DB-Netz plant zentrales ESTW für die Riedbahn in Gernsheim

  • Dass die Bahn ihre Stellwerktechnik erneuert ist an sich nicht besonderes, aber auf der Riedbahn scheint sich ein größeres Projekt anzubahnen:



    Zitat

    Die Stellwerke Lampertheim, Biblis incl. Hofheim (Ried) mit dem Bahnhof Groß Rohrheim, Gernsheim mit dem Bahnhof Biebesheim, Riedstadt Goddelau, Groß GerauDornberg und Walldorf mit den Bahnhöfen Mörfelden und Zeppelinheim, sowie alle Blocksignale auf den umliegenden Strecken (Mannheim-Waldhof – Lampertheim – Biblis Groß Rohrheim – Gernsheim – Biebesheim – Riedstadt Goddelau – Groß Gerau-Dornberg – Mörfelden – Walldorf (Hess) – Zeppelinheim, Groß Gerau-Dornberg –

    Groß Gerau und Groß Gerau Dornberg - Abzw. Eichmühle) sind durch ein ESTW (mit mehreren ESTW-A) mit einer ESTW-Unterzentrale in Gernsheim zu ersetzten. Da der Bahnhof Hofheim (Ried) von Biblis ferngestellt wird, müssen auch die Signalanlagen des Bahnhofs Hofheim (Ried) und die der Strecken von und nach Bürstadt sowie von Worms Hbf nach Biblis durch dieses ESTW ersetzt werden.

    Im Zusammenhang mit der Errichtung der ESTW`s auf der Riedbahn wird die LZB durch das innovative Zugsicherungssystem ETCS ersetzt werden. Im Rahmen des Neubaus ESTW Riedbahn werden auch die Weichenheizungen in den Bahnhöfen Biblis, Gernsheim, Gros Gerau Dornberg, Groß Rohrheim, Lampertheim, Mörfelden und Walldorf, sowie die BÜ Posten 28, 32, 34, 86, 87 und die Fernwirktechnik der DB Energie für die Strecke 4010 erneuert.


    Die Ausschreibung bestimmter Planungsleistungen ist sozusagen der Startschuss für diese Maßnahme. Der eigentliche Baubeginn ist erst Herbst 2022, dafür muss aber jetzt der Baubetrieb geplant werden, um evtl. erforderliche Sperrpausen und Betriebseinschränkungen, Umleitungen usw. in den Fahrplänen zu berücksichtigen.


    Wenn man dieses Projekt, den Bau der Abstellanlage in Kranichstein, das ESTW Kanichstein (das bahnintern als Großprojekt geführt wird), die Raumplanung für die NBS F <> MA im Zusammenhang sieht, scheint Südhessen derzeit ein Schwerpunkt der DB-Netz-Aktivitäten zu sein.

  • ETCS? Nanu? Da bin ich ja mal gespannt: die S-Bahn-Fahrzeuge sind bisher ja noch nicht mal für ETCS vorbereitet.


    Ich wundere mich deshalb so, weil normalerweise an ETCS-Strecken auch keine PZB mehr verbaut wird, sondern diese Strecken dann nur noch ETCS haben und gar nichts anderes mehr. Heißt: Ohne ETCS kann ein Zug da nicht lang fahren.


    Ob wir tatsächlich ETCS-Ausrüstung auf die S-Bahnen bekommen (dann wahrscheinlich nur auf die 425) und gar noch die entsprechende Ausbildung? Ich hätte ja eigentlich gewettet, daß ich hier ETCS auf der S-Bahn in meinem Berufsleben nicht mehr erlebe.

    Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.

  • PZB bleibt. ETCS L2 nur als LZB Ersatz für Geschwindigkeiten > 160 km/h zwischen Waldhof und Biblis bzw. Biblis und Mörfelden sowie für den internationalen GV. Die Riedbahn sowie Mainz - Worms - Mannheim sind Teil des Korridors Rotterdam - Genua, der auf deutscher Seite zwischen Emmerich und Weil am Rhein zusätzlich zur PZB bis 2025 mit ETCS L2 für den GV ausgerüstet wird. Auf der Riedbahn ist noch die alte LZB L72 Version im Einsatz. Dafür gibt es keine Ersatzteile mehr. Die LZB L72 muss dringendst abgelöst werden. Die Frage lautete daher: Nochmals kurzfristig Upgrade auf LZB CE (wie man es bei den SFS Stuttgart-Mannheim, Würzburg-Hannover und Oebisfelde-Berlin gemacht hat), oder sofort Systemwechsel auf PZB plus ETCS L2, wie bei Eisenach-Erfurt und Berlin-Dresden (hier aktiv ab Juni 2020). Nun kennen wir die Antwort.