Tödliches Bahnunglück in Frankfurt-Nied

  • Wurde da nicht ein Lokführer zitiert? Wie kommst Du darauf, dass dies "gefährliches Halbwissen" ist?

    Weil alleine die Aussage "jeder andere Bahnübergang sei besser gesichert" bereits ein derart offensichtlicher Humbug ist, daß man da gar nicht weiter nachdenken muß. Es gibt genügend andere - wärterbediente - Bahnübergänge, die gleich oder geringfügiger gesichert sind. Wie gesagt, es gibt Bahnübergänge auch ohne technische Abhängigkeit - siehe z. B. Schrankenwärter Laumann.

  • Wird eine solche "Überbrückung" nicht erst nach einem schriftlichen oder mündlichen Befehl durchgeführt?
    Ist dann die / der Ausführende nicht nur das "Werkzeug"?

    Ich hätte es eigentlich gleich mit beantworten können.


    Die Antwort ist (und wird Dir nicht gefallen): Kommt drauf an. Solange niemand die örtlichen Richtlinien/das Betriebsstellenbuch zitiert, wird Dir niemand sagen können, wie es in einem ganz speziellen Fall ist. Deswegen heißt es hier im konkreten: Warte, bis der Bericht der BEU da ist, dann kannst Du es konkret nachlesen.

  • Wurde da nicht ein Lokführer zitiert? Wie kommst Du darauf, dass dies "gefährliches Halbwissen" ist?

    Abgesehen von @Holger Koetting's richtigem Einwand, dass alleine der Inhalt das zeigt: Ein Lokführer ist eben kein Fahrdienstleiter und ist auch nicht notwendigerweise sehr bewandert in den Details der Infrastruktur, sofern sie nicht für das Fahren relevant sind.


    Tf mögen mich korrigieren, aber ich glaube nicht, dass die Funktionsweise eines Stellwerkes sowie die Sicherheitsvorkehrungen darin Gegenstand der Ausbildung sind. Natürlich kann ein*e Tf aus privatem Interesse Ahnung davon haben, aber betrieblich relevant ist, verkürzt gesagt, die Bedeutung der Signale, die Regeln, nach denen gefahren wird – mit und ohne funktionstüchtige Signalisierung – und an wen man sich wenden kann, wenn etwas nicht funktioniert. Letzter Punkt sprich: dass es eine*n Fdl gibt, der/die Signale stellt, aber eben nicht, nach welchen Regeln, auf welche Art und Weise überwacht und durch welche Handlungen.


    Also, warum gefährlich? Weil hier offensichtlich jemand, zu dessen Arbeitsumfang es nicht gehört, davon Ahnung zu haben, in den Medien aufgrund seiner Arbeitsstelle eben doch als qualifiziert dargestellt / wahrgenommen wird.

  • Tf mögen mich korrigieren, aber ich glaube nicht, dass die Funktionsweise eines Stellwerkes sowie die Sicherheitsvorkehrungen darin Gegenstand der Ausbildung sind.

    Als Quereinsteiger (gilt für alle EVU) soweit mir bekannt ist, nicht. Als EiB/Tf bislang zumindest teilweise, aber wurde möglicherweise auch abgespeckt.


    So oder so bedeutet selbst Streckenkunde noch lange nicht zu wissen, wie die LST dahinter im konkreten Fall aussieht.

  • Ich finde die Diskussion schweift doch ziemlich ab.

    Ich hätte eher folgende Fragen: Wie verläuft eigentlich die Ausbildung einer/s Schrankenwärterin/s ?

    und Was könnte die Veranlassung gewesen sein, das die Schranken augenscheinlich ohne Zustimmung "hochgekurbelt" wurden?

    Der Tf und der zuständige Fdl scheinen jedenfalls nicht so sehr im Ermittlungsfocus zu stehen...

    Grüße ins Forum :saint:

  • und Was könnte die Veranlassung gewesen sein, das die Schranken augenscheinlich ohne Zustimmung "hochgekurbelt" wurden?

    Steht in dem von K-Wagen verlinkten Artikel der FR und habe ich hier nochmal aufgegriffen. Bedenke: Es ist nur ein könnte und es geht nicht allein um Zustimmung, sondern auch technische Absicherung.

    Der Tf und der zuständige Fdl scheinen jedenfalls nicht so sehr im Ermittlungsfocus zu stehen...

    Anhand der PZB-Aufzeichnung lässt sich auch recht einfach nachvollziehen, ob der Tf alles richtig gemacht hat. Inwieweit der Fdl involviert ist, werden die Ermittlungen noch klären.