossen.


    Die Straßenbahnzweige in Weisenau, im Heiligkreuzviertel, in Hechtsheim, Bretzenheim und Gonsenheim könnte man dann ideal mit einer Tangentialbuslinie verbinden...

    2 Mal editiert, zuletzt von FabiMZ ()

  • Mir fehlt da etwas die Hoffnung. Die Mainzelbahnstrecke war in größerem Umfang schon freigehalten und eingeplant. Das ist hier wohl kaum bis gar nicht der Fall und wir sind halt leider nicht in Frankreich, wo man dann eine Strecke auch durchgesetzt bekommt wenn größere Eingriffe notwendig sind.

  • Wenn man nur den einen Artikel Lesen will kann man auch lesen ohne zu bezahlen, weil man muss erst ab 5€ bezahlen.

  • In dem kürzlich veröffentlichten Koalitionsvertrag der Mainzer Ampel finden sich auch ein paar Worte über den Straßenbahnausbau:


    Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der Mainzelbahn bekennt sich die Koalition zum weiteren Straßenbahnausbau: Das Straßenbahnnetz bildet das Rückgrat eines leistungsfähigen und komfortablen Nahverkehrs. Hierfür soll die An- bzw. Verbindung Schillerplatz/Binger Straße als Umfahrung des überlasteten Mainzer Hauptbahnhofes, unter Berücksichtigung der Belange des Fahrradverkehrs, schnellstmöglich realisiert werden. Für eine Straßenbahnverbindung ins Heiligkreuz-Viertel und den im Flächennutzungsplan bereits festgelegten Innenstadtring werden zeitnah Machbarkeitsstudien beauftragt. Auch eine Anbindung nach Ebersheim und darüber hinaus ins rheinhessische Umland soll auf der Agenda bleiben. Mittel- und langfristige Potenziale für den Straßenbahnausbau sollen entwickelt werden. Das ÖPNV-Konzept Rheinhessen soll als Stärkung der Stadt-Umland-Beziehungen, wo möglich, auch Straßenbahntrassen ins rheinhessische Umland enthalten. Wenn in Wiesbaden eine Mehrheit für den Bau der Citybahn zustande kommt, dann leistet Mainz seinen Beitrag. Dabei ist die Leistungsfähigkeit der Theodor-Heuss-Brücke ein entscheidender Faktor. Die Kapazitäten der Brücke wurden im Gutachten positiv prognostiziert. Die Frage von Zuglängen und Doppeltraktion wird ergebnisoffen geprüft.

  • In dem kürzlich veröffentlichten Koalitionsvertrag der Mainzer Ampel finden sich auch ein paar Worte über den Straßenbahnausbau:

    Im weiteren Verlauf des o.g. Koalitionsvertrag sind noch weitere interessante Projekte fixiert:

    Bin mal gespannt, welche Projekte alle Erfolg haben, in welche Reihenfolge und wie schnell diese umgesetzt werden.

  • Zum Ausbau der Straßenbahn in Mainz war heute ein Artikel plus Kommentar in der Mainzer Allgemeinen Zeitung (wohl noch nicht online verfügbar). Hier wurde außerdem die Diskussion um den Ausstieg von Mainz aus der City-Bahn aufgenommen und widerlegt. Die derzeit von der MM für die City-Bahn bereitgestellten Mitarbeiter sollen, solange die Planung in Wiesbaden nicht fortgeführt werden kann (erst nach dem Bürgerentscheid, dessen Termin noch unbekannt ist), vorübergehend auf Mainzer Projekte angesetzt werden.


    Konkret genannt und noch dieses Jahr geplant werden soll die Verbindung entlang der Binger Straße zwischen Münsterplatz und Alicenplatz/Hbf West. Desweiteren könnten Planungen für eine Anbindung des neuen Heiligkreuz-Areals in Weisenau und für einen Innenstadtring angestoßen werden. Im Kommentar eines AZ-Redakteurs wird außerdem die Verlängerung nach Ebersheim genannt und gewünscht.


    Es handelt sich also in gewisser Weise nicht mehr nur um Gedankenspiele, sondern bald konkrete Planungen. Das ist ein gutes Zeichen für den Mainzer ÖPNV. Der Straßenbahnausbau ist dringend notwendig und in gewissen Bereichen (Heiligkreuz-Areal) bereits zu spät. Die Einfallstraßen und Hauptachsen werden inzwischen von zahlreichen Buslinien bedient, die alle in die Innenstadt vordringen. Hier gilt es Straßenbahnkapazitäten zu nutzen und Busse für die Feinverteilung in den Vororten zu verwenden. Gerade der Innenstadtring (Schillerplatz - Höfchen - Hindenburgplatz - Synagogenplatz - Bismarckplatz wird häufig genannt) könnte hier die Möglichkeit schaffen Buslinien aus der Innenstadt abzuziehen.

  • Gerade der Innenstadtring (Schillerplatz - Höfchen - Hindenburgplatz - Synagogenplatz - Bismarckplatz wird häufig genannt) könnte hier die Möglichkeit schaffen Buslinien aus der Innenstadt abzuziehen.

    Wird diese Relation in dem Artikel unter Innenstadtring geführt? Ich kenne den Innenstadtring als Verbindung Schillerplatz - Höfchen - Große Bleiche - Münsterplatz.

  • Wird diese Relation in dem Artikel unter Innenstadtring geführt? Ich kenne den Innenstadtring als Verbindung Schillerplatz - Höfchen - Große Bleiche - Münsterplatz.

    Genauer definiert war es im Artikel nicht, deshalb kann es auch nur der "kleine Ring" über die Große Bleiche sein.


    Dieser kleine Ring macht alleinstehend in meinen Augen jedoch keinen Sinn, da er für alle Linien (es gibt ja bislang nur die eine Relation Hauptbahnhof - Hechtsheim entlang des kleinen Rings) einen erheblichen Umweg mit großer Fahrzeitverlängerung bedeuten würde (schätzungsweise +5 Minuten) oder aber es würde zu einer unpraktischen Radiallinie mit Endpunkt in der Innenstadt kommen. Egal welche Linie, ich sehe keinen Vorteil einer solchen Verbindung für den Aufwand, der mit dem Bau verbunden wäre. Erst eine weitere Strecke in die Neustadt würde den Aufwand erlauben. Dann könnte folgendes Szenario eintreten (unter der Annahme, dass alle hier genannten Strecken kommen, aber keine City-Bahn):


    Linie 50 Finthen - Gonsenheim - Bismarckplatz - Hauptbahnhof - Schillerplatz - Oberstadt - Hechtsheim (- Ebersheim)

    Linie 51 Finthen - Gonsenheim - Bismarckplatz - Hindenburgplatz - Höfchen - Hbf West - Hochschule - Marienborn - Lerchenberg

    Linie 52 Bretzenheim - Hbf West - Schillerplatz - Oberstadt - Hechtsheim

    Linie 53 Lerchenberg - Marienborn - Hochschule - Hbf West - Hauptbahnhof - Goethestraße - Hindenburgplatz - Höfchen - Oberstadt - Hechtsheim (- Ebersheim)

    Linie 59 Zollhafen - Bismarckplatz - Hauptbahnhof - Hbf West - Hochschule

    Linie 59A Heiligkreuz-Areal - Oberstadt - Schillerplatz - Hbf West - Hochschule


    - Die Linien 59/59A könnten bei vorlesungsfreien Zeiten am Hauptbahnhof zu einer Linie Zollhafen - Heiligkreuz-Areal verknüpft werden.

    - Die Linie 50 wäre für Gonsenheim/Hechtsheim die schnellste Verbindung zum Hauptbahnhof.

    - Die Linien 51/53 würden demgegenüber für eine Anbindung des Höfchens und der Neustadt sorgen.

    - Die Linie 52 könnte einen Umweg über die Große Bleiche zum Höfchen fahren, aber wie gesagt sehe ich hierfür keine Vorteile.


    Leider wurde beim Fahrplanwechsel keine Umstrukturierung der Liniennummern durchgeführt - man hätte die vielen Veränderungen dafür nutzen können die Linien 50-59 für Straßenbahnen freizuhalten. So gibt es derzeit keine freie Liniennummer bis zur Nummer 73 (die aber wohl als Linie nach Ingelheim kommen wird). Dann gäbe es als nächstes die Linie 75, die mit dem neuen ÖPNV-Konzept in Rheinhessen frei wird, ansonsten die 77, 79 oder 80er-Nummern.

  • Ich meine, im Flächennutzungsplan existiert keine Straßenbahn auf der Großen Bleiche, dafür aber über die Neustadt zum Bismarckplatz. :)


    Edit: okay, doch :)

    Off-topic: Es ist erstaunlich, in was für einem Zeitalter man bei der Flächennutzungsplan-Software in Mainz noch lebt...

    Einmal editiert, zuletzt von Jäkii ()

  • Die fehlende Umstrukturierung der Nummern wunderte mich auch.


    Zur kleinen Ringlinie:

    - sie wäre in der Großen Bleiche gleichzeitig vorgezogene Maßnahme in Bezug auf City Bahn

    - Linie 52 könnte man einen Schlenker durch die Innenstadt verpassen

    - falls eine spätere Anbindung an das Heilig-Kreuz Viertel über die Achse - Hechtsheimer Straße - Bahnhof Römisches Theater - Weißliliengasse kommen sollte, ließe sich der Linienweg von 64/65 nachzeichnen (falls der Kurvenradius an der Ecke Ludwigsstraße es zulässt)