Tödliches Bahnunglück in Frankfurt-Nied

  • Das ist aber für den Fahrer nicht erkennbar. Er geht von einer ausgefallenen Anlage aus. Daher ist der Zustand "Hauptrichtung dunkel, Nebenrichtung grün" nicht zulässig. Der umgekehrte Fall hingegen wäre unkritisch, weil der Fahrer aus der Nebenrichtung die (ohnehin bestehende) Vorfahrt der Hauptrichtung beachten muß.


    Nicht erkennbar gilt nur bedingt. Man muss im Rahmen der Sorgfaltspflicht entsprechend "mehr" tun, als einfach nur in die Kreuzung einfahren.

    Jakkeline, nich den Marzel mit die Schüppe auf'n Kopp kloppen!
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    Freundliche Grüße!

  • In das Thema Bahnübergang kommt etwas Bewegung. Nachstehend die ausführliche Presseinformation.


    Kurz zu den Fakten:

    • Stufe 1: Bis Ende 2021 wird der Bahnübergang technisch nachgerüstet. Die gesamte Technik wird erneuert und eine Lichtzeichenanlage wird als zusätzliche Sicherungsmaßnahme ergänzt.
    • Stufe 2: Die geplante Personenunterführung wird als seperate Baumaßnahme vorgezogen. Vereinfachte Baugenehmigungsfahren sollen dafür genutzt werden, dass diese für Fußgängern und Radfahrern bereits bis 2023/2024 in Betrieb genommen werden kann.
    • Stufe 3: Bei der Straßenunterführung soll die Planung beschleunigt werden und das Planrecht herbeigeführt.

    Ziel soll sein, den Bahnübergang in weniger als zehn Jahren zu beseitigen.

    Gruß Tommy

  • Der Schrankenwärterposten bleibt bestehen, jedoch wird er die Schranken nicht mehr bedienen, sondern NUR noch nach dem automatischen zugbewirkten Schließen kontrollieren, ob sich noch jemand zwischen den Schranken befindet.


    Edit: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Steht ja genau so im Artikel drin!

    Einmal editiert, zuletzt von Akryzazel ()

  • Auf die Ausführung der Ampelanlage bin ich gespannt. Eigentlich müsste es eine große Lösung sein, beispielsweise Steuerung des Verkehrsflusses auch dann, wenn der BÜ nicht bahnseitig angesteuert wird. Schritt Eins dürfte die die allgemeine Sicherheit erhöhen, aber die Durchlässigkeit für den IV senken.


    Entsprechend zu der Pressemitteilung gab es auch eine Infoveranstaltung vor Ort, die Herrn Vornhusen und Oesterling stellten o.g. Plan vor und stellten sich den Fragen der Bürger. Bemerkenswert fand ich die Diskrepanz der Forderung (an die DB) nach mehr Sicherheit einerseits, im Gegensatz zu der Forderung nach kürzeren Schließzeiten nach dem Motto "zwischendrin (also zwischen zwei Zugfahrten) mal kurz die Schranken öffnen ".

  • Bemerkenswert fand ich die Diskrepanz der Forderung (an die DB) nach mehr Sicherheit einerseits, im Gegensatz zu der Forderung nach kürzeren Schließzeiten nach dem Motto "zwischendrin (also zwischen zwei Zugfahrten) mal kurz die Schranken öffnen ".

    Was sicherheitstechnisch hinter einem grünen Signal steckt, ist halt einfach praktisch niemandem bewusst, insbesondere nicht, dass daraus folgen muss, dass die Schranken geschlossen sein müssen, lange bevor der Zug kommt. Und es gibt ja auch durchaus eine Alternative, die dem Verfahren im Straßenverkehr in etwa entsprechen würde: Höchstgeschwindigkeit auf 30 runtersetzen – für die Bahn wsl sogar noch weniger, eher 20 – und dann 'auf Sicht' an den BÜ heranfahren. Dass das halt nix mit sinnvollem Eisenbahnbetrieb zu tun hat und die Schließzeiten einfach durch die längere Vorbeifahrt wieder erhöhen würde, steht auf einem anderen Schrankenmast.

  • Hat jemand herausgefunden, wo die Fußgängerunterführung hin soll? Soll die dort hin, wo auch die Straße hin soll (Am Telekom-Gebäude vorbei von der Oeserstraße unter den Gleisen durch zum Dennisweg)? Das stelle ich mir schwierig zu bauen vor, ohne die Straße gleich mit zu bauen.

  • In das Thema Bahnübergang kommt etwas Bewegung. Nachstehend die ausführliche Presseinformation.


    Kurz zu den Fakten:

    • Stufe 1: Bis Ende 2021 wird der Bahnübergang technisch nachgerüstet. Die gesamte Technik wird erneuert und eine Lichtzeichenanlage wird als zusätzliche Sicherungsmaßnahme ergänzt.
    • Stufe 2: Die geplante Personenunterführung wird als seperate Baumaßnahme vorgezogen. Vereinfachte Baugenehmigungsfahren sollen dafür genutzt werden, dass diese für Fußgängern und Radfahrern bereits bis 2023/2024 in Betrieb genommen werden kann.
    • Stufe 3: Bei der Straßenunterführung soll die Planung beschleunigt werden und das Planrecht herbeigeführt.

    Ziel soll sein, den Bahnübergang in weniger als zehn Jahren zu beseitigen.


    Meiner Meinung nach ein sehr sinnvoller und raelistischer Vorschlag, um dieses Projekt zu beschleunigen! :thumbup:

    Wenn man jetzt noch die Realisierungszeiträume halbieren könnte ... - Das wäre ein Traum! Und dann könnte Stufe 1 eigentlich sogar ganz entfallen.

    "Phantasie ist wichtiger als wie wo Wissen!"


    (Etwas frei nach Albert Einstein)

  • Der Schrankenwärterposten bleibt bestehen, jedoch wird er die Schranken nicht mehr bedienen, sondern NUR noch nach dem automatischen zugbewirkten Schließen kontrollieren, ob sich noch jemand zwischen den Schranken befindet.

    Wobei ich mich da frage, warum mann den "bösen Faktor Mensch" belässt und nicht auf Radar setzt.

  • Ich kann mir mehrere Gründe vorstellen. Könnte in der mangelnden Disziplin der Verkehrsteilnehmer gegründet sein. In Griesheim ist der BÜ wohl ähnlich dem Zielzustand vorhanden. Wenn dort irgendetwas während der Rotphase / sich schließenden Schranken in den Überwachungsbereich gerät, öffnen sich die Schranken wieder, das Spiel beginnt von vorne. Also ähnlich wie die Thematik Lichtschranke und schließende Türen.

    In Nied sind selbst im sich sinkende Schranken und schon erreichter 45 Grad Winkel für viele, egal ob zu Fuß oder im Auto, ein sportlicher Anreiz zum überquerendes BÜ. Das dürfte fürRadar und Co vermutlich nicht beherrschbar sein.

    Seltsamerweise wurde derartiges Fehlverhalten der IV Teilnehmer nicht thematisiert, sondern eher "die Schranke hat mein Auto beschädigt "

  • Wobei ich mich da frage, warum mann den "bösen Faktor Mensch" belässt und nicht auf Radar setzt.

    Das Problem heißt Honeywell. Der Hersteller dieser Radar-Eier hat ein Patent auf die Technik, kein anderer Hersteller darf diese Technik verbauen. Und Honeywell selbst hat die Produktion eingestellt. Es werden keine neuen GFR-Bahnübergänge mehr gebaut. Hab ich aber auch nur von Hörensagen aus der DB Netz- Gerüchteküche... weiß nicht genau, wie viel da jetzt dran ist.


    Aber das kein „Böser“ Faktor Mensch, über 70% aller Vollschranken-BÜs werden von Menschen freigemeldet, meist über Kamera. Und soweit ich weiß, ist der letzte so durch den Fdl verursachte Unfall Jahrzehnte her, und das kann ich auch von meiner Seite bestätigen, ich habe auf dem Stellwerk, wo ich arbeite, auch zwei Bahnübergänge mit TV-Überwachung, und das klappt gut, hat sich seit vielen Jahrzehnten bewährt, diese Technik

    Einmal editiert, zuletzt von Akryzazel () aus folgendem Grund: Fehler

  • weiß nicht genau, wie viel da jetzt dran ist.

    Zumindest kenne ich die Aussage in ähnlicher Form.


    Aber das kein „Böser“ Faktor Mensch, über 70% aller Vollschranken-BÜs werden von Menschen freigemeldet, meist über Kamera.

    Zumal ja - wir erinnern uns zurück - nicht eine fehlerhafte Freimeldung des BÜ zu dem Unfall geführt hat, sondern die unzeitige Öffnung. Insofern ist die Betrachtung, ob Radarei/Kamera/Beobachter besser ist, für den vorliegenden Fall praktisch irrelevant. Wenn wir bei diesem Fall bleiben wollen, gäbe es den "bösen Menschen" weiterhin, ob mit oder ohne Radarei. Und wenn dieser "böse Mensch" die HAT bedient (bzw. UHA), dann ist egal, wie vorher die Freimeldung erfolgte.

  • Ich selbst habe mir als Fußgänger angewöhnt, einen Kontrollblick auf die Streckengleise zu werfen. Dabei habe ich ein sicheres Gefühl. Es gibt im Ausland die Schilderkombination Andreaskreuz und STOP-Schild. Grüße an das Forum Lgog

    25 Jahre Durchmesserlinie 11 Höchst/Zuckschwerdtstraße - Hauptbahnhof - Fechenheim/Schießhüttenstraße ab dem Sommerfahrplan 1991. -- Zehn Jahre Verkehrskreisel am Höchster Dalbergplatz 2007 - 2017 an der Königsteiner Straße. -- Bahnhof Frankfurt-Höchst seit 2016 barrierefrei mit fünf Aufzügen für neun Gleise : zweitgrößter Bahnhof in Frankfurt vor dem Südbahnhof.

  • Da das Andreaskreuz dem Schienenverkehr Vorfahrt gibt, mna sich also als Autofahrer vergewissern muss, dass da kein Zug kommt, kann das in unübersichtlichen Situationen schon mal die Bedeutung eines Stopschilds haben.


    Blöde Frage: Gibt es irgendeine Regel, die sagt, wie viel Sichtfeld der Autofahrer auf die Strecke haben muss, um eben dieses "sich vergewissern" zuverlässig zu erlauben? Es wird nicht jeder Fahrer wissen, was ein Pfiff einer sich nähernden Bahn zu bedeuten hat, wenn er sie nicht sieht.

  • Es gibt schon das sog. Sichtdreieck. Ob das allerdings dort angewandt werden kann, weiß ich nicht. Es hat ja einen Grund, warum der BÜ dort eingerichtet wurde.

    Rein theoretisch müssten bei den örtlichen Gegebenheiten (Winkel, erlaubte Geschwindigkeit) vermutlich ein paar Gebäude abgerissen werden, incl. der Wärterbude.

    Salopp gesagt, wenn du als KFZ Fahrer den Zug (gleiche Fahrtrichtung) siehst, ist es zu spät.

  • Frage: Gibt es irgendeine Regel, die sagt, wie viel Sichtfeld der Autofahrer auf die Strecke haben muss, um eben dieses "sich vergewissern" zuverlässig zu erlauben?

    Hatten wir das nicht weiter oben schon? Jemand mit Auskennen — tunnelklick oder Holger Koetting — wies darauf hin, dass die Bahn zwar Vorrang genießt, man sich aber bei vorhandener technischer Sicherung darauf verlassen kann, dass dieser Vorgang nur mit Vorsicht in Anspruch genommen wird.