DEINBUS: Insolvenzantrag gestellt

  • Für den Raum Haunau, Main-Kinzig-Kreis kann das alles noch richtig, richtig böse enden. Denn wenn die VIA Bus auch noch Pleite geht, weil der Mutterkonzern pleite ist und jetzt auch noch Dein Bus pleite ist, dann kann es zu massiven Fahrtausfällen kommen. Und für mehr als 4 Linien haben sogar die SEV und Gebrauchtbusunternehmen nicht genug Busse zur Verfügung. Dazu muss man auch erstmal die Fahrer dazubekommen.


    Hoffentlich machen sich die Unternehmen auf diesen Worst Kast schon mal gefasst.

  • Naja, böse enden wird da nichts.

    Es gibt/gab ja noch mehrere Bieter.

    Wäre jetzt natürlich interssant, wo sich Heuser/Langenselbold im Bieterfeld befand, vielleicht bekommt er es ja zugeschlagen?


    Geiz ist nunmal nicht geil und kostet unter dem Strich doch des öfteren mehr - und wenn es die Nerven der Bevölkerung sind, wenn der Bus nicht (mehr) kommt.

    Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger,

    Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen

    und Volksvertreter....

    Ich wünsche euch noch eine schöne Zeit

    (Zitat stammt nicht von mir, ist aber in vieler Hinsicht zutreffend)

  • Die ehemaligen Mitbieter haben aber bestimmt keinen Überhang für derartige Fälle aufgebaut. Fahrzeuge und Fahrpersonal "weiter zu geben" ist wohl eher theoretischer Natur.

  • Schade, dass DeinBus insolvent ist. Die waren ja bereits um 2010 Vorkämpfer für einen freien innerdeutschen Fernbus-Linienverkehr.


    Liebe Eisenbahnfreunde - jetzt bitte nicht beschweren: Erstens schaffen die Fernbusse und mittlerweile auch FlixTrains einen gewissen Druck, auch die Bahn-Fahrpreise in Grenzen zu halten. :). Und zweitens vermute ich, dass Flixbus und Co eher eine Alternative zur Autofahrt - sei es selbst oder als Mitfahrer - sind. Das beste Beispiel ist BlaBla, die neben ihrer Mitfahr-Vermittlung jetzt auch ein eigenes Fernbus-Netz aufbauen. Und drittens schaffen die Fernbusse auch Reisemöglichkeiten für diejenigen, denen die Bahn zu teuer ist und die sonst zu Hause bleiben oder trampen würden.

  • Der Volvo 7700A von Sippel, der bis letzte Woche auf dem SEV in Frankfurt fuhr, war heute in Hanau mit einem Dienstfahrzeug der vgo unterwegs und hat schon mal alle Haltestellen abgefahren. Da mir kein SEV im Raum Hanau bekannt ist kann es sein, dass man sich schon auf den Ernstfall vorbereitet.

  • Die Pleite ist ein Statement gegen die Ausschreiberei von Fahrleistungen im Nahverkehr a la Brexit Country.


    ...und Flixbus ist nicht gerade ein ein Vorbildunternehmen - es kauft die Leistungen ein und das Einhalten

    der Lenkzeiten, etc ist dann Flixbus egal

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Ich stimme Darkside in beiden Punkten zu. Möglicherweise haben gerade die von Dir geschilderten Praltiken genau dazu geführt, dass DEINBUS nicht mithalten konnte, weil sie etwa im Punkt genau auf das Einhalten der Vorschriften achteten.


    Das spricht aber nicht unbedingt gegen den Fernbus, sondern gegen die derzeitige Art von Ausschreibungen und Wettbewerb und gilt genauso auch für den Eisenbahnverkehr.

  • Ach du grüne Neune. Ich denke, im Falle Langenselbold könnte dann Heuser wieder - vorausgesetzt, dass sie bei der Ausschreibung nach Viabus und DeinBus Dritter im Verfahren waren - die Regie im Bündel im Fall der Fälle übernehmen. Denn man braucht dann nochmals sieben Busse + genügend Fahrer. Im schlimmsten Falle gibt es wieder eine Notvergabe...

    Der Betrieb scheint aber im MKK weiterzulaufen - zumindest sehe ich keine Infos über Ausfälle bei der KVG-Main-Kinzig Website.

    Einmal editiert, zuletzt von Headtallica ()

  • Sorry: mein Mitleid für die Firmen ViaBus, DeinBus und Co. hält sich in Grenzen! Ich kann mir sogar das Lachen nicht verkneifen. Ein Schlag ins Gesicht der Verkehrspolitik des Landes Hessen und der EU :D. Mir tuen nur die Fahrgäste und das Fahrpersonal leid... ich hoffe man besinnt sich (wohl eher nicht) und vergibt nur noch an heimische Betriebe oder kommunalisiert am besten alles wieder. Wie wäre wieder mit den "Kreiswerken Gelnhausen" oder dem "Wetterauer Kraftwagenbetrieb"?

    Und bitte lieber MKK: keine Transdev! Nur noch zum kotzen die Verkehrspolitik.

  • Die Pleite ist ein Statement gegen die Ausschreiberei von Fahrleistungen im Nahverkehr a la Brexit Country.


    ...und Flixbus ist nicht gerade ein ein Vorbildunternehmen - es kauft die Leistungen ein und das Einhalten

    der Lenkzeiten, etc ist dann Flixbus egal

    Richtig! Fernbus ja aber nur in Händen der DB ala IC Bus. Jedoch nicht mit Subs.

  • Mir tuen nur die Fahrgäste und das Fahrpersonal leid... ich hoffe man besinnt sich (wohl eher nicht) und vergibt nur noch an heimische Betriebe oder kommunalisiert am besten alles wieder. Wie wäre wieder mit den "Kreiswerken Gelnhausen" oder dem "Wetterauer Kraftwagenbetrieb"?

    Ob das wirklich der beste Weg wäre? Da habe ich so meine Zweifel. Die KWB sind schließlich nicht allein am Wettbewerb gescheitert.

    Ja, für viele Fahrer ist die Lage schlechter geworden, aber das fängt sich aktuell durchaus aufgrund des Problems des Fahrermangels. Andererseits sind vielerorts (ich weiß: wahrlich nicht überall!) Qualität und Quantität des Nahverkehrs ja durchaus besser geworden, teils auf dem Land um Quantensprünge. Da bringen die Ausschreibungen den Fahrgästen ja schon etwas.

    Viel wichtiger fände ich, wenn lokale, kleine oder mittelständische Busunternehmen bessere Chancen bekämen (also die, die bisher überlebt haben, wie Stroh in Altenstadt). Zum Beispiel, indem ein Faktor "erwiesene Zuverlässigkeit" in den Ausschreibungen berücksichtigt wird. Ich hörte mal, dass in irgend einem Land grundsätzlich stets der günstigste Bieter nicht genommen wird, um Dumping-Angebote zu verhindern. Weiß da jemand mehr?

  • Erwiesene Zuverlässigkeit sollte wahrlich genauso wie die Möglichkeit auf Direktvergaben geprüft werden. Solange wie kein Dumpinganbieter in den Markt drängt, können sich prinzipiell auch kleine und (halb)kommunale Unternehmen beweisen - siehe Rack, welche ihr Bündel im Ausschreibungsverfahren verteidigen konnten, genauso wie das im MKK die Firmen RVMK, RDG und auch die VGF Fulda konnte. Und weitere kleine(re), private Firmen gewinnen auch Bündel: das WTK-Bündel von der BVH an Gass oder die OF-99 an Rack -zum Beispiel- sei da erwähnt.


    Kleine Anekdote nebenbei: der Kreistag hatte damals im Viabusdilemma die Idee, dem Regionalverkehr Main-Kinzig zukünftig per Direktvergabe auf zu vergebende Bündeln einzusetzen. Umgesetzt wurde das wohl nicht. Und: Anno 2013 wurde sogar beabsichtigt, das Bündel 6, welches jetzt teilweise von DeinBus (54, 56 und 57) und RDG (66-68) direkt an die Altbetreiber zu vergeben. Hat man nicht gemacht - damit hätte man sich auf den Selbolder Linien viel Ärger erspart, auf den Linien 66-68 läuft es zum Glück.


    Das Credo „wir vergeben alles an den RVMK und setzen Subs ein“ ist aber auch nicht zwangsweise nötig: Die Gewichtung Preis/Qualität und andere Weichenfaktoren obliegt ganz und gar den LNOs respektive dem RMV. Wer billig will bekommt auch billig. Wer Qualität haben will, muss eben etwas tiefer in die Tasche greifen. Und wer eben jahrzehntelang auf einem Bündel gute Arbeit leistet, soll auch eine realistische Chance haben, sich zu bewähren, und nicht durch Dumping aus dem Markt gedrängt zu werden.

  • Da bringen die Ausschreibungen den Fahrgästen ja schon etwas.

    Hier stellt sich die Frage, welchen Anteil "Die Ausschreibungen" daran haben, und welchen Anteil die massiv erhöhten Investitionen in den ÖPNV und das gewachsene Bewusstsein für die Notwendigkeit. Beides ist etwa gleicheitig passiert und hatte in Summe einen positiven Effekt.

    Mein Eindruck ist eher, dass die positive Entwicklung aus den gesteigerten Investitionen kommt, die zur Schaffung attraktiver Verbindungen führen, die wiederum Nutzer anziehen etc pp. Das Einfügen weiterer kleiner Unternehmen, die auch am Kuchen mitverdienen wollen, kann prinzipiell die Kosten nicht senken.

    Nichtsdestotrotz können wir an der Ausschreiberei an sich wenig ändern.

  • Die Lage spitzt sich zu.


    Zitat

    Kurzfristig drohte am Donnerstag der Schulbusverkehr in Friedberg und Bad Nauheim eingestellt zu werden. Ein von "DeinBus" beauftragtes Subunternehmen kündigte an, zur Mittagszeit seine Busse der Linien FB-10 und FB-35 zurückzuziehen. Hintergrund sind die seit längerem andauernden Zahlungsschwierigkeiten der DeinBus GmbH.

    Zitat

    Ein weiteres Bus-Chaos ist damit freilich nicht endgültig gebannt. Wie aus Branchenkreisen verlautet, kann "DeinBus" derzeit in anderen Landkreisen nicht einmal den Treibstoff für seine Busse bezahlen. So übernimmt die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig als Auftraggeber die Kosten für das Betanken der Busse.

    https://www.wetterauer-zeitung…hmen-pleite-12917038.html

  • Moin,

    und ich sage Euch, selbst wenn in manchen Teilen wochenlang kein Bus mehr fahren würde, es ändert sich an dieser schwachsinnigen Billigheimerei gar nichts.

    Beispiele dafür gab es in der Vergangenheit genug (VM und Co.).


    Diese ganzen schwachsinnigen Irren in Wiesbaden, sind an dieser Hinrichtung einer ehemals einwandfrei funktionierenden ÖPNV Landschaft schuld.

    Seitdem diese Ausschreibungskacke läuft, können Busfahrer in Ballungsräumen von ihren Gehältern nicht anständig leben, und auf dem Land sieht es auch nicht besser aus.

    Von der zu erwartenden Fahrerqualität bei dem Gehaltsniveau wollen wir erst gar nicht sprechen.


    Die Verantwortlichen für diese Miseré gehören in den Knast.


    Schönes Wochenende.

  • Aber es funktioniert ja auch anders.

    So hat die LNG Fulda versuchsweise in 2018 auf ein paar Linien die Fahrpreise versuchsweise gesenkt. daraufhin wuchs die Anzahl der Fahrgäste, mit dem Resultat, daß ab 2019 im gesamten Landkreis die Preise auf eine einheitliche Stufe gesenkt wurden.

    Und außerdem fährt ausschließlich die RhönEnergie die Buslinien (Kommunal, wenn auch privatwirtschaftlich geführt).

    Warum kann denn zB der Main-Kinzig-Kreis sich nicht überwinden, seine Buslinien der RVMK zu übertragen, wegen mir mit Ortsansässigen Subunternehmern (Stroh, Heuser, Rack, RDG, Susen, Noll, Gass, Klüh, wegen mir auch die VGF, wen vergessen?), auch mit der Vorgabe eines Coporate Design, dass man gleich sieht, das ist ein Bus des Main-Kinzig-Kreises (Betrieb von Ersatzfahrzeugen ausgenommen).


    Und so auf ganz Hessen verteilt.


    crosshair : Die Verantwortlichen können nicht in den Knast. Es sind Politiker und haben nichts zu verantworten.

    Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger,

    Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen

    und Volksvertreter....

    Ich wünsche euch noch eine schöne Zeit

    (Zitat stammt nicht von mir, ist aber in vieler Hinsicht zutreffend)

    Einmal editiert, zuletzt von LINIE 5 ()