Karlsruhe: Rundgang Stadtbahntunnel

  • Inzwischen wurden durch den Tunnel übrigens auch schon Bahnen gefahren, hauptsächlich zum Prüfen ob das Profil und die Bahnsteige passen oder obs da bauliche Nachbesserungen braucht.

  • Hängt natürlich davon ab, was du dir unter S-Bahn oder RE (bezogen auf Karlsruhe) vorstellst. Momentan fahren diese genannten Züge oberirdisch im öffentlichen Straßenraum. Daraus lässt sich folgern, das die Fahrzeuge unter BOStrab fahren.

  • Daraus lässt sich folgern, das die Fahrzeuge unter BOStrab fahren.

    Was alleine schon dadurch klar ist, daß alle oberirdischen Zulaufstrecken im Straßenbahnbereich liegen und er damit nicht von reinen Vollbahnfahrzeugen erreicht werden kann.


    Was mich allerdings zur interessanten Frage bringt: Gibt es irgendwo eine unterirdische Verknüpfung zwischen Straßenbahn und Eisenbahn? Alle Übergänge, die mir gerade einfallen, sind oberirdisch.

  • Fahren dort wirklich sowohl Straßenbahnen, als auch KVV-S-Bahnen, als auch REs durch den Tunnel

    Im Tunnel werden fahren:

    • von der VBK zwei Straßenbahnlinien im 10-Minuten-Takt (1 - Durlach <> Nordstadt, 2 - Wohlfahrtweier <> Knielingen).
    • von der AVG drei verdichtete Stadtbahnlinien im 10-Minuten-Takt (S1/S11, S2, S5/S51)
    • von der AVG zwei Stadtbahnlinien im 30-Minuten-Takt (S4, S7/S8)

    jeweils in verschiedenen Kombinationen von West/Ost/Süd.


    Und ja, die Kombination hat durchaus ein Problem: Nämlich die unterschiedliche Einstiegshöhe. Es werden hierbei eingesetzt:

    • Niederflur (34cm) auf VBK-Linien 1 und 2 und AVG-Linie S1/11
    • Mittelflur (55cm) auf AVG-Linien S2, S5/S51, S4, S7, S8

    Die gewählte Lösung hierfür ist, dass 80% der Bahnsteiglänge auf 34cm liegt - bei den Stadtbahnen ist der höhengleiche Ein-/Ausstieg nur an den ersten beiden Türen möglich.


    Die Eilzüge wurden durch die AVG und das Land "einvernehmlich umstrukturiert", im Sinne von der AVG entzogen und als Netz 7b vom Land ausgeschrieben. Vergabe erfolgte letztes Jahr an DB Regio für den Betrieb ab 2022, also wenn der Tunnel fertig ist. Betrifft im wesentlichen die Eilzüge der S4, die S71 und S81. Die S52 verbleibt als einzige Eilzuglinie bei der AVG, wird in den Tunnel eingeleitet werden und endet dort (drittes Gleis im U-Bahnhof Marktplatz).


  • Das heißt würde man die Gleise oben nicht abreißen, Stadtbahnen unten, Straßenbahnen oben fahren lassen, hätte man durchgehende Barrierefreiheit mit 55 cm Bahnsteigen im Tunnel anbieten können?

  • Hätte man.

    Als die Planungen losgingen, hatte ich mir noch eingebildet, man hätte ja nun die Chance, die Systeme in der Innenstadt zu trennen und damit einen Einstieg in eine größere S-Bahn zu schaffen. Das Karlsruher Modell war ja so erfolgreich, dass es schon zum Opfer seines Erfolges zu werden drohte. So hätte man sich Luft nach oben verschaffen können. Aber dann hat man sich entschlossen, diese Möglichkeit zu ignorieren.

    fork handles

  • Das heißt würde man die Gleise oben nicht abreißen, Stadtbahnen unten, Straßenbahnen oben fahren lassen, hätte man durchgehende Barrierefreiheit mit 55 cm Bahnsteigen im Tunnel anbieten können?

    Die Stadtbahn S1/S11 der AVG fährt auch auf 34cm-Niederflur. Ansonsten prinzipiell ja, wobei die Linienwegbeziehungen das etwas verkomplizieren, und ein solcher Mischbetrieb weder einen NKF >1 erreicht hätte noch mit den relevanten Bürgerentscheiden kompatibel wäre.


    Im Tunnel sind faktisch die Hälfte der verkehrenden Bahnen Niederflur / 34cm, die andere Hälfte Mittelflur / 55cm.


    Demnach ähnlich wie in der Eckenheimer Landstraße?

    Ja, wobei die Gestaltung hier so ist, dass die Niederflurbahnen auch in Doppeltraktion (75m) komplett an einem durchgängig 34cm hohen Bahnsteig halten können - d.h. keine "Bastion" oder Mittelpodest wie in der Eckenheimer. Die 55cm-Stadtbahnen haben einfach eine um 20m verschobene Halteposition, um ihr "Podest" zu erreichen.


    Es werden derzeit auch oberirdische Haltestellen in derselben Form bei Umbauten angepasst, wenn ein Mischbetrieb von Mittel- und Niederflur im künftigen Netz weiter erfolgen soll.



  • Das Karlsruher Modell war ja so erfolgreich, dass es schon zum Opfer seines Erfolges zu werden drohte. So hätte man sich Luft nach oben verschaffen können.

    Naja, die Entflechtung wurde halt jetzt zwangsweise vom Land vorgenommen. Dem war in den letzten Jahren das Vorgehen der AVG mit immer neuen Langlaufstrecken nämlich durchaus ein Dorn im Auge. Also wurde alles, was nur EBO fährt, rausgezogen und die AVG hat brav mitgespielt um ihre Direktvergabe wieder zu bekommen.

    • von der AVG zwei Stadtbahnlinien im 30-Minuten-Takt (S4, S7/S8)

    Kleine Korrektur: Die S4 soll im 20-Minuten-Takt fahren. Aus S4, S7/S8 und S52 ergibt sich dabei auf der Süd <> Ost Verbindung eine Pseudoüberlagerung entsprechend einem 10-Minuten-Takt.


    Bisher nicht in den Tunnel bzw. die Innenstadt eingeschleift werden lediglich die S31/S32 aus Richtung Bruchsal. Prinzipiell ist dies im Nahverkehrsplan vorgesehen. Eine betriebliche Durchschleifung z.B. auf S7/S8 wurde dabei angedacht, wodurch sich auch die Anzahl der Züge im Tunnel nicht erhöhen würde. Dem entgegen stehen Begehrlichkeiten des Landkreises nach Erhalt einer schnellen Anbindung an den HBf und der Stadt nach einer seltsam verqueren Ausschleifung, um die Anzahl der Züge auf der Kriegsstraßen-Neubaustrecke zu erhöhen.

  • Was alleine schon dadurch klar ist, daß alle oberirdischen Zulaufstrecken im Straßenbahnbereich liegen und er damit nicht von reinen Vollbahnfahrzeugen erreicht werden kann.


    Was mich allerdings zur interessanten Frage bringt: Gibt es irgendwo eine unterirdische Verknüpfung zwischen Straßenbahn und Eisenbahn? Alle Übergänge, die mir gerade einfallen, sind oberirdisch.

    Bleibt auch so.

  • Was mich allerdings zur interessanten Frage bringt: Gibt es irgendwo eine unterirdische Verknüpfung zwischen Straßenbahn und Eisenbahn? Alle Übergänge, die mir gerade einfallen, sind oberirdisch.

    Es gibt nur vier Übergänge zwischen EBO und BoStrab in Karlsruhe, alle sind oberirdisch. Östlich, westlich und nordwestlich sind die Übergangsstellen zum EBO-Bereich jeweils rund 5-6 km von den Rampen entfernt, im Süden liegt der Albtalbahnhof etwa 1,2 km nach der Rampe.


    Prinzipiell "denkbar" wäre derartiges vielleicht mal im Rahmen einer Fortführung des südlichen Tunnels um ca 1,4 km bis hinter den HBf - wo es basierend auf U-Strab/U-Bahn-Planungen von ca 1970 unterirdische Freihaltetrassen und teilweise Bauvorleistungen für die Unterquerung gibt. Prinzipiell könnte man dann die S7/S8 hier südlich des HBf einschleifen, mit unterirdischer Systemwechselstelle, damit sich die "U-Haltestelle HBf" eher lohnen würde.



    Falls die Frage "weiter" als Karlsruhe gefasst sein sollte würde ich mal schwach Richtung Kassel HBf schielen.

  • Das war in der Tat eine allgemeine Frage. Kassel paßt da leider auch nicht, der Tunnel ist BOStrab. Der Systemwechsel liegt irgendwo im Gleisvorfeld an den DB-Ausfahrsignalen der jeweiligen Gleise.

    Korrekt (natürlich; Holger weiß ja Bescheid): Am Signal an der Einfahrt in den Tunnel hängt lediglich das Signal So1 „Beginn einer Strecke mit Zugsicherung“ (zwei schwarze Punkte übereinander auf einer quadratischen, weißen Tafel).

  • Ist diese gemeint: ?

    Nein, die neu gebaute Rampe zum Tunnel in der Ettlinger Straße auf Höhe der Haltestelle Augartenstraße (Trog der Rampe ist in z.B. Google Maps gut erkennbar).


    Die Strecke folgt von der Rampe oberirdisch der Ettlinger Straße etwa 300m nach Süden bis vor die Straßenunterführung unter das östliche Vorfeld des HBf, und biegt dann ab um quer vor dem HBf bis zum Albtalbahnhof zu verlaufen.


    In deinem Bild zu sehen ist die südliche Ausfahrt des Albtalbahnhofs. Die Betriebsverhältnisse rund um diesen sind, gelinde gesagt, etwas komplex, das ist da nämlich quasi "alles". Gleisplan siehe unten auf dem die Wechsel BOStrab/EBO "detailliert" dargestellt sind.


    albtalmpkvs.jpg