HEAG Mobilo beschafft 35 E-Kleinbusse

  • Für geplante on-demand-Verkehrsleistungen, die m.W. in dem Neubaugebiet Cambrai-Fritsch-Kaserne aufgebaut werden sollen, schreibt HEAG Mobilo aktuell die Beschaffung von 35 batterieelektrischen Kleinbussen (8+1 Sitze) nebst einer Option auf 15 weitere Fahrzeuge. Geliefert werden soll in drei Tranchen (5+15+15) im März, April und Juli 2021.

  • Hast du eine Idee, wieso es so viele Fahrzeuge werden sollen?

    Ich weiß es jetzt gerade nicht auswendig, aber so im Hinterkopf habe ich die Zahl von 30 Bussen, die für das On-Demand-System planmäßig benötigt werden sollen. Bleiben also 5 Reserve. Und da vermutlich noch nicht so ganz die Reichweite der Akkus abgeschätzt werden kann, kalkuliert man lieber mit mehr Fahrzeugen, um die Ladezyklen hinzubekommen. Und die Option ist dann ggf. für eine Ausweitung des Systems.


    OT-Frage: Kann die Heag die Busse nicht auch mit Überlandbestuhlung beschaffen, weil nur dann sitzt man bequem und überhaupt... :)

  • OT-Frage: Kann die Heag die Busse nicht auch mit Überlandbestuhlung beschaffen, weil nur dann sitzt man bequem und überhaupt... :)

    Dann aber auch bitte nach Weiterstadt fahren lassen! Ach ne, die haben ja E-Antrieb und sind deswegen nicht für Überlandstrecken gemacht ?(:huh:

    Von Kaiserslautern bis nach Osterburken,

    ist nicht schön mit diesen Gurken.

  • Auf der Seite 8 dieser Bröschüre "lincoln_mobil..." ist die Rede von on-demand-Service als integralem Bestandteil des ÖPNV-Konzepts; so etwas in der Art habe ich auch schon mal für das Cambrai-Fritsch-Gelände gesehen, habs aber auf die Schnelle nicht mehr gefunden. Ich würde man annehmen, dass der on-demand-Service beide Konversionsprojekte umfasst.


    Und ja: aus der Ausschreibung ergibt sich, dass fahrerbediente Fz. gewünscht werden.

  • Wenn ich mir das ganze so anschaue und mit dem Link aus Mainz vergleiche, dürfte es sich nicht um Busse im klassischen Sinne handeln, sondern eher um Fahrzeuge wie den VW Bus, Mercedes Vito o. ä. - halt mit Elektroantrieb. Also Fahrzeuge, die gerne auch als Großraumtaxi bezeichnet werden.


    Zunächst mal finde ich das Konzept gut. Ich frage mich nur, wo zwischen dem klassischen ÖPNV (der nicht jeden Winkel bedienen kann), dem klassischen Taxi und so Sachen wie Uber da noch der on-demand-Verkehr dazwischen passt, ohne ein Überangebot zu produzieren? Das ist aber vielleicht auch eine Grundsatzfrage für einen eigenen Thread.


    In diesem Thread jedenfalls bin ich mal auf die Fahrzeuge gespannt, die dann kommen werden.

    Viele Grüße, vöv2000

  • Es handelt sich um den Heinerliner, nicht irgendwelchen Verkehr für die Konversionsflächen.

    Artikel FR : https://www.fr.de/rhein-main/d…-bestellung-90024844.html

    Website HEAG dazu : https://www.heagmobilo.de/de/d…mst%C3%A4dter-heinerliner



    Zunächst mal finde ich das Konzept gut. Ich frage mich nur, wo zwischen dem klassischen ÖPNV (der nicht jeden Winkel bedienen kann), dem klassischen Taxi und so Sachen wie Uber da noch der on-demand-Verkehr dazwischen passt, ohne ein Überangebot zu produzieren?

    Nirgendwo, das ist genauso wie Uber der Versuch das Taximonopol über niedrigere Preise durch Fahrtenbündelung zu brechen. Wobei in diesem Darmstädter Fall das Feigenblatt sogar lediglich noch reduziert wurde auf "virtuelle Haltestelle, nicht bis vor die Tür" und "Fahrpreisnachlass auf den Grundpreis - nicht km-Preis - für RMV-Zeitkarteninhaber".

  • Ich habe das so verstanden, dass der On-Demand-Verkehr den ÖPNV ergänzt, wo eben der Massen-ÖPNV nicht hinkommt und die Hürde zu zu weit entfernten Haltestellen genommen wird.


    Das Taxi (nicht AST) ist (für mich) kein ÖPNV, da dort keine Verbundfahrkarten anerkannt werden. Das ist ein privatwirtschaftlicher Fahrservice. Uber macht dem Taxigewerbe genauso privatwirtschaftlich Konkurrenz. Zu Recht, denn es ist außerhalb Corona u.ä. Schwachsinn, dass leere Plätze nicht genutzt werden oder Leerfahrten erzwungen werden, nur um das alte Taxigewerbe zu schützen. Es gibt einen Verkehrsbedarf, der befriedigt wird, aber bitte mit wenig "heißer Luft". Das Taxigewerbe stützt sich auf alte Gewohnheiten, statt sich einem neuen Markt anzupassen (in dem sich die Anzahl der Wagen reduziert und später mit dem autonomen Betrieb die Anzahl der Fahrer, alles eine Frage einer guten weit vorrausschauenden Planung des Bedarfs, so dass keiner plötzlich ohne Arbeit dasteht).


    Der On-Demand-Verkehr ist ein Angebot der Stadt und nicht der Privatwirdtschaft und erfüllt in jedem Falle die Daseinsvorsorge auch noch da, wo die privaten kein wirtschaftlichen Nutzen sehen.


    Das klassische AST ist auch die günstigere Version für Fahrgäste, denen das private Taxi zu teuer ist oder es sich nicht leisten können und der Bus für die Stadt zu teuer ist.


    On-Demand ist die bessere Version eines AST, weil hier viele neue Techniken mehr Flexibilität und schnellere Reaktionszeiten ermöglichen. Auch die Disposition der Fahrzeuge wird verbessert.

    Vollkommen Großartiges Forum

  • Das Taxi (nicht AST) ist (für mich) kein ÖPNV, da dort keine Verbundfahrkarten anerkannt werden.

    Bei dem als "Heinerliner" vorgesehenen On-Demand-Verkehr ist dies allerdings auch der Fall:

    Was kostet die Fahrt? Welche Ermäßigungen gibt es?

    Der Fahrpreis liegt zwischen dem Preis einer ÖPNV-Einzelfahrkarte und einer Taxifahrt. RMV-Zeitkartenkunden bekommen eine Ermäßigung auf den Grundpreis. Der Komfortzuschlag und der km-Preis sind für alle gleich. Mitfahrer und Kinder zahlen nur die Hälfte.


    Genauer wurde dies bisher nicht beziffert, auch nicht was die genannten Komponenten der Preiszusammensetzung sein sollen. Aufgrund der genannten Komponenten scheint sich dies allerdings eher an der grundsätzlichen km-gebundenen Preisgestaltung einer Taxifahrt mit möglicherweise zusätzlichen Aufschlägen zu orientieren.


    Der Taxi-Preis in Darmstadt, zur Veranschaulichung, setzt sich aus 3,50 Euro Grundpreis plus 2 Euro pro km zusammen; der Preis der "ÖPNV-Einzelfahrkarte" für das Einsatzgebiet ("Innenstadt Darmstadt") liegt bekanntermaßen bei 2,30 Euro.



    Das Lohndumping, das die SPD der HEAG wegen des Konstruktes über Subunternehmer als Fahrer für Heinerliner vorwirft, lassen wir da mal raus...

  • Bei dem als "Heinerliner" vorgesehenen On-Demand-Verkehr ist dies allerdings auch der Fall:

    Was kostet die Fahrt? Welche Ermäßigungen gibt es?

    Der Fahrpreis liegt zwischen dem Preis einer ÖPNV-Einzelfahrkarte und einer Taxifahrt. RMV-Zeitkartenkunden bekommen eine Ermäßigung auf den Grundpreis. Der Komfortzuschlag und der km-Preis sind für alle gleich. Mitfahrer und Kinder zahlen nur die Hälfte.

    Nur mit Verbundtickets wird es aber auch unmöglich sowas halbwegs zu unterhalten. Kostendeckung wird aber echt schwer.


    On-Demand-Verkehre finde ich deutlich angenehmer als Taxi. Die Integration in den ÖPNV-Tarif ist eine sehr gute Sache. Es muss ja nicht mal gleich billig sein wie eine Standard-Busfahrt. Evtl. mit ner Zusatztarifzone oder sowas wie ein 1. Klasse-Aufschlag.

  • Das AST ist ja auch nicht immer Zuschlagsfrei. Meist wird es Komfortzuschlag genannt, der aber immer noch relativ günstig ist, wenn man eine Zeitkarte hat.


    Beim Heinerleiner klingt das eher so, als ob ordentlich dazu bezahlt werden muss, wenn man weiter als bis zur nächsten Haltestelle des Linienverkehrs unterwegs ist. Das dürfte dann von der Nachfrage eher zu einem Feinverteilerangebot werden.


    Von einem anderen On-Demand-Verkehr habe ich mal aufgeschnappt, dass im Grundpreis (wenn er so genannt werden sollte) 6 km inklusive sind. Erst ab dem siebten Kilometer wird jeder weitere Kilometer abgerechnet. Auf den ersten Blick klang das sehr attraktiv.

    Vollkommen Großartiges Forum

  • Das AST ist ja auch nicht immer Zuschlagsfrei. Meist wird es Komfortzuschlag genannt, der aber immer noch relativ günstig ist, wenn man eine Zeitkarte hat.

    Damit sind wir aber genau beim Thema: Es ist im Prinzip eine Unverschämtheit, einen "Komfortzuschlag" zu verlangen. Wofür denn? Was kann "ich" dafür, in einem Ortsteil zu wohnen, der z. B. abends oder am Wochenende aus welchem Grund auch immer nicht bedient wird. Und während mein "Nachbar" möglicherweise alle 10 Minuten einen Bus fast vor der Nase hat, soll "ich" einen Kilometer weiter einen "Komfortzuschlag" dafür bezahlen, daß überhaupt die Gemeinde mein "Grundrecht" auf ÖPNV rudimentär erfüllt. No way. Eher müßte man dann von den Nutzern der regulären Busse den Komfortzuschlag abverlangen, denn schließlich haben sie den Komfort, viel öfter eine Fahrtmöglichkeit vorzufinden. Letztlich dient der "Komfortzuschlag" doch nur dazu, den Nutzern vorzugaukeln, sie seien etwas Besonderes, aber eigentlich will man damit nur die Unfähigkeit der jeweiligen Gemeinde kaschieren, einen ordentlichen ÖPNV auf die Beine zu stellen.


    Insofern sehe ich auch diese On-Demand-Verkehre etwas kritisch. Gar nicht wegen den Fahrpreisen, aber wegen der Nutzungshäufigkeit und der Gerechtigkeit zu anderen Wohnquartieren. Denn warum bekommen die einen einen regulären Bus hingestellt, den sie ohne Vorbestellung, Sonstwas-App und virtuellen Haltestellen nutzen können und die anderen sollen sich mit all den Sonderfunktionen rumschlagen. Und außerdem wäre die Frage, ob der Bedarf nicht einfach eine reguläre Verbindung ermöglicht oder letztlich so gering ist, daß es auch ein hundsgewöhnliches Taxi täte, bei dem die entsprechende Gemeinde einfach den Kilometertarif drückt und subventioniert.


    Zudem ist der On-Demand-Verkehr praktisch nicht zuverlässsig. Ja, wir holen Sie ungefähr zwischen 10 und 10.15 Uhr ab und fahren Sie dann ohne Umsteigen an den Bahnhof, aber da kommen sie irgendwann zwischen 10.30 und 10.58 Uhr an, je nachdem, wieviel Reisende sonst noch mitgenommen und Umwege gefahren werden. Ich glaube nicht, daß der Anschlußzug auf so eine "wir kommen irgendwann mal an"-Relation wartet...

  • Grundsätzlich sind diese On-Demand-Verkehre heute noch personalaufwändig und daher notgedrungen teurer als ein (seltener, zeitlich/örtlich unpassender) Linienverkehr.


    Wenn sie als Ergänzung eines nur während der HVZ vorhandenen Linienverkehrs angeboten werden, halte ich einen Zuschlag auf den regulären Fahrpreis dann für gerechtfertigt, wenn man auch an Orten abgesetzt/abgeholt werden will und kann, die nicht Linienverkehrshaltestellen entsprechen.


    Wenn sie für einen Ortsteil als einziges Angebot existieren, sehe ich sie als Alternative zum Taxi, wobei die Mitnahme weiterer Fahrgäste den Fahrpreis senken sollte.


    Mit dem Aufkommen weitgehend autonomer Bussysteme (Level 4 - fahrerlos mit optionaler Fernsteuerung durch eine Art Leitstelle), werden der Personalaufwand und damit die Kosten sinken, was mittelfristig einen Verzicht auf derartige Aufschläge ermöglichen sollte.

  • Beim Heinerleiner klingt das eher so, als ob ordentlich dazu bezahlt werden muss, wenn man weiter als bis zur nächsten Haltestelle des Linienverkehrs unterwegs ist. Das dürfte dann von der Nachfrage eher zu einem Feinverteilerangebot werden.

    Auch der Heinerliner verkehrt nur zwischen "virtuellen" Haltestellen, die dabei "wohnortnah" sein sollen - was sich auf einen Einzugsbereich von 250m bezieht. Rund zwei Drittel der Darmstädter Kernstadt liegen dabei bereits in maximal 250m Entfernung zu einer Haltestelle des regulären Linienverkehrs, haben also im Bezug auf die "Zugänglichkeit" wenig Vorteile.


    Eine Attraktivität würde ich dem ganzen primär in der Schwachverkehrszeit und nachts zuschreiben, wenn der Linienverkehr stark ausgedünnt ist und ggf. die zu diesen Zeiten vorhandene "Kundschaft" im ÖPNV diesen vielleicht auch nicht so attraktiv macht.