16.10.2020: Bombenentschärfung im Gallus

  • Hallo zusammen,


    heute wurde bei Bauarbeiten in der Flörsheimer Straße im Gallus eine Weltkriegsbombe gefunden, die noch am Abend entschärft werden soll. Klar. Es sind zahlreiche Straßensperrungen erforderlich, wovon auch die Straßenbahn-Linien auf der Mainzer Landstraße betroffen sind. Nicht weiter schlimm. Der Evakuierungsbereich ist "nur" 300 Meter um die Bombe und die Kleyerstraße bleibt befahrbar. Die Mainzer Landstraße ist zwischen Rebstöcker Straße und Galluswarte voll gesperrt.


    So weit so gut oder doch schlecht. Meiner einer denkt, dass man eine ähnliche Maßnahme durchführt wie sonst bei anderen Störungen. Sprich die 14 wird zum Hauptbahnhof zurückgenommen und zur Messe umgeleitet und die 11 und 21 über die Kleyerstraße umgeleitet. Es entstehen dann zwar deutliche Verspätungen, aber ich könnte am Abend trotzdem aus dem Gallus unter Umgehung des Hauptbahnhofs über Nied nach Hause fahren. Denkste! Heute macht man alles anders und zum Nachteil der Fahrgäste, die nicht im Nahbereich der S-Bahn in Griesheim und Nied wohnen oder wie ich einfach nur zur Birminghamstraße fahren und dort mit Fußweg zur S-Bahn umsteigen wollen und den Hauptbahnhof abends möglichst umgehen wollen.


    Ich kann es ganz ehrlich nicht nachvollziehen, warum man nicht die Karte der Standardmaßnahme zieht, die möglichst vielen Fahrgästen trotz der Einschränkung durch die Entschräfung bietet. Vielleicht hat ja von euch einer eine sinnvolle Erklärung?


    Am allerschlimmsten finde ich wieder diesen Satz für 14:

    Zitat

    Die Linie 14 fährt nicht zwischen Galluswarte und Wickerer Straße. Die Züge der Linie 14 fahren über die Kleyerstraße, aber aufgrund der Bombenentschärfung darf dort kein Fahrgastwechsel stattfinden.

    Der markierte Satz suggeriert das auch die 14 nicht fahren wurde. Der zweite Satz hebt das ganze dann wieder mit Haltausfällen auf. Warum schreibt nicht einfach, z. B.: "Die Linie 14 fährt auf dem regulären Linienweg. An den Haltestellen "Kriegkstraße", "Galluspark", "Ordnungsamt" und "Gustavsburgplatz" findet jedoch aufgrund behördlicher Anordnung kein Fahrgastwechsel statt." Das sollte für jeden Fahrgäst verständlich sein und gibt auch die Wirklichkeit wieder, als das unsägliche und überall auftauchende "keine Fahrten" oder in diesem Fall "fährt nicht", obwohl sie doch fährt und nur Haltestellen nicht bedient werden.


    In diesem Zusammenhang war ich auch verwundert, dass man die Haltestellen "Ordnungsamt" und "Gustavsburgplatz" nicht bedient. Beide Haltestellen liegen "weit" außerhalb des Evakuierungsbereichs, während "Kriegkstraße" und "Galluspark" direkt auf Grenze liegen und ich dort den Ausfall noch irgendwie nachvollziehen kann.

    Gruß Tommy

  • Nachvollziehbar ist, das nicht alle drei Linien über die Rebstöcker Straße fahren können. Warum nicht wenigstens eine Linie den kompletten Abschnitt nach Höchst übernimmt, bleibt wirklich fraglich. Ebenso der anscheinend fehlende SEV-B ab Mönchhofstraße nach Höchst.

    SEV-T, wenn überhaupt, ist nicht für alle Fahrgäste eine nutzbare Alternative.

  • In diesem Zusammenhang war ich auch verwundert, dass man die Haltestellen "Ordnungsamt" und "Gustavsburgplatz" nicht bedient. Beide Haltestellen liegen "weit" außerhalb des Evakuierungsbereichs, während "Kriegkstraße" und "Galluspark" direkt auf Grenze liegen und ich dort den Ausfall noch irgendwie nachvollziehen kann.

    Das hätte ich verstanden, wenn man die Halte auflässt, damit Bahnen schneller den eingleisigen Bereich passieren können, um zum Beispiel zwei Linien durchzuschleusen. Aber so kann ich es ebenfalls nicht nachvollziehen.

    Nachvollziehbar ist, das nicht alle drei Linien über die Rebstöcker Straße fahren können. Warum nicht wenigstens eine Linie den kompletten Abschnitt nach Höchst übernimmt, bleibt wirklich fraglich. Ebenso der anscheinend fehlende SEV-B ab Mönchhofstraße nach Höchst.

    SEV-T, wenn überhaupt, ist nicht für alle Fahrgäste eine nutzbare Alternative.

    Ich hoffe, dass möglichst viele der unnötig stehen gelassenen Fahrgäste ab 21 Uhr den SB-SEV auf Kosten der VGF genutzt haben. Diese Option ist leider bis heute nicht sonderlich bekannt, aber eben äußerst praktisch, um sich die Alternative abends selbst zu organisieren und nachträglich abzurechnen.


    Tommy hat die bessere Lösung oben gut zusammengefasst. Anders als er vermute ich aber nicht, dass es "deutliche Verspätungen" gegeben hätte: Mit den Haltauflassungen im Kleyerviertel hätten die Bahnen der 11 und 21 den eingleisigen Bereich schnell passieren können. Bei geschätzt zwei Minuten Durchfahrtdauer ohne Halt und 10/5-Takt wäre das doch wohl machbar gewesen.


    Zur Not hätte man das Angebot auf die 11 und ihren 10-Minuten-Takt (wie ihn die 14 auf der Kleyerstraße tagsüber ja auch fährt) reduzieren können - eben mit Wende 21 über Pforzheimer Straße und 14 über Fußballschleife. Das wäre dann weiterhin ein hervorragendes Basisangebot gewesen für Griesheim, Nied und Höchst. Die Umleitungsstrecke ohne Halt zu durchfahren dürfte auch nicht viel länger dauern als die normale Strecke mit Halten. Wenn es dann noch um 2, 3 Verspätungsminuten gegangen wäre, lassen die sich abends auf der Altstadtstrecke problemlos herausfahren.


    Die Unflexibilität der VGF gestern Abend war auf jeden Fall ein Tiefpunkt. Sie wirkt, als hätte jemand entschieden, der das eigene Netz nicht kennt. Da bringt die Politik eine (potenzielle Ausweich-) Strecke erwartungsfroh wieder in den Regelbetrieb, und dann grätscht ausgerechnet die VGF selbst dazwischen und schadet so dem System Nahverkehr. Erschreckend. :rolleyes:

  • Hallo.


    Bei der angewandten Lösung gestern gab es auch Behinderungen für die Linien 17 und 18, denn in der Schleife Louisa stauten sich, als ich mit der 17 im Pt-Wagen dort vorbei fuhr, 6 Züge der Linien 11 und 18 die Schleife zu stellten, außerdem wurde die 17 von einer Linie 11 an der Weiterfahrt in Richtung Neu-Isenburg blockiert.

    Es ging sogar so weit, dass der Kurs 1801 ab Louisa leer bis Neu-Isenburg fuhr, dort über den Gleiswechsel wendete und leer nach Louisa zurück fuhr, weil in der Schleife zwei Züge der Linie 17 hielten.


    Grüße ins Forum

    Helmut

    You'll Never Ride Alone.

    Einmal editiert, zuletzt von Helmut ()

  • Die 11 zum Westbahnhof oder gar bis Rebstockbad ist theoretisch auch möglich. Vom Rebstockbad Bus SEV nach Höchst.

    Das wegen der Sperrung keinerlei Busersatzverkehr möglich gewesen sein soll, ist zudem schlichtweg falsch.

  • Das wegen der Sperrung keinerlei Busersatzverkehr möglich gewesen sein soll, ist zudem schlichtweg falsch.

    Selbst wenn er nicht möglich gewesen wäre: SEV-T wäre sicher völlig unproblematisch möglich gewesen. Die Taxiunternehmen hätten das sicher gern gemacht, da sie mangels Messepublikum gerade genug Kapazitäten haben dürften.

  • Richtig armselig finden, dass in den Gedanken der VGF/TraffiQ Frankfurt scheinbar hinter dem Gallus aufzuhört. Den gesamten Binnenverkehr Griesheim-Nied-Höchst zu kappen und ab 9 Uhr fast bis gar keine Anbindung zur alternativen S-Bahn zu haben, empfinde ich als höchst skandalös.


    Eigentlich hätte man für den Binnenverkehr genug Bahnen haben müssen. Dann hätte es nur noch eine kleine Busverstärkung zwischen Waldschulstraße und der S-Bahn in Griesheim gebraucht.


    Zur Strecke über die Kleyerstraße wurde schon alles geschrieben.

  • Also meiner Meinung nach war das eine gute Entscheidung, da die Kleyerstraße durch den IV komplett dicht war, da ging gar nix mehr... alles von der Mainzer ist n beide Richtungen wurde durch die Kleyerstr. umgeleitet (die vielen Fußgängerampeln Helfen da auch nicht mit dem Verkehrsfluss)

    da überhaupt noch die 14 lang zu fahren war sehr mutig, die Kurse haben auf dem 1 km ca 15 min plus Verspätung gemacht, 2 Linien wären komplett sinnlos gewesen...

  • Also meiner Meinung nach war das eine gute Entscheidung, da die Kleyerstraße durch den IV komplett dicht war, da ging gar nix mehr... alles von der Mainzer ist n beide Richtungen wurde durch die Kleyerstr. umgeleitet (die vielen Fußgängerampeln Helfen da auch nicht mit dem Verkehrsfluss)

    da überhaupt noch die 14 lang zu fahren war sehr mutig, die Kurse haben auf dem 1 km ca 15 min plus Verspätung gemacht, 2 Linien wären komplett sinnlos gewesen...

    Hätte ja gereicht die 14 bis Höchst fahren zu lassen. Verspätung hin oder her. Es waren ja genug Kurse von der 11 übrig.

  • Also meiner Meinung nach war das eine gute Entscheidung, da die Kleyerstraße durch den IV komplett dicht war, da ging gar nix mehr...

    ich finde es selten eine gute Entscheidung, den ÖPNV einzuschränken, weil es zu viel MIV gibt. Dann sperrt man halt die Durchfahrt für den MIV.

    Einmal editiert, zuletzt von baeuchle () aus folgendem Grund: Typo

  • Hätte ja gereicht die 14 bis Höchst fahren zu lassen. Verspätung hin oder her. Es waren ja genug Kurse von der 11 übrig.

    Kurse=Fahrzeuge ja, aber so kurzfristig lassen sich wohl die Dienste nicht anpassen.

    ich finde es selten eine gute Entscheidung, den ÖPNV einzuschränken, weil es zu viel MIV gibt. Dann sperrt man halt die Durchfahrt für den MIV.

    Vermutlich hätte es schon genügt, den IV auf der Mainzer Landstraße von Osten her ab Güterplatz, von Westen her ab der Mönchhofstraße her nicht mehr geradeaus durchzulassen. Ohne Durchgangsverkehr wäre die Lage sicher entspannter gewesen.

  • Kurse=Fahrzeuge ja, aber so kurzfristig lassen sich wohl die Dienste nicht anpassen.

    Alternativ hätte auch die 11 durchfahren können. Mag eventuell ein bisschen Mühe kosten, den Ampelschaltungen begreiflich zu machen dass eine 11 mal kurz 14 spielt, aber für den Fahrgast immer noch besser als Nichts. 11 nach Louisa ist schließlich auch nicht die Regelführrung.

  • Ist denn die Bombenentschärfung im Gallus unter Stadtbahn Baustellen und Betriebsstörungen richtig ? Das ist mir erst am Schluss der Beiträge aufgefallen. Grüße an das Forum Lgog

    25 Jahre Durchmesserlinie 11 Höchst/Zuckschwerdtstraße - Hauptbahnhof - Fechenheim/Schießhüttenstraße ab dem Sommerfahrplan 1991. -- Zehn Jahre Verkehrskreisel am Höchster Dalbergplatz 2007 - 2017 an der Königsteiner Straße. -- Bahnhof Frankfurt-Höchst seit 2016 barrierefrei mit fünf Aufzügen für neun Gleise : zweitgrößter Bahnhof in Frankfurt vor dem Südbahnhof.