Odenwaldbahn fit für die Zukunft machen

  • Sau praktisch, dass man erst mit der Modernisierung so ziemlich alle Bahnsteige gekürzt hat.


    Echt? Welche denn? Das bezweifel ich. Wenn man ich mir die Google-Luftbilder anschaue, kann ich mir nicht vorstellen, dass früher die Bahnsteige länger als 120 m waren. Wo sie länger waren, sind sie vielleicht nicht auf voller Länge auf 55 cm gebracht worden.

  • Echt? Welche denn? Das bezweifel ich. Wenn man ich mir die Google-Luftbilder anschaue, kann ich mir nicht vorstellen, dass früher die Bahnsteige länger als 120 m waren. Wo sie länger waren, sind sie vielleicht nicht auf voller Länge auf 55 cm gebracht worden.

    Zulässige Wagenzuglängen für Reisezüge:


    Kailbach Hp u 155 m

    Schöllenbach-Hesselbach Hp u 73 m

    Hetzbach Hst u 162 m

    Erbach 283 m

    Erbach Nord Hp u 170 m

    Michelstadt 233 m

    Zell-Kirchbrombach 139 bzw. 205 m

    Bad König 166 m

    Mümling-Grumbach 159 bzw. 139 m

    Höchst 196 m

    Hetschbach Hp u 120 m

    Wiebelsbach-Heubach 237 m

    Groß Umstadt 153 m

    Klein Umstadt Hst u 158 m

    Langstadt Hp u 158 m

    Babenhausen 303 m

    Zellhausen Hp u 183 m

    Seligenstadt 220 m

    Hainstadt u 125 m

    Klein Auheim Hp u 200 m

    Hanau Hbf 365 m

    ---

    Darmstadt Hbf 280 m

    Abzw Darmstadt Nord Hst 220 bzw. 180 m

    Darmstadt Ost 223 bzw. 191 m

    Nieder Ramstadt-Traisa Hp u 161 bzw. 131 m

    Ober Ramstadt 200 m

    Reinheim 220 m

    Lengfeld 201 bzw. 189 m

  • Der RMV unterschlägt hier ganz nebenbei mal wieder, das man nur die Bahnhöfe wieder in Betrieb nimmt, die es bis zur Modernisierung schon immer gegeben hatte...

    Quark. Nieder Ramstadt ging Ende der 1980er außer Betrieb. Für Hetzbach (Umwandlung in Anst) gilt ähnliches. Da wußte man noch nicht mal, daß es einen RMV geben wird, geschweige denn, daß die Odenwaldbahn modernisiert wird. Richtig ist, daß es die Bahnhöfe schon mal gab, aber nicht bis zur Modernisierung, sondern über ein Jahrzehnt weniger.

  • Quark. Nieder Ramstadt ging Ende der 1980er außer Betrieb. Für Hetzbach (Umwandlung in Anst) gilt ähnliches. Da wußte man noch nicht mal, daß es einen RMV geben wird, geschweige denn, daß die Odenwaldbahn modernisiert wird. Richtig ist, daß es die Bahnhöfe schon mal gab, aber nicht bis zur Modernisierung, sondern über ein Jahrzehnt weniger.

    Auf Drehscheibe Online hat “Signalschruber” das Vorgehen bei der Modernisierung ganz gut beschrieben:

    Zitat

    Nein, man hat nicht überall die Bahnsteige zurückgebaut. Man hat einfach nur nicht länger modernisiert, wie es für eine Intino Dreifachtraktion notwendig. Warum auch? Längere Traktionen sind mit Fahrzeugtyp eh nicht im Fahrgasteinsatz möglich und die Prognosen sind auch nicht davon ausgegangen, dass dies notwendig wird. Jetzt hat die Realität die Prognosen nach 15 Jahren eingeholt und nun verlängert man eben die Bahnsteige für Dreifachtraktionen 622. Was daran unglaublich sein soll, verstehe ich nicht. Hier wird verantwoturngsvoll mit Steuermitteln umgegangen und nicht über Bedarf Geld verbrannt für Infrastruktur die jetzt 15 Jahre unnötig gewesen ist und nach den ursprünglichen Prognosen niemals notwendig gewesen wäre.

  • Auf Drehscheibe Online hat “Signalschruber” das Vorgehen bei der Modernisierung ganz gut beschrieben:

    Jein. Das mag für die offiziellen Prognosen so gegolten haben, unter der Hand war aber allen klar, daß das so nicht funktioniert. Auf der Odenwald gab und gibt es ernstzunehmende Vereine, die auch mit z. T. erheblichem Personalaufwand eigene Fahrgastzählungen/Vollerhebungen durchgeführt und rechtzeitig vor Betriebsstart gewarnt hatten, daß die "irgendwann" prognostizierten Zahlen praktisch schon "jetzt" existieren und es massive Probleme geben wird. Die einzige Antwort von RMV und Dadina war dann seinerzeit logischerweise, daß man das nicht so sieht und dann kam der (zuvor im Odenwald nie gehörte und notwendige) Spruch "10 Minuten stehen ist doch mal akzeptabel". Als dann direkt nach Betriebsstart die erwarteten Probleme auftraten, konnte bei den Verantwortlichen natürlich niemand wissen, daß so etwas jemals eintreten würde...

  • Genau, ist ja im Taunus 10 Jahre vorher auch nicht genau so passiert...

    Da konnte man sich tatsächlich noch auf fehlende Erfahrungen rausreden, allerdings hatte man da die Bahnsteige trotz der anfangs nicht geplanten 4-fach-Traktion VT2E gleich lang genug gebaut, da gab es dann nur Probleme bis zum Eintreffen der nachbestellten Fahrzeuge.


    Im Odenwald hat man einfach auf Teufel komm raus zusammengespart was irgendwie vermittelbar erschien, obwohl man es zu dem Zeitpunkt schon hätte wissen müssen.

    "Der Mensch, der so ehrbar im Einzelnen, aber so miserabel im Ganzen ist."
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Wir sollten mal die Sprachregelung klären: es gibt einen Unterschied zwischen Bahnsteiglänge und Bahnsteignutzlänge.


    Wenn im Zuge der Modernisierung die Bahnsteige auf eine einheitliche Nutzlänge von 120 m gebracht wurden, heißt das m.E. nur, dass auf einer Länge von 120 m die zur Erlangung des barrierefreien Zugangs in den Zug erforderliche Bahnsteighöhe von 76 cm hergestellt wurde. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die nicht erhöhten Abschnitte alter Bahnsteige abgebaut wurden, sie könnten weiterhin vorhanden sein, nur sind die (noch vorhandenen) zusätzlichen Längen unter den Bedingungen von Barrierefreiheit nicht nutzbar. Insofern ist die Behauptung, alle Bahnsteige seien im Zuge der Modernisierung gekürzt worden vermutlich unzutreffend, zumindest aber ungenau.

  • Nach Holgers Liste gab es vor der Modernisierung aber auch etliche Bahnsteige, die kürzer als 170m waren. Da könnte es sein, dass man tatsächlich erstmal Platz schaffen muss?


    Und - weshalb das alles so wild unterschiedlich war, würde mich auch mal interessieren. Falls das den heute noch bekannt ist. Ist ja schließlich schon eine Weile her, dass das so gebaut worden war.

    fork handles

  • Insofern ist die Behauptung, alle Bahnsteige seien im Zuge der Modernisierung gekürzt worden vermutlich unzutreffend, zumindest aber ungenau.

    Im Falle der Odenwaldbahn ist das aber zutreffend. Mir ist kein alter Bahnsteig bekannt, von dem es noch irgendwelche Reste gibt, da wurde alles abgetragen. Alle modernisierten Bahnsteige sind tatsächlich nur noch 120 Meter lang. Davon gibt es meines Wissens nur zwei Ausnahmen, nämlich je ein Bahnsteig in Darmstadt-Ost (da schon vor 2005 modernisiert) und in Wiebelsbach mit je ca. 150 Meter. Nicht modernisiert sind die Haltepunkte zwischen Erbach und Eberbach, sowie Klein-Auheim und Hetschbach. (Hanau Hbf, DA Nord und Eberbach habe ich hier mal ausgenommen)

  • Genau, ist ja im Taunus 10 Jahre vorher auch nicht genau so passiert...

    Da konnte man sich tatsächlich noch auf fehlende Erfahrungen rausreden, allerdings hatte man da die Bahnsteige trotz der anfangs nicht geplanten 4-fach-Traktion VT2E gleich lang genug gebaut, da gab es dann nur Probleme bis zum Eintreffen der nachbestellten Fahrzeuge.

    Welche Fehler meinst du? Was gab es da für Probleme?

  • Und - weshalb das alles so wild unterschiedlich war, würde mich auch mal interessieren. Falls das den heute noch bekannt ist. Ist ja schließlich schon eine Weile her, dass das so gebaut worden war.

    Wie so üblich: Vieles ist historisch gewachsen. Bei den ursprünglich vorhandenen Verkehrsstationen dürfte eine Rolle gespielt haben, wieviel Land die Bahn von den Kommunen kaufen/übernehmen konnte und welche Verkehrsbedürfnisse vorausgesetzt wurden.


    Dann kommt z. B. hinzu, daß die hintere Odenwaldbahn traditionell schon immer im dünn besiedelten Bereich lag und dementsprechend die Erbauer der Verlängerung auch dort eher sparsam waren - was sich z. B. am eingleisig trassierten Tunnel oder den Viadukten äußert, während die vordere Odenwaldbahn weitgehend zweigleisig vorbereitet war - auch bei den Kunstbauten. Nun gab's aber so einen Österreicher, der mit diesem Land viel vorhatte (und heute dummerweise Leute scharenweise seinen Nachfolgepredigern und -parteien hinterherlaufen, weil die ja so schön einfache Antworten auf komplizierte Fragen haben) und deswegen wurde die Odenwaldbahn als kriegswichtig eingestuft. Das hatte dann zur Folge, daß im hinteren Odenwald weitere Kreuzungsbahnhöfe aufgebaut wurden, deren (Stellwerks-)Gebäude heute noch größtenteils stehen, wie z. B. dasjenige am Haltepunkt Schöllenbach-Hesselbach.

    Irgendwann war diese Zeit rum und bevor der große Niedergang begann, wurden trotzdem nochmal versucht, gegen den aufkommenden Autoverkehr anzukämpfen. Daher wurden neue Haltepunkte eingerichtet, die es früher nicht gab und die sich aufgrund der Dorfgrößen nicht rentiert hätten bzw. die Leute eben ohne zu Murren drei Kilometer zum Bahnhof gelaufen sind. Diese Haltepunkte waren dann dem Zeitgeist gemäß für den klassischen Schienenbus ausgelegt und dementsprechend kurz. Diese ganzen Haltepunkte im hinteren Odenwald (Schönnen, Ebersberg, Schöllenbach-Hesselbach, Friedrichsdorf, Eberbach Nord existieren heutzutage allesamt nicht mehr (man kann sie aber noch erkennen), nur Schöllenbach-Hesselbach wurde in den Wirren der Bahnreform zusammen mit Kailbach von ein paar rührigen Leuten der Bahn praktisch wieder untergeschoben und mit vergleichsweise einfachen Mitteln reaktiviert. Kailbach war früher Bahnhof, daher die lange Bahnsteigkante, bei Schöllenbach-Hesselbach blieb es bei der Schienenbuslänge.

  • In der Presseinformation zur Gersprenztalbahn steht folgendes zur Odenwaldbahn, betreffend den Fahrplan 2021:

    Zitat

    Auf der Odenwaldbahn wird es dann in den Hauptverkehrszeiten zwei zusätzliche Fahrten von bzw. nach Frankfurt geben.

    Weiß dazu schon jemand näheres? Werden das Fahrten der RB 82 oder des RE 85 sein? Geplant war ja mal ein RE 85 gegen 15.38 Uhr ab Frankfurt.

  • Bei der Diskussion um die Zukunft der Odenwaldbahn fallen zwei Dinge auf:


    1.) Eine Verkürzung der Fahrtzeiten durch Schaffung von zweigleisigen Abschnitten wird offenbar überhaupt nicht angestrebt. Dank einer merkwürdigen Schleichtrasse von DB Netz im Grundtakt der RB 81 zwischen Darmstadt Hbf. und Ober-Ramstadt benötigt die VIAS heute 73 Minuten für die Fahrt von Darmstadt Hbf. nach Erbach, DB Regio schaffte die Fahrt (auch mit Aufenthalt in Wiebelsbach, um den Anschluss aus Hanau/Babenhausen aufzunehmen) in grauer Vorzeit schon mal in 70 Minuten. Warum man für die RB 81 im Grundtakt 12 Minuten Fahrzeit zwischen Darmstadt Hbf. und Ober-Ramstadt berechnet und für den RE 80 wahlweise 9 oder 10 Minuten Fahrzeit, bleibt das Geheimnis von DB Netz. Am Abfahrtsgleis in Darmstadt Hbf. liegt es jedenfalls nicht, das ist in beiden Fällen Gleis 6.


    2.) Die Trassenkonflikte in Darmstadt Nord (Gleis 4) zwischen HLB und VIAS RB 82 sind für den RMV offenbar auch kein Thema. Kommt die RB 82 mit Verspätung von Frankfurt, dann kann schnell ein Trassenkonflikt in Darmstadt Nord mit der Richtung Darmstadt Hbf. fahrenden RB75 der HLB entstehen. Dies wird sich im neuen Fahrplan noch verstärken, da zum einen die VIAS öfters von Frankfurt kommt und zum anderen der maßgebliche Zwischentakt der HLB auch öfter fährt.


    Zwei Alternativen gibt es im Fall der Fälle: Die VIAS wird vorgelassen und die bisher pünktliche HLB bekommt Verspätung. Oder die HLB wird vorgelassen und die VIAS hat noch mehr Verspätung. Im zweiten Fall hat die VIAS dann aber mindestens plus 15, so dass die Zugkreuzung mit dem Gegenzug selbst bei einem neuen Kreuzungsbahnhof Mühltal nach Darmstadt Ost verlegt werden würde. Von daher müsste man meiner Meinung nach im ersten Schritt Darmstadt Nord dahingehend ertüchtigen, dass die Richtung Darmstadt fahrende HLB ohne Probleme nach Gleis 3 verlegt werden kann, bevor man über einen Kreuzungsbahnhof Mühltal nachdenkt.

  • Bei der Diskussion um die Zukunft der Odenwaldbahn fallen zwei Dinge auf:


    1.) Eine Verkürzung der Fahrtzeiten durch Schaffung von zweigleisigen Abschnitten wird offenbar überhaupt nicht angestrebt. Dank einer merkwürdigen Schleichtrasse von DB Netz im Grundtakt der RB 81 zwischen Darmstadt Hbf. und Ober-Ramstadt benötigt die VIAS heute 73 Minuten für die Fahrt von Darmstadt Hbf. nach Erbach, DB Regio schaffte die Fahrt (auch mit Aufenthalt in Wiebelsbach, um den Anschluss aus Hanau/Babenhausen aufzunehmen) in grauer Vorzeit schon mal in 70 Minuten. Warum man für die RB 81 im Grundtakt 12 Minuten Fahrzeit zwischen Darmstadt Hbf. und Ober-Ramstadt berechnet und für den RE 80 wahlweise 9 oder 10 Minuten Fahrzeit, bleibt das Geheimnis von DB Netz. Am Abfahrtsgleis in Darmstadt Hbf. liegt es jedenfalls nicht, das ist in beiden Fällen Gleis 6.

    schon mal auf die Idee gekommen dass deine "Schleicher" RB81 in Mühltal und Lichtwiese hält und deine "schnelleren" RE80 nicht?

  • Sorry, der Satz muss natürlich heißen:


    Warum man für die RB 81 im Grundtakt 12 Minuten Fahrzeit zwischen Darmstadt Hbf. und Darmstadt Ost berechnet und für den RE 80 wahlweise 9 oder 10 Minuten Fahrzeit, bleibt das Geheimnis von DB Netz.


  • olieisenbahn Wahrscheinlich einfach nur Fahrzeitpuffer und die RB81 kommt dann 3-4 Minuten früher an. Ist zwischen Friedberg und Frankfurt West genauso. Manche RB's schaffen die Strecke in 19 oder 23/24 Minuten(Ohne Halt in Bad Vilbel) und dann gibt es die, die brauchen 32 Minuten-

    Alle kommen, wenn alles pünktlich fährt, 2-5 Minuten zu früh am Westbahnhof an.


    Ich hab es auch schon einmal erlebt, dass der Zug in Nieder-Wöllstadt auf Gleis 3 durchgeleitet wurde, in Bad Vilbel auf Gleis 4(Ohne Bahnsteig) und dann in Frankfurter Berg durch das Mittelgleis und der Zug kam trotzdem eine Minute zu früh an. Denke mal der Zug wurde so komisch geleitet, weil er soviel Puffer hatte