Verspätungen im Fernverkehr und Datenanalyse

  • Auf dem Chaos Communication Congress von Dezember letzten Jahres gab es einen sehr interessanten Vortrag über die Verspätungen des Fernverkehrs der Deutschen Bahn.


    David Kriesel hat über ca. 1 Jahr die Verspätungen von Fernverkehrszügen der DB gespeichert ("Voratsdatenspeicherung") und ausgewertet. Den Vortrag gibt es z.B. hier:


    Entsprechende Presse gibt es unter:


    Insgesamt eine sehr interessante und auch abgewogene Darstellung, auch wenn sie in einigen Details schwächelt (es ist halt nur ein Hobbyprojekt (!)), z.B. werden Ersatzzüge nicht erfasst (weil sie nicht im Grundfahrplan stehen) und man könnte ganz sicher noch viel, viel mehr interessante Daten hieraus ziehen.


    Viel Spaß beim Schauen!

  • Die Auswertung die er bei Folie 14 macht finde ich etwas eigenwillig und deren

    Logik nicht nachvollziehbar.


    Hier das Video bei CCC - lässt sich ohne JavaScript anschauen (im Gegensatz zu Youtube):

    https://media.ccc.de/v/36c3-10…nktlichkeit_ist_eine_zier


    Und da kann ich auch gleich empfehlen durch andere Videos zu gehen ;)

    (zB Security Nightmares 0x14)

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

    Einmal editiert, zuletzt von Darkside ()

  • Habe den Vortrag auch gesehen und mir auch seine beiden früheren CCC-Vorträge rein gezogen. Fazit: ganz nett und unterhaltsam, aber unter „Lessons learned“ kommt eigentlich immer bei ihm ein „so wie ich es gemacht habe, war es richtig“ und das nervt mich doch gewaltig.

    Die Auswertung die er bei Folie 14 macht finde ich etwas eigenwillig und deren

    Logik nicht nachvollziehbar.

    ja, da hat er wirklich einen Bock geschossen: bei einer Datengranularität von einer Minute springt „5% weniger Verspätung am Ende“ halt bei 20, 40, 60 etc. Minuten; klar, dass da auch die Daten springen.

  • Ich finde die Analysen aus eisenbahnerischer Sicht grundsätzlich meistens etwas fragwürdig, beispielsweise ist die „Pofalla/Scheuer-Wende“* total sinnfrei ausgewertet. (Ist die Rückleistung denn tatsächlich pünktlich oder auch zu spät; verbessert sich daher die Pünktlichkeitsstatistik eventuell gar nicht und es gibt andere incentives dafür? Welchen Anteil der weggelassenen halte sind Hamburg Dammtor und -Altona (im Paar?) und bei wie vielen werden wirklich ganze Städte nicht mehr angefahren?)


    Aber: er ist kein Eisenbahner und hat sich auch scheinbar keinen Bahnnerd als Auswertepartnerin gesucht; das war seine Entscheidung, sie war bewusst. Er will offensichtlich keinen Insider-Blick haben. Finde ich auch ok.


    *! Damit bezeichnet er die Idee, Züge vor Endstation zu wenden, um Verspätungsabbau zu betreiben. Es wird insinuiert, dass die Statistik nahe lege, dies geschehe, um die Rückleistung *pünktlich* werden zu lassen; Zugausfall (nicht in der offiziellen Statistik enthalten) werde gegen einen pünktlichen Zug getauscht. In meinen Augen gibt die Statistik das allerdings überhaupt nicht her; meine (anekdotische) Erfahrung ist, dass das besonders oft dann gemacht wird, wenn die Rückleistung trotzdem noch massiv verspätet ist.

    Einmal editiert, zuletzt von baeuchle () aus folgendem Grund: Klarstellung: meine Erfahrung besteht aus Anekdoten, nicht aus sinnvoll erhobenen Daten.