Ging die Casellabrücke jemals über die Eisenbahn?

  • Hallo in die Forengemeinde,

    meine Frage geht aus dem Thread-Titel bereits hervor. Die Frage hat zugegebenermaßen nur randlich mit dem Eisenbahnverkehr in Frankfurt zu tun.


    Ich habe mir neulich mal die wegen Baufälligkeit im Juni 2019 gesperrte Casellabrücke (eine Fußgängerbrücke) etwas ausführlicher angeschaut.

    Sie führt im Süden von der Jakobsbrunnenstraße in Fechenheim über das Werksgelände der Casella und über die Hanauer Landstraße. An der Hanauer hat sie Rampen zum Straßenniveau sowohl auf der Südseite als auch auf der Nordseite der Hanauer. Die Rampe auf der Nordseite ist aber nicht das absolute Ende der Brücke. Vielmehr geht die Brücke auch "oben" auf Ebene +1 nach dem Beginn der Rampe noch ein paar Meter weiter und endet dann Stumpf in der Luft. (Bei Google im Luftbild auch alles gut zu sehen.)


    Die Brücke muss also ursprünglich mal länger gewesen sein oder zumindest für eine Verlängerung in der Casellastraße vorgesehen gewesen sein. Und genau darum drehen sich meine Fragen.


    War die Brücke mal länger?


    Wenn ja, bis wohin ging sie? Auch über die Eisenbahn hinüber (denn das wäre ja die einzig sinnvolle Verlängerung)? Von wann bis wann gab es dann diese nördliche Fortsetzung? Warum wurde sie abgebaut? Usw.


    Wenn nein, bis wohin sollte sie gehen? Warum wurde sie nicht direkt errichtet? Warum wurde sie auch später nie gebaut? Usw.


    (Dass man jetzt wegen der Nordmainischen S-Bahn und der Baufälligkeit der Brücke nichts mehr macht, ist ja nachvollziehbar.)

    "Phantasie ist wichtiger als wie wo Wissen!"


    (Etwas frei nach Albert Einstein)

  • Es gab wohl mal Pläne für die Auflassung des BÜ in der Cassellastraße. Dann wäre die Brücke weitergebaut worden. Ich weiß nicht in welchem Zusammenhang die Pläne standen (das war in den 1960er-Jahren, also noch deutlich vor der nordmainischen S-Bahn) könnte aber möglicherweise mit dem damals noch geplanten Bau der B 448 über den Main nach Fechenheim zu tun gehabt haben.

  • Beitrag von Kuckuck ()

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  • Ist das die Brücke, die an der Haltestelle Casellastraße ihre Abgänge hat oder verwechsele ich das jetzt? Die ging doch als Hafenbahnbrücke weiter bis in den Riederwald. Die Brücke endete grob gesagt hinter'm Poco, dort gingen die Hafenbahnschienen ja mal weiter - mit Kreuzung der U7-Strecke.


    Wenn es diese Brücke ist, wurde die erst vor ein paar Jahren abgebaut, die Hafenbahn fuhr da aber schon länger nicht mehr drüber. Grund war wohl auch hier baufälligkeit.

    Viele Grüße, vöv2000

  • Die ging doch als Hafenbahnbrücke weiter bis in den Riederwald. Die Brücke endete grob gesagt hinter'm Poco

    Dass es mal eine über drei Kilometer lange Fußgängerbrücke quer durch Frankfurt gab, das wüsste ich allerdings. Das erste stimmt, das zweite ist eine andere Brücke, nämlich die Lahmeyerbrücke.

  • Zitat von vöv2000

    Ist das die Brücke, die an der Haltestelle Casellastraße ihre Abgänge hat oder verwechsele ich das jetzt? Die ging doch als Hafenbahnbrücke weiter bis in den Riederwald.

    Zum ersten Teilhast Du Recht: Die Cassellabrücke beginnt nahe der Einmündung der von Fechenheim Nord kommenden Cassellastraße in die Hanauer Landstraße etwas nördlich der Hanauer Landstraße und Haltestelle, führt über die Hanauer Landstraße mit einem weiteren Abgang auf der Südseite und führt dann über das Cassella-Gelände bis zur Ecke Adam-Opel-Straße / Jakobsbrunnenstraße / Leo-Gans-Straße mit Abgängen auf beiden Straßenseiten. Für Wegzehrung ist auch gesorgt: An beiden Enden des Cassellasteges gibt es Wasserhäuschen :).


    Das im Thread angesprochene nördliche Ende, das an eine mögliche früher bestehende oder geplante Weiterführung über die Bahn denken lässt, sieht bei GoogleStreezView so aus: https://www.google.de/maps/@50…NnLkSA!2e0!7i13312!8i6656


    Im zweiten Teil Deiner Frage liegst Du falsch: Das ist die 2 Haltestellen weiter westlich liegende Lahmeyerbrücke. Die beginnt im südöstlichen Riederwald östlich der Ecke Harkortstraße / Iselinstraße und trug tatsächlich ein Gleis (nach meiner Erinnerung war es nur eines, aber Ihr könnt mich gern korrigieren) der Hafenbahn vom Gewerbegebiet Seckbach (nördlich des Riederwaldes) über die nordmainische Bahnstrecke zum Hauptnetz der Hafenbahn. Südöstlich des Gleises gab es noch einen abgesicherten Seitenstreifen für Fußgänger und Radfahrer. Die musste dann, wie Du richtig festgestellt hast, erneuert werden. Soweit ich weiß, soll die Brücke aus Gründen des Denkmalschutzes aber erhalten bleiben, und auch wegen ihrer Bedeutung für Fußgänger und Radfahrer. Wobei die wichtigste Funktion wohl in der Anbindung des Riederwaldes an die Straßenbahn besteht.


    Eine Verbindung beider Brücken als großräumig Fuß- und Radweg-Magistrale mag zwar derzeit utopisch erscheinen, ist aber nicht ganz von der Hand zu weisen. :)In der Frühzeit der Planung der A 66-Ost gab es ja eine "Stelzenstraße" über der Bahn bzw. der Hanauer Landstraße als ernsthaft verfolgte Variante. Und die taucht heute noch gelegentlich als Geisterreiter wieder auf als Alternativ-Vorschlag zum Riederwald-Tunnel, der ja mittlerweile gebaut wird. :DDa aber andererseits Radschnellwege geplant werden, und gelegentlich das Vorbild eines über 300 m in Kopenhagen als Hoch-Trasse geführten Radschnellweges genannt wird, wäre hier ein Ansatzpunkt. Aber da wir hier im Nahverkehrsforum sind, ließe sich der Gedanke weiterspinnen zu einer von der U 4 / U 7 abzweigenden Schienen-Trasse (Strab oder Stadtbahn), die in Hochlage vom Riederwald nach Fechenheim Süd führt - und dann natürlich dann auch noch den Brückenschlag über den Main schafft und in Tieflage Offenbach anschließt. ^^Damit würde die dann in unserer geliebten östlichen Nachbarstadt angestpßene Idee einer U-Bahn auch noch Wirklichkeit. :D

  • als ich noch in Fechenheim wohnte, bin ich über beide Brücken als Kind drüber, die waren mooordslang =O

    und gefährlich hoch ...
    ansonsten kann ich sowohl den Güterverkehr zu Lahmeyer und den derzeit noch vorhandenen Zustand am Bahnübergang Casellastraße für den Zeitpunkt 1975 bestätigen.

    Grüße ins Forum :saint:

  • Die Fußgängerbrücke ist am 13.10.1964 eröffnet worden. In der offiziellen Chronik von Fechenheim steht, sie sei mit 760 m die längste Brücke Frankfurt gewesen; diese Längenangabe wird in allen möglich Wikis genannt. Misst man heute nach (Stadtplan, Luftbild), kommt man auf eine Länge von 526 m. Was ist mit der Differenz von 234 m?


    War die Angabe von 760 m falsch? War die Brücke länger? Ich tendiere zu ersterem, weil es praktisch keinen belastbaren Hinweis auf zweiteres gibt. Zudem macht eine Länge von 760 m unter keinem Aspekt Sinn: bis zur Bahn bzw. bis über die Bahn hinaus wären es 140-150 m, bis zur Orber Straße rd. 200 m.

  • Ich habe gerade mal mit GoogleMaps nachgemessen: Da sind es vom südlichen Ende des Cassellasteges an der Jacobsbrunnenstraße bis zur Orber Straße etwa 730 m. Rechnet man die beiden Rampen am Ende dazu und misst die Länge des Fußweges zwischen der Trinkhalle unterhalb des südlichsten Aufganges, kommt man auf 850 m.


    Weitere Variante: Messe ich den Steg + die Länge der 4 Rampen, komme ich auf 780 m. Die Messungenauigkeit berücksichtigt, bin ich da sehr nahe bei den 760 m.

  • In einem Buch aus dem Jahr 1965 "Frankfurter Verkehrsbauten" ist zu lesen, dass die Cassellabrücke 520 m lang war und ist; Baubeginn April 1963, Verkehrsübergabe Oktober 1964. Daraus folgt, sie war nie länger als wir sie heute noch kennen.


    skm_284e19090312310_03tjfx.jpg

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  • Ich zitiere mal aus dem Text des obigen Artikels:

    "Eine weitere Unterführung an der Einmündung der Kruppstraße in die Hanauer Landstraße ist zur Zeit in Bau..."


    Also ich kenne ja das Projekt "verlängerte Kruppstraße", allerdings ausschließlich auf dem Papier. Dass da jemals irgendwas zu bauen begonnen wurde, ist mir neu.

  • Die Kruppstraße wäre, wenn sie tatsächlich von der Borsigallee nach Süden verlängert worden wäre, gegenüber von Ernst-Heinkel-/Hugo-Junkers-Straße auf die Hanauer gestoßen. An dieser Kreuzung, d.h. vorm Hornbach-Baumarkt, gibt es aber tatsächlich eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer; auf nachstehendem Bild sind Zugänge gelb markiert:


    unterfhrunghornbachvjk7d.jpg

    © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main, Stand 09.2019,© Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

    Die Kruppstraße würde von links oben kommen (was aussieht wie das Ende eines großen Zebrastreifens ist das Hornbach-Gartencenter), genau dort soll es eine Straße zur künftigen S-Bahn-Station Fechenheim der Nordmainischen geben. Es stimmt schon, was in diesem Buch geschrieben steht...

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