19% (?) der Frankfurter waren 2019 mit dem ÖPNV unzufrieden

  • Nach einem Bericht in der FAZ:


    Umfrage im Jahr 2019 unter 1395 zufällig ausgewählten Frankfurtern zwischen 18 und 75.


    Diese Unzufriedenheit von 19% ist ein historisches Hoch und belegt den dritten Platz nach Wohnungssituation und Verkehrssituation in der Stadt.


    Ich musste dabei (im positiven Sinne) an @Holger denken, wie so eine Aussage zusatnde kommen kann, obwohl meiner Meinung der ÖPNV in der Stadt recht gut ist.


    Meine Vermutung:

    Durch die relativ willkürliche Auswahl sehr weniger Personen ist es wohl sehr gewagt, deren Meinung auf alle hochzurechnen. Daher auch das "?" in der Themenüberschrift, damit der Zweifel gleich angekündigt wird und es nicht als Fakt aufgenommen wird.

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  • [1395 zufällig ausgewählten Frankfurtern zwischen 18 und 75.] – [relativ willkürliche Auswahl sehr weniger Personen]

    1395 Personen ist nicht wenig, ganz im Gegenteil. Wenn die Umfrage tatsächlich zufällig Menschen ausgewählt hat, und die Umfragenden ihr Metier verstehen (das heißt zum Beispiel, ihr Sample nach Demografischen Daten, deren Verteilung in der Gesamtbevölkerung wir kennen, zu korrigieren), liegt der statistische Fehler* bei etwa 0,5%.


    * : Statistischer Fehler bedeutet, dass aus purem Zufall die Ergebnisse vom echten Mittelwert abweichen können. Gesucht ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig ausgewählter Frankfurter zwischen 18 und 75 mit dem ÖPNV unzufrieden war. Natürlich kann es sein, dass es nur 265 solche Frankfurter gibt – die Wahrscheinlichkeit wäre dann etwa 0,00044 % [bei angenommenen 600 Tsd Menschen] – und dass diese alle zufällig in der Stichprobe waren: 265/1395 = 0,19. Das ist offensichtlich extrem unwahrscheinlich. Der statistische Fehler von 0,5% besagt nun, dass bei einer Wahrscheinlichkeit von 19% in 67% aller Stichproben ein Wert von 19% +- 0,5% herauskommen wird; andersrum kommt eine Stichprobe von 19% mit 67% Wahrscheinlichkeit aus einer Population mit einer Grundwahrscheinlichkeit von 19% +- 0,5%. Wenn wir den doppelten statistischen Fehler nehmen, haben wir schon eine 95%-ige Wahrscheinlichkeit.

  • Ach, PS: kannst du, SoundofN1 , noch eine etwas bessere Quellenangabe machen? Welche FAZ? Die von heute? Morgen? Vor ein paar Tagen? Wo war der Artikel (Seite oder wenigstens Teil)?


    Und gerne auch, zur Bewertung der Demoskopiefähigkeiten: wer hat umgefragt?

  • Meine Vermutung:

    Durch die relativ willkürliche Auswahl sehr weniger Personen ist es wohl sehr gewagt, deren Meinung auf alle hochzurechnen. Daher auch das "?" in der Themenüberschrift, damit der Zweifel gleich angekündigt wird und es nicht als Fakt aufgenommen wird.

    Es ist weder willkürlich noch sehr wenig gewesen. Das ist eine qualitativ einwandfreie, repräsentative Umfrage. Die Quelle ist auch gar nicht so schwer zu finden. So einfach kann man Fakten statt Vermutungen verbreiten. ;)

  • Nehmen wir an, dass 19% (oder weniger) der Frankfurter den Öffentlichen Nahverkehr in Frankfurt nutzen, dann wären in einem extremen Falle 100% dieser Nutzer unzufrieden und im anderen extremen Falle nutzen 19% der Frankfurter den ÖPNV nicht, weil sie damit unzufrieden sind, während der nutzende Rest der Frankfurter zu 100% zufrieden ist.

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  • In einem noch extremeren Fall, SoundofN1 , haben einfach alle gelogen. Aber was hat das mit irgendwas zu tun? Die Umfrage ist repräsentativ, hat mit 1400 teilnehmenden eine große Datenbasis und wenn man in die Originalquelle schaut, sieht man eine deutliche — nagative! — Tendenz.


    Da nun die Anzahl der Fahrten bei der traffiQ immer weiter steigt, dürfte auch der Anteil der ÖPNV-Nutzenden unter den Teilnehmer*innen der Studie gestiegen sein.

  • Man muss aber auch differenzieren, während U-Bahn doch relativ zuverlässig ist, die S-Bahn eher das Gegenteil bietet, sinken bei Bus und Straßenbahn die Reisgeschwindigkeiten ständig (eigene Aussagen derTraffiQ). Die Fragen dürften eher allgemeingültig gewesen sein und nicht auf einzelne Verkehrsmittel bezogen. Kann natürlich auch sein, das die Ansprüche an den ÖPNV steigen.

    Interessant ist aber auch die Aussage, dass die Verkehrsituation insgesamt als problematisch empfunden wird. Was das für den einzelnen auch immer bedeutet.

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