Abschaffung der 1. Klasse im Nahverkehr?

  • Wobei ich bei einigen Gästen der 1. Klasse der S-Bahn fast sicher bin, dass sie keinen entsprechenden Fahrschein vorweisen können.


    Das ist man wohl, wenn man nach der alten Devise "Kleider machen Leute" lebt.

    Vielleicht solltest du dir ab und zu mal am Frankfurter Hauptbahnhof den Personalwechsel der S-Bahnen anschauen, bei vielen

    Triebfahrzeugführern erkennt man auch nicht ob sie nun einen Jochen Schweizer Gutschein gewonnen haben um "mal einen Zug zu fahren" oder

    aber bei einem EVU angestellt sind ;)


    Ich bin grundsätzlich für eine 1. Klasse auch im Nahverkehr.

    Bei der S-Bahn Rhein Neckar hat man das Angebot an Plätzen in der 1. Wagenklasse halbiert, so haben die 425er dort nurnoch hinter einem Führrerraum Sitzplätze der ersten Klasse.
    Dies wäre eventuell auch für die S-Bahn Rhein Main eine sinnvolle Option.

  • Zu “Kleider machen Leute“: wenn sich in der 1. Klasse ein Stinkekäse auf zwei Beinen, der das letzte Mal vor vermutlich 10 Jahren mit Wasser in Berührung gekommen ist, samt seiner 7 Siff- und Ranz-Plastetüten darin ausbreitet, ist die Annahme, daß dieser... ääääähm... “Fahrgast“ keinen gültigen Fahrschein für die 1. Klasse besitzt, wohl nicht so fernliegend.


    2. Klasse ist meistens auf irgendwelchen Schwerbehinderten-Ausweisen mit drauf, 1. jedoch nicht.


    Häufiger zu finden ist dieses Phänomen in den Abend- und Nachtstunden.

    Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.

  • 2. Klasse ist meistens auf irgendwelchen Schwerbehinderten-Ausweisen mit drauf, 1. jedoch nicht.

    Kriegsbeschädigte dürfen mit einem 2.-Klasse-Fahrschein 1. Klasse fahren. Gibt halt heute nicht mehr so viele davon.


    Ich meine auch gehört zu haben, dass man bei gerichtlicher Vorladung 1. Klasse fahren darf, vielleicht verwechsle ich das aber auch mit etwas anderem.

  • Tatsache ist, es gibt niemanden, der in einem Regionalzug 1. Klasse fährt. Im Berufsverkehr ist es geradezu absurd, wenn die Züge aus allen Nähten platzen, die Reisenden in den Gängen und vor den Türen stehen müssen, aber das 1. Klasse-Abteil ist einfach komplett leer.


    Natürlich gibt es Leute, die im Regionalverkehr 1. Klasse fahren. Beispielsweise weil sie es von ihrem Arbeitgeber bezahlt bekommen. Die Preise sind dann je nach Strecke auch doppelt so hoch und wenn jemand bereit ist das zu zahlen sollte es definitiv die Möglichkeit geben diese wahrzunehmen.

    Die Lösung des Problems von überfüllten Zügen ist nicht die Abschaffung der 1. Klasse (was sowieso nur ein Tropfen auf den heißen Stein wäre) sondern massive Kapazitäts- und Bahntrassenerweiterungen für eine bessere Taktung

  • Der Unterschied zu den Ländern ist der, dass in Deutschland gerne gegeneinander gearbeitet wird, zwischen

    benachrbarten Kommunen, Bundesländern, etc.

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


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  • Tolle Vorstellung, in jedem Wagen auf einer Seite die Doppelsitze für Bekannte und die andere Seite mit Einzelsitzen. Dafür braucht man dann längere und mehr Züge. Da die Bahnsteige zu kurz und zu wenig Gleise vorhanden sind, also vorerst weniger Sitze im Zug.


    Ob das wirklich allen Fahrgästen gefällt ...

    Vollkommen Großartiges Forum

  • Tatsache ist, es gibt niemanden, der in einem Regionalzug 1. Klasse fährt.


    Das ist in seiner Absolutheit einfach nur falsch. Die Nutzung im Vor- und Nachlauf zum Fernverkehr wurde ja schon mehrfach genannt. Da ich im FV ausschließlich in der 1. Klasse unterwegs bin, gehöre ich dort also auch zum Nutzerkreis - und das schließt auch die S-Bahn ein.
    Wenn ich sonntagsabends um 23 Uhr in Frankfurt am Hbf ankomme, und noch 20 Minuten S-Bahn vor mir habe, bin ich ausgesprochen dankbar darüber, daß es dort auch eine 1. Klasse gibt. Zumal - zumindest vorne wo die DB Sicherheit steht - dort sich die, die es eigentlich nicht dürfen, auch nicht hin trauen.

    Ich bin also für die hier ungenannte Option: 1. Klasse beibehalten, wie sie ist. Man kann höchstens drüber diskutieren, wie beknackt die Anordnung in den "RMV-Dostos" ist, mehrere Wagen, nur im Oberdeck in der Mitte, wo man sich immer durchboxen muß um hin zu kommen. (Und oben sitzen ist eh blöd für meinen Magen.) Ein halber Wagen, zur Lok gekuppelt, oben wie unten, und alles wäre in Butter....

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • Ich sehe es mal so: So lange die 1. Klasse sich rechnet und wenigstens kostendeckend ist - oder noch besser : Gewinn bringt - ist sie o.k. Ich habe nur Schwierigkeit damit, dass auch gehobener Standard von der Allgemeinheit subventioniert wird. Im Idealfall mindern die Mehreinnahmen der 1. Klasse den Zuschissbedarf für den allgemeinen ÖPNV. :)

  • Zugegeben, Dein Vertppsler läßt mich schmunzeln. Aber Du kannst davon ausgehen, daß DB Regio vom Fernverkehr durchaus mehr bekommt für eine FV-ahrkarte mit entsprechendem NV-Abschnitt, wenn diese 1. Klasse ist, als wenn diese 2. Klasse wäre.

    Die, die die 1. Klasse (legal) nutzen, zahlen schließlich mehr. Von daher finde ich, daß das Subentionsargument nicht wirklich greift.

    Sagen wir es mal ganz offen: Es hat einen Grund, wieso ich 1. Klasse fahre. Gäbe es sie nicht, würde ich mir eine Alternative suchen, denn die gegebene Alternative ist zu den Zeiten wenn ich unterwegs bin meist inakzeptabel.

    Wenn das Verkehrsmittel Bahn (und damit ist mir die Darreichungsform des Zuges egal, sofern man in ihm mehr als ein paar Minuten wie in Straßen- und Ubahn verbringt) attraktiv sein soll, geht das nur, indem man auch entsprechenden Komfort bietet, für die Leute, die bereit sind, ihn zu bezahlen. Ich weiß, es geht hier nicht um den Fernverkehr - aber gäbe es dort keine 1. Klasse, würde ich wohl nicht mehr mit der Bahn fahren. Und dabei ist nicht nur der Sitzkomfort der 2. Klasse der springende Punkt.

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • Letztlich scheint es mir wirklich oft genau diese Quersubventionierung der Ersten für die Zweite Klasse zu sein. Schließlich zahlen Erster-Klasse-Fahrgäste lediglich für die etwas größere Chance auf einen Sitzplatz und mehr Ruhe teils mehr Geld. Der Komfort aber (=Sitzplatz) ist ja identisch. Warum sollte man diese Mehr-Einnahmen nicht mitnehmen? Gäbe es keine Erste Klasse mehr, dürfte sich das zuvorderst in Mindereinnahmen bemerkbar machen und womöglich (leicht) steigenden Zweite-Klasse-Preisen, oder? Das dürfte der Zweite-Klasse-Fahrgast stärker spüren als eine minimale Entlastung beim Platzangebot.